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We have a dream!

Über das ausufernde und teils überfordernde Freizeitangebot für Kinder

Flötenstunde, Karate, Tanzen, Bodenturnen, Fußball, Chor, Kletterstunde, Schwimmen, … auch diese Liste würde sich noch elendslang weiterführen lassen. Ich kann mich noch gut erinnern, als meine Jungscharkinder noch in dem Alter waren, als ihre Eltern jegliche Freizeit für sie verplant haben. Kaum etwas ist schwieriger als mit 8- bis 10-Jährigen einen Termin für die Gruppenstunde zu finden: Einmal hat die Iris Malunterricht, ein anderes Mal hat der Peter Flötenstunde, und die Nathi geht jeden zweiten Tag in den Kletterkurs.

All das Freizeitangebot kann Kinder überfordern, sie haben kaum mehr Zeit für sich. Nach der Schule geht es in irgendwelche Kurse und danach müssen noch Hausaufgaben erledigt oder die Nachhilfestunde besucht werden - viel Zeit bleibt da nicht mehr für Freund/innen und Familie. Die Kinder werden mehr oder weniger schon auf das Berufsleben vorbereitet. Darüber wird fast aufs Kind sein vergessen: Wo bleibt Zeit für Freizeit in der man nichts “leisten” muss, wo kann ich einfach nur hingehen und dazugehören so wie ich bin, das einbringen was mich ausmacht, Freundschaften leben, die Welt als Teil meiner Welt erfahren?

Kinder sind immer stärker einem Leistungsdruck ausgesetzt

Ob es die Tests in der Schule sind, die Karate-Prüfung oder das Flötenkonzert. Für alles Mögliche muss geübt, trainiert, gelernt und vorbereitet werden und überall sind die Erwartungen an die Kinder groß, überall soll Leistung erbracht werden und im Idealfall auch noch eine besonders gute. Aber Menschen sind keine Maschinen und brauchen genügend Raum für sich. Zeiten, die konkurrenzfrei, leistungsfrei, ja sogar zweckfrei sein dürfen, sind wichtig, damit wir nicht erdrückt werden und einem ständigen Gefühl der Überforderung ausgesetzt sind.

Jungschar als Alternative

Jungschar bietet hier so viel, ohne diesen Druck aufzubauen. Natürlich “lernen” Kinder auch hier ganz viel, einfach nebenbei. Heutzutage würde man dazu wohl Social Skills sagen. Jungschar heißt bewusst nicht Sozialkompetenzstunde, weil es so viel mehr ist:

Freiräume für eine positive Entwicklung von Kindern, Solidarität mit der Welt, stark sein und frech sein können, Selbstbewusstsein entwickeln, sagen können was man braucht, Freundschaften entwickeln können, stabile und belastbare Beziehungen entwickeln können, gute Vorbilder haben können, Ideen umsetzen können, gewaltfrei Konflikte lösen können, angenommen werden wie man ist … . All das und noch viel viel mehr soll und kann Jungschar sein.

Von der Jungschar Österreich gibt es dazu auch ein Positionspapier. Jungschar ist eine Vision, die in die Tat umgesetzt werden kann, und wir alle arbeiten täglich daran.

Kathi Bereis und Sandra Fiedler

kumquat "dazugehören" 3/2012

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