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alpha - beta (Bafabafa)

Gruppenstunde Lager | Alter: 12-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Bafabafa (Originaltitel) ist ein Spiel, das ursprünglich entwickelt wurde, um Seeleute auf die Begegnung mit Fremden vorzubereiten.

Ziel

Die vorliegende Variante ist in der Arbeit mit Jugendlichen ab ca. 12 Jahren verwendbar. Durch konkrete Erfahrung von Fremdheit entstehen Anknüpfungspunkte für weitergehende Fragen und Gespräche.
Da die für diese Spielaktion ideale Gruppengröße 20 bis 30 Personen (mindestens 12, maximal 40) beträgt, ist zu überlegen, für ihre Durchführung ein Treffen mehrerer Gruppen zu organisieren bzw. sie eventuell während eines Lagers zu organisieren.

Material

  • siehe unten

Aufbau

Zeitaufwand: ca 3 Stunden

 

Vorbereitung


In 2 voneinander getrennten Räumen stehen folgende Materialien zur Verfügung:

Alpha-Kultur:


  • Spielregeln (für jede/n ein Exemplar kopiert)
  • 2 Romméspiele
  • Karteikarten (pro Spieler/in eine)
  • Mehrere Flaschen Limonade
  • Gläser (etwa mehr als Spieler/innen)
  • 1 mit Wasser gefüllte Flasche, deren Etikette den Inhalt als hochprozentigen Alkohol ausweist
  • Bunte Tücher (z.B. Jongliertücher)
  • Rhythmische Musikinstrumente (z.B. Trommel, Rassel)
  • Stoppuhr
  • Papier und Stifte


Beta-Kultur:


  • Spielregeln (für jede/n ein Exemplar kopiert)
  • Bunte "Wertpapiere" in 6 Farben (siehe unten)
  • Tafel und Kreide (alternative Wandzeitung und Stifte) für die Bank
  • 2 Sackerl mit Bonbons
  • 1 Kiste mit (wassergefülltem) Bier



In größerer Menge

  • Buttons oder Anstecknadeln
  • Hüte und Mützen
  • Gürtel und Modeschmuck
  • Ein paar schlichte Tücher
  • Preisschilder (für alle obigen Waren)
  • 1 Kassettenrekorder
  • Kassette mit Rap oder Techno-Musik
  • Papier und Stifte


Weitere benötigte Materialien


"Wertpapiere" der Beta-Kultur
Benötigt werden ca. 200-250 Zetteln in 6 verschiedenen Farben. Auf alle Karten wird mit Filzstift eine Zahl von 1-7 notiert. Die Zahlen sollen auf jeder Farbe in etwa gleich oft vorkommen. Der/die Gruppenleiter/in der Beta-Kultur soll darauf achten, dass sich möglichst alle "Wertpapiere" während der Spielphasen im Spiel befinden, da die Spieler/innne sonst keine Serien erhandeln können. Wenn also weniger Spieler/innen mitspielen, dementsprechend weniger "Wertpapiere" in Umlauf bringen; aber die Zahlen 1-7 sollten trotzdem in derselben Relation verteilt sein, also es sollte von allen annähernd gleich viel geben.

Preisschilder
Alle Waren der Beta-Kultur müssen mit Preisen ausgeschildert werden. Dabei sollte es einige sehr billige (z.B. Bonbons 1-2 Punkte), eine Reihe von preisgünstigen (z.B. Buttons 3-5 Punkte) sowie teure (z.B. Hüte, Gürtel 6-14 punkte) und sehr teure (Tücher 15-20 Punkte) Waren geben.

Räume
Raum A kann von der Alpha-Kultur weitgehend selbst gestaltet werden. In Raum B sollte bereits das "Einkaufszentrum" in Form einiger Tische in der Nähe der "Bank" (Tafel) vorbereitet werden.
Die Waren (Bonbons, Buttons, Hüte, Mützen, Gürtel, Modeschmuck, Tücher u.ä.) werden dort ausgelegt und mit Preisschilder versehen. In der anderen Ecke des Raumes wird Platz für die "Disco" gemacht: eine freie Tanzfläche mit Tischen oder Stühlen umringt, Kassettenrekorder, wenn möglich leichte Abdunkelung.

Der Spielverlauf


Der Grundgedanke des Spiels, die Simulation und Begegnung zweier verschiedener Kulturen, wird kurz erläutert. Dann teilen sich die Teilnehmer/innen in zwei etwa gleich große Gruppen und begeben sich in die jeweiligen Spielräume. Gruppe A ist fortan die Alpha-Kultur, eine entspannte, eher ursprüngliche und materialistisch organisierte Form des Zusammenlebens. Gruppe B spielt die Beta-Kultur, eine moderne, demokratische und vor allem marktwirtschaftliche Gesellschaft, die stark an Besitz, Gewinn und Erfolg orientiert ist. Beide Gruppen sollten von je einem/r Gruppenleiter/in begleitet werden.

Regeln der Alpha-Kultur


Die Menschen in der Alpha-Kultur sind sehr freundlich und sanft. Freundschaft schließen und pflegen - das geht ihnen über alles. Allerdings darf solche Freundschaft in einem System ziemlich strenger Regeln stattfinden. Alphas ehren und respektieren ältere Menschen. Männer gelten als Eigentum ihrer Frau.

Allgemeine Verhaltensregeln

  • Die Älteste hat eine uneingeschränkte Autorität. Ihr ist mit besonderem Respekt zu begegnen und ihre Entscheidungen sind für alle Alpha-Mitglieder verbindlich.
  • Männer werden stets von Frauen angesprochen, nie umgekehrt. Allerdings dürfen Männer anderen Frauen stumme Zeichen geben. Männer können Männer ansprechen. Frauen dürfen Männer nur dann ansprechen, wenn ihre eigene "Karte" von der Gruppenältesten unterschrieben ist.



Besitz und Konsum
Die Menschen der Alpha-Kultur besitzen ausreichend Nahrungsmittel (Brot und Wasser) und einige wenige Luxusgüter (Tücher). Lebensmittel werden großzügig anderen angeboten. Luxusgüter dienen als Anlass zum Tausch. Die Menschen der Alpha-Kultur tauschen gerne. Auch neue und interessante Dinge wecken ihr Interesse. Letztendlich hängt aber keiner besonders stark an seinen Besitztümern. Wichtig ist, dass man über Geschäfte möglichst viel mit anderen in Kontakt kommt und dabei öfter auch mal etwas Neues erhandelt.

Handel und Geschäft
Jedes Gruppenmitglied erhält von der ältersten Teilnehmerin in der Gruppe sechs Spielkarten, um damit Tauschgeschäfte zu machen. Getauscht wird immer nur zwischen zwei Personen: Jede/r legt eine Karte, Rückseite nach oben, auf einem Tisch, Stuhl oder auf der flachen Hand ab. Wenn beide Karten liegen, wird nachgesehen: Wer den niedrigsten Wert gelegt hat, gewinnt den Handel und beide Karten. Wer keine Karten mehr hat, kann von der Ältesten gratis neue beziehen (maximal 6).

Die Regeln guten Verhaltens beim Handeln

  • Bevor gehandelt wird, fangen die Partner ein kleines Gespräch an (z.B. über Filme, Sport, das Wetter, Bekannte oder Verwandte) und machen Witze. Dann einigen sie sich darauf, worum es bei dem Handel gehen soll, indem sie etwas anbieten, bzw. ein Besitztum des Partners ins Gespräch bringen. Im Zweifelsfalll geht man schnell auf den Vorschlag des Gegenübers ein, denn es gilt als unhöflich, sich bei einem Handel zu streiten. Gelegentlich macht man einfach auch nal ein "Geschäft", ohne, dass es um etwas geht. Nach dem Handel wird nochmals ein Schwatz gehalten, bevor die beiden Partner zu anderen weitergehen. Die beiden Partner berühren sich mindestend einmal während der Transaktion. Sich die Hand zu geben, gilt jedoch als Mittel, um Leute auf Distanz zu halten (Gesamtdauer: 3-5 Min.)
  • Jedes Gruppenmitglied bekommt die "Karte". Diese wird nach erfolgtem Tausch vom jeweiligen Partner signiert. Dies ist ein Mittel, um den anderen zu zeigen, wie man die Art und Weise des Geschäftes empfand: fand es nach vorliegenden Regeln statt, signiert man die Karte des Partner mit seinen eigenen Initialen; wurden die Regeln nach eigenem Empfinden verletzt, wird mit Zahlen statt mit Buchstaben signiert. Jede/r folgende Partner/in erfährt soo von den Regelverletzungen und wird misstraurisch sein.
  • Bei einem Geschäft mit der Ältesten gewinnt stets die Älteste, gleichgültig, wie die Karten liegen.



Feste
Der Alltag in der Alpha-Kultur wird gelegentlich durch Feste unterbrochen. Ein Fest wird grundsätzlich von allen Gruppenmitgleidern gemeinsam gefeiert. Dabei gibt es Rituale, an die sich alle halten müsen, und die von der Ältesten geleitet werden. Wichtige Rituale betreffen:

  • Die Musik: Mit ihr wird das Fest eröffnet, mit dem Ende der Musik endet es auch wieder.
  • Der Tanz: Das Prinzip besteht darin, dass alle Gruppenmitglieder einen Kreis bilden, sich anfassen, und in langsamer und würdevoller Form aufeinander zu und wieder von einander weg gehen. Einzelne Bewegungen werden vorher abgesprochen und dann von allen entsprechend ausgeführt. Die Bewegungen können von gemeinsamen Lauten (Summen, bestimmte Worte) begleitet werden.
  • Die Droge: Sie wird anläslich des Festes von der Ältesten ausgegeben und von allen Grupenmitgliedern in einem gemeinsamen Zeremoniell eingenommen.



Strafen
Wer gegen die Regeln verstößt, wird von den Frauen gemeinsam bestraft, z.B. aus dem Raum geführt, oder mit einem Tauschverbot belegt. Strafen gelten für die laufende Runde.

Besucher
Mit Besuchern können keine Gespräche geführt werden. Es ist auch nicht möglich, evtl. Fragen zu beantworten, da man ihre Sprache ohnehin nicht versteht.Besuchern, die durch ihr Benehmen zu verstehen geben, dass sie die Regeln der Alpha-Kultur respektieren, kann man nach einer gewissen Zeit auch mal ein Geschäft anbieten. Dazu schenkt man ihnen eine oder mehrere Karten und deutet ohne zu sprechen auf Gegenstände, die man anbietet oder die man gerne hätte.
An Festen können Besucher nur teilnehmen, wenn sie sich der Rituale entsprechend benehmen. Sonst weden sie freundlich aber bestimmt in eine Zuschauer/innen-Position verwiesen.
Besucherinnen, die direkt Männer ansprechen, werden sofort zurechtgewiesen bzw. bei weiteren Versuchen unweigerlich von den weiblichen Gruppenmitgliedern aus dem Raum geführt und dürfen nicht zurückkehren.

Es ist verboten, Fremden diese Regel der Alpha-Kultur zu verraten!

Regeln der Beta-Kultur


Die Menschen in der Beta-Kultur arbeiten hart, um durch Kartentausch möglichst viele Punkte für sich selber zu erzielen.

Allgemeine Verhaltensregeln

  • Alle sind gleich und jede/r ist für sein eigenes Glück verantwortlich.
  • Einen anderen Menschen zu berühren, gilt als schwerer Eingriff in dessen Persönlichkeit.
  • Gefühlsäußerungen gelten als zeichen von Schwäche.
  • Es gilt als äußerst schwere Beleidigung auf Beta-Territorium, außer bei Spielunterbrechungen, deutsch oder eine andere Fremdsprache zu sprechen.



Die Verständigung findet einzig in der Beta-Sprache statt:
ja wird durch Berühren des Brustkorbs mit dem Kinn angedeutet;
nein wird durch Hochheben beider Ellenbogen auf Gesichtshöhe ausgedrückt (je höher, desto entschiedener das Nein);
wiederholen wird ausgedrückt durch ausgestreckte Daumen bei geballten Fäusten;
Farben werden nur durch die beiden ersten Buchstaben ausgedrückt und beim Handeln stets zuerst genannt (z.B. bl, ro, br usw.);
Zahlen werden stets nach der Farbe genannt und aus den Initialen des jeweiligen Teilnehmers gebildet - bei Bruno Fischer = (B.F.) z.B. 1=Ba, 2=BaFa, 3=BaFaBa, 4=BaFaBaFa usw.
In der Beta-Kultur gilt es als Gipfel der Dummheit und Unanständigkeit die Silben beim Nennen von Zahlen mit den Fingern abzuzählen.

Besitz und Konsum
Die Beta-Kultur ist reich. Lebensmittel (Bonbons) sind billig, Luxusgüter (Hüte, Anstecknadeln, Gürtel) reichlich vorhanden, aber sehr teuer. Sie gelten als Synbole für Lebensqualität, kurz: wer viele und teure Luxusartikel hat, ist in. Alle Anstrengungen der Mitglieder der Beta-Kultur sind darauf gerichtet, ihren persönlichen Besitz zu vermehren und vor den anderen gut dazustehen. Zu diesem Zweck gilt es, möglichst viele gute Geschäfte abzuschließen. Die anderen Mitglieder sind vor allem als Konkurrenten zu betrachten. Waren können jederzeit im Verlauf des Spiels erworben werden, das dazu erforderliche Geld wird jeweils vom eigenen Bankkonto abgebucht.

Handel und Geschäft
Jedes Beta-Mitglied bekommt am Anfang 8 nummerierte Karten- oder Papierschnitzel in sechs verschiedenen Farben auf einem größeren Gesamtvorrat der "Bank". Durch gezielten Tausch sind nach den untenstehenden Regeln möglichts viele Punkte anzustreben:

  • Jede dieser Karten hat zunächst keinen Wert. Ihr Wert verändert sich jedoch, sobald durch Tauschhandel zusammenhängende Zahlenreihen in gleicher Farbe erreicht werden. Für 3 zusammenhängende Zahlen gleicher Farbe kann man sich auf seinem Bankkonto 2 Punkte gutschreiben lassen, für 4 zusammenhängende Zahlen 3 Punkte und für 5 zusammenhängende Zahlen 5 Punkte. Die jeweiligen Karten werden dazu bei der Bank eingereicht und gegen eine neu gemischte Auswahl eingetauscht. Der/die Gruppenleiter/in, der die Bank in der Beta-Kultur innehat, sollte sich zuvor ein Plakat und Stifte bereitlegen, um den jeweiligen aktuellen Kontostand mitschreiben zu können.
  • Die Karten sind stets in der Hand versteckt zu halten. Nur die zum Eintausch angebotenen werden offen gezeigt.
  • Gehandelt wird stehend untereinander und wie folgt: Als Einleitung zwinkern sich die Partner/innen ohne zu lächeln rasch hintereinander 3 mal zu. Dies symbolisiert, dass jede/r den anderen/ die andere als Mitglied der Erwerbsgesellschaft ekennt, beide zu hartem Feilschen bereit sind und sich auch bei Verlusten nicht unterkriegen lassen. Wer nicht zurückzwinkert ist nicht Mitglied der Beta-Kultur. Die Partner heben danach jene Karten hoch, die sie eintauschen wollen, und geben in Beta-Sprache bekannt, was sie dafür wollen (z.B. rot/4 = roBaFa-BaFa). Sie reden also stets von dem was sie wollen, niemals von dem, was sie bieten.



Freizeit
Nach einem harten Arbeitstag gibt es eine Phase der Freizeit (während die Musik läuft). Diese kann auf verschiedenste Weise verbracht werden:
Disco: Wer in sein will, geht dort hin, um gesehen zu werden. Am besten ist es, eine Show auf der Tanzfläche abzuziehen. Auch dabei gilt: cool bleiben, keine Gefühle zeigen.
Einkaufsbummel: gut für die, die mal einen Augenblick Pause brauchen und trotzdem gesehen werden wollen. Man schlendert durch die Geschäfte, macht Pläne für weitere Einkäufe.
Rückzug ins Private: für die, die down und out sind. Man zieht sich allein in eine Ecke zurück und ruht sich aus. Mit dem Beginn de neuen Arbeitstages (Ende der Musik) nehmen alle unmittelbar wieder ihre Geschäfte auf.

Drogen
Drogen gehören zum Alltag, an sie kommt man auch ohne Geld. Die Mitglieder der Beta-Kultur nehmen sie nach Belieben zu sich, z.B. zwischen zwei Geschäften, in der Disco, zu Hause. Drogen sollten auf jeden Fall reichlich konsumiert werden, denn die machen den Alltagsstress erträglicher.

Strafen
Für Regelverstöße ist der/die Spielleiter/in zuständig. Was die anderen machen, geht einen ohnehin nichts an.

Besucher
Besucher sind eine günstige Gelegneheit, gute Geschäfte zu machen. Sofern es gelingt, ihnen die Grundlagen der Geschäftewelt einigermaßen verständlich zu machen, sollte man nicht zögern, aus ihrer Anweseneheit und ihren Karten für sich einen Nutzen zu ziehen. Ansonsten können sie machen, was sie wollen und sich natürlich auch etwas kaufen, wenn sie Geld auf dem Konto haben.

Es ist verboten, Femden diese Regeln der Beta-Kultur zu verraten!

1. Phase: Regelstudium (20-30 Minuten)


Jede Gruppe erhält die Regeln ihrer Kultur (Kopien oder Wandzeitung). Alle Teilnehmer haben zunächst ausreichend Zeit, sich damit vertraut zu machen. Die Spielleiter geben gegebenenfalls zusätzliche Erklärungen und beantworten Fragen.

2. Phase: Einspielen (15-20 Minuten)


In der Alpha-Kutur wird zunächst eine Älteste und ihre Stellvertreterin gewählt. Die Älteste erhält die Spielkarten und die Alkoholflasche. Die bunten Tücher werden gleichmäßig aufgeteilt, die Älteste erhält ein paar mehr. Jede/r Spieler/in bekommt außerdem seine Karteikarte, einen Stift, ein Glas und ein paar Scheiben Knäckbrot. Schließlich werden ein paar Rhythmusinstrumente verteilt und die Gruppe entwickelt gemeinsam einen Rhythmus und eine Tanzform für das Fest.

Alltag und Feste wechseln während des gesamten Spielverlaufs immer wieder ab, wobei die Alltagsphasen etwas länger sein sollten. Den Zeitpunkt des Wechsels bestimmt die Älteste. Beide Phasen weden mindestens einmal durchgespielt, so dass ein erster Spielfluss entsteht und evtl. Unklarheiten noch beseitigt werden können.

In der Beta-Kultur übernimmt der/die Spielleiter/in die Rolle des Bankiers und Ladenbesitzers. Aus dem Stapel der gut gemsichten Wertpapiere teilt er/sie jedem/jeder Spieler/in 8 Karten aus. Außerdem erhalten alle eine mit Wassergefüllte Bierflasche.

Längere Phasen der Arbeit (Handel, Bankgeschäfte, Einkauf) wechseln mit etwas kürzeren der Freizeit. Den Wechsel leitet der/die Spielleiter/in jeweils dadurch ein , in dem er/sie Musik ein bzw. wieder ausschaltet. Zusätzlich kann zur Unterstützung der "Disco"-Atmosphäre der Raum während der Freizeit leicht abgedunkelt werden. Beide Phasen werden auch hier mindestens einmal durchgespielt.

3. Phase: Kulturaustausch (45-60 Minuten)


Jetzt beginnt die eigentliche Spielphase. Die beiden Gruppen setzten ihr Spiel entsprechend der Regeln fort und tauschen gleichzeitig Besucher aus, die versuchen, etwas über die jeweils andere Kultur zu erfahren und sich dort zurechtzufinden. Dabei dürfen sie allerdings nicht sprechen. Diese wichtige Regel kann damit begründet werden, dass in der anderen Kultur ja eine andere Sprache gesprochen wird. Je nach Gruppengröße sollten 2-3 Spieler/innen jeweils gleichzeitig die andere Kultur besuchen, so dass 5-6 Austauschrunden zustande kommen und alle einmal die andere Kultur besuchen.
Die Anwesenheit der Besucher ist auf 5 Minuten begrenzt.

Nach ihrer Rückkehr in die eigene Kultur haben sie dann noch 2-3 Minuten Zeit, um wichtige Eindrücke stichpunktartig festzuhalten. In beiden Gruppen sollte die Reihenfolge der Besucher möglichst zu Beginn festgehalten werden, damit es später nicht zu unnötigen Spielunterbrechungen kommt. Die Zeit wird durch die Spielleiter/innen kontrolloiert. In der Beta-Kultur muss der/die Spielleiter/in außerdem den Besuchern bei ihrer Ankunft 8 Wertpapiere überreichen und diese vor der Abreise wieder einsammeln.

4. Phase: Auswertung (ca. 90 Minuten)


Nachdem die letzten Besucher wieder in die eigene Kultur zurückgekehrt sind, wird die Spielaktion beendet, und die beiden Gruppen setzen sich zunächst in ihrem eigenen Raum zusammen. Die Spielleiter/innen sollen die Auswertungsrunde so strukturieren, dass zunächst über die Erlebnisse und Gefühle in der eigenen Kultur gesprochen wird. Erst dann tauschen sich die Spieler/innen über ihre Erfahrungen in der anderen Kultur aus und versuchen gemeinsam, deren Regeln zu verstehen und herauszuarbeiten. Diese Erkenntnisse und Vermutugen werden skizzenhaft schriftlich festgehalten.
Schließlich kommen die beiden Gruppen wieder zusammen. Es hat sich bewährt, bei dem gemeinsamen Auswertungsgespräch zu Beginn relativ strukturiert vorzugehen und die folgenden Punkte nacheinander anzusprechen:

  • Alpha-Besucher/innen beschreiben ihre Gefühle als Besucher/innen bei Beta.
  • Beta-Besucher/innen erzählen, wie sie sich bei Alpha gefühlt haben.
  • Ein Beta-Mitglied erklärt die Alpha-Kultur.
  • Ein Alpha-Mitglied erklärt die Alpha-Kultur.
  • Ein Alpha-Mitgleid erklärt die Beta-Kultur.
  • Ein Beta-Mitglied erklärt die Beta-Kultur.
  • Alpha-Mitglieder schildern, wie die Beta-Besucher/innen ihnen vorkamen.
  • Beta-Mitglieder beschreiben ihren Eindruck von den Alpha-Besucher/innen.



Im weiteren Verlauf der Auswertungsphase können die Spielleiter/innen bestimmte Themen vertiefen. Die Erfahrung von Fremdheit, Missverständnisse, Ärger, die es heir geben kann. Die erweiterte Spielform regt aber auch an, über Alkohol- und Drogen-Konsumgewohnheiten ins Gespräch zu kommen. Manchmal sind auch bestimmte Erfahrungen und Frustationen in der eigenen Kultur besonders nachhaltig. Für die Auswertungsphase muss in jedem Fall genügend Zeit vorgesehen werden bzw. eine thematische Gruppenstunde in der allernächsten Zukunft vorbereitet werden.

Anforderungen an Spielleiter/in und Spieler/innen


Beide Spielleiter/innen müssen mit den Regeln sehr gut vertraut sein. Der/die Leiter/in der Alpha-Gruppe sollte ein Augenmerk darauf haben, die Spieler/innen in der Anfangsphase ausreichend zu animieren. Lockere Atmosphäre , Gestaltung des Raumes und die Rituale des Festes spielen dabi eine große Rolle. Sollte die Älteste dazu tendieren ihre Rolle zu autoritär zu spielen, muss sie gegebenenfalls etwas gebremst werden.
Der/die Beta-Leiter/in hat einen relativ stressigen Job, da er/sie als Bankier und Kaufmann ständig mit dem Eintausch von Karten , Notieren von Guthaben und Verkauf von Waren ebschäftigt ist. Gegebenenfalls kann er/sie überlegen, abwechselnd eine/n Spieler/in für den Verkauf der Waren hinzuzuziehen. Ein hektisches Rollenspiel in der Bank kann seinerseits ein wichtiger Beitrag zu dem angestrebten Beta-Klima sein.
Das Tempo des Handelserfolgs und die Einkaufsmöglichkeiften lassen sich bei Bedarf durch die Anzahl der verteilten Karten, die Anzahl der Punkte für bestimmte Sequenzen und die Preise der Waren variieren.

Autor/in: Rüdiger Gilsdorf

Publikation: fremdsein

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Schlagwörter: AusländerInnen, Lager