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Meine Heimat

Gruppenstunde | Alter: 11-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Heimat ist nicht etwas Gegebenes, das wir kritiklos hinnehmen müssen, so wie es ist. In dieser Gruppenstunde haben die Kids die Gelegenheit, sich einmal mit ihrer Heimat auseinanderzusetzen. Dabei geht es darum zu überlegen, was diese Heimat eigentlich so alles ausmacht, womit Ihr zufrieden seid und was Ihr gerne verändern würdet.

Material

  • Plakat mit dem Text der Österreichischen Bundeshymne
  • eine Kopie der Bundeshymne für jedes Gruppenmitglied (bzw. für jede Kleingruppe)
  • Stifte (in rot und anderen Farben)
  • Packpapier
  • Kärtchen in zwei verschiedenen Farben

Aufbau

Am Anfang der Gruppenstunde geht es darum zu überlegen, ob die Österreichische Bundeshymne auch wirklich das beschreibt, was Eurer Meinung nach Eure Heimat ausmacht.
Mit Hilfe Eurer Anmerkungen und Veränderungswünsche wird der Text anschließend umgestaltet.
Abschließend könnt Ihr Euch überlegen, was Ihr und andere verändern müßtet, um Eure Heimat so zu gestalten, daß Ihr Euch wohlfühlt und mit ihr zufrieden seid.

 

Land der Berge...?!



Wenn alle Kids eingetroffen sind, entrollst Du feierlich ein Plakat mit dem Text der Österreichischen Bundeshymne. Du erklärst den Kids dabei, daß es in der heutigen Gruppenstunde um Eure Heimat gehen soll und Ihr Euch anhand der Bundeshymne mit der Frage beschäftigen wollt, was denn Eure Heimat so ausmacht.

Die Österreichische Bundeshymne



Land der Berge,
Land am Strome,
Land der Äcker,
Land der Dome,
Land der Hämmer,
zukunftsreich!
Heimat bist du großer Söhne,
Volk, begnadet für das Schöne,
vielgerühmtes Österreich.

Heiß umfehdet,
wild umstritten
liegst dem Erdteil du inmitten
einem starken Herzen gleich.
Hast seit frühen Ahnentagen
hoher Sendung Last getragen,
vielgeprüftes Österreich.

Mutig in die neuen Zeiten
frei und gläubig sieh uns schreiten,
arbeitsfroh
und hoffnungsreich.
Einig laß in Bruderchören,
Vaterland, dir Treue schwören,
vielgeliebtes Österreich.

Text: Paula Preradovic, 1947

Und?!



Wahrscheinlich haben alle Deine Kids die Strophen der Österreichischen Bundeshymne während ihrer Volksschulzeit auswendig gelernt. Seit damals sind sie der Bundeshymne vermutlich nur mehr bei Sportveranstaltungen oder im Fernsehen begegnet.
Eigentlich sollte die Bundeshymne aber viel mehr als nur Aufputz von Veranstaltungen oder Feiern sein - so war es jedenfalls ursprünglich gedacht. Die Hymne sollte das Staatsbewußtsein der Österreicher/innen zum Ausdruck bringen und das beschreiben, was ihre Heimat ausmacht. Nur: Ist das auch heute noch zutreffend?
Genau das könnt Ihr im nächsten Schritt gemeinsam untersuchen!

Der Vergleich macht Euch sicher...



Jedes Gruppenmitglied (jede Kleingruppe) bekommt von Dir den Text der Bundeshymne und einen Rotstift. Mit diesem sollen die Kids alles anstreichen, was nicht mit ihrem Bild von ihrer Heimat übereinstimmt bzw. was in dem Text der Bundeshymne fehlt, um ihre Heimat richtig zu beschreiben.
Sind alle Kids (bzw. Kleingruppen) fertig, dann kommt Ihr wieder zusammen und stellt einander Eure Ergebnisse vor.

Korrektur - Teil I



In einem nächsten Schritt geht es nun daran, den Text der Bundeshymne Euren Anmerkungen entsprechend kritisch zu korrigieren. In dieser Phase soll also ein Text entstehen, der - im großen und ganzen - das beschreibt, was Ihr unter Eurer Heimat versteht.
Den neuen Text könnt Ihr auf ein weiteres Packpapier schreiben und zum Vergleich neben die "ursprüngliche" Bundeshymne hängen.

Der Text auf dem zweiten Plakat schildert also, wie Ihr Eure Heimat seht. Ihr könnt Euch nun die Frage stellen, ob Ihr wollt, daß Eure Heimat so ist und bleibt, wie Ihr sie beschrieben habt. Wenn ja, dann ist es gut. Und wenn nicht...?

Korrektur - Teil II



Wenn Ihr mit Eurer Heimat nicht zufrieden seid, so wie sie ist, dann reicht es wohl nicht aus, mit einem Text, der Eure Heimat beschreibt, weiterzuarbeiten. Es stellt sich die Frage, was Ihr und andere verändern müßtet um Eure Heimat so zu gestalten, daß Ihr Euch in ihr wohlfühlt und mit ihr zufrieden seid.
Dazu nehmt Ihr noch einmal Eure Anmerkungen heran und überlegt gemeinsam, an welchen Punkten angesetzt werden soll. Auf roten Kärtchen notiert Ihr, was Ihr selbst dazu beitragen könnt, damit Eure Heimat Euren Wünschen mehr entspricht. Auf orangenen Kärtchen wird aufgeschrieben, was andere Leute in Angriff nehmen müßten. Wenn es passend ist, könnt Ihr an dieser Stelle auch ein Schreiben an Eure/n Bürgermeister/in (Eure/n Bezirksvorsteher/in) verfassen, in dem Ihr Eure Wünsche und Anliegen darlegt.

Ein Hinweis zum Schluß:



In dieser Gruppenstunde soll es darum gehen, Eure Heimat und im Zuge dessen auch den Text der Bundeshymne kritisch zu betrachten. Insbesondere dann, wenn Ihr vorhabt, Eure Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen (z.B. in der Pfarre oder im Bezirk/in der Gemeinde), solltet Ihr folgenden Gesetzestext berücksichtigen:

Auszug aus dem Strafgesetzbuch 248 in der Fassung von 1997



1. Wer auf eine Art, daß die Tat einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird, in gehässiger Weise die Republik Österreich oder eines ihrer Bundesländer beschimpft oder verächtlich macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen.
2. Wer in der in Abs. 1. bezeichneten Art in gehässiger Weise eine aus einem öffentlichen Anlaß oder bei einer allgemein zugänglichen Veranstaltung gezeigte Fahne der Republik Österreich oder eines ihrer Bundesländer, ein von einer österreichischen Behörde angebrachtes Hoheitszeichen, die Bundeshymne oder eine Landeshymne beschimpft, verächtlich macht oder sonst herabwürdigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

Autor/in: Günther Bosek und Judith Pühringer

Publikation: Bravo & Co, fremdsein, KiK 88

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Schlagwörter: Ich, Gesellschaft, Werte