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Netze werfen

Messmodelle

Hintergrund

Im Evangelium wird uns beschrieben, wie Jesus Fischer zu seinen Jüngern beruft. Simon gibt er für seine zukünftige Aufgabe ein Bild, das des Menschenfischens. Er soll Menschen zusammenholen und um die Botschaft Jesu scharen. Dieses Bild des Fischens mit einem Netz zieht sich durch das folgende Gottesdienstmodell.

Material

  • großes Netz
  • Wollfäden (ca. 50cm, Anzahl sollte der Plätze in der Kirche entsprechen)

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Gespräch zu Beginn
  • Bußakt
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Gabenbereitung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jes 6,l-2a 3-8

Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt. Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch. Da sagte ich: Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere gesehen. Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Lippen berührt: Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt. Danach hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich!

2. Lesung: 1 Kor 15,1-11

Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der "Missgeburt". Denn ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

Evangelium: Lk 5,1-11

In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Genezareth stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Ais er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See. Dort werft eure Netze zum Fang aus!

Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, sodass sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedaus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

Hintergrund Evangelium:

Fischer


Jesus sucht sich seine ersten Begleiter unter den Fischern. Diese hatten sozial nicht gerade eine hohe Stellung, erfreuten sich aber doch eines Ansehens, weil sie einen wesentlichen Bestandteil der täglichen Nahrung beisteuerten. Außerdem standen sie in dem Ruf, besonders fromm zu sein, wenn sie auch - berufsbedingt - nicht immer alle Vorschriften des religiösen Lebens einhalten konnten. Die Fischerei prägte das Leben rund um den See Genezareth. Die kleinen Seehäfen hatten bezeichnende Namen: Bethsaida bedeutet "Haus des (Fisch-)Fangs"; Magdala heißt "Fischturm".

Im Lukastext fällt auf, dass sich Jesus einmal an Simon als einzelnen und dann wieder an eine Gruppe von Menschen wendet. Das ist leicht verständlich, wenn man bedenkt, dass sich die Fischer sowohl zum Erwerb des nötigen Werkzeugs wie für die Arbeit selbst zu Gruppen zusammentun mussten, die jeweils von einem Mann geleitet wurden. Simon dürfte so ein Leiter einer Fischermannschaft gewesen sein. Die anderen werden bei Lukas als "Gefährten" oder "Teilhaber" bezeichnet. Daraus erkennt man. dass der Gewinn stets untereinander geteilt wurde.

Berufung


Während das Volk sich um Jesus scharen will, um seine Worte zu hören, bewegt sich Jesus auf die Fischer zu, von denen es nur heißt, dass sie ihr Werk eben erfolglos beenden. Vorerst scheint es so, als wolle Jesus von den Fischern nur einen kleinen Dienst, nämlich ihn ein wenig auf den See zu fahren. Diesen Dienst kann Simon leicht leisten. Dabei wird dieser ein Hörer des Lehrens Jesu. Dieses Hören ist bei Lukas ein wesentlicher Bestandteil der Berufungsszene, denn im Gegensatz zu anderen Berufungsschilderungen verlassen die Fischer nicht von einem Moment auf den anderen ihren Platz, um Jesus nachzufolgen. Erst hören sie seine Worte, die sie überzeugen. Dann entschließen sie sich, Jesus zu begleiten. Bemerkenswert ist auch, dass die Berufung nicht eine in der Befehlsform ist, sondern eine Feststellung in der Aussageform. Jesus befiehlt den Fischern nicht mitzugehen, er zeigt ihnen, dass sie für diese Aufgabe geeignet sind und dass es damit der einzig sinnvolle Weg für sie ist, mit ihm zu kommen.

Simon


Auch wenn sich noch andere Fischer Jesus anschließen, so ist doch diese Berufungsszene ganz auf Simon konzentriert. Er war schon Zeuge einer Heilung, er wird zum Zuhörer der Predigt Jesu, Dialog in direkter Rede gibt es nur zwischen Jesus und ihm. In diesem Dialog äußert Simon unverkrampft seine Bedenken und Zweifel in Bezug auf die Aufforderung von Jesus, noch einmal die Netze auszuwerfen. Die lange Erfahrung im Fischerberuf lässt Simon um die Sinnlosigkeit dieses Unternehmens wissen. Doch gerade diese Zweifel veranlassen Simon, die Worte Jesu noch wichtiger zu nehmen, denn er weiß, dass es mit einer derartigen Aufforderung etwas Besonderes auf sich haben muss

Sünder


Simon ist von Jesus überwältigt und beschreibt die große Distanz, die zwischen ihnen liegt, damit, dass er sagt, er sei ein Sünder. "Sünde" kommt von dem Wort "absondern", "Sonderung", das hebräische und griechische Wort bezeichnet ein Verfehlen eines Zieles. So ist auch an dieser Stelle keine moralische Minderwertigkeit gemeint, sondern ein Entferntsein des Menschen von Gott. In der Erfahrung dieses Entferntseins bekennt sich Simon vor Jesus als Sünder. Daher spricht Jesus in der Folge auch nicht von Vergebung der Sünden Simons, denn durch die Nachfolge wird die Distanz zu Gott verringert, Sünde ist überwunden durch die Indienstnahme. Durch die Berufung ist der gottferne Mensch wieder gottnah geworden.

Johannes und Jakob


Johannes und Jakobus werden meist gemeinsam genannt, denn sie sind beide die Söhne des Zebedaus und damit Brüder. Auch bei den anderen Evangelisten gehören sie zu den ersten berufenen Jüngern. Bei Markus wird einmal erzählt, dass Jesus den beiden Brüdern den Beinamen "Donnersöhne" gibt, was auf ein heftiges Temperament hinweist. Eine Eigenschaft übrigens, die man Fischern damals gerne nachsagte.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Gespräch zu Beginn


Der Priester kommt mit einem großen Netz in den Armen in die Kirche. Er zeigt es den Kindern und führt dann mit ihnen ein kurzes Gespräch: "Schaut, ich habe hier ein großes Netz. Ich kann es jetzt gar nicht allein ausbreiten, so groß ist es. Ihr werdet euch vielleicht wundern, was ich mit einem Netz mache, wozu ich ein Netz brauche. Was meint ihr, was kann man alles mit einem Netz machen?"
(Die Kinder sagen, was ihnen einfällt. Wenn eine Antwort kommt, deren Inhalt man gleich miteinander ausprobieren kann, dann sollen das die Kinder mit dem Priester gemeinsam tun.)
"So, jetzt ist euch aber viel eingefallen. Ihr werdet heute in diesem Gottesdienst noch öfter etwas von einem Netz hören. Sogar Jesus sagt etwas von einem Netz, aber das kommt erst im Evangelium. Zunächst wollen wir noch ein bisschen über uns selbst nachdenken."

Bußakt


Der Priester hängt mit Hilfe einiger Erwachsener das Netz im Kirchenraum auf, sodass es alle sehen können. Zum Bußakt stellt sich ein Kind hinter das Netz (Kind A) und eines steht vor dem Netz (Kind B).
Priester: Wir Menschen bilden auch Netze miteinander, zum Beispiel in einer Familie. Doch so ein Netz kann sowohl gut als auch unangenehm für uns sein.
Kind A: Sind wir in der Familie so zueinander, dass sich einzelne durch das Netz gefangen fühlen und durch die anderen Familienmitglieder eingeengt?
Kind B: Oder sind wir so zueinander, dass wir ein Netz bilden, in das sich jemand fallen lassen kann, wenn er sich ausruhen will?
Priester: Auch in der Schule und am Nachmittag mit Freunden und Freundinnen bilden wir Netze.
Kind A: Sind unsere Freundschaften so, dass sich einzelne wie ein Fisch in einem Netz gefangen fühlen?
Kind B: Oder sind wir so zueinander, dass einer den anderen auffängt, wenn dieser einmal Hilfe braucht?
Priester: Auch in der Pfarrgemeinde bilden wir ein Netz aus vielen Menschen.
Kind A: Wird bei uns einer durch andere eingeengt? Kann es sein, dass sich immer wieder ein einzelner von anderen bedroht fühlt?
Kind B: Oder spannen wir ein Netz der Sicherheit und des Vertrauens, an dem alle mitknüpfen können?
Anschließend werden Kyrie-Rufe gesungen.

Verkündigung


"Werft eure Netze aus!" sagt Jesus da den Fischern. Dabei sind die Fischer erst gerade vom See gekommen und sind ganz enttäuscht, weil sie nichts gefangen haben. Da mühen sich lang erfahrene Männer ab, sehen, dass es heute nichts zu fischen gibt, und plötzlich sagt irgendein dahergekommener Prediger, dass sie noch einmal auf den See hinausfahren sollen. Dabei versteht der gar nichts vom Fischen. Könnt ihr euch diese Situation vorstellen?
Was glaubt ihr, haben denn die Fischer gedacht, als Jesus sie aufforderte, noch einmal auf den See zu fahren? Wisst ihr was, setzt euch hierher zu dem Netz, dann erkennt man, dass ihr jetzt die Rolle von den Fischern übernehmt. Und dann sagt einfach, was sich die Männer gedacht haben konnten. Ich spiele den Jesus und sage zu euch: "Fahrt noch einmal auf den See hinaus und werft eure Netze aus!" (Die Kinder, die sich zu dem Netz gesetzt haben, sagen nun einige mögliche Gedanken der Fischer.)

Der Simon, wir kennen ihn besser unter dem Namen "Petrus", hat aber dennoch auf Jesus gehört und ist mit seinen Kollegen noch einmal auf den See gefahren. Wisst ihr noch, was das Ergebnis dieser Fischfahrt war? (Kinder erzählen, wie es im Evangelium weitergegangen ist.) Da war Simon aber überwältigt, und er hat gemerkt, dass Jesus ein ganz besonderer Mensch ist. Darum hat er dann auch Jesus zugehört, wie dieser ihm sagte: Du wirst Menschen fangen. Er hat damit natürlich nicht gemeint, dass Simon mit einem Netz durch die Gegend laufen soll und Menschen genauso wie Fische fangen soll. Jesus will Simon somit auffordern, die Menschen zusammenzusammeln, damit sie alle von der frohen Botschaft, die Jesus verkündet, hören. Wir haben heute schon einmal über das Netz nachgedacht. Wir sind dabei auch draufgekommen, dass man mit einem Netz auch jemanden auffangen kann und dadurch verhindern kann, dass er auf den Boden fällt und sich schwer verletzt. Die Redewendung "jemanden auffangen" meint genau dasselbe.

Überlegen wir jetzt, wo wir selbst oder andere Hilfe brauchen könnten, wo sie aufgefangen werden wollen. Ich habe hier einige Papier-Menschen.
(Priester hat einen Korb mit aus Papier ausgeschnittenen Menschen-Silhouetten. Er nimmt eine heraus und hält sie in die Höhe.) So, da ist ein Mensch. Dem geht es sehr schlecht. Was könnte ihn denn traurig gemacht haben? (Wenn ein Kind eine Antwort gegeben hat, fährt der Priester fort:) Wie könnte man diesem Menschen denn dann helfen, wie könnte er durch unser Netz in der Pfarrgemeinde aufgefangen werden? (Wenn ein Kind eine Antwort gefunden hat, wird der Papier-Mensch an das große Netz gehängt. So geht das mit einigen Papier-Menschen, bis eine breite Palette von Möglichkeiten des Auffangens gesammelt ist.) Wenn wir öfter an den Satz "Werft eure Netze aus!" denken, dann sollten wir auch immer mitbedenken, ob wir wirklich unsere Netze für andere so werfen, dass sie nicht gefangen, sondern aufgehoben darin sind. Vielleicht gelingt es uns dann immer besser, in der Pfarrgemeinde auch ein großes Netz zu spannen, an dem alle mitknüpfen können und in dem diejenigen, die es brauchen, aufgefangen werden.

Fürbitten


Zu den Fürbitten werden Kinder und Erwachsene aufgefordert, sich jeweils in kleinen Gruppen zu überlegen, wem sie heute ganz fest wünschen wollen, dass er oder sie in einem Netz aufgefangen wird oder werden. Nach einer Gesprächsphase kommt jeweils einer der Gruppe zu dem Netz nach vorne und sagt das Anliegen der Gruppe, also zum Beispiel: "Wir bitten dafür, dass alle, die krank sind, aufgefangen werden." oder: "Wir bitten dafür, dass alle, die schon lange arbeitslos sind, nicht fallengelassen werden."

Gabenbereitung


Wenn es räumlich möglich ist, wird das Netz nun vor dem Altar angebracht.
Zur Gabenbereitung wird folgendes Lied gesungen:

Friedensgruß


(Auf jedem Platz liegt ein (Woll-)Faden, je ca. 50-60 cm lang.) Als Zeichen, dass, wenn wir den Frieden miteinander leben wollen, es nötig ist, miteinander ein großes Netz der Gemeinde zu flechten, knüpfen jeweils die Sitznachbarn zum Friedensgruß ihre Fäden aneinander. So entsteht ein langer Faden in jeder Sitzreihe. Einige Personen tragen dann alle Fäden nach vorne und befestigen sie an dem großen Netz.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 5. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...