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Die zwei ungleichen Söhne

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Hintergrund

Im Evangelium von den zwei ungleichen Söhnen geht es um das Bekenntnis Jesu zu den Sünder/innen, die sich bekehren. Nach der Aktualisierung des Evangeliums durch zwei Rollenspiele aus dem Bereich Schule und Familie soll die Aussageabsicht Jesu für seine Zeit und für uns heute herausgearbeitet werden: Das Reden und das Tun des/der Christ/innen dürfen kein Widerspruch sein, sondern müssen übereinstimmen.

Material

  • Kettenanhänger zum selber gestalten
  • Fernsehapparat
  • Staubsauger
  • Mathematikbuch
  • Heft
  • Kuli
  • Ball

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, empfehlen wir wegen des Zusammenhangs zum Evangelium jene aus dem Neuen Testament. (Diese hier ist in der Kurzfassung vorgeschlagen.)

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Zwei Rollenspiele
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Nach der Kommunion
  • Text nach der Kommunion
  • Segen für Anhänger und Ketterl

 

Bibelstellen

1. Lesung: Ez 18,25-28

So spricht der Herr: Ihr sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig. Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben. Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren. Wenn er alle Vergehen, derer er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.

2. Lesung: Phil 2,1-5

Brüder und Schwestern! Wenn es Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen, dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig, dass ihr nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen. Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht.

Evangelium: Mt 21,28-32

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Hintergrund Evangelium:

Die Hohepriester und die Ältesten


Die Hohepriester sind Angehörige der priesterlichen Oberschicht in Jerusalem. Sie kümmern sich um die Finanzen und die Tempelpolizei. Die Ältesten stellen eine Art Laien-aristokratie dar, die eine religiöse und weltliche Gewalt über Israel und die palästinischen Städte ausüben. Sowohl die Hohepriester als auch die Ältesten sitzen im Hohen Rat (hebräisch: sanhedrin), wachen darüber, dass die Überlieferungen eingehalten werden und bilden gemeinsam mit den Schriftgelehrten die Gesamtheit der Obrigkeit des jüdischen Volkes. Der Sanhedrin zählte 71 Mitglieder, vielleicht in Erinnerung an Moses und die 70 Ältesten (Ex 24,1; Num 11,16). Seine Zuständigkeit erstreckte sich vom Richten über Delikte gegen das Gesetz über das Festlegen der Lehre und das Aufstellen des liturgischen Kalenders bis zur Überwachung des gesamten religiösen Lebens.

Die Frage nach der Vollmacht Jesu


Die letzten Tage Jesu in Jerusalem sind ausgefüllt mit Auseinandersetzungen zwischen Jesus und verschiedenen Führern des jüdischen Volkes. Das Gleichnis von den ungleichen Söhnen steht im Zusammenhang mit der Frage der Hohepriester und Ältesten an Jesus (Mt 21,23): "Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben?" Mit "das" meinen sie die ungewöhnlichen Vorgänge, die Jesus "sogar" im Tempelbezirk hervorruft und zulässt: messianische Huldigung, Vertreibung der Händler, wunderbare Heilungen.

Jasager und Neinsager


Die Verhaltensweisen der beiden zur Arbeit im Weinberg aufgeforderten Söhne stehen zueinander in Kontrast. Der eine sagt unter Hinzufügung der höflichen Anrede seines Vaters mit "Herr" Ja zu dessen Auftrag, tut dann aber nichts, der andere sagt ehrlich, dass er nicht arbeiten will, nachher reut es ihn jedoch, und er geht schließlich in den Weinberg. Der Jasager setzt einen Akt menschlicher, unterwürfiger (Ja, Herr!) Gehorsamsleistung gegen seinen Vater (Gott). Es wird klar, dass Jesus mit den Jasagern die Hohepriester und Ältesten meint. Sie bejahen den Willen Gottes, der für sie in der Tora niedergelegt ist, verwirklichen ihn dann aber nicht in ihrem Tun.

Zöllner und Dirnen


Der/die Neinsager/in, mit dem Jesus Zöllner und Dirnen meint, ist der/die, der/die Gottes Willen zunächst ablehnt und den Gehorsam schuldig bleibt, dann aber doch den Willen Gottes tut. Zöllner waren bei den Juden kleine "Steuereinsammler", die wegen ihrer Beziehung zur heidnischen Besatzungsmacht und oft zwangsweiser Geldeintreibung öffentlichen Sündern — z.B. Dirnen — gleichgestellt waren. Jeder Jude, der das Gesetz beachtete, mied sowohl Zöllner als auch Dirnen, nicht so Jesus. Zöllnern und Dirnen verheißt Jesus das Reich Gottes, nicht den Frommen, die sich im Bund mit Gott zu sicher fühlen. Nicht die, die die Gesetze und Gebote genau befolgen, sind mit dem Sohn gemeint, der schließlich den Willen seines Vaters erfüllt, sondern die Sünder/innen, die sich vom Ruf des Johannes treffen ließen, die Botschaft Jesu annahmen und umkehrten.

Der Wille des Vaters


Matthäus spricht nur an dieser Stelle vom "Reich Gottes", ansonsten spricht er immer vom "Reich der Himmel". Der Gedanke vom Tun des Willens Gottes, um das Reich Gottes zu erlangen, ist im Alten Testament tief verwurzelt. Sowohl für die zeitgenössischen Juden als auch für Jesus ist diese Erfüllung des Willens Gottes wichtig. Das Ziel des Gleichnisses ist es, die unterschiedliche Interpretation des Willens Gottes aufzuzeigen. Für die Juden hieß das: die Tora tun, Gebote und Verbote befolgen, Gehorsam. Das Gesetz wurde als die eigentliche Macht verstanden und an die Stelle des Willens Gottes gestellt. Die Sünder/innen, die diesen Gehorsam schuldig blieben, konnten nach Meinung der frommen Führer Israels das Reich Gottes nie erreichen. Gerade die Sünder/innen aber sind es, die im Gleichnis von den zwei Söhnen ihr anfängliches Nein durch Umkehr wieder wettmachen und Gottes Willen doch noch erfüllen. Die Entscheidung der Hohepriester und Ältesten, dass der Neinsager den Willen seines Vaters erfüllt, deckt ihr eigenes Versagen auf.

Zusammenhang


Die Hohepriester und Ältesten waren nicht bereit, ihr Verhalten gegenüber Johannes dem Täufer zu korrigieren. Obgleich ihnen durch das Verhalten der Zöllner und Dirnen, das ihnen ja keineswegs verborgen bleibt, der Anspruch Gottes in der Verkündigung des Täufers hätte aufgehen müssen, weigern sie sich, ihr Fehlverhalten zu bereuen und doch noch auf den Willen des Vaters einzugehen. Das Gleichnis von den ungleichen Söhnen soll uns ermahnen, unserem Reden immer auch das Tun folgen zu lassen und Gottes Heilswirken nach dem Beispiel Jesu im eigenen Handeln an den Mitmenschen tatkräftig zu verwirklichen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Jesus, unser Herr und Bruder, du hast dich in deinem Leben sehr für die Sünderinnen und Sünder eingesetzt.

Jesus, unser Herr und Bruder, gerade den Außenseiterinnen und Außenseitern und sozial schwachen Menschen hast du dein Vertrauen geschenkt.

Jesus, unser Herr und Bruder, durch dein Leben wird uns klar, dass es nicht um Gesetze, sondern um Menschen geht.

Zwei Rollenspiele

Rollenspiel:

Schule (Lehrer/in und zwei Schüler/innen)
Material: Mathematikbuch, Heft, Kuli, Ball

Lehrer/in: Ihr wisst ja, dass wir nächste Woche Mathematik-Schularbeit haben. Rechnet daher die fünf Schlussrechnungen auf Seite 9 bis morgen als Hausübung.
1. Schüler/in: Ja, selbstverständlich, Herr/Frau Lehrer/in. Ich möchte ja unbedingt eine gute Note bekommen.
2. Schüler/in: Eigentlich wollte ich heute am Nachmittag nichts lernen, sondern spielen. Es ist doch so schönes Wetter heute.
Beide spielen mit dem Ball. 1. Schüler/in spielt weiter mit dem Ball. 2. Schüler/in holt das Mathematikbuch hervor und beginnt zu rechnen.

Rollenspiel:

Familie (Vater oder Mutter und zwei Kinder)
Material: Fernsehapparat, Staubsauger

Vater/Mutter: He, Kinder, ich muss zur Großmutter ins Spital fahren. Könntet ihr so lieb sein und in der Wohnung ein bisschen zusammenräumen, staubsaugen und so!?
1. Kind: Ja, das mache ich wirklich sehr gerne.
2. Kind: Ich will eigentlich überhaupt nicht. Am Nachmittag gibt es einen interessanten Film im Fernsehen.
Die Mutter geht weg. Beide Kinder setzen sich vor den Fernsehapparat. Nach einer Weile beginnt das 2. Kind Staub zu saugen.

Eine ganz ähnliche Geschichte erzählt uns Jesus im heutigen Evangelium: Mt 21,28-32

Verkündigung


Wer kann sagen, was die zwei Rollenspiele und das heutige Evangelium gemeinsam haben? Die ersten Personen (1. Schüler/in, 1. Kind, 1. Sohn) sagen auf die Anordnung des/der Lehrers/Lehrerin, des Elternteils, des Vaters "Ja". Dieses "Ja" ist aber ein unehrliches "Ja". Sie sagen zwar "Ja", tun aber dann nicht das, was sie versprochen haben. Sie sagen "Ja", damit sie eine Ruhe haben, damit sie einem Konflikt aus dem Weg gehen. Sie sind feige. Die zweiten Personen (2. Schüler/in, 2. Kind, 2. Sohn) sind ehrlich. Sie wissen, dass sie das, was ihnen angeschafft wurde, nicht tun wollen, und sagen ehrlich "Nein". Sie sagen ehrlich ihre Meinung. Später tut es ihnen dann leid, und sie tun doch, was ihnen angeschafft worden ist. Der/die 2. Schüler/in macht die Mathematikhausübung, das 2. Kind saugt in der Wohnung Staub und der 2. Sohn im Evangelium arbeitet im Weinberg des Vaters.

Das Gleichnis, das Jesus erzählt hat, bezieht sich auf seine Zeit. Mit dem 1. Sohn, der "Ja" sagt, aber die Arbeit dann doch nicht tut, meint Jesus die Hohepriester und Ältesten. Er sagt: "Ja, Herr!" zum Willen des Vaters, mit dem Gott gemeint ist, verwirklicht dann aber den Willen des Vaters nicht.
Mit dem 2. Sohn, der zuerst "Nein" sagt, sich dann aber bekehrt und die Arbeit tut, meint Jesus die Sünderinnen und Sünder, die zuerst sündigen, dann aber ihre Entscheidung bereuen und den Willen des Vaters tun.
Wir selbst können daraus lernen, dass wir ehrlich unsere Meinung sagen und auch danach handeln sollen. Unser Reden und unser Tun müssen zusammenpassen. Was wir sagen und meinen, muss in unserem Leben sichtbar und erlebbar werden.

Während der Priester nun auch einen Teil der Verkündigung zu den Erwachsenen sprechen kann, versammeln sich die Kinder an einem geeigneten Ort in der Kirche und gestalten dort (begleitet von Erwachsenen) Kettenanhänger als sichtbares Zeichen, dass sie Christ/innen sind. Diese Anhänger können sie mit nach Hause nehmen und an den Ketten, die sie später (am Schluss) bekommen, tragen, wenn sie möchten.

Fürbitten


Für alle Christinnen und Christen, dass ihr Reden und ihr Tun übereinstimmt.

Für alle Menschen, die in ihrem Leben einen falschen Weg eingeschlagen haben, dass sie die Kraft haben, umzukehren.

Für alle konfliktscheuen Menschen, dass sie sich trauen, Konflikte, offen und ehrlich auszutragen.

Für alle Menschen, die Verantwortung tragen, dass sie den Weg der Gerechtigkeit gehen.

Nach der Kommunion


Die Kinder sind, nachdem sie bei der Kommunion gewesen sind, eingeladen, von einem Tisch, der ein bisschen abseits steht, ihren Anhänger zu holen und ihn mit in die Bankreihe zu nehmen. Beim Tisch sollen Erwachsene oder Jugendliche stehen, die dabei mit ihnen noch einmal über die Kommunion sprechen, und das Brot als Zeichen dafür, dass sie Christinnen und Christen sind.

Text nach der Kommunion


Ich begann zu beten
Ich hatte eine Zeit, da war ich blind.
Ich dachte, was alle dachten.
Ich sagte, was alle sagten.
Ich tat, was alle taten.
Ich hatte eine Zeit, da kaufte ich Andachtsbildchen,
da reihte ich Rosenkranz an Rosenkranz,
da betete ich täglich dreißig Psalmen.
Ich hatte eine Zeit, da tat ich meine Pflicht,
da dachte ich in Schablonen,
da war für mich die Welt weit weg.
Ich hatte eine Zeit, da war ich blind.
Da bin ich aufmerksam geworden.
Da merkte ich: Vieles stimmt nicht.
Sie reden vom Sachzwang und zerstören den Menschen.
Sie reden vom Frieden und handeln mit Waffen.
Sie verdienen an den Gastarbeitern und an der Dritten Welt.
Sie hassen einander und gehen gemeinsam zum Gottesdienst.
Da bin ich aufmerksam geworden.
Da bin ich aufmerksam geworden.
Da habe ich die Bibel gelesen.
Einer versuchte den geraden Weg,
— Jesus Christus berief sich auf Gott, sagte die Wahrheit.
Ich las von seinem Untergang und las von seiner Auferstehung.
Da bin ich aufmerksam geworden.
Da begann ich zu fragen.
Wer ist schuld, dass die Welt so ist, wie sie ist?
Wir?
Niemand?
Gott?
Sonst wer?
Wer wird sie verändern?
Wir?
Niemand?
Gott?
Sonst wer?
Wer tut etwas?
Wir?
Niemand?
Gott?
Sonst wer?
Da begann ich zu fragen.
Ich begann zu beten.
(nach Joseph Dirnbeck und Martin GutI)

Segen für die Ketterl


Der Priester bittet alle Kinder mit ihren Kettenanhängern nach vorne. Auf einem Tablett hat er so viele Ketten liegen, wie Kinder Anhänger gestaltet haben. Er segnet diese Ketten. Danach erklärt er den Messfeiernden, was es mit diesen Ketterln auf sich hat.
Danach bekommt jedes Kind eine dieser Ketterl und kann sich — nachdem es mit Hilfe eines Erwachsenen seinen Anhänger an der Kette befestigt hat — die Kette umhängen.

Publikation: effata

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