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Rest in Peace

Ausflug | Alter: 6-14 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Eine Rausgehaktion auf den Friedhof gibt den Kindern die Möglichkeit, einmal mit jemand anderem als Verwandten auf den Friedhof zu gehen und ihn — abseits von traurigen Anlässen — aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Die Kinder können dabei auf spielerische Weise Wissenswertes über den Friedhof erfahren und Gräber genauer betrachten. Dabei ist es wichtig, den Kindern auch Zeit und Raum zu geben, um miteinander über Fragen rund um das Leben und den Tod zu plaudern oder ins Philosophieren zu kommen.

Material

  • findest du bei den einzelnen Ideen angegeben.

 

Zur Vorbereitung


Wenn ihr auf den zu eurer Pfarre gehörenden Friedhof geht (im Fall, dass es keinen gibt), informiert rechtzeitig vorher euren Pfarrer oder sonstige zuständige Personen, damit diese Bescheid wissen. Bei dieser Gelegenheit solltest du auch abklären, ob an dem Termin ein Begräbnis stattfindet — dann solltet ihr eure Aktion an einem anderen Tag durchführen. Ein Friedhof ist immer auch ein Ort, an dem Menschen ihren verstorbenen Lieben gedenken, weshalb man beim Besuch eines solchen, sensibel vorgehen sollte.

Ein anderer Grund, die Friedhof-Rausgehaktion auf später zu verschieben, ist, wenn es erst vor kurzem in der Familie oder im Freundeskreis eines deiner Kinder einen Todesfall gegeben hat. Bevor ihr auf den Friedhof geht, ist es gut, mit den Kindern zu besprechen, was zu beachten ist, wenn ihr euch diesen Ort genauer anschaut. Die Kinder können sich wie an jedem anderen Ort bewegen, sollen dabei aber darauf achten, dass sie andere Friedhofsbesucher/innen nicht stören.

Falls Verwandte oder Bekannte der Kinder auf dem Friedhof, den ihr besuchen wollt, begraben sind, wäre es schön, den Kindern die Möglichkeit zu geben, das Grab zu besuchen und eine Kerze anzuzünden. Ihr könnt auch Kerzen für Gräber mitnehmen, auf denen keine angezündet ist. Gerade wenn der Friedhof etwas größer ist, ist es wichtig, mit den Kindern genau zu vereinbaren, wann und wo ihr einander wieder trefft bzw. in welchem Umkreis sie sich beim Erforschen des Friedhofs alleine bewegen dürfen. Besonders bei jüngeren Kindern sollte bei jeder Kleingruppe ein/e Begleiter/in dabei sein.

Unbekannte Namen


Material: evtl. Zeittafel mit Daten der österreichischen Geschichte
Der überwiegende Teil der Namen auf den Grabsteinen wird euch wahrscheinlich unbekannt sein. Schaut auf die Daten der Geburt und des Todes und überlegt, was ein Mensch mit diesen Lebensdaten erlebt haben könnte. Wie könnte sein/ihr Leben ausgesehen haben? Welchen Beruf hatte er/sie, wie sah seine Familie aus, wie sein Alltag? Was hat er wohl abends nach dem Essen gemacht, oder am Wochenende?

Für Ältere ist dies vielleicht auch in Verbindung mit historischen Ereignissen spannend: Beispielsweise könnte jemand, der 1883-1943 gelebt hat, auf einer Kreuzfahrt Kaiser Franz Joseph die Hand geschüttelt haben. Jemand mit den Lebensdaten 1906-1983 könnte im Krieg aus Österreich geflüchtet sein, und nachher wieder zurückgekehrt sein. Dazu ist es hilfreich, wenn du eine Zeittafel mit zentralen Daten der österreichischen Geschichte mitnimmst.

Es lebe der Zentralfriedhof


Material: Stifte, Papier
Ein Friedhof ist ein Ort des Gedenkens an die Toten, aber auch ein Ort voll Leben! Deine Kinder sollen sich auf die Suche machen und dokumentieren, was für "Leben" sie dort finden. Von Käfern, über Besucher/innen, Pflanzen bis hin zu Igeln, oder Schmetterlingen. Das Bewusstmachen des regen Lebens am Friedhof kann dem Ort auch etwas von der Schwere nehmen.

Who is Who


Vielleicht liegen auf dem Friedhof, den ihr besucht, auch bekannte Leute begraben. Ob frühere Bürgermeister/innen, Musiker/innen oder Dichter/ innen, Sportler/innen,... Für die Kinder kann es interessant sein, wenn du am Grab dieser Person etwas über deren Leben erzählst. Solche Informationen kannst du z.B. in der Pfarrkanzlei erfragen. Größere Friedhöfe haben oft Homepages, auf denen du dich im Vorhinein über Ehrengräber informieren kannst.

Jemand, der/die es wissen muss...


Manche Leute verbringen von Berufs wegen sehr viel Zeit am Friedhof: Gärtner/innen, Totengräber/innen, Begräbnisleiter/innen,... Wenn eine dieser Personen sich gerne Zeit nimmt, Fragen der Kinder zu beantworten, könnt ihr euch von ihr interessante Details des Friedhofs zeigen lassen und sie über ihre Tätigkeit interviewen. Dafür kann es sinnvoll sein, wenn ihr euch schon ein paar Fragen überlegt.

Jedes Grab ist anders


Beim Betrachten verschiedener Gräber fällt auf, dass keines von ihnen genauso wie ein anderes aussieht. Um sich die Unterschiedlichkeiten der Gräber noch genauer anzuschauen, können sich die Kinder in zwei Gruppen teilen.

Die Gruppen bekommen den Auftrag, spezielle Gräber ausfindig zu machen (auf großen Friedhöfen, grenzt das Areal ein, sonst sind die Distanzen uU zu groß): Eine Gruppe könnte beispielsweise ein möglichst altes Grab, die andere Gruppe ein Grab mit einem Spruch, der den Kindern besonders gut gefällt, suchen. Wenn die Gruppen fündig geworden sind, treffen sie einander und schildern, wie das Grab aussieht. Die jeweils andere Gruppe versucht nun, aufgrund dieser Beschreibung das Grab zu finden.

Friedhof 2200


Material: Papier, Stifte
Beim Erkunden des Friedhofs könnt ihr erforschen, ob bzw. wie sich die Gestaltung von Gräben im Lauf der Zeit verändert. Gibt es Ähnlichkeiten zwischen Gräbern, die vor 100 Jahren gestaltet wurden? Sehen neuere Gräber ganz anders aus? Danach können die Kinder auch Skizzen anfertigen, die zeigen, wie Gräber in der Zukunft, z.B. im Jahr 2200 aussehen könnten.

Symbole & Inschriften suchen


Material: evtl. Papier, Stifte
Auf vielen Gräbern sind ähnliche Symbole zu finden — Kreuz, Kerzen, Blumen, usw. Die Kinder können durch den Friedhof spazieren und erforschen, welche Symbole es gibt und wie häufig sie zu sehen sind. Danach könnt ihr gemeinsam deren Bedeutung überlegen: Pflanzen könnten zum Beispiel ein Symbol der Auferstehung sein: Sie "sterben" im Herbst, aber nach dem Winter treibt alles wieder neu aus und beginnt zu blühen. Für ältere Kinder kann es auch spannend sein, sich die Inschriften genauer anzuschauen und zu überlegen, was diese für sie bedeuten, welche sie nicht verstehen bzw. welche ihnen besonders gefallen.

Zum Abschluss


Der Abschluss der Gruppenstunde sollte wieder im Jungschar-Raum sein, und so zumindest ein wenig Zeit zwischen dem Besuch am Friedhof und dem Weggehen der Kinder sein. Ihr könnt eine Abschlussrunde machen, wo jedes Kind sagen kann, was sie/ihn am meisten überrascht hat bei ihrem Besuch und ob sie eine Idee haben, was sie gerne machen würden, wenn sie das nächste Mal mit ihrer Familie oder anderen Leuten auf den Friedhof gehen.

Achte darauf, ob es für alle Kinder ein angenehmer Besuch war, oder ob eines der Kinder vielleicht noch mit dir über das Erlebte reden möchte und auch die Möglichkeit bekommt, es nachwirken bzw. verarbeiten zu können.

Publikation: Schau Raus

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Jahreskreis: Allerheiligen, Allerseelen

Schlagwörter: Allerheiligen/Allerseelen, Rausgehaktion