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Ich bitte für alle...

Messmodelle

Hintergrund

Im Evangelium dieses Sonntages wird berichtet, wie Jesus im Gebet für die Menschen bittet. Doch er bittet nicht nur, er sagt auch, was er selbst zur Verwirklichung dieser Bitte getan hat und noch tun wird. Über diese seine Form des Fürbittgebets soll in diesem Gottesdienst nachgedacht werden.

Material

  • großes rotes Kartonherz mit der Aufschrift "Ein Herz für..."
  • Papierstreifen mit der Aufschrift "Und Hände für..."
  • Kleber
  • Stifte

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Eröffnung
  • Einleitung zum Evangelium
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Apg7,55-60

In jenen Tagen erblickte Stephanus, erfüllt vom Heiligen Geist, zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.

Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.

So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.

2. Lesung: Offb 22,12-14.16-17.20

Ich Johannes, hörte eine Stimme, die zu mir sprach: Siehe, ich komme bald, und mit mir bringe ich den Lohn, und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Selig, wer sein Gewand wäscht: Er hat Anteil am Baum des Lebens, und er wird durch die Tore der Stadt eintreten können.

Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft. Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern. Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, empfange umsonst das Wasser des Lebens. Er, der dies bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen. Komm, Herr Jesus!

Evangelium: Joh 17,20-26

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.

Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Hintergrund Evangelium:

Die Gemeinde des Johannes


Eine genaue Lokalisation der Johannesgemeinde ist wissenschaftlich umstritten. Es stellt sich auch die Frage, ob die johanneische Gemeinde eine exklusiv-elitäre Gemeinschaft mit ausgeprägtem Erwählungsbewusstsein war, die sich von der "Welt" abgrenzte und sich auf ihr inneres Leben zurückzog oder eine bereits "gnostisch angehauchte" Gemeinde am Rande des Urchristentums war. Diese letztgenannte Annahme würde erklären, warum in dieser Perikope die Trennung von Welt und Gemeinde so deutlich vorgenommen wird, denn gnostische Strömungen suchten das Heil nur in der Erkenntnis der göttlichen Geheimnisse und verleugneten irdische Werte. (Das Wort "Gnosis" kommt aus dem Griechischen und heißt "Erkenntnis, Wissen"). Von der literarischen Gattung her findet man in diesem "Abschiedsgebet des Herrn" sowohl Ähnlichkeiten mit gnostischen Texten als auch mit jüdischer und biblischer Literatur. Es ist konzentrierter Ausdruck johanneischer Christologie in der Form eines Gebetes.

Damit sie eins seien


Jesus ist in seiner Gemeinde verherrlicht, weil sie, die zum Glauben gekommen sind, das sichtbare Zeichen des erfüllten Auftrag des Vaters gewirkt hat. Das Kennzeichen des empfangenen neuen Lebens ist die Einheit der Glaubenden untereinander, die aber grundgelegt ist in der Einheit des Vaters mit dem Sohn. Jesus bittet in der Stunde des Abschiedes ausdrücklich um die Bewahrung dieser Einheit. Uneins-Sein wäre Verneinung und Zerstörung des neuen Lebens und geradezu ein Zeichen dafür, dass Jesus das Ziel seines Kommens nicht erreicht hätte.

Die Bitte für die zukünftige Gemeinde


Mit Vers 20 öffnet sich der Blick des Beters direkt auf die zukünftige Generationen der Glaubenden. Jesu Bitte für sie ist ganz von dem Gedanken der Einheit bestimmt. Es geht hier aber noch nicht um die Einheit getrennter Christen (wie im späteren ersten Johannesbrief), sondern um die im Vater und im Sohn gegründete Einheit der Glaubenden überhaupt, die zugleich Zeichen ihrer Einheit mit dem Vater und dem Sohn ist. Diese Einheit ist zuerst Gabe Gottes und nicht Leistung des Menschen. Diese Einheit der Glaubenden soll für die Welt ein Motiv des Glaubens an Jesus als den Gesandten des Vaters sein. Vor allem soll die Welt an dieser Einheit auch die wirksame Liebe Gottes erkennen. Wenn die "Welt" nicht glaubt, kann die "Schuld" auch bei der Uneinigkeit der Christen liegen. Wenn der johanneische Jesus also hier so eindringlich um die Einheit betet, kann man annehmen, dass diese bereits in Gefahr war (wie man der Apostelgeschichte und den Paulusbriefen entnehmen kann).

Die Herrlichkeit Jesu


Neben der Bitte um Einheit erscheint nun (Vers 24) auch die Bitte um das "Schauen der Herrlichkeit Jesu" durch die Glaubenden. Das "Schauen der Herrlichkeit" ist hier offensichtlich der zusammenfassende Ausdruck für alles, was die Glaubenden empfangen haben und noch empfangen werden. Die Glaubenden haben diese Herrlichkeit Jesu bereits auf Erden geschaut, wie sie ja auch das neue Leben besitzen. Beides wird aber noch seine Vollendung finden, wenn die Glaubenden dort sein werden, wo Jesus ist: in der Herrlichkeit des Vaters.

Zusammenfassung


In den Versen 25 und 26 werden noch einmal alle wichtigen Anliegen des "Abschiedsgebetes" zusammengefasst: Die Gemeinde der Glaubenden und Liebenden ist der Ort, wo die göttliche Herrlichkeit Jesu auch weiterhin in der Welt geschaut werden kann. Der Kontakt mit dem auferstandenen und verherrlichten Jesus ist möglich, weil er durch den Geist in der Gemeinde gegenwärtig ist. Der Leser des Evangeliums weiß jetzt, wer dieser Jesus ist, der (im nächsten Kapitel) in den Tod geht, und welchen Sinn das Sterben für ihn und seine Gemeinde hat.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Eröffnung


Beim Einzug tragen die Ministranten ein großes, rotes Herz aus Karton mit, auf dem geschrieben steht: "Ein Herz für ...".Sie stellen es für alle gut sichtbar im Altarraum auf.

Nach der Begrüßung und dem Kreuzzeichen erklärt der Leiter der Verkündigung:
"Jeder kennt wohl die Aufkleber, auf denen neben einem großen, roten Herz steht: "Ein Herz für ..." und dann folgt etwas, wie zum Beispiel Kinder. Das ist eine Redewendung, es soll zum Ausdruck gebracht werden, dass einem jemand am Herzen liegt. Aber leider haben die Kinder ja wenig davon, wenn zwar überall Leute sagen, dass sie ein Herz für sie haben, aber das nie zeigen. Wir wollen heute ein wenig darüber nachdenken, was es heißt, ein Herz für jemanden zu haben."

Einleitung zum Evangelium


Jesus liegen alle Menschen am Herzen. Im Evangelium hören wir heute, wie Jesus für die Menschen bittet. Es ist eine Fürbitte, so wie auch wir in jedem Gottesdienst für andere beten.

Verkündigung


Jesus hat für andere gebetet. Er hat beschrieben, wie schön es die Menschen haben sollen. Sie sollen die "Herrlichkeit sehen", heißt es in der Sprache der Bibel. Wenn für die Menschen alles "herrlich" ist, dann heißt das: Gott ist ganz nah. Er will, dass es allen Menschen gut geht. Damit die Menschen Gott nahe kommen, hat Jesus Christus "seinen Namen bekannt gemacht". So steht es im Evangelium und es heißt: durch Jesus ist den Menschen klar geworden: Gott ist mitten unter uns.

Jesus sagt auch, dass er weiterhin den Namen Gottes bekannt machen wird. Jesus bittet also nicht und verlässt sich darauf, dass der liebe Gott dann schon alles recht machen wird. Nein, am Ende seines Gebetes sagt er, was er selbst dazu tun wird, damit das, worum er bittet, Wirklichkeit wird. Wir sehen also, dass es nicht reicht, ein Herz für andere zu haben, man braucht auch Hände für andere, damit man für sie etwas tun kann.

Der Leiter der Verkündigung klebt nun auf das Herz einen Papierstreifen, auf dem steht: "Und Hände für...". Dann erklärt er den Kindern, dass es jedem möglich ist, Herz und Hände für andere zu haben. Die Kinder werden aufgefordert, sich in Erinnerung zu rufen, für wen sie besonders ein Herz und Hände haben wollen. Als Zeichen dafür kann jedes Kind seine Hand auf das Kartonherz legen und die Umrisse nachzeichnen.

Fürbitten


Es wäre am besten, wenn die Fürbitten bereits von verschiedenen Gruppen der Pfarren vorbereitet worden sind. In der Vorbereitung könnte sich jede Runde überlegen, für wen sie besonders bitten will. Zugleich könnte sie zum Ausdruck bringen, was sie meint, dass die Gemeinde dazu beitragen könnte, dass diese Bitte für die anderen in Erfüllung gehen kann. Diese Vorbereitung kann sowohl in Kinder- als auch in Jugend- und Erwachsenengruppen stattfinden.

Beispiele für Fürbitten:

  • Wir bitten für alle Arbeitslosen, die in unserer Nachbarschaft leben. Wir wollen uns klar werden, dass auch Arbeit etwas ist, was wir mit denen, die sie nicht haben, teilen wollen.
  • Wir bitten für alle Politiker, die an der Spitze dieses Landes stehen. Wir wollen nicht müde werden, uns auch in politischen Fragen dort zu Wort zu melden, wo es notwendig ist.
  • Wir bitten für alle Kinder, die keinen Vater oder keine Mutter haben. Wir wollen ihnen gute Freunde sein.
  • Wir bitten für alle, die nicht genug zu essen, keine Wohnung und nichts anzuziehen haben.
  • Wir wollen mithelfen, dass es ihnen besser geht, wo wir das können.
  • Wir bitten für alle, die krank sind.
  • Wir wollen sie nicht im Stich lassen, wenn sie unsere Hilfe brauchen.


Friedensgruß


Wir haben ein Herz für andere. Aber andere brauchen nicht nur unser Herz. Sie brauchen unsere Hände, mit denen wir etwas für sie tun. Sie brauchen unsere Füße, mit denen wir zu ihnen kommen. Sie brauchen unsere Augen, mit denen wir sehen, wenn es ihnen schlecht geht. Sie brauchen unsere Ohren, mit denen wir hören, wenn sie uns rufen. Sie brauchen uns. Als Zeichen, dass wir anderen nicht nur unsere Gedanken und Gebete geben, sondern auch unsere Hände bieten, geben wir einander die Hände - als ein Zeichen, dass wir mit dem Frieden ernst machen wollen.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 7. Sonntag der Osterzeit

Schlagwort: Gottesdienst

 

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