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Red ma drüber?!

Gruppenstunde | Alter: 11-14 | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Versucht man bei jüngeren Kindern, einfach ein Thema "in der Raum zu werfen" und dann mit ihnen darüber zu diskutieren, merkt man schnell, dass das so nicht funktioniert. Je jünger Kinder sind, desto konkreter denken sie auch und desto mehr steht im Vordergrund, etwas gemeinsam zu tun, auszuprobieren und dabei dann miteinander zu reden. Wenn die Kinder ein bisschen älter werden, nimmt bei ihnen oft der Wunsch zu, sich miteinander über ein Thema auszutauschen. Auch für Ältere ist es wichtig, Methoden anzubieten, die die Diskussion anregen und das Diskutieren erleichtern. Hier findest du Ideen zum Diskutieren für diese Altersgruppe.

 

Gespräche regeln...


Es ist fein und für die Kids besser nachvollziehbar, wenn sie selbst ausprobieren können, welche Regeln in einem Gespräch sinnvoll sind:
Die Kids teilen sich in zwei Gruppen auf und bekommen die Aufgabe, sich eine kurze Szene auszudenken, die sie den anderen danach vorspielen. Die Szene soll eine Gesprächsrunde zeigen, in der alles, was in einem Gespräch nur schief laufen kann, passiert. Als Hilfe kannst du den Kids auch Kärtchen mitgeben, auf denen einige Anregungen stehen, z.B. jemand fällt einem/einer anderen ständig ins Wort, jemand kommt gar nicht zu Wort, jemand diskutiert unfair,... In der Kleingruppe überlegen sich die Kids, wer welche dieser "Rollen" übernimmt, wer wann was ins Gespräch einbringt,... damit die Zuschauer/innen — trotz vermutlich sehr heftiger Diskussion - deutlich mitbekommen, was bei diesem Gespräch schief läuft. Sind beide Gruppen fertig, dann spielt die erste Gruppe ihre Szene vor.

Die Zuschauer/innen übernehmen die Aufgabe, herauszufiltern, welche Probleme im Gespräch aufgetreten sind. Diese werden, wenn die Szene zu Ende ist, gesammelt und die vorhandenen Kärtchen mit weiteren "Problemfeldern" ergänzt. Dann kommt die zweite Gruppe dran. Damit klar ist, dass die Kids "auf der Bühne" eine Rolle übernommen haben - also nicht "der Franz" dauernd jemanden unterbrochen hat, sondern er diese Rolle über hatte -ist es ganz wichtig, dass sich die Kids im Rollenspiel andere Namen suchen, z.B. "Frau Zober" und auch nach dem Rollenspiel nur über das Verhalten dieser Rollen diskutiert wird.

Jetzt geht es daran, sich zu überlegen, was helfen kann, damit diese "Fehler" nicht passieren. Natürlich könnt ihr euch ausmachen, dass jede/r sich bemüht, zu einem guten Gesprächsklima beizutragen. Gerade, wenn eine Gruppe aber noch nicht so geübt darin ist, kann es sehr hilfreich sein, sich Hilfestellungen dafür zu überlegen, z.B.:

  • "alle reden durcheinander" — der/die gerade an der Reihe ist, nimmt einen Gegenstand in die Hand und gibt ihn ab, wenn er/sie mit dem Statement fertig ist
  • "jemand wird unfair oder verwendet Schimpfwörter" — eine rote Karte liegt in der Mitte, die jede/r nehmen kann, wenn jemand gemein wird
  • "jemand kommt nicht zu Wort" - in der Mitte liegt ein Schild, das man in die Höhe hält, wenn man als nächste/r dran kommen möchte


Wichtig ist, immer nur eine Sache auf einmal auszuprobieren, damit die Kids nicht mit den unterschiedlichen Möglichkeiten überfordert sind.
Diese Hilfen können dazu beitragen, dass die Kids ein Stück sensibler werden, wie ein Gespräch ablaufen kann und soll. — Klar ist, dass du auch weiterhin "Gesprächsleiter/in" bei Diskussionen bleibst — also für das Klima letztverantwortlich bist und eingreifst, wenn die Kids das Gespräch nicht selbst regeln können.

Diskussionen als Teil der Gruppenstunde


Auch bei älteren Kindern wird es selten so sein, dass ein Gespräch die ganze Stunde einnimmt. Meist geht es darum, nach einer Methode, die ins Thema einleitet oder in der ihr euch näher mit dem Thema befasst, in einer Diskussion einen Punkt genauer zu klären oder eure Meinungen dazu auszutauschen. Oder aber in einer Stunde steht einfach der Spaß am bzw. das "Üben" von Diskussionen im Mittelpunkt, d.h. es geht nicht in erster Linie um das Thema, sondern um das Diskutieren an sich. Für beide Möglichkeiten findest du hier Methodenvorschläge:

Pro & Contra:

Es gibt Kärtchen in zwei verschiedenen Farben (z.B. rot & blau), jedes Kind bekommt eine Farbe. Am Beginn der Diskussion übernehmen alle Kids mit roten Kärtchen die Pro-Position, alle andere argumentieren dagegen. Fällt in der Diskussion das Wort "Gegenteil", dann tauschen die Kids augenblicklich die Positionen, d.h. die, die vorher dafür argumentiert haben, argumentieren jetzt dagegen und umgekehrt.

Interviews zu zweit:

Manchen Kindern fällt es nicht so leicht, in der Großgruppe ihre Meinung zu vertreten. Bei dieser Methode haben die Kids die Möglichkeit, (zuerst) in Kleingruppen ihre Meinung abzugeben: Die Kids gehen zu zweit (oder zu dritt) zusammen und interviewen einander über ein vorher gemeinsam vereinbartes Thema. Wenn ihr wollt, können die Kleingruppen danach den anderen berichten, was in den Interviews vorgekommen ist, oder aber ihr schließt dann eine Großgruppendiskussion zu dem Thema an.

4 Ecken-Spiel:

In den vier Ecken des Raumes sind vier mögliche "Antworten" zu einem Thema aufgeschrieben oder —gezeichnet, z.B. zur Frage: "Ein Tag auf einer einsamen Insel — welchen Gegenstand würdest du unbedingt mitnehmen?" Antworten könnten sein: "Sonnencreme", "Buch", "Taschenmesser", "Zahnbürste". Die Kids stellen sich zu der Antwort, die für sie gerade die passendste ist. Dann beginnt die Diskussion. Wenn jemand von einer Argumentation eines/r anderen überzeugt wurde, kann natürlich auch die Ecke gewechselt werden.

Ich denke, dass du denkst,...

Die Hälfte der Kids setzt sich im Kreis auf Sessel. Hinter jede/n stellt sich nun eine andere Person. Die stehenden Personen übernehmen den Part der Diskutierenden, sie sollen dabei allerdings die Meinung vertreten, die die vor ihnen sitzende Person ihrer Meinung nach hat. Die Sitzenden reagieren darauf mit Nicken, Kopfschütteln oder anderen Gesten — je nachdem, ob sie dem, was in ihrem Namen gesagt wurde, zustimmen oder nicht. Im anschließenden Austausch können alle Beteiligten erzählen, wie es ihnen in ihrer Rolle ergangen ist, Rückfragen stellen usw. Danach werden die Rollen getauscht.

"Offen gesagt":

Hier könnt ihr mit verteilten Pro- und Contra-Rollen sowohl aktuelle Themen aus Politik & Freizeit diskutieren, als auch fiktive und skurrile Fragen unter die Lupe nehmen. Ein mögliches Thema wäre z.B. "Gibt es Außerirdische?" Für diese Diskussionsrunde im Stil eines Rollenspiels werden ausgewählte Gäste eingeladen: Ihr macht euch vorher gemeinsam aus, welche Rollen es geben soll & wie sich die Leute ungefähr verhalten, z.B. ein/e leicht hysterische/r Hellseher/in, ein/e Astronaut/in mit Höhenangst,... sowie ein/e Moderator/in (eine Rolle, die du übernehmen kannst). Dann geht das Rollenspiel los.

Autor/in: Verena Vichytil und Andrea Jakoubi

Publikation: Kumquat_1/04

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Schlagwörter: Kommunikation, Rollenspiel