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Dem Klimawandel auf der Spur

Gruppenstunde | Alter: 8-14 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Klimawandel, seine Ursachen und Auswirkungen sind sehr komplex. In dieser Gruppenstunde wird versucht, am Beispiel der Philippinen die Kinder für Fragen und Zusammenhänge rund um das Thema der Klima(un)gerechtigkeit zu sensibilisieren.

Material

Aufbau

Die Kinder nehmen als Wissenschaftler/innen an einer Forschungsreise auf die philippinischen Inseln zum Thema "Klimawandel" teil. Sie erforschen spielerisch den Treibhauseffekt, finden heraus, wer für den CO2 Ausstoß verantwortlich und welche Handlungsalternativen möglich wären.

 

Einleitung


Du begrüßt deine Kinder in der Gruppenstunde und sagst ihnen, dass ihr zu einer Forschungsreise auf die Philippinen eingeladen seid. Du fragst, wer schon dort war, wie lang man hinbraucht (ca. 12 Stunden mit dem Flugzeug), ob schon wer von diesem Land gehört hat. Ihr könnt leider nicht das Flugzeug nehmen - das würde zu lang dauern und wäre auch nicht so klimaschonend. Als Alternative nehmt ihr das Zauber-Boot ?

Reise per Boot


Eurer Zauberboot funktioniert folgendermaßen: Ihr stellt euch hintereinander auf, mit Blick in eine Richtung und singt den Action Song Bugsay, Bugsay. Übersetzt geht es in dem Text darum, auf einem Boot zu stehen, zu rudern und dann den Anker über Bord zu werfen.
Bei "Bugsay Bugsay" macht ihr rechts und links abwechselnd Ruderbewegungen. Beim Teil "Kiling Kiiing" watschelt ihr wie eine Ente vor und wippt dabei die Oberkörper hin und her wie bei starkem Seegang. Bei "Sa Barotong Gamay" hebt ihr einen imaginären Anker über Bord.
Ihr verwendet das Boot nicht nur für die Anreise sondern auch für die Weiterreise zwischen den Inseln. Ihr könnt laut singen und große Bewegungen machen, wenn das Wetter rau ist und es hohe Wellen gibt oder ganz schnell, wenn ihr euch beeilen müsst, vielleicht auch mal leise und langsam wenn ihr müde seid oder angeekelt, weil es im Wasser stinkt...
BUGSAY, BUGSAY
KILING, KILING DYUTAY (diesen Teil 3mal)
BUGSAY BUGSAY
SA BAROTONG GAMAY

Im Forschungszentrum


Nach dieser anstrengenden Bootsfahrt seid ihr in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, angekommen! In dieser großen Stadt (hier leben rund 15 Millionen Menschen, also fast doppelt so viele wie in ganz Österreich) fahrt ihr zuerst in ein Forschungszentrum. Ihr werdet als Forscher/innen willkommen geheißen und findet das Thema eurer Reise heraus, indem ihr die Buchstaben der Eiswürfel so lange ordnet, bis sie das Wort "Klimawandel" ergeben.
Wer von euch weiß denn, was "Klimawandel" heißt? Klimawandel bedeutet, die Veränderung des Wetters weltweit, man spricht auch von Klimaerwärmung, weil es über die Jahre hinweg immer wärmer wird und das bringt unsere Welt ganz schön durcheinander. Und was hat das mit den Philippinen zu tun? Vor Weihnachten haben die Kinder evtl. mitbekommen, dass ein Tropensturm - der Taifun Yolanda oder Haiyan - auf den Philippinen viele Häuser zerstörte und Menschen verletzte. Die Philippinen, die aus 7107 Inseln bestehen, werden pro Jahr von vielen Stürmen getroffen. In den letzten Jahren nahm die Häufigkeit und Stärke der Unwetter zu. Viele Menschen auf den Philippinen sagen, dass das Wetter immer wilder wird und dass das eine Auswirkung des Klimawandels ist. Wir schauen uns an, was das denn heißt und was wir vielleicht tun können, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten.

Klimaerwärmung - ein Treibhauseffektspiel


Ihr überlegt euch, was "Treibhauseffekt" bedeutet?
Dieses Spiel erklärt es euch:
Zwei Gruppen werden gebildet: Sonnenstrahl-Gruppe und CO2-Gruppe. Als Spielfeldgrenzen werden zwei gegenüberliegende Wände bestimmt — das eine ist die Erdoberfläche, das andere die Erdatmosphäre, die wie eine Schutzschicht um die Erde gehüllt liegt.
Die Sonnenstrahlen-Gruppe stellt sich verteilt auf die Weltraum-Seite. Die CO2-Gruppe verteilt sich — immer zu zweit Hand in Hand — in der Mitte. Die "Sonnenstrahlen" dürfen ungehindert auf die Seite der Erdoberfläche laufen. Dort verwandeln sie sich in Wärmestrahlung und laufen wieder in Richtung Weltraum. Nur auf diesem Weg können sie von den CO2-Pärchen berührt werden und müssen wieder Richtung Erdoberfläche laufen, um sich von dort wieder auf den Weg in die Atmosphäre zu machen...
Nach ein paar Runden macht ihr eine kurze Pause und erklärt: Was passiert, wenn wir immer mehr CO2 ausstoßen: Die CO2- Pärchen trennen sich und stehen nun allein im Spielfeld. Die Sonnenstrahlen kommen kaum noch auf die andere Seite zurück, die Atmosphäre wird immer wärmer.

Wir haben genug von Manila und fahren mit dem Boot auf die nächste Insel, wo wir herausfinden, was die Gründe für den Klimawandel und sind.

Klima-Activity


Zu zweit (wer will auch alleine) gehen die Kinder zusammen und ziehen reihum ein Begriffskärtchen, die sie pantomimisch darstellen. Ihr könnt den Kindern Tipps geben, sie zeichnen oder erklären lassen, wenn ihnen das mehr Spaß macht.
Nachdem der Begriff erraten worden ist, kannst du ein passendes Bild von den Philippinen herzeigen und ein bisschen was dazu erzählen. Anschließend geht es auf die nächste Insel!

Wer verursacht wie viel...?


Jetzt finden wir heraus, wer zu einem großen Teil für die Klimaerwärmung verantwortlich ist. Du legst sechs bis sieben Luftballons auf den Boden und erklärst: Insgesamt liegt der weltweite CO2 Austoß durchschnittlich bei 6, 8 Tonnen pro Person pro Jahr. Ihr könnt euch die Tonnen in Form von Autos vorstellen - ein kleines Auto wiegt circa eine Tonne. Du nimmst noch drei Luftballons dazu und fragst: Wieviel CO2 wird in Österreich und wieviel wird auf den Philippinen durchschnittlich pro Mensch und pro Jahr ausgestoßen? In Österreich sind es 8,6 Tonnen pro Kopf pro Jahr (im Jahr 2011 waren es 8,13) - das sind 8-9 Luftballons. Und auf den Philippinen sind es 0,8 Tonnen pro Kopf, pro Jahr — das ist ein Luftballon.
Andere spannende Vergleichszahlen sind die USA mit 17,2 Tonnen, Quatar mit 44 Tonnen und Uganda mit 0,1 Tonnen.
Rund 58 Prozent des im gesamten 20. Jahrhundert in die Luft geblasenen Kohlendioxids wurden in Europa und den USA erzeugt (Quelle: World Resources Institute).
Die sogenannten Industrieländer sind also die Hauptverursacher des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes, die Auswirkungen spüren aber oft andere Länder, wie zum Beispiel die Philippinen. Da stimmt etwas nicht. Auf unserer letzten Insel Station wollen wir uns anschauen, wie wir diese unfaire Situation ändern können!

Klima-Salat


Wir spielen Klimasalat, mit Ideen, wie wir die Umwelt und unser Klima schonen können. Alle setzten sich in einen Kreis, ein Kind steht in der Mitte und stellt eine Frage an die sitzenden Mitspieler/innen. Alle Personen, auf die diese Frage/Aussage zutrifft, stehen auf und tauschen Platz. Dabei versucht das Kind in der Mitte möglichst schnell, einen freien Sessel zu bekommen. Die Person, die leer ausgeht, steht wieder in der Mitte und stellt eine neue Frage. Ruft die Person in der Mitte "Klima-Salat" können alle ihren Platz wechseln.
Mögliche Fragen:


  • Wer ist dieses Jahr schon einmal mit dem Zug gefahren statt mit dem Auto?

  • Wer fährt mit dem Fahrrad in die Schule?

  • Bei wem gibt es manchmal Bio-Essen zu Hause?

  • Wer duscht lieber anstatt zu baden und spart so Energie und Wasser?

  • Wer dreht beim Fernseher den Stand-by Modus ab?

  • Wer geht Sternsingen, um sich für eine bessere Welt einzusetzen?

  • Wer isst lieber einen Apfel aus der Steiermark als einen aus Südamerika?

  • Wer dreht das Wasser ab beim Zähneputzen?

  • Wer hat schon mal einen Baum gepflanzt?

Nun ist es Zeit, wieder nach Hause zu fahren. Ihr nehmt zum letzten Mal euer Boot und beendet singend eure Reise.

Autor/in: Clemens Huber und Betti Zelenak

Publikation: kumquat "BrandNeu!" 2/2014

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Schlagwörter: Welt, Ungerechtigkeit