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Help! I need somebody!

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Manchmal kann helfen so anstrengend sein. Natürlich ist einem klar, dass es wichtig ist, anderen zu helfen — aber manchmal will man eben einfach nicht. Das kann dann auch ganz verschiedene Gründe haben, vielleicht will ich mich ja mit Freund/innen treffen, ein Buch lesen oder ich habe einfach schon so viel Anderes zu tun, und manchmal habe ich auch einfach keine Lust.
Hier findest du eine Gruppenstunde, die dir und deinen Kids wieder veranschaulichen soll, dass Helfen sowohl bei anderen, als auch bei mir Gutes bewirkt. Helfen kann sehr wohl Spaß machen und dessen sollte man sich bewusst werden.

Material

Aufbau

Zuerst erkunden wir Situationen, in denen uns das Helfen lästig ist, indem wir Telefonate spielen und uns erzählen, was uns gerade dabei nervt. Danach veranschaulichen wir die Situationen mithilfe von Kärtchen in verschiedenen Formen. Um danach auch herauszufinden, warum wir denn trotzdem helfen und was wir damit bewirken können, säen wir Samen in einen kleinen Blumentopf. Jeder Löffel Erde, den wir in den Topf geben, soll für das Positive stehen, dass wir mit unserer Hilfe bei anderen oder auch bei uns selbst bewirken können. Zum Austoben spielen wir zum Abschluss noch ein Fangspiel.

 

Einstieg


Spielt kurze Telefonate durch, in denen ihr euch gegenseitig (gespielt) anruft und davon erzählt, dass irgendjemand euch um eure Hilfe gebeten habt, aber aus verschiedenen Gründen, könnt bzw. wollt ihr nicht helfen. Das könnte dann folgendermaßen ausschauen:

A: Hallo?
B: Ja grüß dich, ich bin‘s, die Martina!
A: Ja Hallo, wie geht’s dir denn?
B: Naja,. an sich eh ganz gut, aber die Mama nervt mich total. Ständig soll ich ihr bei irgendwas helfen, den Mist raustragen, den Geschirrspüler ausräumen, auf meine kleine Schwester aufpassen... Irgendwie hab ich schon fast das Gefühl, das nimmt ja gar kein Ende mehr.
A: Ah so. Ja, das kenn ich, und weißt du was? Ich find das ur nervig, dass ich schon wieder für unsere Lehrerin das Geld für den Ausflug einsammeln muss. Immer muss ich das machen.
...
So können die Kids konkretisieren, was sie manchmal am Helfen nervt und warum man einfach nicht immer helfen will.

Und warum ist das so?


Nun haben wir schon einige Situationen gesammelt. Du teilst nun den Kindern Kartonmaxerl, Weltkarten und Fragezeichen aus. Auf die können die Kids schreiben WER (Kartonmännchen) WO (Weltkarte) WAS (Fragenzeichen) von ihnen will.
Hier einige Beispiele was die Kinder auf die ausgeschnittenen Symbole schreiben könnten. Danach können sie dann alles selbst ordnen. Es kann durchaus sein, wie auch hier, dass den Kindern für einen Ort oder eine Person mehrere Dinge einfallen:

Wer Wo Was
Mama Zu Hause Geschirrspüler ausräumen
Peter Schule Hausübungen
Papa Zu Hause Müll raustragen
Kleine Schwester Zu Hause Zimmer aufräumen
Lehrer Schule Tafel abwischen
Älterer Herr Straßenbahn Platz freimachen

Die Samen ernten, die man säht


Wir nehmen das Sprichwort heute mal wörtlich, denn schließlich kann jede kleine Tat die ich verrichte, anderen helfen. Und dank der Kärtchen von vorhin ist uns nun klar, wen was wo nervt. Aber unsere Taten sind wie kleine Samen, die wir sähen. Alles was wir tun, hat Konsequenzen, egal ob diese nun positiv sind oder negativ. Wenn wir unsere Samen gut pflegen, dann bekommen wir wahrscheinlich auch irgendwann einmal etwas zurück.

Die Kinder überlegen sich nun, was das Positive für sie selbst oder andere sein könnte, wenn sie helfen. Für jeden positiven Gedanken können sie einen gehäuften Esslöffel Erde in den Topfen geben. Man kann sich hier natürlich an den Beispielen von vorhin orientieren: z.B. wenn ich der Mama im Haushalt helfe, dann hat sie vielleicht auch am Abend mehr Zeit und sie kann sich mit mir eine DVD anschauen oder ein Brettspiel spielen, oder: Dem älteren Herren in der Straßenbahn mache ich den Platz frei, denn auch ich wünsche mir einen Platz in der Straßenbahn, wenn es mir körperlich nicht so gut geht.
Am Schluss können alle noch ihre Samen einsetzten. Am Besten wird es sein, wenn du den Topf mit nach Hause nimmst und in eine der nächsten Gruppenstunden wieder mitbringst, sobald die Kresse gewachsen ist. Die Kids werden dann sehen, dass Ihre Samen schon die ersten Blätter tragen. Wenn die Pflänzchen dann groß genug sind, könnt ihr euch auch alle ein Butterbrot mit Salz und Kresse machen. Dann habt ihr ein gutes Gefühl im Bauch, genau wie wenn ihr etwas Gutes bewirkt habt, dann hat man auch ein gutes Gefühl im Bauch.

HILFE!


Zur Auflockerung am Ende der Gruppenstunde könnt ihr dann noch Hilfe! spielen. Hier haben die Kids noch die Möglichkeit, sich richtig auszutoben. Das Spiel funktioniert so:
Ein Kind ist das Fängerkind, das die anderen zu berühren versucht. Wird ein Kind vom Fängerkind berührt, ist es das neue. Die Kinder können dem Gefangen-Werden nicht nur durch Davonlaufen entgehen. Sie können einander auch schützen, indem sie "Hilfe!" rufen und mit einem zweiten Kind zusammengehen. Stehen zwei Kinder beisammen und halten sich an der Hand, können sie nicht gefangen werden. Ist das Fängerkind nicht mehr in der Nähe, können sich die beiden wieder voneinander trennen. Das Fängerkind hat ein Attribut (z.B. ein Tuch), das es fallen lassen kann, wenn es nicht mehr weiter fangen möchte. Das Kind, das das Tuch aufhebt, ist der/die nächste Fänger/in.

Autor/in: Kathi Bereits

Publikation: kumquat "Abschied" 2/2009

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