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Schutz vor Sexueller Gewalt

In der Katholischen Jungschar wollen wir eine positive Entwicklung der uns anvertrauten Mädchen und Buben so gut wie möglich fördern. Deshalb ist es uns wichtig, uns für den Schutz und die Rechte von Kindern einzusetzen. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Kinder oder Jugendliche Opfer von sexueller Gewalt werden. Bei jedem der betroffenen Mädchen und Buben hinterlassen die an ihnen begangenen Übergriffe tiefe Spuren.

Mit der Beschäftigung mit diesem Thema wollen wir dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche in der Katholischen Jungschar einen Platz finden, wo sie sich wohl fühlen können und in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden, sexuelle Übergriffe in der Katholischen Jungschar verhindert bzw. erschwert werden, bei Verdachtsfällen nicht weggeschaut wird, sondern diesen nachgegangen wird, Gruppenleiter/innen Unterstützung erhalten, um einen sicheren Umgang mit diesem noch immer tabuisierten Thema zu finden.

Was ist sexuelle Gewalt?

Sexuelle Gewalt ist immer dann gegeben, wenn ein Mädchen oder Bub von einem/r Erwachsenen oder älteren Jugendlichen als Objekt der eigenen sexuellen Bedürfnisse benutzt wird: Das beinhaltet unter anderem, wenn ein/e Erwachsene/r ein Kind zur eigenen sexuellen Erregung beobachtet, anfasst oder sich von ihm berühren lässt, ein Kind dazu zwingt, sie/ ihn nackt zu betrachten oder bei sexuellen Praktiken zuzusehen, ein Kind im Intimbereich berührt oder zu sexuellen Praktiken zwingt oder überredet.

Täter/innen planen Situationen, die ihnen sexuelle Gewalthandlungen ermöglichen, führen diese bewusst herbei und nutzen dabei ein Macht- oder Abhängigkeitsverhältnis aus. Kinder und Jugendliche sind aufgrund ihrer Entwicklung nicht in der Lage, die gesamte Bedeutung einer solchen Situation zu erfassen und einzuschätzen. (Sie können daher sexuellen Beziehungen zu Erwachsenen und älteren Jugendlichen nicht bewusst zustimmen.) Sexuelle Gewalt passiert niemals zufällig!

Frei formuliert nach: Enders, Ursula (Hgin):
Zart war ich – bitter war’s. 1990. Köln: Volksblatt Verlag

Verhaltensregeln für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kindern und Jugendlichen

In der Jungschar wollen wir einen verantwortungsvollen Umgang unter Gruppenleiter/innen und Kindern pflegen. Daher ist es besonders wichtig, im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen deren Bedürfnisse anzuerkennen und die seelische und körperliche Intimität jedes/r Einzelnen/r zu respektieren. Mit Kindern umgehen bedeutet immer, sich an den momentanen Bedürfnissen und am Alter des jeweiligen Kindes zu orientieren.

Andere Gruppenleiter/innen bzw. das Team sind eine wichtige Unterstützung, um den eigenen Umgang mit Kindern zu reflektieren und sich über Fragen bei Unsicherheiten auszutauschen. Mit folgenden Verhaltensregeln wollen wir als Gruppenleiter/innen diesem verantwortungsvollen Umgang Ausdruck verleihen und dazu beitragen, dass die uns anvertrauten Mädchen und Buben in der Katholischen Jungschar besser vor Übergriffen geschützt werden.

Körperliche Berührungen beim Begrüßen, Ermuntern, Trösten (bei Verletzung, Traurigkeit oder Heimweh) oder Anbieten von Geborgenheit orientieren wir nicht an den eigenen Bedürfnissen, sondern an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Wir achten darauf, dass die Berührungen dem Alter der Kinder und Jugendlichen angemessen sind. Wir achten die Intimsphäre von Kindern und Jugendlichen und halten uns nicht allein mit einem Kind oder Jugendlichen in Schlaf- und Sanitärräumen auf, außer unsere  Betreuungstätigkeit erfordert dies (z. B. trauriges, krankes, verletztes Kind).

Wir beobachten oder fotografieren Kinder oder Jugendliche nicht beim An- oder Auskleiden bzw. in unbekleidetem Zustand (z. B. in Sanitärräumen). Kindern z. B. beim Jacke anziehen und dgl. zu helfen, ist natürlich erwünscht. Wir gehen in Einzelgesprächen auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ein und benützen diese nicht dafür, uns Kindern oder Jugendlichen auf unangemessene
Weise zu nähern und eigene (sexuelle) Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn Gespräche mit einem Kind alleine notwendig sind, ist es wichtig, dies dem Team mitzuteilen.

Bei Unternehmungen mit Kindern und Jugendlichen kommunizieren wir klar, ob es sich um eine Aktion im Rahmen der Kinder/Jugendarbeit oder um eine private Unternehmung handelt. Wir führen mehrtägige Veranstaltungen mit Kindern oder Jugendlichen (z. B. Reisen oder Lager) nur mit mehreren Begleitpersonen durch. Ist die Gruppe bei diesen Unternehmungen gemischtgeschlechtlich, sorgen wir dafür, dass sowohl männliche als auch weibliche Begleitpersonen dabei sind. Kinder oder Jugendliche und die Begleitpersonen übernachten in getrennten Betten oder Schlafsäcken. Wir halten uns bei unseren Unternehmungen an das Jugendschutzgesetz des jeweiligen Bundeslandes (z. B. Alkohol-, Nikotin- und Drogenverbot, kein Besitz und keine Weitergabe von brutalem, pornographischem und in jeder Art rassistischem Material - siehe für Wien und Niederösterreich). Bei der Auswahl von Filmen, Computersoftware, Spielen und schriftlichem Material achten wir darauf, dass die gesetzlichen Altersangaben eingehalten werden.

Jede Art von körperlicher Disziplinierung ist selbstverständlich verboten!

Wir wollen für alle Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Bedürfnisse da sein und vermeiden exklusive freundschaftliche Beziehungen mit einzelnen Kindern oder Jugendlichen. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir Kindern und Jugendlichen keine finanziellen Zuwendungen und Geschenke zukommen lassen, die in keinem Zusammenhang mit der Betreuungsaufgabe stehen. Kleine Aufmerksamkeiten für alle Kinder, z. B. zum Geburtstag, sind selbstverständlich okay.

Sollte der Fall eintreten, dass du eine persönliche und/ oder körperliche Anziehung einem Kind oder einem/r Jugendlichen gegenüber wahrnimmst, dann sind die Grenzen deiner Betreuungsaufgabe einzuhalten. Darüber hinaus ist so rasch als möglich für die weitere Betreuung des/der Minderjährigen
durch jemand anderen zu sorgen. Es ist empfehlenswert, dich mit einer kompetenten Person deines Vertrauens (z. B. JS/Jugend-Pfarrverantwortliche/r, Mitarbeiter/in von JS/KJBüro, Pastoralassistent/in…) zu beraten.

Den ausführlichen Behelf "Mein sicherer Ort - Prävention in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit der Erzdiözese Wien und Intervention bei (sexuellen) Übergriffen und Gewalt" (erschienen 2017) kannst du hier herunterladen (PDF, 32MB).

Die ausführliche Stellungnahme der KJSÖ zum Thema Gewalt findest du auf hier...

Beratungsstellen

Ombudsstelle der Erzdiözese Wien
für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche
http://www.erzdioezese-wien.at/ombudsstelle

Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien
http://www.kja.at

Kinderschutzzentrum
http://www.kinderschutz-wien.at

Selbstlaut - Verein zur Prävention
von sexuellem Kindesmissbrauch
http://www.selbstlaut.org

Tamar Beratungsstelle
http://www.tamar.at/

In der Erzdiözese gibt es eine Stabstelle zur Prävention von Gewalt und Missbrauch. Hier können Weiterbildungen, PGR-Materialien und weitere Infos angefragt werden:

Stabstelle für Missbrauch- und Gewaltprävention, Kinder und Jugendschutz
1010 Wien, Stephansplatz 6/6/618a
Tel: +43 1 51 552-3879
Mobil: +43 664 51 552 43

http://www.hinsehen.at
E-Mail: hinsehen@edw.or.at

Folder "Schutz vor sexueller Gewalt" (.pdf, 100kb)

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