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Das Kreuz - ein Grund zum Feiern

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Hintergrund

Der Gottesdienst möchte den Kindern den Doppelsinn des Kreuzes erschließen. Dabei können sie auch erfahren, welches Ärgernis der Tod Jesu war und wie nur die Glaubenden die Bedeutung dieser Erniedrigung Gottes verstehen konnten. Die Feier nimmt bewußt Elemente der österlichen Bußzeit und des Karfreitags hinein.

Material

  • Folgende Zeichnungen:
    • Zeichen für Gift (Totenkopf)
    • Das Zeichen Apotheke (Äskulapnatter)
    • Zeichnung des Spottkruzifixes
    • vom Palatin
  • Holzstäbchen und Bindfäden (um Kreuze für alle zu binden)

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, sollte wegen des Zusammenhangs mit dem Evangelium jene aus dem Alten Testament gewählt
werden.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Predigt
  • Prozession
  • Fürbitten
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Num 21,4-9

In jenen Tagen brachen die Israeliten vom Berg Hör auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut, es lehnte sich gegen Gott und gegen Moses auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig. Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben. Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, daß er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk. Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht. Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

2. Lesung: Phil 2,6-11

Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters.

Evangelium: Joh 3,13-17

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Weit so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

Hintergrund Evangelium:

Ursprung des Festes


Das heutige Fest der Kreuzerhöhung verdanken wir einem genau datierbaren Ereignis. Am 13. September 335 war die Basilika über dem Grab in Jerusalem feierlich eingeweiht worden. Man hatte den Tag der Kirchweihe mit Bedacht gewählt. War doch der Tag, an dem man glaubte, das historische Kreuz Christi gefunden zu haben, ebenfalls der 13. September. Am Tag darauf, am 14. September 335, wurde dem Volk zum erstenmal das Kreuzesholz gezeigt, erhöht und feierlich verehrt. Wir nennen diese Kirche in Jerusalem die "Grabes"kirche. Aber die Griechen haben einen anderen Namen: "Anastasis", d.h. Auferstehungskirche. So bezeugen die Christen in Ost und West gemeinsam: Kreuz ist Auferstehung. Tod und Auferweckung Christi sind die zwei Seiten ein und derselben Wirklichkeit.

Inhalt des Festes


Inhaltlich gehört das Fest in den Bereich der Reliquienverehrung, die nicht nur in der katholischen und orthodoxen Kirche, sondern in vielen Religionen eine Rolle spielt. Der Mensch hat den Wunsch, geistige Zusammenhänge, vor allem das Heilige und das Heil sichtbar, anfaßbar, im Übertreibungsfall auch verfügbar und manipulierbar bei sich zu haben. Aus solchen Bewegungsgründen wird auch bei der Schlacht von Hattin in Galiläa un Jahr 1187 - die Schlacht markiert das Ende der Kreuzritterzeit - der Bischof von Bethlehem das Kreuz mitgetragen haben. Es ging damals endgültig verloren, bis auf jene Teile, die man schon früher abgetrennt und nach Konstantinopel gebracht hatte.

Evangelium zum Fest


Das Johannesevangelium ist das Evangelium der ganz intimen Zwiegespräche zwischen Jesus und Personen seiner näheren und ferneren Umgebung (Nikodemus, die Samariterin, der Kranke am Betseda-Teich, die Ehebrecherin, der Blindgeborene, Marta, Maria von Magdala, Thomas). Das heutige Festevangelium ist eine lockere Fortführung des Nikodemusgespräches.

"Hinaufsteigen" "Herabsteigen"


Es geht um Begriffe wie "Aufstieg" und "Abstieg" sowie "Erhöhung", "Hinaufsteigen" mit denen das Heilsgeschehen, das Handeln Gottes und seine Zuwendung "Herabsteigen" zu den Menschen typisiert werden soll. Der Weg Jesu durch den Tod hindurch durchkreuzt menschliche Vorstellungen von Sieg und Niederlage und steht auch den jüdischen Messiaserwartungen entgegen.
Mit dem Bild von der erhöhten Schlange sollte aber dem jüdischen Zuhörer der Weg Jesu über den Verbrechertod zur Verherrlichung als der Rettungsweg Gottes für den Menschen von der Schrift des Alten Testaments her belegt werden.

Schlange als Symbol für Leben und Tod


Die Schlange galt in der Antike nicht nur als gefährlich und todbringend, sondern auch als heilbringend und Symbol des Lebens. Die sich häutende, regenerierende Schlange ist ein Hinweis auf wieder gesundendes Leben und Unsterblichkeit. (Vergleiche die Äskulapnatter, die noch heute als Zeichen für Arznei und Medizin, etwa bei den Apotheken, gilt.) Das Evangelium macht uns beide Seiten einer Wirklichkeit klar. Was uns als Niederlage erscheint, ist für Gott der Triumph des Durchhaltens und Aushaltens. Gott zeigt seine Größe nicht in Erhabenheit und Distanz, sondern in seiner Erniedrigung und Nähe.

Erhöhung


Der Begriff "Erhöhung" hat mit Ansehen, Größe und Macht zu tun, Erhöhung so wie wir sagen, daß wir zu jemandem aufschauen, der bewundernswert ist in seiner Art. "Erhöhtwerden" bedeutete schon im Alten Testament, daß Gott einen Menschen groß macht (vergleiche lSam 2,1.10; Ps 75,ll;92,ll;110,l; Jes 52,Uff; Lk 1,52; Apg 2,33;5,30f).

Kreuz = Auferstehung


Für jüdische Hörer soll also die Erhöhung, auch die am Kreuz, als Einsetzung Jesu zum Herrn und Messias gedeutet werden. Die Urkirche erkannte im Kreuzestod Jesu den notwendigen Durchgangspunkt zur messianischen Herrlichkeit. Kreuz und Auferstehung wird deshalb zu einem Begriff der Erlösung. Der Leidensweg wird zu einem Siegeszug. Die Gestalt des Richters ist auch die des Retters. Es kommt nur mehr darauf an, ob wir die beiden Seiten der Wirklichkeit, die dunkle und die lichte, in einem sehen und als Wirken Gottes verstehen und glauben können.

Elemente für eine Gottesdienst mit Kindern

Zum Kyrie


V: Herr Jesus Christus, du bist Mensch geworden, um mit uns das ganze Leben zu teilen.
Wir beten dich an, Herr Jesus Christ, und preisen dich:
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V: Du bist am Kreuz gestorben, um uns in der schwersten Stunde unseres Lebens nicht allein zu lassen.
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich:
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
V: Du bist vom Tode auferweckt worden, um mit uns das ewige Leben zu teilen.
Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich:
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Verkündigung


Für die Predigt wird es hilfreich sein, folgende Dinge zum Anschauen für die Kinder vorbereitet zu haben: Das Zeichen für Gift (Totenkopf) und für Apotheke (Äskulapnatter), sowie die Zeichnung des Spottkruzifixes vom Palatin.
Der erste Teil der Predigt könnte zum besseren Verständnis der Texte auch vor den Schriftlesungen mit den Kindern besprochen werden.

Was ist das? (Gift- und Apothekerzeichen zeigen) Wo kommt das vor? Wenn wir dieses Zeichen sehen, dann heißt das: Achtung! Lebensgefahr! Etwas kann tödlich sein, wenn wir es essen oder damit in Berührung kommen. Warum ist aber beim Apothekerzeichen eine Schlange darauf?
Nicht weil es in Apotheken auch Gift zu kaufen gibt (weil es in ganz kleinen Mengen auch eine Krankheit heilen kann), oder weil manche Schlagen giftig sind. Nein, Schlangen sind seit alten Zeiten ein Zeichen für Gesundheit, Heilung, Leben. Die Leute haben nämlich beobachtet, daß Schlagen sich häuten. Nach einer gewissen Zeit streifen Schlangen ihre alte Haut ab und kriechen davon. Wenn man dann die Hülle der Schlange findet, glaubt man, sie ist tot, aber in Wirklichkeit lebt sie noch. Manche Leute dachten sogar, Schlangen könnten sich verjüngen und leben ewig. Vielleicht versteht ihr jetzt sogar das Bild von der Schlange in Lesung und Evangelium.

Jetzt könnte/n die Schriftstelle/n gelesen werden.

So wie wir heute nicht mehr ganz so wie früher verstehen, was die Schlange für ein Zeichen ist, so haben auch zur Zeit Jesu die Menschen das Kreuz anders als wir gesehen. Das Kreuz war nichts Schönes, sondern etwas Schreckliches und Schändliches. Das Kreuz war nichts, womit man sich ein Zimmer oder ein Gotteshaus schmückte. Man trug es auch nicht als Halsschmuck, es war ein Schandpfahl und Galgen, ein Ärgernis und ein Zeichen für den Tod eines Verbrechers. Deshalb wurden die ersten Christen auch mißverstanden, wenn sie Jesus als Gekreuzigten predigten. Ich habe euch hier ein Beispiel mitgebracht: Eine Wandkritzelei aus dem alten Rom. Sie war in einer Soldatenschule mit einem Nagel oder Messer in den Wandverputz geritzt worden. Ein junger Mann hebt grüßend seine Hand zum Kreuz. Am Kreuz hängt ein Mann. Aber sein Kopf ist ein Eselskopf. Darunter steht: Alexamenos sebete theon (das ist griechisch und heißt: Alexamenos ehrt Gott). Mit dieser Zeichnung wurde also Alexamenos von seinen Kameraden verspottet. Ein Gott am Kreuz? Dieser Gott ist ein Esel, und wer ihn anbetet auch: Wahrscheinlich haben sie von Jesus nicht viel gewußt, oder sie konnten es nicht glauben, daß Gott so etwas tut: sich ans Kreuz nageln lassen und wie wir Menschen sterben.

Aber Vorsicht: Vielleicht geht es uns nicht besser als diesen Kameraden. Auch uns fällt es oft schwer zu begreifen, warum das in unserem Leben, was Mühe macht, was weh tut, warum alles, was wir wie ein schweres Kreuz empfinden, gut sein soll. Ein Fehler, eine Niederlage, Kranksein, Leiden und Tod sind eigentlich nichts Gutes. Warum hat Gott unsere Welt so gemacht, daß er es auch getragen hat, weil es zu unserem Leben als Menschen gehört. Und wir wissen, daß Gott Jesus nicht im Tod und Leiden ließ, sondern ihn nicht nur groß und stark gemacht hat, das alles zu tragen, sondern ihm auch sein herrliches und unzerstörbares Leben wiedergeschenkt hat. Darum glauben wir, daß der Tod nicht das Ende des Lebens ist. Wir werden all das Leidvolle und Schwere einmal abstreifen können - wie die Schlange - und wenn die Hülle unseres Körpers einmal begraben sein wird, sind wir nicht gestorben, sondern leben für immer. Darauf dürfen wir hoffen, verspricht uns Jesus.

Deshalb ist für uns das Kreuz kein schreckliches Ding mehr, kein Zeichen für Tod und Lebensgefahr, sondern für Rettung und Heilung. Das hat wohl auch Alexamenos geglaubt. Denn die Forscher fanden in einem anderen Raum auch eine andere Kritzelei. Da stand: Alexamenos fidelis - Alexamenos bleibt treu und gläubig. Und die Christen haben einige Zeit später begonnen, das Kreuz mit Edelsteinen zu schmücken und zu verehren. Auch wir wollen das heute so tun, wie wir es am Karfreitag in der Liturgie tun.

Kreuzverehrung


Hier könnte nun (statt das Glaubensbekenntnis nur zu sprechen) das bekenntnishafte Tun der Kinder folgen. Entweder die Kreuzverehrung wie am Karfreitag mit den entsprechenden Kniebeugen, oder auch eine Prozession mit dem Kreuz durch die Kirche. Dabei könnte auch das Kyrie wiederholt werden.

Fürbitten


Gott, unser Vater! Manchmal sagen wir von Menschen, daß sie ein Kreuz tragen. Und wir meinen damit jene, die es besonders schwer haben. Für sie wollen wir dich jetzt bitten:

  • für alle, die ein Kreuz tragen, weil in ihrem Land Krieg ist.
  • für alle, die ein Kreuz tragen, weil sie schwer krank sind.
  • für alle, die ein Kreuz tragen, weil sie arm sind.
  • für alle, die ein Kreuz tragen, weil sie hungern müssen.
  • für alle, die ein Kreuz tragen, weil sie traurig sind.
  • für alle, die ein Kreuz tragen, weil sich niemand um sie kümmert.
  • für alle, die ein Kreuz tragen, weil sie niemand leiden mag.


Hilf ihnen allen, guter Vater, daß sie nicht mutlos werden. Laß uns erkennen, wie wir ihnen beistehen können und das Kreuz tragen helfen. Darum bitten wir dich durch deinen Sohn, der für uns alle das Kreuz getragen hat.

Friedensgruß


Beim Friedensgruß könnten wir einander helfen, ein Kreuz zu binden, das wir dann als Erinnerung vom Gottesdienst mitnehmen. Dazu kann man sich in einem Bastlergeschäft oder bei einem Tischler kleine, vierkantige Stäbchen besorgen und entsprechend viele Bindfäden bereitstellen.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

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