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Der Zukunft das Wasser reichen!

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Hier findest du einen Vorschlag für eine Gruppenstunde, in der du dich gemeinsam mit deinen Kindern auf spielerische und spannende Art mit dem kühlen Nass auf der Erde beschäftigen kannst- vor allem auch mit "virtuellem Wasser" (gut ist, wenn du dir hierzu auch den Artikel durchliest )

Material

Aufbau

Nachdem ihr beim Kübel-Raten mehr über das vorhandene Wasser auf der Erde erfahren habt, schaut ihr euch an, wie das mit dem Wasser in anderen Ländern der Welt so ist. Gemeinsam könnt ihr euch dann überraschen lassen, wo sich Wasser überall versteckt und erfahrt, wie mehrere Badewannen voll Wasser in einen einzigen Hamburger passen! Zum Abschluss könnt ihr das Wassertropfen-Fangspiel spielen.

 

Einleitung


Zu Beginn der Stunde stellt ihr euch in einem Kreis auf und werft euchgegenseitig den Wasserball zuwerfen. Jede/r, der ihn fängt kann eine Assoziation oder einen Begriff zum Thema "Wasser" sagen- das kann alles sein, von "Wasserfall" oder "Meer" bis zu " Sodawasser" oder "Duschen gehen".

Kübel-Raten


In einen Kübel (mit 10 Liter Fassungsvermögen) hast du Wasser gefüllt. Du erklärst den Kindern, dass das Wasser in diesem Kübel den gesamten Wasservorrat der Erde darstellt — also alle Meere, Flüsse, Seen und Quellen.

Nun könnt ihr gemeinsam überlegen, ob man wohl all dieses Wasser trinken kann. Als Antwort schöpfst du eine Tasse aus dem Kübel ab — denn nur 2,7% des Wasservorrates ist trinkbares Süßwasser. In den restlichen Kübel schüttest du etwas Salz- denn die übrigen 97,3% des Wassers auf der Erde sind ungenießbares Salzwasser.

Außerdem kannst du fragen, wieviel von dieser Tasse Süßwasser wohl für die Menschen zugänglich ist, also mit einem direkten Zugang (z.B.: aus der Wasserleitung) erreichbar ist. Die Antwort ist, dass nur 0,014% des gesamten Wasservorrates direkt zugänglich ist — das entspricht einem Teelöffel aus der Tasse! Der Rest ist zum Beispiel in den Gletschern der Berge oder unter der Erde und (noch) nicht zugänglich.

Wasser in der Welt


Nachdem ihr euch vorhin den kleinen Teelöffel angeschaut habt, der zeigt, dass nur 0,014% des Wassers auf der Erde trinkbar und zugänglich sind, könnt ihr euch nun anschauen, in welchen Ländern wieviel dieses Trinkwassers fürs Duschen, Kochen, Wäsche waschen und Trinken pro Tag und pro Einwohner verbraucht wird. Dazu hast du drei Blätter mit den Ländernamen Indien, USA und Österreich vorbereitet. Nachdem ihr euch auf dem Wasser-Globus-Ball oder auf einer Landkarte angeschaut hast, wo diese Länder liegen, bittest du die Kinder den Wasserverbrauch dort zu schätzen. Dafür können sie 20 Eiswürfel auf diese drei Länder zu verteilen, wobei ein Eiswürfel symbolisch für 25 Liter Wasser stehen (dazu ist es schlau, wenn bei jedem Land ein kleiner Teller steht, damit die schmelzenden Eiswürfel nicht alles nass machen! Wenn du keine Eiswürfel hast, kannst du einfach 20 Regentropfen aus Papier ausschneiden, oder 20 Spielsteine verwenden). Dann kannst du die Realität auflösen:

  • Indien — 25 Liter pro Tag (1 Eiswürfel)
  • USA — 295 Liter pro Person pro Tag (12 Eiswürfel)
  • Österreich- 162 Liter pro Person pro Tag (6-7 Eiswürfel)



Diese Methode zeigt, dass die Menge an Trinkwasser, die jeder Mensch auf der Erde direkt verbraucht, sehr unterschiedlich ist.
Nun erzählst du den Kindern vom "virtuellen Wasser". Du erklärst, dass wir alle nicht nur Wasser verbrauchen, wenn wir es trinken, uns duschen oder waschen. Wir essen ja auch verschiedene Lebensmittel und kaufen unterschiedliche Produkte — und diese verbrauchen bei der Herstellung natürlich auch Wasser! Am Beispiel eines Schnitzels könnt ihr gemeinsam "versteckten" Wasserverbrauch aufdecken: Das Schnitzel war ja ein Kalb, und das hat Wasser getrunken und Heu gefressen. Das Heu musste vorher auch angebaut, gegossen, geerntet und transportiert werden — dabei floss viel Wasser! Später, wenn das Kalb gechlachtet wurde, muss das Fleisch gekühlt werden, zuerst im LKW und dann im Supermarkt und auch Kühlsysteme sind Wasserschlucker. Bis das Schnitzel am Teller liegt, hat es also schon ganz schön viel "virutelles" Wasser verbraucht: insgesamt 1 200 Liter Wasser! Wenn man diesen versteckten Wasserverbrauch von jeden von uns berücksichtigt, dann benötigt eine Person in Österreich nicht nur 162 Liter pro Person (also den 6-7 Eiswürfel) am Tag zum Trinken und Waschen, sondern circa 4.400 Liter, die sich im Essen, Transport, in der Kleidung und in Alltagsgegenständen verbergen — das entspricht im Beispiel von vorhin 176 Eiswürfen!

Ich seh‘ Wasser, dass du nicht siehst!


Du kannst deine Kinder jetzt gemeinsam schätzen lassen, wie viel verstecktes Wasser sich in verschiedenen Produkten verbirgt. Dafür hast du unterschiedliche Fotos oder gemalte Bilder von den Lebensmitteln vorbereitet. Vor der Stunde hängst du eine Wäscheleine auf, die eine Skala der Wassermenge von 0 bis 2.500 Liter darstellt. Am Anfang der Leine, bei der 10-Liter-Marke kannst du ein Bild von einem Kübel Wasser ankluppen, bei 200 Litern eine Badewanne, bei 1000Litern 5 Badewannen usw. Die Kinder sollen nun die Bilder der Produkte an die Leine kluppen- und dabei raten und überlegen, wie hoch der jeweilige Wasserverbauch ist.

  • 1 Blatt Papier - 10 Liter Wassr
  • 1 Tasse Tee —35 Liter
  • 1 Scheibe Brot - 40 Liter Wasser
  • 1 Apfel — 70 Liter Wasser
  • 1 Packung Kartoffelchips — 185 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker — 1500 Liter Wasser
  • 1 Hamburger - 2400 Liter Wasser


Nachdem die Kinder ihre Schätzungen abgegeben haben, kannst du die Bilder an die richtige Stelle hängen und ihr könnt gemeinsam besprechen, was euch überrascht oder wundert. Dabei ist es meist so, dass Obst oder Gemüse ja das ganze Jahr über gegossen werden müssen- und dann fällt auch noch Wasser für den Transport an. Andere Lebensmittel wie Zucker besteht aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben — und beide Pflanzen benötigen Wasser, später fällt in der Verarbeitung auch noch Wasser z.B.: für die Kühlung der Maschinen an. Der Wasserverbauch des Rindfleisches beinhaltet ja nicht nur das Tränken der Kuh, sondern auch die Bewässerung des Heu, dass sie frisst — und nach dem Schlachten die Kühlung des Fleisches.
Wenn man den Wasserverbauch der Produkte, die wir konsumieren berücksichtigt, liegt der tatsächliche (oder "virtuelle") Wasserverbrauch von jedem Menschen in Österreich pro Tag bei durchschnittlich 4.400 Litern. Und dieser Wasserverbauch steigt - denn wir konsumieren immer mehr Nahrungsmittel aus aller Welt. Asiatische Ananas, afrikanischer Kaffee und südamerikanisches Steak verbrauchen in ihrer Produktion Unmengen an Wasser, bevor sie in Österreich auf dem Tisch landen. Auch Kleidung verbracht Wasser — beispielsweise benötigt ein T-Shirt aus Baumwolle in der Herstellung 4100 Liter Wasser, das passt gar nicht auf unsere Skala!

Abschluss: Wassertropfen fangen


Du erzählst den Kindern, dass wir unseren tatsächlichen Wasserverbrauch vermindern können — wenn wir zum Beispiel weniger Fleisch essen, oder viele Produkte aus Österreich kaufen. Wasserschonend sind auch Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft oder Produkte aus fairen Handel. Zum Abschluss der Stunde könnt ihr Wassertropfen-Fangen spielen: Alle Kinder sind Wassertropfen und fließen oder tröpfeln durch den Raum. Ein Kind ist ein Hamburger und bekommt als Zeichen dafür das Bild vom Hamburger. Es versucht im Spiel, möglichst viele Wassertropfen zu fangen — schließlich braucht ein Hamburger für seine Herstellung ganz schön viel Wasser! Wenn der Hamburger ein Wassertropfen-Kind berührt hat, bleibt das gefangene Kind stehen und macht sich klein- es "versickert im Boden". Die anderen Wassertropfen können das gefangene Kind wieder befreien, in dem sie sich zu zwei ums gefangene Kind stellen und rufen: "Bio und fair, Wasser wieder her!". Wenn das Kind mit dem Hamburger-Schild nicht mehr Fänger sein will, kann es das Bild vom Hamburger auf den Boden legen und ein anderes Kind kann es nehmen und wird der neue Fänger.

Autor/in: Conni Barger

Publikation: kumquat "platsch!" 4/2011

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Schlagwörter: Umwelt, Welt