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"Sie haben uns ein Denkmal gebaut..."

Gruppenstunde Ausflug | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Der bekannte Anfang des Liedes "Denkmal" von der deutschen Band "Wir sind Helden" — einige Zeilen dieses Liedes beschreiben die Eigenschaften eines Denkmals, einer Statue recht eindrucksvoll. Festgefahren im Beton und Stahl, unveränderbar. Oder doch nicht?

Menschen bauen seit jeher Denkmäler — Kunstwerke die hinweisen und zum Grübeln anregen, Themen und Ereignisse in Erinnerung rufen, aber auch irdische Erinnerung an Menschen, die nicht mehr leben. Die Sammlung der folgenden Methoden soll dazu anregen, sich gemeinsam mit den Kindern mit Denkmälern und Skulpturen auseinander zu setzen.

 

Ich baue dir ein Denkmal


Manche werden vielleicht dazu kommen, auf der Erde ein Denkmal für andere errichten zu lassen oder zu errichten. Bei dieser Methode geht es darum, die Zeit ein wenig vorzuspulen und schon jetzt ein eigenes Denkmal zu gestalten. Dazu braucht ihr: für jedes Kind einen großen Bogen Packpapier, viele Stifte, Ölkreiden, Papierreste und Klebstoff. Die Kinder finden sich in Zweier- oder Dreiergruppen zusammen. Im ersten Schritt geht es darum, die Pose des Denkmals festzulegen. Hat jedes Kind eine Position gefunden, in der sein Denkmal stehen soll, ist Zusammenarbeit angesagt:

Zuerst legt sich das Kind, das sein Denkmal als erstes darstellt auf das Plakat und seine Umrisse werden abgemalt, selbiges passiert mit den Umrissen der anderen Kinder. Nun geht es um das Verzieren und Beschriften. Beides kann mit unterschiedlichen Materialien passieren — von Ölkreiden bis Papierschnipsel ist hier der Materialfantasie keine Grenze gesetzt. Sind alle Denkmäler fertig, wird zur großen Ausstellung geladen — wer möchte kann sein Kunstwerk auch Vorstellen, vielleicht möchtet ihr auch Schilder zu den einzelnen Denkmalbildern stellen. Solltet ihr euch dafür entscheiden Schilder zu machen, kann es auch spannend sein während dem Rundgang und dem Vorstellen der Kunstwerke in eurer Jungschargruppe jeweils bevor der Künstler oder die Künstlerin sein/ihr Werk erklärt gemeinsam zu raten, was es bedeuten könnte und die Ausstellung ein wenig hängen zu lassen.

Denk mal!


Als ersten Schritt dieser Methode bilden die Kids Zweiergruppen und bekommen von dir ein Kärtchen auf dem eine bestimmte Botschaft steht. Diese Botschaften sollen einerseits aus aktuellen (gesellschaftlich und politisch relevanten) Themen bestehen, andererseits sollen auch lustige Themen darunter sein - die Aufgabe der Kinder ist es, diese Botschaften in Standbildern darzustellen. (Zum Beispiel: Stoppt den Klimawandel! Für gerechtere Taschengeldverteilung! Gegen Tierfabriken! Für mehr Schaukeln in Parks! Gegen gelbe Ostereier! Für Hausschuhpflicht in Straßenbahnen!) Die Kids bekommen fünf Minuten Zeit um sich ein Standbild zu überlegen. Die anderen Kinder sollen nun das Anliegen derjenigen erraten, die darstellen. Sind alle Gruppen an der Reihe gewesen, wird gemeinsam überlegt, was wichtig ist, damit Menschen die ursprünglich gemeinte Botschaft verstehen. Um das herauszufinden sind Fragen wie: "Was war für euch ausschlaggebend, damit ihr das Thema erraten konntet? Womit arbeiten Werbefirmen, damit sie erreichen, was sie wollen? Was habt ihr euch von den einzelnen Darstellungen gemerkt?" hilfreich.

Als zweiten Schritt werden in denselben Kleingruppen die selben Botschaften symbolhaft zu Papier gebracht. Das bedeutet zum Beispiel für "Stoppt den Klimawandel!" eine durchgestrichene Wüste. Sind die Symbolschilder fertig, begebt ihr euch gemeinsam hinaus auf die Straße. Die Aufgabe der Kids ist es nun herauszufinden, wie viele Leute die ursprünglich gemeinte Botschaft auf den Tafeln erkennen. Dazu sollen sie 10 Passanten nach dem Hintergrund des von ihnen gemachten Bildes fragen und notieren, wie viele passende und wie viele unpassende Antworten sie bekommen. Gemeinsam in den Gruppenraum zurückgekehrt, können die Ergebnisse ausgetauscht werden.

Damit wir nicht vergessen


Manche Denkmäler erinnern uns an geschehene Dinge. Sie lassen uns Geschichte nicht vergessen und bringen uns manchmal sogar dazu, diesen Aspekt in unser tägliches Handeln und Tun mit einzubeziehen. Auch die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts unseres Landes ist von Kriegen eingeschnitten — Ereignisse von denen nur mehr manche Großeltern berichten können, die Großeltern unserer Jungscharkinder vielleicht schon nicht mehr. Sich trotzdem zu erinnern damit sich diese schlimmen Abschnitte unserer Vergangenheit nicht wiederholen ist wichtig und soll in der folgenden Methode Thema sein.

Für diese Methode wird ein Kriegsdenkmal besucht, am besten eines, an dem auch eine Namenstafel angebracht ist. Als ersten Schritt wird das Denkmal angeschaut und gemeinsam gesammelt, was euch daran auffällt, welche Dinge besonders gestaltet sind und woran man erkennt, an was es erinnern soll. Eventuell bringen die Kids auch aus der Schule Bekanntes oder Gehörtes ein.

In einem weiteren Schritt wird methodisch gesammelt, woran ihr denkt und was ihr fühlt, wenn ihr an einem solchen Erinnerungsort vorbeigehen. Dazu wurden kleine Zettel in Form von Gedankenwölkchen vorbereitet, auf die nun jede und jeder Einzelne seine Gedanken aufschreiben und wenn er oder sie möchte auch anschließend allen vorstellen kann. Diese Gedanken werden auf einem Plakat gesammelt.

Danach lädst du die Kids zu einem Gedankenexperiment ein: in einer Fantasiereise nimmst du sie auf einen Zeitsprung nach 2070 mit. Du erzählst, dass die Kinder (ihre Enkel) nur mehr aus ganz entfernten Geschichten, die fast wie Märchen anmuten, von Kriegen gehört haben und nun auch an dem Denkmal vorbeikommen. Die Kids sollen wiederrum in Gedankenwölkchen (nun in andersfarbigen) aufschreiben, was diese Kinder sich über das Kriegerdenkmal denken. Auch darüber wird ein Plakat gestaltet und ausgetauscht.

Steinmetz und Architektin


Wenn eure Kids schon ein bisschen älter sind, kennen sie sich und ihre Gruppe meistens schon ein bisschen besser. Diese Methode soll sie dazu einladen, die Gruppe, wie sie sie sehen in einem Denkmal darzustellen. Prinzipiell funktioniert das Spiel wie Maschinenbau nur ohne Geräusche und Bewegungen. Auch bei diesem Spiel gibt es einen Baumeister — diesmal in seiner Eigenschaft als Steinmetz oder Steinmetzin am Werk. Diese/r Steinmetz/in (es kann auch eine kleine Gruppe sein) stellt nun alle Kids der Gruppe und die Leiter/innen zu einem Gruppendenkmal zusammen. Dabei kann er/sie alle Darstellenden Menschen beliebig formen (außer Positionen die den Darsteller/innen unangenehm sind). Sind die Steinmetze/ der Steinmetz mit ihrer/seiner Arbeit fertig, wird das Denkmal fotografiert, dann kann von den Konstrukteuren noch etwas zum Denkmal gesagt werden - danach wird es aufgelöst. Die Gruppe trifft sich in einem Kreis und bespricht folgende zwei Fragen:
Was ist mir als Steinmetz/in schwer und leicht gefallen, was hat mich besonders beschäftigt?
Was ist mir als Darsteller/in aufgefallen, hat mich etwas gestört, hat mir etwas besonders gut gefallen?
Danach können neue Kids ein weiteres Gruppendenkmal bauen.

Eine andere Möglichkeit gemeinsam menschliche Denkmäler zu errichten wäre die Aufgabenstellung in eurem Pfarrheim ein großartiges Bauwerk nachzustellen — beispielsweise den Eifelturm, das Riesenrad, die Freiheitsstatue,... . Auch hier gibt es eine/n Architekt/in oder ein Architektenteam das mir den Kids aus der Gruppe und den Leiter/innen als "Arbeitsmaterial" tun darf.

Autor/in: Sara Dallinger

Publikation: kumquat "Der.Die.Das" 2/2010

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