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Feed back and ahead!

Gruppenstunde | Alter: 13-15 | Aufwand: hoch

Ziel

Mitglieder einer Gruppe in den letzten Jungscharjahren merken meist recht deutlich, daß sie nicht mehr zu den "Jüngsten" gehören. 13, 14 oder 15 Lebensjahre sind ja auch schon eine recht stattliche Zeitspanne, auf die sie zurückblicken können.
Dieses Gefühl, nicht mehr ganz so jung zu sein, nicht mehr Kind zu sein, kann sehr schöne Seiten haben: Neugier und Vorfreude auf das, was da kommen wird; die Hoffnung, Sehnsüchte und Träume verwirklichen zu können. Doch das Älter-Werden in der Pubertät hat auch unangenehme Aspekte: Es ist zum Beispiel mit einem hohen Maß an Verunsicherung verbunden - das vertraute, kindliche Verständnis der Welt verschwindet zunehmend, um einer anderen Sichtweise Platz zu machen.

In einer solchen Situation kann es wertvoll sein, nicht ausschließlich nach vorne, in die noch fremde und unvertraute Zukunft zu blicken, sondern sich auch an Erlebnisse und Erfahrungen in der Vergangenheit zu erinnern, die Grundlage vieler heutiger Wünsche, Überzeugungen und Standpunkte sind. So will sich diese Gruppenstunde sowohl dem Lebensweg, den die Gruppenmitglieder bereits beschritten haben, widmen, wie auch der Gegenwart und einem Ausblick in die nähere und fernere Zukunft. Nach dem Motto: "Fead back and ahead"!

In dieser Gruppenstunde habt Ihr Zeit, Euch mit Eurem bisherigen Lebensweg zu beschäftigen, um dann Eure jetzigen Standpunkte auszutauschen und Eure persönlichen Vorstellungen für die Zukunft zu überlegen.

Material

  • ein grauer Papierstreifen für jedes Gruppenmitglied
  • Schreibzeug
  • Kopien der Verkehrszeichen (wenn möglich für jedes Gruppenmitglied einen Satz)
  • Kassettenrekorder und Hintergrundmusik
  • Parkplatzplakat
  • Spielzeugautos
  • Frage und Antwortkärtchen
  • vier Bilder (Postkarten, Kunstkarten, o.ä.)
  • einige leere Kärtchen
  • ein zweiteiliger Wegweiser für jedes Gruppenmitglied
  • Pfosten, lange Kartonrolle, o.ä.
  • Reißnägel

Aufbau

On the road again: Mit einem Straßenverlauf und verschiedenen Verkehrszeichen aus Papier stellt Ihr Euren bisherigen Lebensweg dar.
Park and "Streit": Auf einem großen Parkplatz tauscht Ihr danach mit Hilfe von Spielzeugautos Eure Standpunkte zu unterschiedlichen Fragen aus.
Future - direction: Abschließend könnt Ihr Eure persönlichen Vorstellungen für die nähere und fernere Zukunft auf verschiedenen Wegweisern notieren.

 

On the road again



Im Gruppenraum sind Tische und Sessel auf die Seite geräumt. In der Mitte liegen die grauen Papierstreifen sowie Kärtchen mit Bildern von Verkehrszeichen (siehe unten).
Am Anfang der Stunde erklärst Du den Kids, daß Ihr zu Beginn einen Ausflug in Eure persönliche Vergangenheit machen wollt. Die Kids haben nun die Möglichkeit, den Verlauf ihres bisherigen Lebensweges mit Hilfe eines Papierstreifens in Form einer Straße darzustellen. Die Fahrbahn kann dabei für einzelne Abschnitte des Lebens typische Formen annehmen: gerade und direkt auf ein Ziel hinführend, beschwerlich und steil, sich durch unübersichtliche Kurven windend, usw. Zur Verdeutlichung besonders markanter Ereignisse könnt Ihr dann auch passende Verkehrsschilder an der jeweiligen Stelle des Fahrbahnrandes aufstellen.

Für den Bau dieser ganz individuellen Straßenabschnitte sollten die "Baumeister/innen" genügend Zeit haben - Du solltest deshalb auch nicht von vornherein ein Zeitlimit festsetzen. Während die Kids an ihren Straßen bauen, kannst Du Hintergrundmusik spielen, die leiser wird, wenn alle mit ihren Überlegungen zu einem Ende gelangt sind.

Jetzt könnt Ihr gemeinsam durch den Gruppenraum gehen und die einzelnen Straßenbauwerke besichtigen. Die "Bauleute" haben nun die Möglichkeit, Erläuterungen zu ihrer Streckenführung abzugeben und Nachfragen zu beantworten.
Die Straßenabschnitte spiegeln möglicherweise sehr persönliche und besondere Erinnerungen einzelner Gruppenmitglieder wider, die nicht für andere gedacht sind. Achte deshalb darauf, daß bei der Besichtigung der Bauwerke niemand zu einer Antwort oder zu einer Erklärung gedrängt wird.


Park and "Streit"



Eure selbstgebauten Straßenabschnitte enden alle am gleichen Punkt: in der Gegenwart. Mit dem Ende der Straßen seid Ihr also eigentlich genau dort angelangt, wo Ihr Euch gerade befindet ? im Gruppenraum. Wenn man im Straßenverkehr an einem Punkt ankommt, wo man einige Zeit verweilen will, so nennt man das "parken". Genau das wollt Ihr jetzt auch gemeinsam tun. Dazu breitest Du den Plan eines großen Parkplatzes aus, der ungefähr so aussieht:



Um den Parkplatz benützen zu können, brauchen alle Kids natürlich auch noch Spielzeugautos, die sie sich aus dem von Dir mitgebrachten Vorrat aussuchen können. Du erklärst den Kids, daß der Platz, den sie sich nun auf dem Parkplatz aussuchen, kein beliebiger sein soll, sondern ein Stand-Punkt, den sie auch in Wirklichkeit zu einer bestimmten Frage einnehmen. Die Fragen, mit denen Ihr Euch jetzt beschäftigen wollt, legst Du nun an den dafür vorgesehenen Platz am Plan [das Feld mit dem Fragezeichen], die vier Antwortmöglichkeiten kommen in die freien Ecken.


Mögliche Fragestellungen für das gemeinsame Parkplatzsuchen wären zum Beispiel:



Stell Dir vor, die Wochenstundenzahl soll durch eine bevorstehende Schulreform verkürzt werden. Bei welcher Fächergruppe sollten die Stunden eingespart werden?
a) Deutsch, Englisch [erstes Kärtchen]
b) Musik, Zeichnen [zweites Kärtchen]
c) Mathematik, Physik [drittes Kärtchen]
d) Turnen [viertes Kärtchen]


Welches Bild würdest Du Dir am ehesten in Deinem Zimmer aufhängen?
a-d) vier verschiedene Bilder, die Du mitgenommen hast

Du wirst an Deinem Geburtstag zum Essen eingeladen. In welches Restaurant würdest Du am liebsten gehen?
a) Pizzeria
b) China-Restaurant
c) Schnitzellokal
d) Vegetarisches Restaurant

Du hast einen Wunsch an den/die Bürgermeister/in (den/die Bezirksvorsteher/in) frei. Was würdest Du Dir wünschen?
a-d) Vier für Eure Gemeinde (Euren Bezirk) passende Anliegen, z.B. ein Jugendlokal, eine Skater-Bahn, regelmäßige Busverbindungen am Abend in die nächste Stadt,...

Wenn unsere Gruppe an einem Wochenende gemeinsam wegfahren wollte, wo würdest Du da gerne wohnen?
a) in Zelten an einem See
b) auf einer Hütte
c) in einer Stadt
d) auf einer Burg

Stell Dir vor, unsere Pfarre würde plötzlich einen stattlichen Geldbetrag erben? Für die Verwirklichung welches Anliegens würdest Du Dich einsetzen?
a-d) vier für Eure Pfarre passende (teure) Pläne, z.B. der Bau eines Jugendzentrums, die Renovierung der Kirche, eine große Spende an eine karitative Organisation, die Anschaffung von...

Du kannst die Fragen natürlich auch noch durch Themen ergänzen, die Deine Kids gerade besonders interessieren bzw. die sich aus der speziellen Situation Eures Ortes, Eures Bezirkes oder Eurer Pfarre ergeben.

Wenn die ersten Fragen- und Antwortkärtchen aufgelegt sind, könnt Ihr beginnen, die Parkplätze zu beziehen. Dazu fahren alle mit ihrem Auto auf den Plan und postieren es in der Nähe der Antwortvariante, die für sie am ehesten zutrifft. Durch den jeweiligen Standplatz können dabei auch Abstufungen und Differenzierungen in den Antworten ausgedrückt werden, z.B. die Neigung zu einer zweiten Antwortmöglichkeit, Ablehnung gegenüber allen Antworten, usw.

Haben alle ihre Standpunkte bezogen, könnt Ihr nun Eure Meinungen austauschen und bei Unklarheiten Nachfragen stellen. Dabei wäre es auch interessant zu überlegen, ob das eine oder andere Votum für eine bestimmte Sache möglicherweise mit Erfahrungen aus dem eigenen Lebensweg zusammenhängt.
In dieser Phase kannst Du die Kids zu Gesprächen anregen und entstehende Diskussionen behutsam moderieren. Gerade, wenn Standpunkte deutlich bezogen werden, können sehr unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Ansichten zutage treten. Dabei ist es wichtig, daß Du Deine Kids darin bestärkst, andere in ihren Meinungen ernst zu nehmen und nicht eines unterschiedlichen Standpunktes wegen zu verurteilen.
Hat niemand mehr etwas zu der Frage anzumerken, geht Ihr zum nächsten Kärtchen über. Wenn Ihr Lust habt, dann könnt Ihr auch noch mit spontanen Einfällen aus der Gruppe weitermachen. Die nötigen Antwortalternativen werden dazu schnell auf Zetteln notiert und auf die Felder gelegt.


Future - direction



Zum Schluß könnt Ihr Euch überlegen, wohin Euch die Straßenzüge, die ja momentan abrupt im "Hier und Jetzt" aufhören, in der Zukunft führen sollen. Für diese Überlegungen teilst Du den Kids zweiteilige Wegweiser aus Papier aus und schlägst ihnen vor, darauf ihre Ideen, Wünsche und Phantasien in Stichworten zu notieren.
Im oberen Teil des Wegweisers ist Platz für Eure Ziele in nächster Zukunft, der untere Pfeil steht für Vorstellungen und Wünsche, die noch in der Ferne liegen. Die ausgefüllten Schilder montiert Ihr dann auf einem Holzpfosten (Kartonrolle), den Du zuvor im Gruppenraum aufgestellt hast. Der Wegweiser kann als Endprodukt Eurer Gruppenstunde stehenbleiben. Er lädt dazu ein, die Richtungen für ein weiteres Wegstück Eures Lebens zu betrachten, zu vergleichen und über ihre Verwirklichung zu reden.

Autor/in: Christian Klein

Publikation: Bravo & Co

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Schlagwörter: Ich, Ich und die anderen