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Christ/in sein — was heißt das?

Gruppenstunde | Alter: 13-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Kinder machen in ihrem Alltag immer wieder die Erfahrung, daß sie nicht wirklich ernst genommen werden. Sie werden ausgelacht oder alleingelassen, manchmal herumgeschubst oder gar geschlagen. Ob Österreich nun die UN-Konvention der Rechte der Kinder ratifiziert hat oder nicht, ändert wenig am konkreten Erleben der Kinder in ihrem Alltag. Beim Thema Kinderrechte geht es übrigens niemals darum, die Kinder in irgendeiner Weise gegen ihre Eltern, Lehrer/innen oder andere Erwachsene aufzuhetzen, sondern darum, ihnen die Gelegenheit zu geben, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und Lösungsmöglichkeiten für schwierige Situationen zu überlegen.

Ziel

Ausgehend von einem Märchentext sollen die Kinder die Möglichkeit bekommen, ihre konkreten Erfahrungen mit Recht und Unrecht auszutauschen und zu überlegen, wie sie sich im Fall des Falles verhalten könnten.

Material

  • eine Bühne für die Handpuppen (Das kann ein großer Karton sein oder auch einfach ein umgelegter Tisch, über dem gespielt wird.)
  • drei Handpuppen: einen König, einen Sohn und einen Boten
  • Kinderunrecht-Formulare in ausreichender Menge
  • ca. vier bis fünf weitere Handpuppen (Wenn Du keine Handpuppen zur Verfügung hast, findest Du im Lagerbehelf I einige Varianten, wie man möglichst rasch und unkompliziert Puppen basteln kann!)

Aufbau

Die Gruppenstunde ist in ein Handpuppenspiel eingekleidet. Die Puppen erzählen das Märchen des Kinderrechtekönigs. Die Kinder werden mehrmals um Ideen gebeten, wie auftauchende Probleme gelöst werden könnten. Der König bittet die Kinder gegen Ende der Geschichte, selbst Fälle zu sammeln, wo Kinder ungerecht behandelt werden. Zu diesen Fällen sollen die Kinder in einem weiteren Schritt selbst Lösungen finden. Zuletzt werden einige Forderungen an die Erwachsenen auf einem Plakat notiert, das dann in der Pfarre aufgehängt werden kann.

 

Christ/in oder nicht?


Vor der Gruppenstunde hast du den unten stehenden Fragebogen auf ein Plakat übertragen und dabei zu jeder Aussage die Zahlen 1 bis 5 geschrieben. Unter den Aussagen sollte noch Platz sein, falls euch selbst noch Sätze einfallen, die ihr diskutieren wollt.
Im ersten Teil der Gruppenstunde füllt ihr gemeinsam den Fragebogen aus und versucht, euch jeweils auf eine Note zu einigen. Eins heißt dabei "dem stimmen wir völlig zu", fünf heißt "das finden wir überhaupt nicht". Dabei sollte es vor allem um einen Austausch von Meinungen und Argumenten gehen, nicht um eine rein mathematische Ermittlung der "Durchschnittsmeinung"!

Wahrscheinlich seid ihr nicht immer alle genau der gleichen Meinung. Daraus lässt sich schließen, dass sich das Christ/in-Sein nicht einfach mit einer Check-Liste beschreiben oder gar leben lässt. Was aber hat Jesus zu der Frage gemeint?

Was hat Jesus gemeint?


Eine von vielen Antworten gibt uns eine Stelle im Matthäusevangelium:

Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt: Mt 5,13-16


Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert,
womit kann man es wieder salzig machen?
Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber,
sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Meine Erde, meine Welt


Um diese Bilder vom Salz der Erde und dem Licht der Welt konkreter zu machen müsst ihr zuerst überlegen, was eure Welt eigentlich ist. Dazu hast du ein Plakat vorbereitet, auf das du die Weltkugel gezeichnet hast. Gemeinsam überlegt ihr, wer oder was zu eurer Welt gehört und schreibt alles was euch einfällt auf das Plakat, also z.B. mein/e Lehrer/in, mein Bruder, meine beste Freundin, der Park, der Pfarrhof, unser Ort,... Es soll dabei nicht darum gehen, sich auf alles zu einigen, sondern verschiedene möglichst konkrete Beispiele zu finden!

Salz und Licht sein!


Salz und Licht sind natürlich nur Bilder, aber ihr könnt gemeinsam versuchen zu erklären, wofür sie stehen können. Salz ist zum Beispiel etwas, das einer Speise Würze und Geschmack gibt, wenn man zu viel nimmt ist das Essen aber versalzen — man muss es also vorsichtig dosieren, ganz ohne Salz würde das Essen aber fad schmecken.
Licht könnte für das stehen, das wir gut können oder gerne machen, was wir mit anderen Menschen teilen können.
Wie können also wir Salz und Licht sein für die Welt um uns herum?
Für jede Idee, wie ihr Salz sein könntet, wie ihr die Welt um euch "würzen" könnt, legt ihr ein Salzkorn in die Welt auf eurem Plakat. Für jede Idee, wie ihr Licht sein könnt, woran ihr andere Leute Teil haben lassen könnt, stellt ihr ein brennendes Teelicht in eure Welt. "Salz sein" könnte z.B. bedeuten, der besten Freundin ehrlich zu sagen, was man nicht so gut findet, oder in der Schule nachfragen, wenn etwas nicht gut erklärt wurde. Beispiele für "Licht sein" könnten sein, mit einem Schulkollegen gemeinsam die Mathematik-Hausübung machen, wenn man Spaß an Mathe hat, oder in der Jungscharstunde ein Spiel erklären, das man gerne hat.

Die Vorschläge, wie man Licht und Salz sein kann, können natürlich ganz unterschiedlich sein, so wie auch wir unterschiedlich sind und die Welt um uns unterschiedlich erleben!

Fragebogen


Ein/e Christ/in will mit allen Menschen gleich gut auskommen.
Ein/e Christ/in geht jeden Sonntag in die Kirche.
Ein/e Christ/in schöpft aus seinem/ihrem Glauben Kraft.
Ein/e Christ/in glaubt, dass nach dem Tod nicht alles aus ist.
Ein/e Christ/in arbeitet in der Pfarrgemeinde mit.
Ein/e Christ/in bringt in Beruf und Schule eine hohe Leistung.
Ein/e Christ/in setzt sich ein, wo einem/r anderen Unrecht geschieht.
Ein/e Christ/in betet regelmäßig.
Ein/e Christ/in lässt keinen Streit aufkommen.
Ein/e Christ/in hat einen "heißen Draht nach oben".
Ein/e Christ/in gibt dem Pfarrer immer recht.
Ein/e Christ/in glaubt an eine bessere Zukunft und setzt sich dafür ein.
Ein/e Christ/in zahlt den Kirchenbeitrag.
Ein/e Christ/in setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.
Ein/e Christ/in hat ein Kreuz in der Wohnung.
Ein/e Christ/in versucht, auch die Meinung anderer zu akzeptieren.

Autor/in: Walter Knizak und Christine Anhammer

Publikation: Kumqaut_4/02

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