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Konflikte mit Jungschar-externen Personen

In der Jungschar können – wie auch in allen übrigen Lebensbereichen – Konflikte mit verschiedenen Personen oder Personengruppen entstehen. Neben solchen in der Kindergruppe oder in der Gruppenleiter/innen-Runde sind Konflikte mit Menschen von „außen“ besonders häufig. Sei es mit Eltern der Jungscharkinder oder Ministrant/innen, mit dem Pfarrer, dem/der Pastoralassistenten/in oder gar mit dem Pfarrgemeinderat.

Diese Schwierigkeiten können in ihrer Intensität vom kleinen Missverständnis, das bald aus der Welt geschafft ist über ein häufigeres Aneinandergeraten gegensätzlicher Meinungen bis hin zum handfesten Streit reichen. Doch egal, wie (un-)erheblich der jeweilige Konflikt auch sein mag, meist macht er allen Beteiligten das Leben schwer – zumindest schwerer als es sein müsste. Dabei kann man dem Großteil dieser Streitigkeiten durch gelungene Kommunikation vorbeugen.

Eltern:

Im Normalfall werden Eltern wissen wollen, wem sie ihre Kinder anvertrauen und was in der Zeit geschieht, in der sie nicht dabei sind. Erfahren sie das nicht oder nur unzureichend, kann das die Ursache vieler Unklarheiten und Missverständnisse sein. Deshalb ist es hilfreich, wenn sich die jeweiligen Gruppenleiter/innen zu Beginn einer neuen Gruppe nicht nur den Kindern, sondern besonders auch den Eltern vorstellen und kurz erzählen, was in den Gruppenstunden passieren wird.

Besonders wichtig ist es auch, für die Eltern erreichbar zu sein und für etwaige Fragen zur Verfügung zu stehen. Das kann eine Telefonnummer sein, oder auch eine Zeit nach der Gruppenstunde, in der die Eltern wissen, dass der/die Gruppenleiter/in noch da ist, um Fragen zu beantworten oder zu plaudern.

Genauso wichtig wie die Ansprechbarkeit ist es, die Eltern über Programm zu informieren, das länger dauert, zu einem anderen als dem gewohnten Zeitpunkt stattfindet oder außerhalb des bekannten Raumes geplant ist. Regelmäßige Elternbriefe dienen nicht nur der reinen Informationsweitergabe und beugen damit klassischen Missverständnissen vor, sondern vermitteln auch, dass das was mit ihren Kindern geschieht gut durchdacht und vorbereitet ist.

Den Eltern kann zu Beginn des Jahres mitgeteilt werden, dass die Kinder etwa vierteljährlich einen Brief mit allen wichtigen Mitteilungen über die kommenden Monate bekommen. So können sich die Familien in ihrer Planung auch nach den Jungschar-Terminen richten und es wird weniger häufig vorkommen, dass ein Kind bei einem längeren Geländespiel oder einem Ausflug keine Zeit hat.

Für größere Veranstaltungen außerhalb der Gruppenstunde (z.B. ein Lager) sollte zu einem Elternabend eingeladen werden, bei dem sich alle beteiligten Gruppenleiter/innen oder Helfer/innen vorstellen, genauere Informationen über den Ablauf gegeben werden und genügend Zeit für die Beantwortung aller Fragen ist.

Pfarrer:

In jeder Pfarre sind die Aufgabenverteilungen anders und jeder Pfarrer definiert sich und seine Aufgaben anders. So bringen sie sich – vom jährlichen Besuch auf dem Sommerlager zur Messe bis hin zur stetigen Begleitung der Gruppenleiter/innen-Runde – unterschiedlich intensiv in die Jungschararbeit ein. Deshalb ist es hier von Bedeutung, die gegenseitigen Erwartungen abzuklären. Stimmen sie überein – wunderbar.

Es gibt wechselseitig jedoch immer wieder Erwartungen und Wünsche, die der/die andere nicht erfüllen will oder kann. Hier hilft oft schon die Verständigung darüber, warum das so ist, um die Position des/der jeweils anderen verstehen und akzeptieren zu können. Oft finden sich auch Kompromisse, mit denen sowohl der Pfarrer als auch die Gruppenleiter/innen zufrieden sind.

Genauso, wie die Eltern darüber informiert werden wollen, was mit ihren Kindern passiert, so will meist auch der Pfarrer wissen, was in der Pfarre und in den einzelnen Gruppen gerade los ist. Deshalb ist es fein, ihm ab und zu zu berichten, was gerade in der Jungschar passiert und was ihr demnächst plant.

Bei diesem Besuch kann man beispielsweise auch neue Gruppenleiter/innen oder Helfer/innen vorstellen. Außerdem hilft es, ein gutes Gesprächs- und Arbeitsklima zu bewahren, wenn Informationen oder Bitten, die den Pfarrer selbst betreffen, ihm rechtzeitig vorher (noch einmal) zu sagen. Das kann eine „Vorwarnung“ sein, wenn sich etwas im Messablauf ändert (z.B. weil die Sternsinger am 6. Jänner vor dem Segen noch ein Lied singen und ihre Sprüche aufsagen) oder auch die Bitte, einen Teil bei einer Jungschar-Veranstaltung zu übernehmen (z.B. die Begrüßung, ein Gebet und den Segen bei der Kinderkrippenandacht zu Weihnachten).

Pfarrgemeinderat (PGR):

Der PGR ist das oberste Entscheidungsgremium einer Pfarrgemeinde und es wäre wünschenswert, dass auch eine/n Vertreter/in der Jungschar dabei ist. So kann beispielsweise zu kritischen Äußerungen sofort Stellung bezogen werden, man erfährt Dinge aus erster Hand und kann mitentscheiden.

Sollte es nicht möglich sein, dass jemand für die Jungschar im PGR sitzt, so ist es ratsam, zumindest bei Punkten, die die Jungschar direkt betreffen als Gast anwesend zu sein. Ihr habt dann zwar kein Stimmrecht, aber könnt euren Standpunkt klar machen oder ein Anliegen persönlich vorbringen und argumentieren.

Auf der Tagesordnung des PGR steht in regelmäßigen Abständen auch der Punkt „Berichte“, bei dem (wie der Name schon sagt) von aktuellen Ereignissen und von Gruppen im Allgemeinen berichtet wird. Hier ist eine gute Gelegenheit, die Jungschar und die Minis einmal pro Jahr zu präsentieren und über kommende Projekte zu informieren. Dadurch kann eure Arbeit wertgeschätzt werden, ihr bleibt präsent und werdet bei wichtigen Entscheidungen weniger leicht übersehen.

Da dem PGR die Entscheidung über das Pfarr-Budget obliegt, müssen finanzielle Fragen, die über den Rahmen des für die Jungschar vorgesehenen Budgets hinausgehen, in Abstimmung mit dem PGR geklärt werden. Jedes Jahr (meist im Mai oder Juni) werden der Abschluss des letzten Jahres und das Budget für das nächste Jahr vorgelegt. Einige Wochen vorher kann man den Vorschlag für das Budget einsehen und Änderungswünsche anmelden – in der Sitzung, in der das Budget beschlossen wird, ist es meist zu spät für Änderungen! Im Falle eines solchen Wunsches von Seiten der Jungschar ist es neben guten Argumenten oft auch hilfreich, im Vorfeld Lobby-Arbeit bei PGR-Mitgliedern wie dem Pfarrer oder den Vorständen/innen geleistet zu haben.

Abschließend lässt sich sagen, dass es besser ist, eine Information zu viel weiterzugeben als eine zu wenig. Wenn sich alle (wenn auch nur indirekt) betroffenen Personen gut informiert fühlen, kommt es weit weniger häufig zu Unzufriedenheit und damit zu Konflikten.

Sandra Fiedler

[aus dem context "Konflikte"]

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