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Klimagerechtigkeit???

Ein Update nach Kopenhagen

Im Dezember ist es passiert – die große UNO-Klimakonferenz hat in Kopenhagen 12 Tage lang getagt. Im Vorfeld ist viel passiert: Petitionen, Kampagnen und Demonstrationen wurden von zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt. Vertreter/innen von Nichtregierungsorganisationen besuchten Politiker/innen, um sie zu bitten, sich bei der Konferenz für ein verbindliches Abkommen einzusetzen, und vieles mehr.

Auch die Jungschar beteiligte sich – wir unterstützen die Kampagne „Klima fair bessern!“, bei der insgesamt 20.307 Postkarten und 1500 Fußabdrücke gesammelt werden konnten. Diese wurden von einer Delegation an Umweltminister Berlakovich übergeben. Vielen Dank an alle von euch, die die Kampagne bis jetzt unterstützt haben!!!

Leider ist die Bilanz der Verhandlungen in Kopenhagen enttäuschend: Die Konferenz ist gescheitert. Trotz des Bewusstseins über die Gefahren, die vom Klimawandel ausgehen, haben die Politiker/innen keine gemeinsame Lösung für das globale Problem gefunden. Es wurde kein internationales, verbindliches Abkommen in Kopenhagen geschlossen. Im Gegenteil: Jeder Staat trägt für sich selbst die Verantwortung und soll die Ziele zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes selbst festlegen. Das Ziel, alle Emissionen bis 2010 auf die Hälfte zu reduzieren, wurde aus dem Abkommen gestrichen. Was die Staatengemeinschaft erreichte, ist eine politische Erklärung, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Außerdem sollen die Entwicklungsländer für den Klimaschutz und die Anpassung an Klimafolgen von den Industriestaaten in den kommenden drei Jahren 21 Milliarden Euro bekommen. Allerdings ist unklar, wer wieviel davon zahlt und ob es dafür neue Geldquellen wie Steuern auf Schiffsdiesel und Flugbenzin geben soll.

Insgesamt wurden die Forderungen der afrikanischen Länder sowie der kleineren Inselstaaten, also jener Länder, die am meisten unter den Folgen der Änderung des Klimas leiden, kaum bei der Konferenz berücksichtigt. Besonders die „reichen“ Staaten, die Länder, die die meisten Emissionen erzeugen, auch die Europäische Union, haben ein verbindliches Abkommen in Kopenhagen unmöglich gemacht.

Die nächste Konferenz wird 2010 in Mexico City stattfinden. Es wird dort erneut die Chance geben, ein gemeinsames, internationales und vor allem verbindliches Abkommen zu erzielen. Da die Zeit jedoch drängt, ist es wichtig, dass die österreichische Öffentlichkeit die Politiker/innen auffordert, politische Maßnahmen zu setzen, damit unsere Emissionen um mindestens 40% verringert werden. Es hat keinen Sinn, noch länger auf ein internationales Abkommen zu warten. Dazu sind die Folgen für viele Menschen zu groß.

Der Einsatz für ein gerechtes Klima geht somit weiter! Die Kampagne „Klima fair bessern“, und somit auch die Jungschar, wird weiter für einen bewussten Umgang der Ressourcen und einen nachhaltigen Lebensstil Lobbyarbeit betreiben. Auch jede/r einzelne von uns kann im eigenen Alltag versuchen, sich klimafreundlicher zu verhalten. Die Fastenzeit ist dafür eine gute Möglichkeit, zum Beispiel durch Auto- oder Fleischfasten.

Weitere Informationen, Positionspapiere, Presseaussendungen sowie Ideen, wie du dich für ein gerechteres Klima einsetzen kannst, findest du unter http://www.koo.at/klima

Betti Zelenak

aus dem kumquat "grün" 1/2010

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