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Unser Platz

Gruppenstunde Ausflug | Alter: 8-13 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Überall auf der Welt gibt es Plätze. Auch bei uns in Österreich hat jede Stadt, jedes Dorf einen öffentlichen Platz: einen Dorfplatz, einen Kirchenplatz,... Meistens gehen wir über diesen Platz, manchmal können wir ihn auch für uns nützen.
In dieser Gruppenstunde wollen wir unseren Dorfplatz/ einen Platz im Bezirk näher betrachten: Wo fühlen wir uns wohl? Wer benützt diesen Platz noch? Hat dieser Platz etwas mit anderen Plätzen auf der Welt zu tun?

Material

Aufbau

Zunächst erkundet ihr euren Platz und sucht euch euer Lieblingsplätzchen, dann schlüpft ihr in die Rollen anderer (z.B. einer Obdachlosen, eines Rollstuhlfahrers) und versucht, den Platz aus deren Perspektive zu betrachten. Dann schaut ihr euch an, wie Plätze anderswo gestaltet sind, und gebt als Abschluss eurem Platz einen neuen Namen.

 

Das ist mein Plätzchen!


Zu Beginn der Stunde machen sich alle auf den Weg zum Dorfplatz/ Platz in eurem Bezirk.

Am Platz angekommen, bekommt jedes Kind ein Kärtchen mit seinem/ihrem Namen und ein Stück Klebeband. Dann wandern alle am Platz herum und überlegen sich: Wo fühle ich mich auf diesem Platz am wohlsten? Welche Stelle ist mein Lieblingsplätzchen?

Wenn das Lieblingsplätzchen gefunden wird, wird der Zettel mit dem Namen auf diese Stelle geklebt. Dann treffen sich alle wieder, gehen gemeinsam eine Runde am Platz und schauen sich die Lieblingsplätze an. Wer will, kann erklären, warum er/sie sich gerade diese Stelle ausgesucht hat.

Sich in andere Personen hineinversetzen


Nachdem jede/r seinen/ihren Lieblingsplatz gefunden und hergezeigt hat, könnt ihr versuchen, euch in andere Menschen hineinzuversetzen (z.B. in eine Obdachlose oder einen Rollstuhlfahrer). Du teilst jedem/r eine Rollenbeschreibung (siehe unten) und wieder ein Stück Klebeband aus.

Dann sollen die Kinder in die Rollen schlüpfen und sich in der Rolle die Fragen stellen: Wo gehe ich jetzt hin? Wo fühle ich mich am wohlsten? Was ist mein Lieblingsplatz? Wo gehe ich nicht hin? Wo fühle ich mich gar nicht wohl?

Lasst euch Zeit, um euch in die Rollen hineinzudenken und euch umzuschauen. Habt ihr den Lieblingsplatz eurer Rolle gefunden, klebt die Rollenbeschreibung an diese Stelle.

Nachdem sich alle wieder getroffen haben, macht ihr eine gemeinsame Runde am Platz und schaut, wo die Lieblingsplätze der jeweiligen Rollen waren und warum.

Wie ihr sehen könnt, haben Menschen unterschiedliche Lieblingsplätze. Jede und jeder nützt den Platz anders, weil die Bedürfnisse unterschiedlich sind.

Rollenbeschreibungen:

  • Du bist eine obdachlose Frau, die ihren ganzen Tag hier am Platz verbringt.
    Was du tust: essen, Leute treffen, Geld sammeln, ausruhen, lesen,...
  • Du bist ein Moslem. Du willst einen Ort aufsuchen, um vor einer wichtigen Entscheidung deine Gedanken zu sammeln und zu beten.
  • Du bist ein Kind, das sich das Zimmer mit zwei Geschwistern teilt. Du willst hier mit anderen Kindern ungestört plaudern.
  • Du bist ein Kind, das zu Hause in einer kleinen Wohnung wohnt. Du willst dich mit anderen Kindern austoben.
  • Du bist arbeitslos und willst nicht den ganzen Tag daheim versauern. Deswegen bist du hier, du fragst z.B. Leute um Geld oder machst ein Picknick.
  • Du bist eine Brasilianerin, die nicht deutsch und nicht englisch spricht. Du wartest hier auf jemanden und willst dich zurechtfinden.
  • Du bist ein Mann im Rollstuhl, der frische Luft schnappen will.

Plätze weltweit


Jetzt habt ihr euch schon viel mit eurem Platz auseinander gesetzt — ihn aus mehreren Perspektiven betrachtet. Plätze können aber auch ganz anders ausschauen, als hier bei euch.

Es gibt viele Möglichkeiten, Plätze zu gestalten. Bei manchen Plätzen steht eine bewusste Gestaltung dahinter — er soll z.B. beeindrucken, Macht demonstrieren. Bei anderen ist es eher der Zufall der historischen Entwicklung, der aus ihnen das gemacht hat, was sie heute sind.

Darüber könnt ihr euch Gedanken machen, wenn ihr folgende Plätze "bereist":

  • Den gigantischen Platz: Mexico City, Zokalo
  • Den königlichen Platz: Barcelona, Plaza Real
  • Den Platz der Gaukler und Taschendiebe: Marakkesh — Djemaa el Fna


Du zeigst den Kindern die Fotos der Plätze und erzählst dazu kurz etwas über den jeweiligen Platz:

  • Zocalo: Das ist der Zocalo, der riesengroße Platz in Mexiko-City. Er ist einer der größten Plätze der Welt. Errichtet wurde er schon von den Azteken, die hier ihre Hauptstadt hatten...
  • Plaza Real: Das ist der Plaza Real. Er befindet sich im Barrio Gotico. Dieses Viertel ist einer der ältesten und interessantesten Stadtteile Barcelonas. Zahlreiche Straßenkünstler/innen und -musiker/innen unterhalten die Tourist/innen in den Restaurants und Cafes. Bis in die Früh ist hier immer viel los...
  • Djemaa el Fna: Das ist der Djemaa el Fna in Marrakesh. Viele Straßenhändler/innen stehen hier, verkaufen Obst oder Orangensaft. Daneben stehen Akrobaten und Schlangenbeschwörer. Auf dem Djemaa el Fna ist immer was los...


Ordnet die Plätze gemeinsam nach der Frage:

  • Welcher Platz spricht mich am meisten an, welcher am wenigsten?
  • Warum spricht mich dieser Platz an?
  • Warum nicht?
  • Was würde ich dort gerne tun?

Ein Name für euren Platz


Nachdem ihr euch darüber ausgetauscht habt, was ihr auf den fremden Plätzen gerne machen würdet, "reist" ihr zurück in euer Land zu eurem Platz. Ihr habt euren Lieblingsplatz gesucht, euch in andere Menschen hineinversetzt, andere Plätze kennen gelernt. Nun schaut euch noch einmal auf eurem Platz um und gebt ihm einen "neuen", für euch passenden Namen.

Autor/in: Bettina Zelenak und Clara Handler

Publikation: kumquat "Es reicht"" 1/2006

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Schlagwörter: Rausgehaktion, Welt