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Medaillen für die Menschenrechte

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Menschenrechte sind olympisch: Die Olympischen Sommerspiele 2016 finden in Rio de Janeiro statt. Neben dem sportlichen Event, das wir im Fernsehen live miterleben können, kommt es leider im Vorfeld zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen. Aus diesem Grund führt die DKA gemeinsam mit Projektpartner/innen eine Kampagne mit dem Titel Menschenrechte sind olympisch durch. Ziel ist, die Probleme der Menschen, die bei der Ausrichtung der Olympischen Spiele unter die Räder kommen, sichtbar zu machen. Diese Gruppenstunde soll für euch ein inhaltlicher Einstieg sein, damit ihr euch entscheiden könnt, ob ihr durch die "Solidaritätskilometerspende" die Mitmachaktion unterstützen wollt.

Material

  • Dekoration für Brasilien
  • Papier zum Medaillen basteln oder vorbereitete Medaillen
  • Stifte
  • ausgedruckte und zerschnittene Fotos (Gold-Medaillen, Gar-nicht-gut-Medaillen) und Texte
  • 2 Plakate zum aufkleben der Fotos und Texte

Aufbau

Erst spielt ihr gemeinsam olympisches Activity. Im Hauptteil der Stunde beschäftigt ihr euch mit dem, was rund um die olympischen Spiele in Rio schief läuft, und welche tollen Initiativen es vor Ort gibt. Danach sammelt ihr Solidaritäts-Kilometer, um die Menschenrechte nach Brasilien zu tragen. Zum Abschluss werden im Spiel "rotes Sofa" nochmal alle Assoziationen gesammelt.

 

Vorbereitung


Dekoriere den Raum mit Bildern aus Brasilien (Regenwald, Karneval ...) und lass brasilianische (Samba-)Musik im Hintergrund spielen.

Begrüßung


Heute geht es um die Olympischen Spiele in Brasilien. Die Kinder sollen gemütlich ankommen und die Atmosphäre des Raumes genießen. Wenn alle eingetrudelt sind, erklärst du das Thema.
Mit Olympia verbinden wir unterschiedliche Sportarten und das Zusammenkommen vieler Menschen aus der ganzen Welt.

olympisches Activity


Jede/r darf von einem Stapel eine Karte ziehen. Auf diesen Karten stehen verschiedene Sportarten (z.B. Basketball, Judo, Schwimmen ...) und Begriffe, die mit den olympischen Spielen zu tun haben (z.B. olympisches Feuer, Stadion, Medaille, ...). Die Kinder können nun die Begriffe pantomimisch darstellen, erklären oder zeichnen. Für große Gruppen könnt ihr die Gruppe teilen — Kleingruppen zu je 6 Kindern erklären/zeichnen/pantomimen füreinander.

Was passiert denn in Brasilien?


Diese Sportveranstaltung ist großartig. Leider sieht es vor den Olympia-Stadien nicht so harmonisch aus. In Rio de Janeiro werden Menschenrechte verletzt. Deshalb wollen wir heute nicht nur Gold-Medaillen vergeben, sondern auch sogenannte "Finden-Wir-Gar-Nicht-Gut-Medaillen".
Jedes Kind bekommt nun einen Teil der zerschnittenen Texte und Bilder. Gemeinsam sollen sie die Texte und Bilder zusammensetzen und einander zuordnen. Danach erzählen sich die Gruppen gegenseitig, welche Situationen beschrieben sind. Gemeinsam unterhaltet ihr euch darüber, was dort passiert und klärt eventuell schwierige Begriffe.

verschiedene Medaillen


Wenn jede Gruppe ihre Situation vorgestellt hat, könnt ihr gemeinsam entscheiden, welcher Text eine Gold-Medaille verdient, und wofür ihr die "Finden-Wir-Gar-Nicht-Gut-Medaillen" hergeben wollt.
Nun könnt ihr die Bilder und Texte auf die Plakate kleben und entweder die Medaillen basteln oder die vorgebastelten Medaillen zum Prämieren verwenden.

Und was können wir tun?


Für alle, die sich für die Rechte der Menschen in Brasilien einsetzen wollen, gibt es die "Menschenrechte sind olympisch"-Mitmachaktion. Und so geht's: Gemeinsam wollen wir die 10.000 km von Österreich bis Rio de Janeiro zurücklegen und uns auf diese Weise dafür stark machen. Egal in welcher Disziplin (z.B. Laufen, Schwimmen, Radfahren) Gruppen und einzelne Personen können Kilometer auf — http://www.menschenrechte-sind-olympisch.at — am besten mit Foto — posten. Alle Beiträge vieler Menschen werden dort sichtbar gemacht. Auch wir als Gruppe wollen Solidaritäts-Kilometer sammeln. Probiert folgendes Spiel aus und postet gleich eure Kilometer.
Hoola Hoop: Stellt euch im Kreis auf und gebt euch die Hände. Eine Person bringt den Hoola Hoop Reifen ins Spiel, indem die Handfassung kurz gelöst und den Reifen auf den Arm einer anderen Person hängt. Die Gruppe versucht den Reifen im Kreis rundherum zu geben, ohne dabei die Hände loszulassen. Also jede/r steigt nacheinander durch den Reifen, bis dieser wieder beim Start angekommen ist. Folgende Varianten könnt ihr ausprobieren: Wie viele Runden schafft ihr in einem bestimmten Zeitintervall? Wie lange braucht ihr für 10 Runden? usw.

Abschluss


Zum Abschluss könnt ihr noch gemeinsam eine Runde "rotes Sofa" spielen, um alle Assoziationen zu sammeln, die nun rund um Rio in euren Köpfen herumschwirren:
Alle stehen im Halbkreis und an einem Ende des Raumes sind drei Sessel. Die erste Person läuft zum mittleren Sessel und sagt: "Brasilien" und eröffnet das Spiel. Alle Mitspieler/innen überlegen schnell, was ihnen dazu einfällt. In jeder Runde haben zwei Personen die Möglichkeit, ihre Assoziationen zu äußern. Zum Beispiel setzt sich ein Kind auf den linken Sessel und sagt Regenwald. Und ein anderes setzt sich auf den rechten Sessel und sagt Samba. Nun darf die mittlere Person entscheiden, welche Idee ihr besser gefällt, und nimmt diese Person mit in den Halbkreis zurück. Das verbleibende Kind rückt auf den mittleren Sessel und äußert erneut seine Idee und weitere können gesammelt werden.

Texte

Finden-Wir-Gar-Nicht-Gut-Medaillen

  • Für den Bau von Olympia-Stadien, Straßen usw. für die Fußball WM 2014 und Olympia 2016 wurden alleine in Rio schon ca. 70.000 Menschen zwangsweise umgesiedelt, mussten also Platz machen und ganz woanders hinziehen.
  • Um den Gästen und Touristen ein "sauberes Rio" präsentieren zu können, wird von der Polizei in den Favelas und bei Protesten mit Gewalt aufgeräumt. Viele junge Menschen sind dabei gestorben.
  • Die Stadien und luxuriösen Bauten für Olympia kosten viel Steuergeld. Dieses Geld fehlt dann in Krankenhäusern und Schulen.

Gold-Medaillen

  • Das Kinder- und Jugendprojekt SER hat viele Kinder-Reporter/innen ausgebildet. Sie sprechen nun mit vielen Leuten, damit sie über Neuigkeiten aus ihrem Bezirk berichten können.
  • 2015 gingen tausende Menschen auf die Straße, um gegen die Gewalt der Polizei an Straßenverkäufer/innen, schwarzen Jugendlichen und vielen anderen zu demonstrieren. Ein starkes Signal der Bevölkerung!
  • Durch den Protest vieler Menschen hat die Regierung beschlossen, dass eine Buslinie nun doch nicht mitten durch eine Favela Siedlung führt, weil dort nicht genug Platz dafür ist. Das heißt, die Menschen können in ihrem Zuhause bleiben. Die vielen Proteste haben sich gelohnt!

"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren."


So beginnt der erste Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die 1948 von den Vereinten Nationen beschlossen wurde. Sie umfasst 30 Artikel, die die grundlegenden Rechte aller Menschen definieren. Die Basis der Erklärung bildet das Verständnis, dass alle Menschen gleich sind, unabhängig von äußerlichen Merkmalen, sozialer oder nationaler Herkunft, Geschlecht, Sexualität etc. und auch unabhängig vom rechtlichen Status, den ein Mensch in dem Land, in dem er/sie sich aufhält, hat.

Die Menschenrechtserklärung der UNO hat allerdings keine bindende Wirkung. Nur in Verbindung mit anderen Abkommen (z.B. mit dem Zivilpakt von 1966), in denen viele Bestimmungen der Erklärung auch vorkommen, kann sie als Rechtsquelle gelten. Auf der anderen Seite ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte jedoch das meist übersetzte Dokument (es gibt Übersetzungen in 464 Sprachen), was ihre große Bedeutung zeigt.

Menschenrechte sollen für alle Menschen gelten, dafür lohnt es sich zu kämpfen und sich stets dafür einzusetzen!

Autor/in: Isabella Pötzelberger, bearbeitet von Nani Gottschamel

Publikation: kumquat "Olympia" 2/2016

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