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Messmodelle

Hintergrund

Der Friede, von dem in der letzten Lesung die Rede ist, bezieht sich auf den ganzen Menschen, in all den wiederkehrenden, oft banale Alltagssituationen. Gerade aber im Alltag verwirklicht sich der Friede.
Der heutige Gottesdienst will bewußt die Überlegung in die Mitte stellen, wie alltägliche Situationen zu Zeichen des Friedens werden können.

Material

  • Spielzeugauto
  • ein Kochlöffel
  • ein Schulheft
  • eine Jacke
  • ein Ball
  • ein Bleistift
  • ein Buch
  • Sprechblasen

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sach 9, 9-10

So spricht der Herr: Juble laut Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, und einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.
Ich vernichte die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, vernichtet wird der Kriegsbogen.
Er verkündet für die Völker den Frieden; seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Eufrat bis an die Enden der Erde.

Evangelium: Mt 11, 25-30

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Nehmt mein Joch auf und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden in eurer Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Hintergrund 1. Lesung:

Der Prophet


Sacharija trat als Prophet in Jerusalem zwischen 520 und 518 v. Chr. auf. Sein großes Anliegen ist der Wiederaufbau des Tempels durch die (teilweise) aus dem Exil zurückgekehrten Israeliten. Sein Blick reicht aber weiter. Er träumt von einem "neuen Jerusalem", einem Jerusalem, in dem "Schalom" - Frieden - herrscht durch die Hilfe Jahwes. Schalom, das ist aber nicht nur das Fehlen von Krieg - er ist der Friede des Alltags, der Friede der Herzen aller Menschen.

Das Buch


Das Buch Sacharija teilt sich in zwei Teile (Kap 1-8 und Kap 9-14), wobei der 2. Teil um 300 v. Chr. ganz unter dem Eindruck des Siegeszuges Alexanders des Großen und der Herrschaft der ihm nachfolgenden Diadochen entstanden. Die beiden Teile wurden um 250 v. Chr. zu dem uns heute vorliegenden Buch zusammengefügt.

Friedenskönig


In der heutigen Lesung wird der triumphale Einzug des Königs verkündet, der den Leser unwillkürlich an den Siegeszug Alexanders des Großen und der Diadochenherrscher erinnerte. Aber im Gegensatz zu dessen Königen reitet der Friedenskönig nicht auf dem im Krieg verwendeten Pferd, sondern auf dem "zivilen "Esel.

Tochter Zion


Wenn die "Tochter Zion, die Tochter Jerusalems" zum Jubeln aufgefordert wird, so klang für die Hörer und Leser dieser Botschaft Mehrfaches an.
Die Juden lebten bereits zum Teil seit mehr als 250 Jahren in der Fremde, in der Diaspora; Jerusalem war für sie mehr als nur eine Stadt: Jerusalem war ein Symbol der Einheit aller, die an Jahwe glaubten. "Jerusalem" wurde immer mehr auch zu dem Punkt, von dem aus Friede auf die ganze Erde kommen würde, ein Friede, der alle Menschen betraf.

Efraim und Jerusalem


So würde der Friedenskönig zuerst den Streit im Gottesvolk Israel selbst beenden: Efraim (als Vertreter des Nordreiches) und Jerusalem (als Vertreter des Südreiches), die in geistlicher Zeit einander so oft bekämpft hatten, würden endlich "abrüsten".

Gerechtigkeit und Hilfe


Der König ist "gerecht" und "hilft". Gerechtigkeit ist die Eigenschaft und Aufgabe des Königs. Den Armen zu ihrem Recht zu verhelfen und dadurch Frieden zu schaffen, das bedeutet auch die Wurzel des hebräischen Wortes für helfen. Und dennoch ist dieser König demütig (siehe auch das heutige Evangelium Mt 11, 25-30). Der König weiß, daß er nur Frieden schaffen kann, weil ihm Jahwe hilft. Dieser ist der eigentliche Herr der Geschichte.

Schalom


"Der König" verhindert für die Völker den Frieden (10b). Das hebräische Wort für Frieden - "Schalom" - meint nicht nur Frieden im zwischenmenschlichen Bereich, sondern einen umfassenden Frieden ("Heil") der den ganzen Menschen in all seinen Bedürfnissen - sozial, wirtschaftlich, politisch und religiös - anspricht.

von Meer zu Meer


Und dieser Frieden ist nicht nur für Israel da, sondern er soll ".. bis zu den Enden der Erde" (10b) reichen. Der Friedensfürst ist also nicht mehr Restaurator des davidischen Großreichs; seine Herrschaft geht weit über die Dimensionen eines Großreiches hinaus und wendet sich an alle Völker.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Nach der Lesung


An einer gut sichtbaren Stelle sind ein paar Gegenstände hergerichtet, an den jeweils eine Sprechblase mit Text hängt. Die Sprechblasen sind auf einer Seite aus weißem Papier (diese Seite bleibt vorerst leer) und auf der anderen Seite aus Papier irgendeiner dunklen Farbe.
Es könnten folgende Gegenstände mit folgenden Texten sein:

  • Spielzeugauto
    Wenn der Karli sich über seinen Bruder ärgert, dann wirft er mich immer nach ihm.
  • ein Kochlöffel
    Einmal - ich erinnere mich noch ganz genau - wurde mit mir ein Kind verhaut!
  • ein Schulheft
    Die Christina wollte ihre Aufgabe in mir schreiben, aber sie hat mich nicht gefunden. Eine Mitschülerin hat mich nämlich, ohne Christina zu fragen, aus ihrer Schultasche genommen.
  • eine Jacke
    Ich bin wirklich eine sehr schöne Jacke, das muß ich schon sagen; aber daß der Manfred mit mir angibt, gefällt mir gar nicht!
  • ein Ball
    Gestern habe ich etwas erlebt, was mich sehr traurig machte: Ich habe es sehr gerne, wenn die Kinder, die mit mir spielen, lustig sind. Und da wollte gestern einer mitspielen, und die Kinder haben ihn nicht lassen.
  • ein Bleistift
    Mit mir kann man die schönsten Zeichnungen machen, aber was mich nicht so freut ist, wenn mit mir immer wieder so kleine Spottbriefe geschrieben werden.
  • ein Buch
    Mich haben schon viele Kinder gelesen und ich finde es sehr schön, daß viele an mir Freude haben. Um so mehr hat mich geärgert, daß ich einmal versteckt wurde, nur damit mich jemand nicht finden konnte.



Die Sprechblasen mit den einzelnen Dingen werden vorgelesen (das könnten z.B. ein paar Kinder tun, die gerne lesen). Dazu wird dann erklärt:
Na, das sind ja keine sehr friedlichen Sachen, die wir da von den Dingen hören. Die haben schon einiges erlebt. In der Lesung, die wir jetzt gerade hörten, kamen auch ein paar recht unfriedliche Dinge vor. (vielleicht erinnern sich die Kinder noch an Streitwägen und Kriegsbögen). Aber mit diesen Dingen geschah etwas. Dieses Kriegsgerät wird unbrauchbar gemacht, zerstört. Wenn man das hört, versteht wohl jeder, worum es geht. Es soll Friede werden auf dieser Welt.
Nun ist es aber so, daß die wenigsten von uns mit Streitwagen und Kriegswaffen zu tun haben. Aber ich glaube, daß es um uns herum doch genug andere Dinge gibt, die wir gar nicht friedlich einsetzen. Zum Beispiel die Dinge, die da neben mir stehen. Die erzählen gar keine friedlichen Geschichten. Wenn es also in der Lesung heißt, daß die Streitwägen und Kriegsbögen vernichtet werden, dann müssen wir uns eigentlich überlegen, wie wir die Dinge, die wir täglich verwenden, zu Zeichen des Friedens machen, sie friedlich verwenden können.

Die Kinder werden nun eingeladen, Vorschläge zu machen, wie man die Dinge, deren Sprechblasen anfangs vorgelesen wurden, friedlich einsetzt, sie zu Zeichen des Friedens machen kann. Diese Vorschläge werden dann von einem oder zwei Erwachsenen auf die weiße Seite der Sprechblase geschrieben und - wenn notwendig - nochmals laut vorgelesen, sodaß alle im Raum wissen, was aufgeschrieben wurde, z.B:

  • mit dem Kochlöffel ein gutes Essen kochen und eine lustige Puppe basteln
  • mit dem Buch: jedem etwas vorlesen
  • mit der Jacke: jemandem borgen, der auch gerne einmal "schön" sein möchte; jemand borgen dem kalt ist...

Ich wünsche uns allen viel Phantasie und Mut, die Dinge des Alltags zu Zeichen des Friedens zu machen.

Fürbitten


Bitten wir Gott, der uns Frieden schenken will, uns dabei zu helfen, friedlich und gut miteinander leben zu können:

Für unsere Jungschargruppe: Hilf uns, so miteinander streiten zu können, daß wir alle dabei gewinnen.

Für unsere Pfarrgemeinde: Laß sie immer mehr zu einem Ort werden, wo viele Menschen in Frieden zusammenkommen können.

Für alle Menschen, die sich gern haben: Schenk ihnen viel Phantasie, einander Zeichen des Friedens zu geben.

Für alle Menschen, die in unfriedlichen Zuständen leben. Hilf ihnen dabei, uns für den Frieden einzusetzen.

Darum bitten wir durch Jesus, unseren Bruder.

Publikation: Effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 14. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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