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Vielfältiges Indien

Gruppenstunde Bausteine | Alter: 6-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Indien ist ein sehr großes und vielfältiges Land. Wenn wir an Indien denken, haben wir ganz unterschiedliche Bilder in unseren Köpfen: Da tauchen bunte Farben, Tees, Gewürze, Bollywood, Elefanten oder Hinduismus auf. Und all diese Bilder stellen nur eine bestimmte Seite, einen Aspekt von Indien dar, denn Indien ist riesengroß und lässt sich nicht so einfach beschreiben.
In dieser Gruppenstunde soll es darum gehen, gemeinsam einige Seiten von Indien zu entdecken und die Bilder über Indien zu erweitern.

Material

Aufbau

Zu Beginn der Stunde begrüßt ihr euch mit einem indischen Gruß, dann schaut ihr euch gemeinsam Bilder an und versucht euch mithilfe von Geschichten in den Lebensalltag in Indien hineinzudenken. Dann könnt ihr Saris probieren, eure Hände verzieren und eventuell so etwas wie eine Modenschau machen. Um einen Teil von Indien auch mithilfe eures Geschmacksinnes zu entdecken, könnt ihr indisches Mango-Lassi herstellen und kosten. Zum Abschluss der Stunde malt ihr glücksbringende Kolams.
Die vorgeschlagenen Aktionen sind Bausteine und ihr könnt sie natürlich je nach Interesse und Gruppenstundendauer verlängern, verkürzen oder weglassen.

 

Namaste!


Deine Kinder kommen in die Gruppenstunde und im Hintergrund läuft indische Musik. Du begrüßt deine Kinder mit dem Wort "Namaste!" und sagst ihnen, dass es heute um Indien gehen wird. "Namaste" ist eine Grußformel, die in Indien und in anderen Teilen Asiens verwendet wird. Es hat unterschiedliche Bedeutungen, zum Beispiel "ich verbeuge mich vor (dem Göttlichen in) dir". Als Geste werden die Hände vor der Brust zusammen gefaltet und der Kopf wird leicht gebeugt. Ihr könnt euch gegenseitig so begrüßen.

Zum Willkommenheißen könnt ihr euch zusätzlich zum Gruß mit dem Farbpulver einen roten und gelben Punkt auf die Stirn zwischen die Augenbrauen malen. Diese Segenszeichen werden "Tilaka" genannt. Frauen, Männer und Kinder werden in Indien damit bei Veranstaltungen gesegnet.

Bilder von Indien


Du verteilst die Fotos aus der Indientasche im Raum - du kannst sie entweder auflegen oder mit Kluppen an einer Leine aufhängen. Nun könnt ihr euch die Bilder anschauen. Überlegt euch, was ihr auf den Bildern seht, was die Menschen auf den Bildern machen, wie es ihnen geht.

Nachdem ihr euch die Bilder genau angeschaut habt, könnt ihr euch gemeinsam drei Bilder aussuchen. Leg diese Bilder in die Mitte des Tisches und lade die Kinder ein sich - eventuell zu zweit - eine Geschichte zu diesen drei Bildern zu überlegen. Nach einer kurzen Überlegungszeit sollen diese Geschichten dann einander vorgestellt und erzählt werden. Setzt euch hierfür entweder in einen Kreis, oder macht eine Art Ausstellung und führt die anderen durch die Fotoausstellung. Ihr werdet sehen, dass die Geschichten ganz unterschiedlich sind, obwohl ihr alle über dieselben Fotos nachgedacht habt!

Indien Puzzle


Schaut euch noch einmal die Fotos an: Euch fällt vielleicht auf, dass die Menschen auf den Fotos sehr unterschiedlich gekleidet sind, dass die Landschaft nicht immer dieselbe ist. Indien ist ein riesiges Land und deshalb auch sehr vielfältig.

Nehmt das Puzzle und versucht mithilfe der Karte, Indien richtig zusammenzupuzzeln. Das wird gar nicht so einfach sein. Indien besteht nämlich aus 48 Bundesstaaten. In Indien kann man/frau mehr als zwei Nächte und einen Tag mit dem Zug in eine Richtung fahren und ist immer noch in Indien. Wenn wir in Österreich so lange in eine Richtung fahren, sind wir schon längst nicht mehr in Österreich. Indien ist das siebtgrößte Land der Welt. Es ist fast 40 Mal größer und es leben 146 Mal mehr Menschen als in Österreich.

Überlegt, wie viele Bundesländer Österreich hat. Wart ihr schon in anderen österreichischen Bundesländern? Falls ja, habt ihr das Gefühl gehabt, dass sich diese Bundesländer unterscheiden - sprechen die Menschen anders miteinander, essen sie unterschiedliche Dinge, ziehen sie sich anders an? Wie ist es innerhalb eines Bundeslands? Ähneln sich da die Menschen, sind sie gleich, ziehen sie sich ähnlich an? Euch wird vielleicht auffallen, dass auch bei uns die Menschen ganz unterschiedlich sind. Sprachen ähneln sich, haben aber auch deutliche Unterschiede, je nachdem wo wir herkommen. Aber auch in einzelnen Bundesländern und Städten ziehen wir uns nicht gleich an, sondern auch hier findet sich schon eine enorme Vielfalt - und das ist auch gut so!

Sari wickeln, Mehndi malen


Zusätzliches Material: Tatoostifte

Bei Österreicher/innen werden Dirndl und Lederhose oft als typische, traditionelle Kleidung dargestellt, wenngleich man sie auch nur recht selten im Alltag sieht. In Indien sind es Saris für die Frauen und Dotis, ein langes Tuch, das wie ein langer oder kurzer Wickelrock getragen wird, für die Männer. Wobei in Indien mehr Frauen täglich Saris tragen, als Frauen bei uns Dirndln anhaben. Ein Sari besteht aus einem fünf bis sechs Meter langen, rechteckigen Tuch, das an einem Ende oft eine breite Schmuckborte in einer anderen Farbe hat. Am Oberkörper tragen die Frauen meist eine kurze feste Bluse namens Choli.

Die Kinder können nun versuchen, mithilfe der Anleitung den großen blauen Sari umzuwickeln. Ihr könntet auch selbst Saris aus Stoffbahnen oder einem Leintuch herstellen. Der Stoff kann bemalt oder mit Perlen verziert werden. Du kannst auch traditionelle österreichische Kleidung mitbringen und die Kinder anprobieren lassen! So können auch lustige Fotos entstehen: Deine Kinder, Seite an Seite in Dirndl und Doti, Lederhosen und Sari.

Als Mehndi wird in Indien die kunstvolle ornamentale Körperbemalung mit Henna bezeichnet. Vielleicht haben deine Kinder so etwas schon mal gesehen und haben Lust, auch diesen "Brauch" auszuprobieren. Versucht anhand der verschiedenen Vorlagen, euch gegenseitig die Hände oder aber auch die Füße zu bemalen. Man kann statt Hennapaste zum Beispiel auch Tatoostifte nehmen, diese lassen sich leichter von der Haut waschen. In der Tasche findet ihr auch Hintergrundinfos zum Mehndi malen.

Mango-Lassi


Zusätzliches Material: 250g Joghurt, 150 ml Mango-Fruchtfleisch oder —Saft, 100 ml Wasser oder Mineralwasser, 4 TL Zucker, 1 TL Zitronensaft

Ihr habt jetzt schon einige Bilder zu Indien gesehen, versucht euch zu schmücken und anders anzuziehen - ein Land kann auch durch Gerüche und Geschmack entdeckt werden! In der Indientasche findet ihr einige Vorschläge, wie ihr euch schmeckend und riechend Indien annähern könnt: Probiert indische Rezepte aus, kocht einen Chai (Tschai) oder macht zum Beispiel gemeinsam Mango-Lassi:

Mangofleisch würfelig schneiden und im Mixer pürieren. Mit Joghurt und Wasser aufmixen, mit Zitronensaft und Zucker abschmecken. Ist die Konsistenz zu dickflüssig, etwas Mineralwasser nachgießen und anschließend kalt stellen.

Kolams


Zusätzliches Material: Ölkreiden und Packpapier oder Straßenkreide

Als Abschluss der Gruppenstunde könnt ihr Kolams malen. Kolams sind Glückssymbole, die in Teilen Indiens im Eingangsbereich der Häuser aufgemalt werden. Es handelt sich um ein meist rundes, symmetrisches Muster, ähnlich einem Mandala, das dem Haus vor dessen Schwelle es gemalt wird Schutz und Segen bringen soll. Das Malen eines Kolams ist in bestimmten Gebieten ein tägliches Morgenritual. In der Gruppenstunde könnt ihr Kolams mit Ölkreide auf Packpapier malen und sie dann mit auf den Boden legen, aufhängen oder mit nach Hause nehmen. Oder ihr tauscht sie untereinander aus und wünscht euch gegenseitig etwas. Mit Straßenkreiden können Kolams auch auf die Straße vor die Tür eures Pfarrhofes oder Jungscharraum gemalt werden.

Autor/in: Betti Zelenak und Katharina Winkelhofer, ergänzt von Nani Gottschamel

Publikation: kumquat "alle anders - alle gleich" 3/2015

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