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Resignative Träume

Gruppenstunde | Alter: 13-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Im Zusammenleben mit anderen Menschen akzeptieren die meisten mit der Zeit gewisse Dinge als unabänderlich bzw. resignieren in gewissen Bereichen. Das trifft besonders auf die Kinder in Familien zu, die ihren Eltern gegenüber meist die schwächere Position haben. Aber immer wieder flackern Träume auf wie zum Beispiel könnte mir die Mutter nach einer schlechten Schularbeitsnote etwas Aufmunterndes sagen und mir nicht schon wieder meinen Lebenswandel vorhalten. Oder der Vater könnte mich fragen, wie es mir geht, und sich nicht gleich vor den Fernseher setzen, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. In dieser Stunde soll es nun um diese resignativen Träume gehen. Um die Wünsch, die mit "Ein Mal könnte er/sie . . . " beginnen. Diese Träume sind nämlich deshalb so wertvoll, weil sie eine Utopie formulieren und somit der erste Schritt zu einer Veränderung sein können.

Ziel

Die Wünsche der Kinder bezüglich Veränderungen in ihren Familien haben, sollen ausgesprochen werden, auch wenn die Kinder selbst nicht (mehr) an diese Realisierbarkeit dieser Wünsche glauben. Einige davon sollen dann in der Mitteilungsphase als anzustrebende Utopie verwendet werden.

Material

  • weicher Gegenstand (Schaumstoffball, Tuch,...), Zettel, Schreibzeug, Packpapier;
  • "Ein Mal soll..."-Formulare (Sterne bitte ausschneiden), Plakat von der Fee

Aufbau

Nach einer Sammelphase, wann oder wobei den Kindern zu Hause jemand auf die Nerven geht, werden (hoffnungslose) Wünsche für Veränderungen gesammelt.

 

Nerven: Betreten verboten!



Alle Kinder sitzen gemütlich im Kreis. Der Gruppenleiter hängt ein Plakat auf, auf dem bunt durcheinandergewürfelt Stichwörter und Aussagen angeführt sind:
Urlaub. Familientreffen. Sonntag. Ich will meine Ruhe haben! Schulnoten. Was de schon wieder über mich erzählen! Die verstehen mich nicht! Unfair! Das geht niemand etwas an! Ich bin doch kein Baby! Das gehört mir! Nicht schon wieder! Immer das, was ihr wollt! Wenigstens ein Mal! Ordnung. . . .

Alle Kinder werden gebeten, in einer kurzen Überlegungsphase nachzudenken, wann oder wobei ihnen zu Hause jemand auf die Nerven geht. Dabei können die Dinge auf dem Plakat als Anregung dienen. Ein weicher Gegenstand wird dann von Kind zu Kind geworfen, und das Gruppenmitglied, das jeweils den Gegenstand hat, erzählt die Situation, die ihm eingefallen ist. Der Gruppenleiter schreibt die Beiträge auf jeweils getrennten Zetteln in Stichwörtern mit und hängt nach jeder Erzählung den Zettel im Raum auf. Es können alle auch mehrfach drankommen, bis niemandem mehr etwas einfällt, was er den anderen auch sagen möchte.


Fanny, the family-fairy



Der Gruppenleiter entrollt ein Plakat von Fanny, der Familienfee. Sie ist eine gute, hilfsbereite Fee mit dem Spezialbereich "zu Hause". Etwaige Wünsche diesen Bereich betreffend sind mittels Antragsformulars an sie zu richten. Dafür gibt es Zettel in Form eines Sterns, auf dem die Worte "Ein Mal soll. . . " schon vorgedruckt sind. In Gruppen von 3-5 Kindern wird nun überlegt, bei welchen Anlässen in der Familie etwas ein einziges Mal anders ablaufen soll, was aber wohl nur durch ein Wunder geschehen könnte.

Die Gruppen suchen sich nun vorher erzählte Situationen aus (am besten ihre eigenen), und schreiben auf die Sterne, WIE die Beteiligten doch nur ein einziges Mal reagieren sollten:

Im Plenum stellen die Kleingruppen anschließend abwechselnd ihre Wünsche an die gute Fee vor.


Präsentation der Ergebnisse



Ihr könnt euch natürlich auch überlegen, wie ihr diese Wünsche auch anderen vorbringen könnt und nicht nur der Familienfee.
Dazu muß noch zu den Inhalten ein passender Rahmen und eine realisierbare Form gefunden werden. Du kannst bei diesem Entscheidungsprozeß behilflich sein, indem Du grundsätzliche Fragen stellst:

  • Stört es Euch, wenn Euch bei der Präsentation die Erwachsenen gegenübersitzen? - Dann müssen wir uns etwas anderes überlegen: Plakat, Ausstellung, ein Film, der beim Pfarrcaf gezeigt wird, ein Rollenspiel für eine Jungscharmesse
  • Sollen alle ausgewählten Stichwörter auf die selbe Art bearbeitet werden ?
  • Sollen wir die Ergbnisse nur unseren Eltern (Großeltern, ...) mitteilen, oder auch anderen Erwachsenen unserer Gemeinde?
  • Wollen wir unsere Ergebnisse allein oder gemeinsam mit anderen Jungschargruppen präsentieren ?



Es müssen aber nicht alle Kinder dasselbe machen: Einige könnten zu einem Stichwort eine Photodokumentation vorbereiten, andere ein kurzes Rollenspiel, ... .
Außerdem gbt es bei den unterschiedlichen Präsentationsformen jeweils mehrere. Aufgaben: z. B.. Videofilm (Schauspieler, Kameramann/frau, Requisiteur/in, Regisseur/in, ...); Ausstellung ("Künstler", Photographen, Einladungsschreiber, Führer durch die Ausstellung, ...).

Anschließend müßt Ihr Euch noch ausmachen, wem und wann die Ergebnisse präsentiert werden, wann die Werke entstehen sollen (in den nächsten Gruppenstunden, an einem Wochenende, ...), wer was mitnimmt oder macht, ...

Sollte der Planungseifer Deiner Kinder Ihr erwartbares Durchhaltevermögen übersteigen, bremse sie sanft ein, damit das Projekt nicht auf halbem. Weg versandet. Lieber weniger ins Auge fassen und nach der Fertigstellung eventuell noch weitere Stichwörter in Angriff nehmen, als an einem Super-Konzept scheitern!

Publikation: KiK 77, Unser Leben Zuhause

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Schlagwörter: Familie, Konflikte, Ich