• Jungschar vor Ort
  • 70 Jahre JS
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Über den Pfarrgemeinderat und warum die Jungschar darin vertreten sein sollte

Eine kinderfreundliche Pfarrgemeinde braucht Engagement

„Jungschar ist Kirche mit Kindern“ lautet einer der vier Leitsätze der Jungschar. Die Jungschar bietet Kindern einen konkreten Platz in der Pfarrgemeinde und einen altersgemäßen Raum zur Entfaltung. Kirche mit Kindern zu leben heißt u.a., sich um ein kinderfreundliches Klima in der Pfarre zu bemühen.

Kinder sollen ja nicht nur „ausgehalten“ werden, sondern sich willkommen und beteiligt wissen. Und das nicht, weil sie die Kirchenbeitragszahler/innen von morgen sind, sondern weil Kinder auch hier und jetzt ein wichtiger Teil der Kirche sind und als solche das Recht haben, am Pfarrleben in angemessener Form teilzuhaben.

Dafür müssen in der Pfarre Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es ist also für die Kinder wichtig, wer in diesem Pfarrgemeinderat (PGR) arbeitet, denkt, Vorschläge macht und Ideen durchsetzen will. Darum sollte es jedem/r Gruppenleiter/in ein Anliegen sein, dass auch die Wünsche der Kinder von einer Person, die sie versteht, in den PGR eingebracht und verlässlich vertreten werden.

Die Jungschar arbeitet gemeindebezogen

So liegt es nahe, dass diejenigen, die für die Arbeit der Jungschar in der Pfarre verantwortlich sind, auch am Gesamtleben der Gemeinde interessiert und beteiligt sind. Einen wesentlichen Beitrag zum Gemeindeleben leistet auch der Pfarrgemeinderat. Dort mitarbeiten heißt auch, Pfarre konkret mitzugestalten und die Spannung zwischen Bewahren und Verändern am Leben zu erhalten und ins richtige Lot zu bringen. Der PGR ist gewissermaßen die Schaltzentrale der Pfarrgemeinde und wer dort ist, bekommt auch mit, was außerhalb der eigenen Gruppe in der Pfarre los ist. So erhältst du nicht nur mehr Einblick ins Pfarrleben, sondern kannst auch darauf Einfluss nehmen (z.B. wenn ein Pfarrfest geplant ist auch die Kindersicht einbringen).

PGR bringt´s!

Gerade weil es immer weniger Kinder und Jugendliche in der Pfarre gibt, muss deren Stimme  gehört werden. Im PGR bieten sich dazu einige Möglichkeiten:

Kritik kann im Keim erstickt werden. Es ist immer leichter, auf jemanden zu schimpfen, der nicht anwesend ist. Wird Kritik über die Kinder z.B. weil sie in der Messe zu laut sind geäußert, kannst du Partei für sie ergreifen und klar machen, was die Bedürfnisse der Kinder sind. Vielleicht ergeben sich ja so auch neue Handlungsmöglichkeiten z.B. Kinderwortgottesdienste.

Entscheide mit. Versuche bei Entscheidungen die Konsequenzen für die Kinder zu bedenken und für sie ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die eine gute Lösung ausmachen.

Jungschar ist mehr als spielen. In jeder PGR-Sitzung gibt es den Punkt Berichte. Hier hast du die Möglichkeit, die Arbeit der Jungschar bzw. der Gruppenleiterinnen-Runde zu präsentieren z.B. Gedanken rund um das Jungscharlager. Meist löst du damit Erstaunen der anderen PGR-Mitglieder aus und hebst somit auch das Ansehen eurer Arbeit.

Die Jungschar bekommt ein Gesicht. Als PGR-Vertreterin der Jungschar bist du eine konkrete Ansprechperson, an die man sich auch persönlich wendet. Deswegen ist es wichtig, auch informell die Kontakte in der Pfarre zu pflegen. 

Wichtige Weichenstellungen werden im PGR getroffen

Jede Pfarre ist selbst für ihre Finanzen verantwortlich und muss für ihren Haushalt sorgen – darum kümmert sich ebenfalls der PGR. Wenn also Entscheidungen darüber getroffen werden, woher die Pfarre oder einzelne Gruppen Geld bekommen, bzw. was damit gemacht wird, ist es sicher nicht unklug, vor Ort zu sein und mitzureden. Zu den Aufgaben des PGR gehört es nicht nur, den Haushaltsplan, also die Nutzung der vorhandenen Gelder, zu beschließen, sondern auch ein Pastoralkonzept zu erstellen.

In der PGR-Ordnung hört sich das so an: „Der Pfarrgemeinderat dient dem Aufbau einer lebendigen Pfarrgemeinde und der Verwirklichung des Heils- und Weltauftrags der Kirche.“ (PGR-Ord. II. 2.)

Das heißt konkret, dass eigentlich alles, was das Leben der Gemeinde betrifft, dort grundgelegt sein soll. Du als Gruppenleiter/in verstehst du die Wünsche der Kinder und kannst Lobby für sie betreiben, in dem du ihre Vorstellungen in den PGR einbringst und die Kinder verlässlich vertrittst. Wenn also Bauvorhaben geplant sind oder ihr euch anschaut, wie die Gottesdienste gestaltet sind, kannst du dich so aktiv an der Gestaltung des Lebens in deiner Pfarrgemeinde beteiligen.

Wie wird man PGR-Mitglied?

Im PGR gibt es drei Arten von Mitgliedern: Gewählte, ernannte und amtliche (z.B. Pfarrer, Pastoralassistent/innen). Möchtest du gewähltes Mitglied werden und bist gefirmt, so bekunde bei deinem Pfarrer, deinem/r Pastoralassistent/in oder einem PGR-Mitglied dein Interesse. Von ihm/ihr bekommst du auch nähere Informationen, wie die Wahl bei euch in der Pfarre abläuft (z.B. wie viele Mitglieder gewählt werden).

Da die PGR-Wahl eine Personenwahl ist, wird davon ausgegangen, dass ein gewähltes Mitglied bis zur nächsten Wahl (also für fünf Jahre) bei den PGR-Sitzungen anwesend sein wird. Eine weitere Möglichkeit, in den PGR zu kommen besteht darin, vom Pfarrer ernannt zu werden. Er hat die Möglichkeit, einige Personen in den PGR zu holen, die die Interessen von Gruppen vertreten, die sonst keine Kontaktperson im PGR hätten.

Nähere Infos zum Thema „Pfarrgemeinderat“ und PGR-Wahl findest du unter www.pgr.at oder in der PGR-Ordnung, die in eurer Pfarre aufliegt oder auf der angegebenen Homepage zum Download bereitsteht.

Für die Kinder in den Pfarren hoffe ich, dass sich viele junge Menschen dazu entschließen, sich für ihre Interessen, Wünsche und Bedürfnisse im PGR einzusetzen. All jenen, die diesen Entschluss bereits gefasst haben: Alles Gute für diese (neue) Aufgabe! Wer, wenn nicht junge Leute, soll die nötige Unruhe in den PGR bringen? :)

Sandra Fiedler

Share |