• Jungschar vor Ort
  • 70 Jahre JS
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Leben in Ewigkeit

Messmodelle

Hintergrund

Die Kernaussage der eucharistischen Rede Jesu, die im heutigen Evangelium ihren Höhepunkt erreicht, ist für Kinder sehr schwer verstehbar. Deswegen soll der Schwerpunkt des Nachdenkens auf die Aufnahme Jesu bei der Kommunion gerichtet sein.

Material

  • wenn vorhanden Fasten- bzw. Ostertuch

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, empfehlen wir jene aus dem 1. Korintherbrief.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Gespräch nach der Lesung aus dem 1. Korintherbrief
  • Anregungen zur Verkündigung
  • Fürbitten
  • Ideen zu einen Umzug mit Kindern

 

Bibelstellen

1. Lesung: Dtn 8,2-3.14b-16a

Mose sprach zum Volk: Du sollst an den ganzen Weg denken, den der Herr, dein Gott, dich während der vierzig Jahre in der Wüste geführt hat, um dich gefügig zu machen und dich zu prüfen. Er wollte erkennen, wie du dich entscheiden würdest: ob du auf seine Gebote achtest oder nicht. Durch Hunger hat er dich gefügig gemacht und hat dich dann mit dem Manna gespeist, das du nicht kanntest und das auch deine Väter nicht kannten. Er wollte dich erkennen lassen, dass der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern dass der Mensch von jedem Wort lebt, das aus dem Mund des Herrn hervorgeht. Nimm dich in acht, dass dein Herz nicht hochmütig wird und du den Herrn, deinen Gott, nicht vergisst, der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat; der dich durch die große und furchterregende Wüste geführt hat, durch Feuernattern und Skorpione, durch ausgedörrtes Land, wo es kein Wasser gab; der für dich Wasser aus dem Felsen der Steilwand hervorsprudeln ließ; der dich in der Wüste mit dem Manna speiste, das deine Väter noch nicht kannten.

2. Lesung: 1 Kor 10,16-17

Brüder und Schwestern! Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.

Evangelium: Joh 6,51-58

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, Amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat, und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Hintergrund Evangelium:

Ich bin


Die Offenbarungsformel "Ich bin" verwendet das Johannesevangelium mit sieben Bildworten: Brot des Lebens (6,35.41.48.51.), Licht der Welt (8,12), Tür (10,7.9), Hirt (10,11.14), Auferstehung und Leben (11,25), Weg, Wahrheit und Leben (14,6), Weinstock (15,1.5). Solche Symbole spielten im Judentum eine theologische Rolle und waren in Palästina vertraute Tradition, die vor allem mit Leben in Verbindung gebracht wurden. Sie wurden aber nicht als Gleichnis oder Allegorie verstanden (Jesus sagt nicht "ich bin wie", sondern "ich bin"), vielmehr drückt die Formulierung einen Anspruch auf einen Titel aus. Damit will das Johannesevangelium sagen: Alles, was im Zusammenhang mit diesen Bildern zu erwarten ist, erfüllt Jesus. Vom künftigen Messias erwartet man sich jedenfalls die Wiederholung der Mannaspende aus der Wüstenwanderung, und Brot und Wein in Fülle soll es in der Endzeit geben. Das "ich bin" lässt außerdem an den Gottesnamen Jahwe denken. Für jüdische Ohren war mit diesem Titel jedenfalls ein unerhörter Anspruch und eine ungeheure Würde verbunden, was Jesus ja auch den Vorwurf der Gotteslästerung einbrachte.

Lebensmittel


Für alle, die an ihn glauben, wird damit Heil und Lebensspendung geoffenbart. Jesus selbst ist das, was er gibt, nämlich Leben. Das Brotwort hat wohl auch seinen Sitz im kultischen und liturgischen Leben bei der Eucharistiefeier der Urkirche (dies ist mein Leib), beim Brotbrechen. Das Essen dient der Lebenserhaltung, bringt also Lebensgewinn. Im Gegensatz zur ersten Brotrede (Verse 32-35c), die noch bildhaft zu verstehen ist, wird hier gerade auf das Essen (das griechische Wort "phagein") Wert gelegt. Diese zweite Selbstoffenbarung Jesu als das lebendige Brot (Verse 49-51) hat einen ähnlichen Aufbau wie die erste Rede vom Brot des Lebens, ist aber noch viel konkreter und sakramentaler zu verstehen, spricht nicht nur zeichenhaft, sondern meint die Kommunion (Gemeinschaft durch das Essen) als wirksames Handeln. Nicht nur das Kommen zu Jesus und zum Glauben an ihn wird gefordert als Voraussetzung für das wahre Leben (ohne Hunger und Durst, vgl. Vers 35bc), sondern die Kommunikation mit Jesus, die Aufnahme des Lebensmittels, das er selbst ist (vgl. Vers 51b).

Streit der Juden


An diesem Essen (des Fleisches) nehmen die Juden Anstoß, aber nicht aus Angst vor Kannibalismus (dieses Missverständnis hatten erst die Heiden) oder wegen der Unmöglichkeit, sondern vielmehr wegen des hohen messianischen Anspruchs, den sie aus dieser Rede heraushören. Sie streiten untereinander, nicht mit Jesus. Hier klingt wieder eine Typologie an: das Streiten und Murren des Volkes Israel in der Wüste, bevor der Mannaregen und das Wasser aus dem Felsen kam. Die Frage (Vers 52) will die Sinnlosigkeit des Ausspruchs und Anspruchs Jesu ausdrücken und enthüllt so den Unglauben.

Sakrament = reales Geschehen


Das Johannesevangelium verschärft nun die Worte Jesu und verstärkt so den Anstoß. Die Hörer/innen der Formulierungen sollen nicht mehr nur die ungläubigen Juden sein, Johannes richtet diese Rede Jesu an die Adresse innerkirchlich-häretischer Gruppen. Gnostiker und Doketen lehnten den Empfang der Eucharistie ab, da es den einen nur um geistige Erkenntnis ging, und die anderen die Menschwerdung Gottes ablehnten und nur für Schein hielten. Gegen diese Leugnung der Menschwerdung (vgl.: Das Wort ist Fleisch geworden. Fleisch: griech = sarx) und des blutigen Kreuzestodes (haima = Blut) richtet sich also die Brotrede des Johannesevangeliums. Nur wer glaubt, dass Jesus wirklich zu uns gekommen ist (Brot, das vom Himmel herabgekommen und für uns gestorben ist. "Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt", Vers 51), wird auch glauben können, dass er auferweckt wird am Letzten Tag, d.h. die Vollendung seines Lebens erlangt. Essen und Trinken bei der Eucharistie ist der Ausdruck dieses Glaubens und das Mittel, um die personale Gemeinschaft, also die persönliche Gemeinsamkeit mit dem Schicksal Jesu zu erlangen. Wahrscheinlich um zu unterstreichen, dass es hier um ein reales Zeichen und nicht nur um eine geistige Vereinigung geht, ist im Vers 54 sogar von Kauen (griech.: trogein) die Rede.

Wirkliches und wirksames Zeichen


Dieselbe Absicht könnte man hinter der Betonung im Vers 55 vermuten: "Denn mein Fleisch ist wirklich ein Speise, und mein Blut ist wirklich Trank." Aber das griechische Wort "alethes" heißt nicht nur "eigentlich, wirklich", sondern öfter noch "wahr, wahrhaftig, zuverlässig". Das steht semitischem Sprachempfinden nahe und entspricht dem sonstigen johanneischen Sprachgebrauch. Damit begründet der Vers 55 nicht so sehr, dass es sich um wirkliches Essen und Trinken handelt, sondern vielmehr, dass dieses Essen und Trinken ein zuverlässiges, also wirksames Zeichen ist. Es hält, was es verspricht, Jesus gibt, was er im Vers 54 verheißen hat: beständiges Leben. (Das Johannesevangelium spricht nicht von Unsterblichkeit ="athanasia", weil das mit dem Gedanken der Unsterblichkeit der Seele verbunden ist, hier aber gerade die Auferstehung des Leibes, die Vollendung des ganzen Menschen gemeint ist. In diesem Sinne ist es eigentlich auch falsch, von der Eucharistie als "Seelenspeise" zu reden.)

Gemeinschaft mit dem Leben Gottes


Dass der Empfang der Eucharistie wirklich den Erwerb ewigen Lebens bringt, garantiert und bewirkt die so geschehene Vereinigung mit dem Lebensspender. Christus vermittelt uns das Leben Gottes in einer neuen Weise - nicht wie Mose, der nur das irdische Leben durch das Manna erhält. Das Geschehen der Kommunion (das heißt, die Verbindung mit dem Leben Gottes) übersteigt letztlich unser Begreifen, fordert aber unseren Glauben umso mehr heraus.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Falls in der Fastenzeit ein Fasten- bzw. Ostertuch zusammengestellt wurde, wäre es schön, dieses bei der Prozession mitzutragen.

Gespräch nach der Lesung aus dem 1. Korintherbrief


Der Priester erläutert kurz für die Kinder die Lesung:
Das war nun gar nicht so leicht zu verstehen, was der Apostel Paulus da den Korinthern geschrieben hat. Überlegen wir uns das noch einmal. Er sagt also, wenn wir miteinander das Brot teilen - und das tun wir bei der Messfeier bei der Kommunion - dann gehören wir alle zu Jesus, dann sind wir auch ein Teil von ihm. "Ein Brot ist es", schreibt er, und "darum sind wir viele ein Leib". Das ist eigentlich sehr schön. Deswegen feiern wir ja gemeinsam Gottesdienst mit der Kommunion. Das macht nicht jede und jeder für sich allein. Wenn also gesagt wird "Das ist mein Leib", dann sind wir alle, die wir hier miteinander feiern und beten, gemeint, wir alle sind ein Leib, gehören zusammen (vgl. Exegese zum Gründonnerstag). Weil wir uns darüber freuen können, und weil wir beim Evangelium jedes Mal etwas von Jesus hören, über das wir uns freuen können, darum singen wir jetzt miteinander ein fröhliches Halleluja.

Anregungen zur Verkündigung


Die Verkündigung kann folgende Gedankengänge umfassen:

  • Wenn wir miteinander das Brot teilen, zeigen wir, dass wir zusammengehören wollen.
  • Wir zeigen damit auch, dass wir zu Jesus gehören wollen, dass wir seine Geschwister sein wollen.
  • An einer Stelle des Evangeliums müsste man den Text eigentlich nicht mit "essen", sondern mit "kauen" übersetzen. Jesus sagt uns damit, dass wir ihn und seine Worte nicht einfach wie etwas, das wir ganz schnell essen, hinunterschlucken und vergessen sollen. Wir sollen genau schmecken, wie er ist und was er sagt. Wir sollen Jesus genießen können, so wie wir etwas Gutes genießen, das wir lang kauen. (An dieser Stelle kann mit den Kindern überlegt werden, wie das ist, wenn man etwas Gutes so richtig genießt.)
  • Wir sollen Jesus also ganz in uns aufnehmen, nicht nur, wenn wir von ihm hören und von ihm sprechen. Wir können es auch bei der Kommunion tun.


Hinweis auf das Fastentuch: Alles, was da steht, bedenken wir, wenn wir zur Kommunion gehen. Das wollen wir auch nach außen hin zeigen, darum nehmen wir es zur Prozession mit.

Fürbitten


Guter Gott, hier beten wir miteinander. Wir wollen auch für andere Menschen beten und sagen dir nun unsere gemeinsamen Anliegen. Wir bitten dich:

Für die, die heute wegen einer Krankheit zu Hause bleiben müssen.

Für die, die deswegen für böse gehalten werden, weil sie an dich glauben und nach deinem Willen leben wollen.

Für die Kirche, dass sie nicht nur zu Fronleichnam auf die Straße geht und die befreiende Botschaft des Evangeliums verkündet.

Für uns, dass wir nicht nachlassen, darüber nachzudenken, was es heißt, dich ganz in uns aufzunehmen.

Guter Gott, höre auf die Bitten, die wir nun gesagt haben und auf alle Wünsche, die wir jetzt nicht ausgesprochen haben. Darum bitten wir dich, durch Jesus Christus, der uns immer nahe sein will. Amen.

Ideen zu einem Umzug mit Kindern


Wenn die Kinder bei einem Umzug mitgehen, ist es gut, wenn sie alle dazu eingeladen werden, ganz vorne zu gehen (am besten zwischen Ministrant/innen und Himmel). Dabei sollten sie von ein paar Erwachsenen begleitet werden, die mit ihnen singen und ihnen die einzelnen Schritte der Prozession erklären können, auch die Einladung, Blumen zu streuen, kann für viele Kinder besonders sein, sie sollte jedoch eine Erklärung beinhalten, warum die Blumen gestreut werden (um Jesus den Weg zu bereiten).

Ein eigens für die Kinder gestalteter Altar, an dem besonders sie angesprochen werden und der Station auf dem gemeinsamen Umzug ist, kann eine wunderbare Bereicherung des Prozessionsweges für die Kinder sein.

Eine weitere Möglichkeit, die Kinder gut am Umzug zu beteiligen, ist, mit ihnen Transparente zu basteln, die sie dann bei der Prozession mittragen können. Auf diesen Transparenten können Sätze stehen wie: "Jesus lebt", "Unser Glaube gibt uns Kraft" und Ähnliches. Mit kleineren Kindern können Stangen mit Krepp-Papierstreifen bestückt werden, die sie während des Umzugs tragen können.

Lieder während des Umzugs sollten fröhliche, mitreißende und für Kinder gut singbare Lieder sein. Eventuell können die Kinder auch mit Rasseln und Trommeln dazu spielen.

Nach dem Umzug kann ein gemeinsames Mittagessen ein guter Ausklang sein.

Publikation: effata

Share |

 

Jahreskreis: Fronleichnam

Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : Fronleichnam

Schlagwörter: Gottesdienst, Kinderpastoralwoche

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...