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Die Armen zahlen drauf

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Die Gemeinde von Korinth führte, was neu in dieser Stadt war, die verschiedensten Gruppierungen zusammen. Daher gab es große Unterschiede zwischen reichen und etablierten Christen/innen einerseits und den armen und rechtlosen Christen/innen (z.B. Sklaven/innen) andererseits. Daraus entstanden im Alltag der Gemeinde große Konflikte, mit denen die Menschen erst umzugehen lernen mussten - 1Kor 11,17-34.

Ziel

Ausgehend von einem Verständnis der Situation in Korinth wollen wir schauen, wie das mit "arm" und "reich" bei uns ist, wie es von uns erlebt wird — und vor allem, wie wir in der Gruppe damit umgehen können.

Material

  • Für die Hälfte der Kinder je eine Toga (Leintuch zum Umwickeln), für die andere Hälfte der Kinder je eine Arbeitsschürze, Zutaten für ein gemeinsames Mahl: Obst, Brötchen, Saft & Becher,...

 

Arbeitsschürze und Toga
Im Gruppenraum hast du die in der einen Hälfte einige Pölster und Decken ausgebreitet, um eine gemütliche Sitzecke zu haben. In dieser Ecke steht auch ein kleiner Tisch mit angerichteten Brötchen, Obststücken und ein paar Bechern mit Saft.
In der anderen Hälfte des Raumes liegen Arbeitsschürzen und Togen. Jedes Kind soll sich nun für eines dieser Kleidungsstücke entscheiden und es anziehen. Dann erklärst du, dass jene mit einer Toga nun reiche Christen aus Korinth sind, die sich zum Mahl hinsetzen, jene mit einer Arbeitsschürze aber Arme sind, die noch warten müssen. Die "Reichen" können schon naschen, während du erzählst:

Chaos beim Mahl der Gemeinde
Mit Hilfe des Korinth-Plakates erzählst du nun vom heutigen Fall in Korinth:

Für die Christengemeinde von Korinth gab es im Alltag etwas ganz Besonderes, nämlich ihr gemeinsames Mahl. Dazu sind im Haus der Reichen, wo genug Platz war, viele unterschiedliche Leute zusammengekommen. Damit dann auch genug zu essen da war, sollte jede/r etwas mitbringen. Natürlich konnten die Armen, die Matrosen und vor allem die Sklav/innen nur sehr wenig bis oft gar nichts beisteuern. So hat man ausgemacht, dass das Mitgebrachte dann unter allen geteilt wurde.
Aber so einfach war das dann doch nicht. Die Reichen, die nichts oder nur wenig arbeiten mussten, waren immer die ersten, die da waren und da haben sie inzwischen angefangen zu essen. Die Arbeiter/innen und vor allem die Sklav/innen mussten sehr lange arbeiten, fast immer bis Sonnenuntergang. Sie sind also später gekommen. Vom Teilen war dann keine Rede mehr, weil die anderen schon alles aufgegessen hatten und schon in lustiger und ausgelassener Stimmung waren. Dass das gemeinsame Mahl so nicht gerade friedlich verlaufen ist, können wir uns vorstellen.
Wie es in dieser Situation zugegangen sein kann, das wollen wir jetzt gleich gemeinsam spielen:

Rollenspiel
Jeweils ein "Armer" und ein "Reicher" treffen aufeinander und haben ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen. Sucht euch auf dem Stadtplan von Korinth einen passenden Schauplatz aus. Stellt dar, wie die beiden sich bei der Begegnung und auf dem gemeinsamen Wegstück (durch den Gruppenraum) verhalten. Spielt, bis jedes Paar an der Reihe war.

Solche Situationen könnten sein:
Ein Armer begegnet einem Reichen und bitte um ein Stück Brot.
Ein Reicher erzählt, wie schön sein Tag heute war, weil er nicht viel zu tun hatte.
Eine arme Frau unterhält sich mit einer reichen Frau über schöne Kleidung.

Besprecht anschließend das Rollenspiel ganz kurz:
Was haben die "Armen", was die "Reichen" getan? Wie haben sie sich verhalten?
Kommt so etwas bei uns auch vor?
Wie fühlt sich ein/e Arme/r, ein/e Reiche/r?
Was müsste sich ändern?

Arm und Reich bemerken
Nach diesem Rollenspiel tauschen die Armen und Reichen ihre Arbeitsschürzen und Togen miteinander. Falls "die Armen" bis jetzt noch nicht zum essen gekommen sind, könnt ihr das nun nachholen.

Arm - reich - wichtig
Jetzt kommt ihr wieder zurück in die Gegenwart und überlegt euch, was arm und reich für euch selbst bedeutet.
Du hast Kärtchen mit den unten aufgelisteten Aussagen und drei Plakate mit den Titeln ARM, REICH und WICHTIG vorbereitet. Die Mädchen und Buben sollen gemeinsam diese Kärtchen den Kategorien "arm", "reich" und "wichtig" zuordnen und dabei ihre Entscheidungen begründen. Zum Beispiel: Wenn ich ein Auto habe, bin ich dann — arm oder reich? Die Zuordnung ist eine Diskussionsgrundlage, bei der die verschiedenen Wahrnehmungen der Kinder sichtbar werden. Gibt es konträre Meinungen? Was heißt für jede und jeden von euch Arm-Sein beziehungsweise Reich-Sein? Eine Kategorie lautet: "wichtig". Finden die Kinder Kärtchen, die sie dieser Kategorie zuteilen würden, unabhängig von arm und reich? Vielleicht ergibt sich für die Gruppe auch noch eine weitere Zuordnungskategorie. Wenn sich die Gruppe für eine Zuordnung eines Kärtchens zu einer der Kategorien entschieden hat, wird es auf das jeweilige Plakat geklebt.

...wenn ich ein Handy habe ...wenn ich kein Auto habe ...wenn ich gute Freundinnen und Freunde habe ...wenn ich einen Computer habe ...wenn ich mir nicht alles leisten kann, was ich haben will ...wenn ich Hunger haben muss
...wenn ich zur Schule gehen kann...wenn ich Sportgeräte wie Schi, Tennisschläger usw. mit meinen Geschwistern teile ...wenn ich ein Pferd besitze ...wenn ich eine Familie habe ...wenn ich von anderen respektiert und gemocht werde ...wenn ich eine Stereoanlage besitze ...wenn ich mir keine CDs kaufen kann ...wenn ich keine Marken-Kleidung besitze ...wenn ich das Gewand von meinen älteren Geschwistern weitertrage ...wenn ich auf Urlaub fahren kann
...wenn meine Eltern Zeit für mich haben ...wenn ich weniger Taschengeld bekomme als die anderen in meiner Klasse
...wenn ich nicht meinen Wunschberuf erlernen kann ...wenn ich eine Playstation besitze ...wenn ich das Zimmer mit meinen Geschwistern teile ...wenn ich nicht auf Schikurs oder Sportwoche mitfahren kann ...wenn ich auch mit wenig Spielsachen viel Spaß haben kann ...wenn ich... (Platz für eigene Ideen)

Wir holen uns einen Schatz
Nach der Auseinandersetzung mit Reichtum und Armut und mit dem, was in den Geschichten jemandem ganz wichtig war, können jetzt alle noch einmal überlegen, welche drei Dinge aus einem Schatzteich jedem und jeder selbst wichtig sind.
Dazu sind Kärtchen mit Büroklammern versehen. Nun sammeln alle gemeinsam Ideen für Schätze, die uns wichtig sind. Das kann sein: Mit Freund/innen ins Kino gehen, ein Skateboard, das neueste Harry Potter Buch kaufen, mit Freund/innen gemeinsam auf Urlaub fahren,... Drei solcher Schätze schreibt jedes Kind auf drei Kärtchen. Alle Kärtchen werden in den Schatzteich gegeben: eine Fläche, die mit Kreide, einer Schnur oder auf andere einfache Art abgegrenzt ist. Jedes Kind versucht, seine drei Schätze mit einer Magnetangel (Stock mit Schnur, an der ein Magnet hängt) wieder zu angeln. Du ersetzt gegebenenfalls geangelte Schätze, etwa wenn sich ein Kind in seiner Wahl anders entscheidet und einen anderen Schatz angeln möchte.
Alle stellen zum Abschluss nochmals ihre drei Schätze vor und sagen dazu, warum sie diese gewählt haben. Die Schatzkärtchen können mit nach Hause genommen werden.

Hanni Traxler

Publikation: Kumquat Tatort Korinth

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