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Kurzentrum Almluft

Gruppenstunde | Alter: 10-15

Hintergrund

Die Kinder sollen in dieser Gruppenstunde in Rollen von Personen schlüpfen, die alle aus verschiedensten Gründen gemeinsam ein paar Tage zur Erholung in einem Kurzentrum verbringen. Dabei soll es nicht allzu ernst ablaufen, sondern man kann ruhig mit einem Augenzwinkern auch mal das Wellness-Geschäft ein wenig auf den Arm nehmen.

Material

  • diverse Verkleidungen
  • "Entschlackungstee" (Tee oder Saft)
  • Häferl bzw. Gläser
  • eventuell Material zu anderen, von dir ausgedachten Situationen

 

Auf die Plätze, Erholung, los!


Du begrüßt deine Kinder zu Beginn der Gruppenstunde als Dr. Erholsam in deinem Kurzentrum "Almluft" und erklärst, dass sie alle hier sind, um sich einige Tage zu erholen und auszuspannen. Sie können sich nun entweder eine eigene Rolle samt Name und "Vorgeschichte" ausdenken, oder aber eine von dir vorbereitete Rolle wählen. Diese können z.B. sein:


  • der/die Workaholic, der/die von seiner/ihrer Familie auf Kur geschickt worden ist, weil die sich Sorgen um sein/ihr Herz machen, da er/sie ständig arbeitet. Diese/r hat aber gar keine Lust sich zu erholen, sondern möchte am liebsten dauernd mit dem Büro telefonieren;

  • der/die reiche Hotelerbe/in, der/die sich von einem Nervenzusammenbruch erholt und sich gleichzeitig hier nach potentiellen Ehepartner/innen umschaut;

  • der/die "eingebildete Kranke", der/die ständig glaubt, an allen möglichen Krankheiten zu leiden. Obwohl sein/e Arzt/Ärztin stets beteuert, dass er/sie kerngesund sei, hat er/sie auf die Kur bestanden;

  • der/die gestresste Familienvater/mutter, der/die genießt, einmal Abstand und Ruhe von der Hausarbeit und den Kindern zu haben;

  • die hochschwangere Frau, die sich kurz vor der Niederkunft noch ein paar Tage Ruhe und gesunde Höhenluft gönnen will;

  • der/die Pensionist/in, der/die gerade ein neues Hüfgelenk verpasst bekommen hat und sich eigentlich schonen sollte, aber so voller Energien steckt, wie schon seit Jahren nicht mehr;

  • der/die Simulant/in, der/die sein/ihr Leiden tatsächlich nur vortäuscht, damit die Krankenkasse den Kuraufenthalt bezahlt, und natürlich nicht will, dass das auffliegt;

  • der/die Profisportler/in, der/die sich von einem Berufsunfall erholt, um in der nächs­ten Saison um jeden Preis wieder topfit zu sein, koste es, was es wolle,...


Der Phantasie ist hierbei keine Grenze gesetzt, jedem Charakter kann man in seiner Beschreibung auch noch ganz bestimmte Eigenschaften zuteilen (stur, neugierig, hilfsbereit, eingebildet, geschwätzig,...).

Wichtig ist, dass die Kinder keine Rolle übernehmen müssen, in der sie sich unwohl fühlen, und auch die Möglichkeit haben, während des Spiels zu wechseln: Sie können sich dafür eine neue Rolle ausdenken oder auch eine von dir vorgegebene wählen. Wichtig ist, dass du in deiner Rolle als Dr. Erholsam den "neuen Kurgast" den anderen vorstellst, sodass durch den Rollenwechsel keine Verwirrung entsteht und das Kind, das gewechselt hat, schnell wieder ins Spiel findet.

Falls du ein Kind in der Gruppe hast, das nicht mitmachen möchte, kann es den/die Assistenten/in von Dr. Erholsam mimen und dich in deiner Rolle unterstützen.

Enorm hilfreich ist es bei Rollenspielen, wenn man sich verkleiden kann — so fällt es leichter, jemand anderen zu mimen und sich auch anders zu verhalten. Wenn ihr also in eurer Pfarre eine Verkleidungskiste oder Ähnliches habt, stell sie deinen Kindern zur Verfügung. Es braucht gar keine großartige Verkleidung sein, es genügt ein kleines Detail (Tuch, Krawatte,...), das aber symbolisiert, dass man dadurch in eine andere Rolle geschlüpft ist, und das man auch wieder ablegen kann, um wieder man selbst zu sein.

Auch erholen muss gelernt sein...


Dr. Erholsam erklärt, dass sich alle Gäste hier wohl fühlen und aus den unterschiedlichsten Gründen entspannen sollen, und stellt auch gleich das "Kurangebot" vor: Nach einer Einstimmung bei einem Glas "Entschlackungstee", bei dem sich alle ein wenig kennen lernen sollen, stehen natürlich auch Gymnastik, Yoga, Almspaziergang und Beckenboden-Qui-Gong am Programm. Für ersteres hast du vorher Häferl und Tee bzw. Saft vorbereitet.

Das Spielgeschehen beeinflussen:


Um den Spielfluss und auch den Spielspaß aufrecht zu erhalten, kannst du als Gruppenleiter/in auf mehrere Arten eingreifen:
Du kannst als Dr. Erholsam einfach durch dein Mitspielen das Spiel in eine Richtung lenken, das Rollenspielgeschehen beeinflussen und am Laufen halten. So kannst du auf Situationen ganz konkret reagieren und Kinder auch in ihren Rollen "unter die Arme greifen" und helfen. Wenn das Spiel Gefahr läuft, langweilig zu werden, kannst du in deiner Rolle eine Wendung bzw. eine witzige oder spannende Situation herbeiführen (siehe auch weiter unten). Gerade bei Jüngeren oder nicht so rollenspielerprobten Kindern ist so etwas oft hilfreich und wichtig.

Eine weitere Art, ein Rollenspiel spannend bleiben zu lassen, ist, Situationen, Wendungen, oder sonstige überraschende Elemente ins Spiel zu bringen: Das kannst du z.B. mit Zettelchen machen, die du den Mitspieler/innen zusteckst, auf denen klar die Situationen und eventuelle Handlungsanweisungen stehen. Einige Vorschläge zu diesem Rollenspiel folgen hier:


  • Du hast Lust auf Bewegung und versuchst, die anderen Gäste zu einer Runde Bauch-Bein-Po Training zu überreden.

  • Ab auf die Alm! Bergluft soll ja angeblich so gesund sein, mal sehen wie du und die anderen Kurgäste darauf reagieren.

  • Für die Schwangere: Deine Wehen setzen ein!

  • Dein linker Zeh juckt, das heißt, es zieht schlechtes Wetter auf.

  • Es gibt auf einmal einen Stromausfall (Hier kannst du z.B. kurz das Licht abdrehen). Versuch die anderen Gäste zu beruhigen - das Licht wird sicher bald wieder angehen.

  • Dir wird auf einmal ganz schwarz vor Augen und du fällst in Ohnmacht.

  • Zeige den anderen Gästen Fotos von deiner Familie.

  • Erzähl den anderen eine ganz übertriebene Geschichte von dir, ob sie sie dir wohl abkaufen werden?

  • Du verliebst dich in die Person rechts neben dir und beginnst zu flirten.

  • Du bekommst einen Niesanfall — du bist anscheinend auf irgendetwas hier allergisch, such dir aus, worauf.


Jede Kur geht auch mal zu Ende


Gerade bei Rollenspielen ist es wichtig, ein klares Ende zu setzen, die Rollen abzulegen und "in den Alltag zurückzukehren". Du verabschiedest als Dr. Erholsam deine Gäste, sagst, dass du hoffst, dass sie einen schönen Aufenthalt hatten und sich gut erholen konnten.

Durch das Ablegen der Verkleidungen wird auch verdeutlicht, dass das Spiel nun zu Ende ist, die Rollen abgelegt sind und alle wieder "sie selbst sind".

Autor/in: Clemens Huber

Publikation: kumquat "lol" 4/2013

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Schlagwörter: Rollenspiel, Spaß