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Die Berufung des Jona

Gruppenstunde Spiele | Alter: 12-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Der Prophet jona ist kein Übermensch, sondern reagiert sehr menschlich auf eine schwierige Berufung - er versucht davonzulaufen und damit der Entscheidung, vor die Gott ihn stellt, auszuweichen. Ausgehend von Jonas Geschichte können sich die Gruppenmitglieder mit Entscheidungen, die sie tagtäglich treffen müssen, auseinandersetzen und sich anschauen, wer oder was ihnen dabei behilflich sein kann.

Material

  • Namenskärtchen für Figuren der Talkshow
  • leere Kärtchen
  • Symbole: Sturm, Strauch, Boot, Fisch (auf Kärtchen aufgezeichnet)
  • Plakat mit einer stilisierten Zeichnung der Stadt Ninive im Hintergrund
  • für jedes Gruppenmitglied z.B. einen etwas größeren Strauch (aus Papier), einen Zweig oder ein Bockerl zum Mitnehmen
  • Diareihe (auszuborgen im Jungscharbüro)

Aufbau

Nachdem ihr die Geschichte von Jona kennen gelernt habt, diskutiert ihr im Rahmen einer Talkshow die Entscheidung Jonas aus verschiedenen Sichtweisen. Im Anschluss daran werden Entscheidungen aus dem Leben der Kids gesammelt und überlegt, wer oder was bei der Entscheidungsfindung behilflich sein kann.

 

Einstieg



Ihr lernt die Geschichte von Jona kennen - zum Beispiel, indem du den Kids eine Diareihe zeigst und ihnen dazu die Geschichte von Jona erzählst. Einen kurzen inhaltlichen Abriss dieses ohnehin sehr kurzen und demnach gut zu lesenden alttestamentarischen Buches (Jona 1-4) findest du untenstehend.


Gott schickt Jona nach Ninive, damit er dort den Menschen ein Strafgericht ankündigt. Jona folgt der Anweisung nicht und flieht. Er fährt mit einem Schiff aufs Meer hinaus. Daraufhin lässt Gott einen gewaltigen Sturm aufkommen und das Schiff droht unterzugehen. Jona gesteht, dass er Unrecht getan hat, und so bleibt den Seeleuten als einzige Rettungsmöglichkeit, Jona ins Meer zu werfen. Der Sturm flaut ab - Gott schickt einen großen Fisch, der Jona verschlingt. Jona betet im Bauch des Fisches um Gottes Gnade - und wird vom Fisch an Land gebracht. Er erhält erneut Gottes Auftrag, nach Ninive zu gehen und führt ihn diesmal aus. Die Menschen von Ninive bereuen ihr Unrecht -worauf ihnen Gott vergibt.
Jona versteht nicht, dass Gott seine Drohung nicht wahr gemacht hat und verlässt die Stadt. Gott lässt einen Rizinusstrauch wachsen - Jona freut sich über den Schatten. Am nächsten Tag schickt Gott einen Wurm, der die Wurzeln der Staude auffrisst - sie verdorrt. Jona will sterben. Da spricht Gott: "Du trauerst um einen Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet hast - mir aber soll es nicht leid tun um Ninive, die Stadt, in der zwanzigtausend Menschen leben?"



Talkshow



Auf leeren Sesseln liegen Namenskärtchen von verschiedenen Personen aus der Geschichte - z.B. Jona, Gott, der König von Ninive, der Kapitän des Schiffs... Du übernimmst die Rolle der/s Talkshow-Moderatorin/s. Thema ist, ob Jona die richtige(n) Entscheidung(en) getroffen hat. Wenn jemand Lust hat, sich einzubringen, setzt er/sie sich auf einen Sessel, man kann jederzeit wieder Rolle wechseln oder aussteigen.

Impulsfragen für den/die Moderator/in:

  • Jona, warum weigerst du dich erst, den Auftrag Gottes auszuführen?
  • Wie gehts Gott damit, dass Jona nicht das tut, was er von ihm verlangt?
  • Was denkt sich Jona, als er unter dem Strauch sitzt - was, als der Strauch verdorrt?
  • Was hält der König von Ninive von Jona?
  • Was hält Jona von den Ninivit/innen?



Wenn die Diskussion am Abflauen ist, leitest du zum nächsten Teil der Gruppenstunde über: Das Schwierige an Jonas Situation war vielleicht, dass er seine Entscheidungen allein treffen musste, er hatte nie jemanden, mit dem er sich beraten konnte. Bei uns ist das wahrscheinlich anders - Menschen aus unserem Umfeld beeinflussen unsere Entscheidungen, sie machen sie leichter oder schwerer. Damit wollen wir uns jetzt näher beschäftigen.


Größere und kleinere Entscheidungen...



Ihr sammelt auf Kärtchen Entscheidungen, die die Kids aktuell zu treffen haben. Als Anregung kannst du ein paar Beispiele von kleineren Entscheidungen (Mit wem geh ich am Samstag Abend weg? Geh ich zuerst fernschauen oder mach ich zuerst meine Aufgabe? Geh ich zur Familienjause mit der Oma oder zum Fußballmatch?) und größeren Entscheidungen (In welche Schule geh ich nach der Vierten? Nehme ich Latein oder Französisch ab der Dritten? Mache ich einen Monat Sprachferien in England oder fahre ich auf Jungscharlager?) geben.

Dann bildet ihr Kleingruppen und setzt euch näher mit einigen dieser Entscheidungen auseinander.
Dabei stehen Symbole aus der Geschichte von Jona für das, was uns bei Entscheidungen beeinflusst. Wichtig ist dabei, dass ein Symbol für verschiedene Leute für Unterschiedliches stehen kann - das ist völlig o.k. so, die Kids müssen sich nicht auf eine Bedeutung einigen.
Du hast bereits Kärtchen mit folgenden Symbolen vorbereitet und schlägst diese Bedeutung vor:

Sturm: was zieht mich runter, macht diese Entscheidung schwer?
Strauch: was hilft mir, unterstützt mich?
Boot: Alternativen, die mir in den Sinn kommen (Ablenkungsstrategien, Fluchtmöglichkeiten)
Fisch: neue Ideen, neue Perspektiven

Je nachdem, was euch einfällt, klebt ihr dann die Symbole zu den Entscheidungskärtchen. Damit sich die Kinder besser vorstellen können, wie das vor sich geht, kannst du folgendes Beispiel erzählen: Bei der Entscheidung nach der Schulwahl ist meine Mutter der Strauch, weil sie mich berät; der Sturm ist, dass meine Freund/innen alle in verschiedene Schulen gehen wollen; das Boot könnte sein, dass ich mich für die Schule entscheide, in die meine beste Freundin geht; der Fisch ist ein neuer Schultyp, von dem ich vorher noch nie gehört habe.

In der Großgruppe könnt ihr nun die Kärtchen mit den Symbolen auf ein Plakat, das im Hintergrund Ninive (der Ort, für oder gegen den sich Jona entscheiden musste) zeigt, kleben - wer will, kann die unterschiedlichen Bedeutungen seiner/ihrer Symbole erläutern.

Abschließend bekommt jedes Gruppenmitglied z.B. einen etwas größeren Papier-Strauch, einen Zweig oder ein Bockerl mit - als Erinnerung, dass es bei jeder Entscheidung Dinge und Menschen gibt, die uns helfen!

Autor/in: Jutta Niedermayer und Kathrin Wexberg

Publikation: Kumquat_2/02

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