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Gott kennt die Menschen

Messmodelle

Hintergrund

Dieser Gottesdienst gehört zu einer zusammenhängenden Reihe von Gottesdiensten, die aufeinander aufbauen und über die gesamte Fastenzeit bis zum Palmsonntag gehen. Die dazugehörigen Gottesdienste sind:

  • Gott geht mit uns
  • Gott gibt viele Chancen
  • Gott verzeiht
  • Gott verurteilt nicht
  • Von Jesus wird viel erwartet


Die Erzählung von der Versuchung Jesu in der Wüste ist für Kinder nur sehr schwer verständlich zu machen. Darum wird auf die einzelnen Erzählmomente der Geschichte nicht näher eingegangen. Vielmehr steht in diesem Gottesdienst eine grundsätzliche Erkenntnis über Jesus im Vordergrund. Weil Jesus - so wie es uns Menschen auch allzu oft ergeht -Versuchungen ausgesetzt war, weiß er, wie es den Menschen geht. Er ist ja ganz Mensch und kann sich in alle menschlichen Erfahrungen einfühlen. Darum weiß er auch, was er uns Menschen zutrauen kann.

Material

  • Schachtel mit Bildern vieler Menschen darauf (hier ein Beispiel)
  • zerknüllte Zettel mit Smileys
  • 5 Holzständer (nach der Messe sollte der erste Ständer ca. so aussehen)
  • Stoffstreifen mit der Aufschrift "GOTT KENNT DIE MENSCHEN"
  • Zettel mit 6 Smileys (genug für jeden Platz in der Kirche)
  • Reißnägel

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Eröffnung
  • Kyrie
  • Tagesgebet
  • Verkündigung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Dtn 26,4-10

In jenen Tagen sprach Mose zum Volk: Wenn du die ersten Erträge von den Früchten des Landes darbringst, dann soll der Priester den Korb aus deiner Hand entgegennehmen und ihn vor den Altar des Herrn, deines Gottes, stellen. Du aber sollst vor dem Herrn, deinem Gott, folgendes Bekenntnis ablegen: Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er zog nach Ägypten, lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten und wurde dort zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk. Die Ägypter behandelten uns schlecht, machten uns rechtlos und legten uns harte Fronarbeit auf. Wir schrien zum Herrn, dem Gott unserer Väter, und der Herr hörte unser Schreien und sah unsere Rechtlosigkeit, unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis. Der Herr führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm, unter großem Schrecken, unter Zeichen und Wundern aus Ägypten, er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, Herr. Wenn du den Korb vor den Herrn, deinen Gott, gestellt hast, sollst du dich vor dem Herrn, deinem Gott, niederwerfen.

2. Lesung: Rom 10,8-13

Schwestern und Brüder! Was sagt die Schrift? Das Wort ist dir nahe, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen. Gemeint ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen; denn wenn du mit deinem Mund bekennst: "Jesus ist der Herr" und in deinem Herzen glaubst: "Gott hat ihn von den Toten auferweckt", so wirst du gerettet werden. Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen. Denn die Schrift sagt: Wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen. Darin gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen. Alle haben denselben Herrn; aus seinem Reichtum beschenkt er alle, die ihn anrufen. Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.

Evangelium: Lk 4,1-13

In jener Zeit verließ Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher, und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger. Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiel diesem Stein, zu Brot zu werden. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot. Da führte ihn der Teufel auf einen Berg hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde. Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen, und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören. Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.

Hintergrund Evangelium:

Wüste


Der "Geist führt Jesus in der Wüste umher". Lukas verwendet hier genau die gleiche Formulierung, mit der in 5 Mose 8,2 vom Wüstenzug Israels berichtet wird. Deutlich klingt die Parallele an: Israel hat in der Wüste Jahwe versucht - Jesus aber bleibt standhaft und gottgehorsam. Die Wüste, ein Ort der Leere, der vielfältigen Bedrohung, der Hilflosigkeit und Ohnmächtigkeit ist zugleich ein altes Bild für die Ruhe und Stille, für das Zusichkommen - sie gilt als Ort der Nähe Gottes und der Begegnung mit ihm.

Hunger und Macht


Das Fasten an diesem Ort hat traditionell religiösen Charakter und dient der Selbstbesinnung und der Vorbereitung zur Umkehr. Der natürliche Hunger, die normalen Bedürfnisse des Menschen Jesu sind Ansatzpunkt der ersten Versuchung. Als Gottessohn hat er die Macht, sich selbst zu helfen. Jesus antwortet mit einem Schriftzitat, das sich auf das Manna bezieht (womit Lukas wiederum den Zusammenhang zum Zug Israels durch die Wüste herstellt): Gott, sein Wort, ist die eigentliche Speise.
Jesus lässt sich nicht dazu verleiten, gottwidrig zu handeln, indem er sich selbst hilft. Diese Erzählung richtet sich dagegen, Jesus als einen magischen Wundermann misszuverstehen, der im eigenen Anliegen handelt. Dies wird verstärkt durch die zweite Versuchung. Jesus will nicht Macht für sich. Gott allein gebührt Anbetung.

Sensation


Letztlich zitiert der Versucher selbst sogar die Schrift, nämlich Psalm 91,11. Jesus darf als Sohn Gottes Schutz erwarten. Aber auch er darf Gott nicht sinnlos provozieren und damit Gott selbst "versuchen". Diese Erzählung richtet sich auch gegen die Erwartung, dass Jesus sensationelle "Schauwunder" tun solle - ein solches verlangt hier der Versucher.

Passion


Lukas lässt deutlich anklingen, dass dies nicht die letzten Versuchungen für Jesus waren. (Der Versucher ließ "für eine gewisse Zeit von ihm ab".) Erst in seiner Passion wird Jesus die letzte Prüfung zu bestehen haben. Auch dann wird er sich nicht selbst helfen - und die um das Kreuz stehen, werden ihn deswegen verspotten ("Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selber helfen, wenn er der von Gott erwählte Messias ist ... Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst").
Doch Lukas zeigt uns, dass das Wirken Jesu - von seinem Anfang bis zum Tod am Kreuz - getragen ist vom Gehorsam gegen Gott. Erst dieser gibt die Kraft, in der Auferstehung den Tod zu besiegen. Damit korrigiert Lukas auch das Missverständnis, das in Jesus einen religiösen Wundertäter sieht, der sich spektakulär selbst rettet.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Eröffnung


Beim Einzug tragen fünf Ministranten die fünf Holzständer herein und stellen sie vor den Altar. Nach der Begrüßung wendet sich der Priester den Kindern zu und sagt: "Wenn Menschen von Dingen sprechen, die für sie und ihr Leben besonders wichtig sind, dann sagen sie oft dazu: 'Das sind die Grundpfeiler oder die Säulen, auf denen mein Leben aufbaut.' Solche Grundpfeiler sind Stützen, die einem helfen, sich zurechtzufinden. Auch in unserem Glauben haben wir Grundpfeiler. Das wird durch diese Holzständer ausgedrückt. In der Fastenzeit werden wir uns jeden Sonntag mit einem Grundpfeiler beschäftigen. Wir werden uns dabei über Jesus und über einige Wesensmerkmale von Gott Gedanken machen."

Kyrie


  • Jesus, du bist ganz Mensch geworden. Du kennst die Freuden der Menschen. Darum können wir unsere Freude mit dir teilen.
    Herr, erbarme dich unser.
  • Jesus, du bist ganz Mensch geworden. Du kennst die Traurigkeit der Menschen. Darum können wir unsere Traurigkeit mit dir teilen.
    Christus, erbarme dich unser.
  • Jesus, du bist ganz Mensch geworden. Du weißt, welche Fähigkeiten und Kräfte in den Menschen stecken. Darum weißt du, was du uns Menschen zutrauen kannst.
    Herr, erbarme dich unser.


Tagesgebet


Guter Gott, weil Jesus vierzig Tage in der Wüste war, um zu fasten, wollen auch wir die vierzig Tage der Fastenzeit nützen, um über unser Leben mit dir nachzudenken: Hilf uns, dass wir immer mehr vom Leben deines Sohnes verstehen, damit auch wir die Aufgaben für unser eigenes Leben erkennen. Steh uns bei in unserem Bemühen, ein Leben zu führen, das uns selbst, unseren Mitmenschen und dir gefällt. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Verkündung


Der Priester nimmt aus einer Schachtel viele zerknüllte Zettel. Auf jedem Zettel ist ein Smiley gezeichnet. Der ist aber natürlich nicht erkennbar, da der Zettel ja zerknüllt ist.
"Ich habe hier lauter zerknüllte Zettel. Sie sind ein Ausdruck für ein Gefühl, das Menschen manchmal haben. Könnt ihr euch vorstellen, was ich meine? (Die Kinder können nun raten) Es ist ein Gefühl, das Menschen haben, wenn ihnen zum Beispiel etwas, das die sich vorgenommen haben, nicht gelungen ist; oder wenn sie einen dummen Fehler gemacht haben, den sie nicht so leicht wieder gut machen können. (Wenn die Kinder nicht erraten, um welches Wort es sich handelt, dann sagt der Priester, dass Menschen in den beschriebenen Situationen oft von sich sagen, dass sie "zerknirscht" sind.)

Ihr ward sicher auch schon oft zerknirscht und manche von euch werden sich da vielleicht so gefühlt haben, als wären sie so ein zerknülltes und zerknittertes Stück Papier. Wer von euch kann sich denn noch an so eine Situation erinnern? (Die Kinder können nun von selbst erlebten Situationen des Zerknirscht-Seins erzählen. Jedes Kind, das etwas erzählt, holt sich einen zerknitterten Zettel. Wenn es auch erzählt, wodurch es nach diesem Zerknirscht-Sein wieder fröhlich geworden ist, dann streift es den Zettel möglichst glatt. Die Zettel werden dann auf drei Seiten des Holzständers mit Reißnägeln befestigt.)

Ich bin oft dann zerknirscht, wenn ich mir etwas vorgenommen habe, und dann passiert etwas, das mich meinen Vorsatz vergessen lässt oder das mich verlockt, doch etwas anderes zu tun, obwohl ich weiß, dass es besser wäre, das nicht zu tun. Die Fastenzeit ist so eine Zeit der Vorsätze. Manche nehmen sich vor, weniger zu rauchen, andere wollen weniger essen, andere wieder nehmen sich vor, gerade in diesen Wochen zu üben, anderen gut zuzuhören usw. Ihr kennt das sicher auch. Und dann gibt es so dumme Verlockungen. Zigaretten liegen am Tisch, und der Raucher oder die Raucherin ist nahe daran, sich eine anzuzünden, man ist eingeladen und bekommt gute Torten aufgetischt, man ist so viel mit sich selbst beschäftigt, dass einem das Zuhören wirklich schwer fällt. Und schon ist es passiert, weg ist der Vorsatz, und nachher ist man zerknirscht - wie diese Papierstücke.

Im heutigen Evangelium haben wir gehört, dass es Jesus auch so gegangen ist. Er wurde immer wieder verlockt dazu, zu beweisen, dass er der Sohn Gottes ist, obwohl er das doch gar nicht nötig haben sollte. Ihr werdet euch jetzt vielleicht denken: Ach, der Jesus, der hatte es nicht so schwer wie wir, der konnte alles viel besser. Mag sein, eines aber zeigt uns das heutige Evangelium. Jesus hat selbst erfahren, wie das ist, andauernd zu Taten verlockt zu werden, die man eigentlich gar nicht begehen will. Jesus weiß genau, wie das ist. Und genau darum kann er uns Menschen ebenso gut verstehen. Er weiß ja, wie es ist, wenn man sich Vorsätze macht und sie doch nicht ganz einhalten kann.

Weil Jesus weiß, wie es den Menschen geht, stecke ich jetzt diesen Karton mit Bildern von vielen Menschen auf den ersten Holzständer. An den nächsten Sonntagen werden wir dann sehen, was Jesus uns alles zutraut, eben weil er weiß, wie es uns geht und was gut für uns ist. Seht ihr, und so haben wir auch ein Wesensmerkmal von Gott kennengelernt. Wir können auch sagen: GOTT KENNT DIE MENSCHEN. (Der Priester befestigt nun einen Stoffstreifen, auf dem dieser Satz geschrieben steht, auf der vierten Seite des Holzständers. Danach wird der Ständer wieder vor den Altar gestellt.)

Friedensgruß


(Auf jedem Platz liegt ein Zettel, auf dem je sechs Smileys abgebildet sind.)
Priester: Wir sagen oft: ich kann mich nicht zerreißen!', wenn viele Leute etwas von uns wollen. Jesus hat sich allen Menschen zugewandt. Wenn wir in der Kommunion das Brotbrechen feiern, dann ist das auch ein Zeichen dafür. Wir wollen nun einander den Frieden Jesu wünschen und dabei ausdrücken, dass er sich für uns auch zerreißen lässt. Darum reißen wir jedem, dem wir die Hand geben, ein Smiley von unserem Zettel ab und geben diesen weiter.

Publikation: effata

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Jahreskreis: Fastenzeit

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 1. Fastensonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Fastenzeit

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...