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Gebärdensprache

Wer einmal Activity gespielt hat, weiß, wie schwierig es ist, etwas mitzuteilen, ohne zu sprechen. Doch was ist nun, wenn die komplette Kommunikation ohne Gesprochenes auskommen muss? Weltweit gibt es viele Gebärdensprachen, die sich so entwickelten wie Lautsprachen – regional und national unterschiedlich, mit Dialekten und altersspezifischen Wörtern. Eine Gruppenleiterin hat einen Kurs in ÖGS (Österreichischer Gebärdensprache) gemacht und mir erklärt, wie diese Sprache funktioniert: Es gibt eine eigene Grammatik; verwendet wird nur die Nennform von Verben und keine Zeiten. Also kein Konjugieren und Zeiten büffeln – praktisch, oder? Man lernt Worte und übt dann, Sätze zu formulieren. Namen und Ortsbezeichnungen werden im Fingeralphabet buchstabiert, das ähnlich funktioniert wie das, das die meisten von euch kennen – nur braucht man für die meisten Buchstaben nur eine Hand. Und wenn man sich erinnert, wie viel Spaß man als Kind damit hatte, fragt man sich, warum man aufgehört hat mit den Gebärden? Ein Anliegen vieler Gehörloser ist es deshalb, Hörende für die ÖGS zu begeistern.

Spannend ist, dass Gebärdensprachen nicht nur von Gehörlosen verwendet werden. In Gebieten mit großer Sprachenvielfalt entwickeln sich manchmal Gebärdensprachen. Zum Beispiel gibt es in den Prärien der USA die Plains Indian Sign Language. Es war normal, dass sich ein Dakota und ein Siksika so unterhielten, wenn sie ja die Sprache des jeweils anderen nicht sprechen konnten. Heute verschwindet die PISL leider und kaum jemand spricht noch „Sign“. Und noch ein Hinweis: Das Wort „taubstumm“ ist einfach falsch, denn Menschen, die nicht hören können, sind nicht stumm, sie verwenden bloß eine andere Sprache!

Monika Gamillscheg


kumquat "Sprache" 4/2014

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