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Schimpfwörter

Gruppenstunde | Alter: 11-14 | Aufwand: mittel

Ziel

In der Schule haben wir gelernt, dass es Haupt-, Zeit- und Eigenschaftswörter gibt. Das Leben zeigt: Es gibt noch eine andere Art von Wörtern - solche, die Erwachsene oft gebrauchen, aber Kinder möglichst nicht im Beisein Erwachsener benutzen sollten - Schimpfwörter. Sie sind genaugenommen Wörter, wie alle anderen auch. Erst dadurch, wie und in welcher Situation ein solches Wort verwendet wird, entscheidet sich, ob es ein Schimpfwort ist oder nicht.
In dieser Gruppenstunde wird mit der Sprache experimentiert und ausprobiert, was man mit Schimpfwörtern alles machen kann.

Material

  • Pinwand oder Packpapier, Stecknadeln
  • Kärtchen mit möglichst originellen Schimpfwörtern, die zwischen den Silben durch Striche getrennt sind, in zweifacher Ausführung!
  • leere Kärtchen, Stifte, Scheren,
  • Topf, Kochlöffel
  • Anstecker "Es gibt keine Schimpfwörter..."

Aufbau

Mit originellen Schimpfwörtern wird alles, was den Kindern einfällt, ausprobiert.
Die Schimpfwörter werden dann in Silben zerschnitten, in einen Topf gegeben und durchgemischt.
Mit den neu gebastelten Wörtern wird "Wortsalat" gespielt.
Ein Mini-Rollenspiel zum Schimpfwörter ausprobieren beendet die Stunde.
Als Andenken erhalten die Kinder einen Anstecker mit der Aufschrift "Es gibt keine Schimpfwörter, Schimpfwörter werden gemacht!"

 

Was können wir mit Schimpfwörtern tun?


Vor Beginn der Gruppenstunde hast du schon einige Kärtchen mit möglichst originellen Schimpfwörtern vorbereitet, wie z.B.: Ohrwaschelkaktus, Quadratqualle, Gurkenhammel, Saurüsselbohrer, Mortadellaknilch,... und auf einer Pinwand oder auf einem Bogen Packpapier mit Stecknadeln angesteckt. Zwischen den einzelnen Silben sind die Wörter durch Striche getrennt.

Wenn die Kinder kommen, bietest du ihnen an, die leeren Kärtchen mit noch nicht vorhandenen (originellen) Schimpfwörtern zu beschriften und dazuzuhängen. Dann überlegt ihr gemeinsam, was ihr mit diesen Wörtern tun könnt, z.B.: schimpfen, zerknüllen, "an den Kopf werfen", umdrehen,... Vielleicht kommen die Kinder durch die Silbentrennung auch selbst auf die Idee, die Wörter zu zerschneiden. Wenn nicht, machst du - sobald den Kindern nichts mehr einfällt - diesen Vorschlag.

Wir mischen unsere Silben...


Ihr zerschneidet nun die Wörter entlang der Striche und gebt die Silben in einen Topf. Die Kinder können mit dem Kochlöffel kräftig darin umrühren. Dann zieht jedes Kind vier Silben heraus und versucht, aus ihnen ein neues, hübsches Schimpfwort, wie z.B. Qua-drat-rüs-sel-knilch oder Gur-mel-la-tus zu basteln. (Es wird eventuell notwendig sein, manche Silben auszutauschen!) Mit den neu entstandenen Wörtern spielt ihr dann...

Wortsalat


Reihum stellt jedes Kind sein Wort vor. Dann versuchen alle, ihr Wort mit verschiedenen Betonungen zu sagen, z.B.: lustig, traurig, wütend, müde, verliebt, schüchtern,... Auch das kann der Reihe nach ausprobiert werden. Dann können die Kinder versuchen, im Raum herumzugehen und einander in verschiedenen Stimmungen zu treffen. In der Folge können sich mit den Wörtern sogar ganze Gespräche und Diskussionen ergeben!

Probiers mal anders!


Ob ein Wort zum Schimpfwort wird, entscheidet sich erst dadurch, wie es in verschiedenen Situationen verwendet wird. Wie unterschiedlich man Wörter gebrauchen kann, könnt ihr nun mit einer Art Rollenspiel ausprobieren.

Dazu richtest du zwei Sessel her, die zueinander gewandt stehen. Wenn es für die Kinder in deiner Gruppe passt, dann kannst du in die Mitte zwischen den beiden Sesseln auch noch ein Stofftier oder eine Handpuppe setzen. Einen der beiden Sessel beschriftest du mit "lieb" , den anderen mit "unfreundlich".

Jetzt darf jede/r die/der will, eines der Kärtchen mit deinen mitgebrachten Schimpfwörtern (falls ihr noch weitere originelle Schimpfwörter zu Beginn notiert habt, gib diese hier auch dazu) ziehen und zuerst sich auf den "lieben" Sessel setzen und das Wort lieb sagen, und anschließend auf dem "unfreundlichen" Sessel das Wort schimpfend gemein sagen. Achte hier bitte darauf, dass das Kind auf dem Sessel zum jeweils leeren Sessel bzw. zur Puppe in der Mitte gewandt sitzt, damit es zu keinen unangenehmen Situationen für andere Gruppenmitglieder kommt.

Wenn ein Kind fertig ist und ein anderes Kind noch dieses Wort ausprobieren möchte, nimmt dieses die Plätze in der Mitte ein. Falls nicht, kommt das nächste Kind an die Reihe.

Am Ende sprecht ihr noch darüber, wie es sich wohl angefühlt haben könnte, die lieben und die gemeinen Schimpfwörter zu hören und was denn der Unterschied ist - nämlich nicht nur das "was" sondern auch das "wie" einer Unterhaltung.

Schimpfwörter gibt es nicht...


Eigentlich existieren also gar keine richtigen Schimpfwörter, sondern Wörter werden erst dadurch, wie und wobei man sie ausspricht, zum Schimpfwort. Als Erinnerung an diese Stunde kannst du den Kindern am Ende der Stunde noch kleine Anstecker mit folgendem Satz mitgeben (oder mit ihnen basteln): Es gibt keine Schimpfwörter, Schimpfwörter werden gemacht!

Autor/in: Margit Pliwa, Serge Weinmann, überarbeitet von Veronika Schippani

Publikation: kumquat "Sprache" 4/2014

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Schlagwörter: Sprache, Experimente, Spaß