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Voneinander wissen

Messmodelle

Hintergrund

Es kommt im Zusammenleben nicht nur auf den guten Willen, sondern schlicht und einfach auch darauf an, was wir voneinander wissen: Was ein jeder so braucht, damit es ihm gut geht, z. B. die Lieblingsspeise, den Herzenswunsch; was man keinesfalls tun sollt, wenn man einander nicht sehr ärgern will; welche Probleme und Sorgen jemand hat, um gezielt Hilfe geben - oder suchen - zu können.
Der Diener Gehazi, von dem heute im 2. Buch der Könige die Rede sein wird, war ein Mensch der etwas von einem anderen Menschen "wußte" und dieses Wissen auch dazu verwendete, etwas zum Glück dieses Menschen beizutragen.

Material

  • Aktentasche
  • kleiner Zettel mit der Adresse eines italienischen Restaurants
  • Postkarte
  • Zahlungserinnerung
  • Krimi von Agatha Christie (und je nach Erreichbarkeit - eine weitere Anzahl von Dingen, die es erlauben, etwas über die Person zu erfahren)

 

Bibelstellen

1. Lesung: 2 Kön 4, 8-11, 14-16a

Eines Tages ging Elischa nach Schunem. Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam. Sie aber sagte zu ihrem Mann: Ich weiß, daß dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist. Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach einrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen.
Als Elischa eines Tages wieder hinkam, ging er in das Obergemach, um dort zu schlafen. Er fragte seinen Diener Gehazi, was man für die Frau tun könne. Dieser sagte: Nun, sie hat keinen Sohn, und ihr Mann ist alt. Da befahl er: Ruf sie herein! Er rief sie und sie blieb in der Türe stehen. Darauf versicherte ihr Elischa: Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn liebkosen.

Evangelium: Mt 10, 37-42

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn und Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.
Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
Wer einen Prophet aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten.
Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten.
Und wer einen von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist - amen, ich sage euch: er wird gewiß nicht um seinen Lohn kommen.

Hintergrund 1. Lesung:

Elischazyklus


Die heutige Lesung ist dem Elischa-Erzählzyklus aus dem 2. Buch der Könige entnommen. Elischa wirkte im 9. Jahrhundert v. Chr.

Der Kontext


Die Lesung bildet den ersten Teil einer längeren Folge von Szenen, deren Hauptpersonen der Prophet Elischa und eine vornehme Frau aus Schunem (das liegt im Norden Israels am Fuße des Hermon) sind. Die Szenen sind im Laufe der Zeit zweimal bearbeitet worden, wobei die Redaktoren jeweils deutlicher herausstellen wollten, daß Elischa ein bedeutender Gottesmann ist, der alle Kraft von Jahwe hat. Der Inhalt der Gesamtsequenz: Die Frau in Schunem baut Elischa ein Gästezimmer. Als Gastgeschenk verheißt Elischa ihr, die schon lange kinderlos ist, einen Sohn. Sie bekommt diesen Sohn auch. Als dieser Jahre später bei der sommerlichen Feldarbeit an einem Hitzeschlag stirbt, wendet sich die Frau wieder an Elischa, der den Sohn von den Toten erweckt.

Drei Szenen


Inhalt der heutigen Lesung sind die ersten drei Szenen: Die vornehme Frau richtet Elischa ein für die damalige Zeit - man lebte und wohnte im 9. Jahrhundert v. Chr. noch hauptsächlich auf dem Fußboden - sehr luxuriöses Zimmer mit Stuhl, Bett und Leuchter ein.
Elischa will sich dankbar zeigen, und der Diener Gehazi gibt ihm den Hinweis, daß die Frau sich einen Sohn wünscht. Kinderlosigkeit im alten Israel und auch heute noch im Orient galten als große Schande, ja als Strafe Gottes. Keinen Sohn zu haben war gleichbedeutend mit dem sozialen und gesellschaftlichen Ruin. Auch war die Altersversorgung gefährdet.
Elischa versicherte ihr, daß sie einen Sohn bekommen wird (was sich in späterer Folge - dieser Text ist leider nicht mehr Teil der heutigen Lesung - auch bewahrheitet.

Zusammenhang mit Evangelium


Die heutige Lesung wurde in Zusammenhang mit dem Tagesevangelium gewählt, wo es heißt: "Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten". (Mt 10,41)

Bemerkenswerte Einzelheiten


Die Frau lädt den Propheten ohne Berechnung ein. Der Prophet wartet nicht, bis er gebeten wird, sondern er hilft aus eigener Initiative.
Elischa wird als "Gottesmann" (V9c) bezeichnet. Als solcher handelt er aus der Kraft heraus, die Gott ihm gibt; und gerade das soziale Engagement des Propheten, der der Frau hilft, führt zu Gott zurück.
Gott erfüllt den Kinderwunsch der Frau und macht sie damit glücklich.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

"detektivische Aufgabe"
Eine Person sitzt auf dem Sessel neben dem Ambo. Neben sich hat er/sie eine Aktentasche stehen, in der einige Dinge enthalten sind:

  • Ein kleiner Zettel mit der Adresse eines italienischen Restaurants
  • Eine Postkarte, auf der jemand verspricht, bald wiederzukommen und sich schon sehr auf das Wiedersehen freut.Eine Zahlungserinnerung
  • Einen Krimi von Agatha Christie (und je nach Erreichbarkeit - eine weitere Anzahl von Dingen, die es erlauben, etwas über die Person zu erfahren)



Diese Aktentasche und ihr Inhalt wird nun untersucht, ebenso wird die Person genau betrachtet - blaue Augen, Jeanshose, Krawatte (all das erlaubt ja gewisse Rückschlüsse).
Gemeinsam wird während dieser Untersuchung und kurz danach überlegt: Was wissen wir - anhand der Dinge, die wir sehen bzw. aus der Aktentasche ausgepackt haben - nun über diese Person? (die im Übrigen nicht direkt befragt werden kann)
Nun wird zur Lesung übergeleitet, indem man erzählt, daß auch darin von einer Person die Rede sein wird, die etwas von anderen weiß.

Nach der Lesung


In dieser Lesung haben wir etwas von einem Mann namens Gehazi gehört (an dieser Stelle könnte man gemeinsam mit den Kindern nochmals den Inhalt der Lesung rekapitulieren. Dann erklärt man weiter:) Dieser Gehazi wußte also, daß die Frau sehr unglücklich war. Sie hatte nämlich keinen Sohn. Wir können das heute gar nicht mehr so richtig verstehen, was das für die Frau damals bedeutet hat. Frauen, die kinderlos waren, galten als von Gott bestraft und es war ein großes Unglück für sie, keine Kinder zu haben. Außerdem sorgten Söhne später, wenn die Eltern alt waren, für deren Unterhalt - Pensionsversicherung und Altersheime gab es damals noch nicht. Keinen Sohn zu haben, war damals also ein großes Unglück. Gehazi war ein sehr aufmerksamer Diener: Er hatte genau gesehen, was die Not der Frau war. Und als Elischa ihn fragte, was man für die Frau tun könne, teilte er seine Beobachtung mit. Die Verheißung des Elischa ging übrigens wirklich in Erfüllung. Die Frau bekam einen Sohn. Vor der Lesung haben wir so etwas ähnliches gemacht, wie Gehazi. Wir haben versucht, von einer Person so viel wie möglich zu erfahren. (Hier sollten die gesammelten "Untersuchungsergebnisse" nochmals zusammengefaßt werden.)
Überlegen wir gemeinsam weiter. Jetzt wissen wir einiges über diese Person. Womit können wir ihr eine Freude machen; oder wobei könnten wir ihr vielleicht helfen ...?
z.B. eine Pizza machen, oder in ein italienische Restaurant einladen; einen Agatha Christi Krimi zum Geburtstag schenken ...)

Ich glaube, daß das für uns alle gar nichts Neues ist. Jeder von uns weiß etwas von anderen Menschen. Von Freunden, Geschwistern, Eltern, Kindern, Kollegen ...
Und das ist wichtig und gut so. Wenn Jesus uns gezeigt hat, wie wichtig es ist, gut zusammen leben zu können und so miteinander umzugehen, daß es uns allen gut dabei geht, dann genügt dazu nicht bloß der gute Wille. Es ist notwendig und wichtig, Dinge voneinander zu wissen.
- Dann können wir versuchen uns bei den Dingen, die uns schwer fallen, zu helfen oder vielleicht jemanden zu suchen, der dazu in der Lage ist, falls ich selbst nicht helfen kann. Dann können wir einander Freude machen. - Wenn wir etwas voneinander wissen, werden da wahrscheinlich auch Sachen dabei sein, von denen ich weiß, daß sie den anderen "nerven". Es fällt mir also leichter, so etwas zu vermeiden und wir können besser miteinander auskommen. Ich glaube, wir sollten im Umgang miteinander alle so ein bißchen detektivisches Gefühl entwickeln, einfach voneinander die Sorgen und Sehnsüchte zu wissen, um so besser miteinander leben zu können.

Fürbitten


Laß alle Menschen, für die sich niemand interessiert, jemand kennenlernen, der sie ernst nimmt.

Hilf uns, uns füreinander Zeit zu nehmen.

Schenk uns - vor allem, wenn es uns schlecht geht - Menschen, die wissen, was wir brauchen, damit es uns wieder gut geht.

Laß uns mit dem, was wir von anderen Menschen wissen, vorsichtig umgehen, damit wir sie nicht kränken oder verletzen.

Publikation: Effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 13. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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