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Das ist ja urarg!

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Kinder erleben in ihrem Alltag viele unangenehme und belastende Situationen. Oft haben sie jedoch keine Gelegenheit, diese ärgerlichen oder bedrückenden Ereignisse mit anderen zu teilen und die Erlebnisse aufzuarbeiten. Erwachsene zeigen in vielen Fällen wenig Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Probleme der Kinder. In dieser Gruppenstunde sollen die Kinder einmal die Gelegenheit haben, verschiedenste Ungerechtigkeiten und Ärgernisse, die ihnen alltäglich begegenen, zur Sprache zu bringen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie solche Situationen einen besseren Ausgang finden können.

Ziel

Die Kinder sollen überlegen, was sie alles urarg finden, um dann gemeinsam nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen.

Material

  • Verkleidung für Prof. Urarg, z.B. weißer Arbeitsmantel, weiße Perücke, Brille,...
  • einige Ordner oder Mappen
  • leere und beschriftete Urarg-Akten
  • Schreibzeug
  • eventuell rote Klebepunkte
  • eine rote, gelbe und grüne Karte für jedes Kind
  • eine leere Urarg-Akte und einen Urarg-Bleistift für jedes Kind

Aufbau

Am Anfang der Stunde stellt Prof. Urarg sich und seine/ihre Arbeit vor und bittet die Kinder, bei der Suche nach den verlegten Urarg-Akten zu helfen.
Danach werden die Akten gemeinsam geordnet und die Fälle herausgesucht, die nachher in Kleingruppen behandelt werden sollen.
Die Kinder überlegen sich nun Auswege und Handlungsmöglichkeiten für die urargen Situationen und stellen die verschiedenen Vorschläge anschließend den anderen vor.

 

Prof. Urarg



Du begrüßt die Kinder als Prof. Urarg und stellst Dich in etwa mit folgenden Worten vor: "Kennt Ihr das Gefühl, wenn man etwas entdeckt, das eigentlich irrsinnig ungerecht oder ärgerlich - also schlicht und einfach urarg - ist? Ich könnte da manchmal glatt aus der Haut fahren!"
Du bringst nun einige Beispiele, bei denen Ihr Euch am Schluß gemeinsam pantomimisch oder mit Worten und Gesten über die urarge Situation aufregen könnt.

Zum Beispiel: Du ziehst als Prof. Urarg ein Comic-Heft aus Deiner Tasche und erzählst, daß Du es urarg findest, wenn der Geizhals Dagobert alle und ganz besonders Donald übers Ohr haut und ausnützt. Da möchte man doch glatt dem Dagobert seine Meinung sagen! Und schon regst Du Dich lautstark oder mit großen Gesten auf und alle Kinder können mitmachen und ihre Meinung über diese urarge Sache sagen.


Wo sind die Ordner?



Als Prof. Urarg hast Du es Dir zur Aufgabe gemacht, solche Geschehnisse aufzudecken und, wenn möglich, Hilfe und Rat anzubieten. Du willst nun unbedingt den Kindern Deine Arbeit vorstellen, bist aber etwas verwirrt und weißt nicht mehr so genau, wo Du Deine Unterlagen liegen gelassen hast. Deshalb bittest Du die Kinder, Dir bei der Suche zu helfen.

Vor der Gruppenstunde hast Du die Ordner bzw. Mappen in Eurem Pfarrheim (bzw. in der näheren Umgebung) verteilt, wobei es urarg ist, wo die Unterlagen liegen, z.B. am Klo, unter einem Busch, auf einer Lampe,... Dir ist das sehr peinlich und Du rufst immer, wenn etwas gefunden wird: "Das ist ja urarg!"


Im Archiv



Wenn alle Ordner gefunden sind, weist Du auf die Beschriftung der Mappen hin. Es sind folgende Titel vorhanden: Schule, Familie, Freundeskreis, Umwelt, Pfarre, Sonstiges.

Wie es bei einem schusseligen Professor nicht anders zu erwarten war, ist natürlich auch das Archiv nicht aufgeräumt. Ihr ordnet nun gemeinsam die Urarg-Akten, auf denen jeweils ein Fall beschrieben ist, in die richtigen Mappen ein. Es sollten etwa zwei beschriftete Akten pro Ordner vorhanden sein. (Je jünger die Kinder in Deiner Gruppe sind, umso mehr "urarge Fälle" solltest Du vorgeben.) Wem noch eine urarge Sache einfällt, der kann sie auf eine der leeren Akten schreiben.


Einige Beispiele für die Urarg-Akten zu den Bereichen...



Schule:
Es ist urarg, wenn ein/e Lehrer/in einem Kind schlechtere Noten gibt, weil sie es nicht leiden kann!
Es ist urarg, daß die Schultasche oft so schwer ist!
Familie:
Es ist urarg, wenn man von seinem Bruder oder seiner Schwester vertratscht wird.
Es ist urarg, wenn die Eltern einem verbieten, eine Sendung im Fernsehen zu sehen, wenn man die Aufgabe noch nicht gemacht hat.
Freundeskreis:
Es ist urarg, wenn einen die anderen nicht mitspielen lassen.
Umwelt:
Es ist urarg, daß so viel Mist auf der Wiese neben der Schule liegt.
Pfarre:
Es ist urarg, daß in der Messe keine lustigen Lieder gesungen werden.
Sonstiges:
Es ist urarg, daß der nächste Spielplatz so weit weg ist.


Guter Rat muß nicht teuer sein



Du möchtest als Prof. Urarg nun gerne wissen, welche Fälle so urarg sind, daß sie gleich behandelt werden müssen. Du liest die einzelnen Fälle nacheinander vor. Je nachdem, wie arg die Kinder die Situation finden, flüstern, sagen oder schreien sie: "Das ist ja urarg!" Die Beispiele, die die lautesten Reaktionen hervorrufen, werden dann an verschiedene Beratungsteams verteilt.

Die Fälle, die nachher bearbeitet werden sollen, können auch auf folgende Art und Weise bestimmt werden: Jedes Kind bekommt mehrere rote Klebepunkte. Je nachdem, wie arg es eine Situation findet, kann es nun keinen, einen oder sogar zwei Punkte auf die Akte kleben. Wenn alle Kinder fertig sind, könnt Ihr an der Anzahl der Klebepunkte feststellen, mit welchen Situationen weitergemacht wird.


Die Beratungsteams



Die Kinder gehen in Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen zusammen und tragen auf der Urarg-Akte zuerst einmal die Reaktionen ein, die ihnen spontan einfallen, z.B. schimpfen, sich beschweren, sich verkriechen,... Danach versuchen die Kinder, auch noch andere Vorschläge zu sammeln, wie man in so einer urargen Situation reagieren könnte. Diese Ideen werden in den unteren Teil der Akte eingetragen. Es können ruhig auch absurd klingende oder utopische Lösungs- oder Handlungsmöglichkeiten dabei sein.


Die Urarg-Konferenz



Wenn alle Kleingruppen fertig sind, treffen die Berater/innen zur Urarg-Konferenz zusammen. Die Fälle mit den gesammelten Lösungsvorschlägen werden nun im Raum aufgehängt und den anderen vorgestellt. Du bist als Prof. Urarg den Gruppen dabei behilflich und forderst die anderen Teilnehmer/innen jeweils auf, ihre Meinung zu den Vorschlägen zu äußern. Dazu bekommt jedes Kind ein rotes, gelbes und grünes Kärtchen. Je nachdem, wie es die Lösung beurteilt, hebt es nun die entsprechende Farbe in die Höhe: grün, wenn es den Vorschlag gut findet, rot, wenn es dagegen ist und gelb, wenn sowohl Argumente dafür als auch dagegen sprechen. Die Kinder können dann ihre Ansichten austauschen und Nachfragen an die anderen Gruppen stellen.


Haltet die Augen weiter offen!



Wenn alle Fälle besprochen wurden, bedankst Du Dich als Prof. Urarg für die Hilfe und die vielen Ideen. Du hast noch für jedes Kind eine leere Urarg-Akte und einen Urarg-Bleistift vorbereitet, die die Kinder mitnehmen können, um gut ausgerüstet zu sein, wenn sie wieder einmal auf eine urarge Situation treffen. Schließlich seid Ihr in der Gruppe ja jetzt schon Expert/innen für die Lösung solcher urargen Fälle!

Autor/in: Klaus Krause

Publikation: Urarg

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Schlagwörter: Ich, Konflikte, Ungerechtigkeit