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Die Würde und die Rechte des Menschen

Gruppenstunde | Alter: 10-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Im 1. Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die von den Vereinten Nationen 1948 genehmigt und verkündet wurden steht, dass alle Menschen gleich an Würde und Rechten geboren sind.

Ziel

In dieser Gruppenstunde wollen wir verschiedene Situationen von Menschen kennenlernen, die in Ländern leben, welche sich nicht an die Erklärung der Menschenrechte halten. Dabei wollen wir diskutieren, wie "würdevoll" diese Menschen leben können.

Material

  • Symbole +Fallbeispiele
  • Auszug aus der UNO-Menschenrechtsdeklaration
  • Gebetszettel

Aufbau

Es werden die Menschenrechte durchgegangen und anhand von Fallbeispielen überlegt, wer diese Rechte nicht ausüben kann bzw. was wir dagegen machen können. Es wird außerdem ein Gebet ausgeteilt (und/oder gemeinsam gebetet).

 

In anderen Ländern


An der Wand hängt ein großes Plakat mit der Aufschrift:
"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren."

Darunter hängen Zettel mit folgenden Symbolen:
Symbol Kaffebohnen
Ich muß 14 Stunden am Tag schwere Arbeit verrichten, damit ich meine Frau und meine sieben Kinder ernähren kann.)

Symbol Gefängnis
Vorige Woche habe ich mich mit Freunden getroffen. Wir haben miteinander über unsere Regierung gesprochen. Dabei haben wir uns auch über einiges beklagt. Letzte Nacht wurde einer meiner Freunde von der Polizei abgeholt. Wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben und wann er wieder kommt. Nun habe ich Angst, sie könnten auch mich holen.

Symbol Buch
Ich weiß, dass ein Mensch, der eine gute Schulbildung hat, mehr Chancen auf einen Arbeitsplatz hat. Weil ich aber der Sohn eines armen Plantagenbesitzers bin, kann ich nicht zur Schule gehen, weil ich die Bücher nicht zahlen kann.

Symbol Wasserkrug
Ich bin 14 Jahre alt. Bei uns im Dorf gibt es kein Wasser. Ich muss täglich 2 Stunden zum nächsten Brunnen gehen und schwere Kübel voll Wasser nach Hause schleppen. Ohne Wasser könnten wir nicht überleben.

Symbol Autobus
Ich bin ein Schwarzer. Gestern musste ich mitansehen, wie meine Frau von den Polizisten beschimpft wurde, weil sie in der Eile in einen Autobus eingestiegen war, der nur für Weiße bestimmt war.

Symbol Kreuz
Ich wurde in meiner Firma gekündigt, weil mein Chef erfahren hat, dass ich Christ bin.

Ein Leben in Würde


Wir bilden nun drei Kleingruppen, von denen sich jede in je zwei Symbole von dem Plakat nimmt. Jede Gruppe erhält dann die entsprechenden Fallbeispiele.
An Hand dieser Fallbeispiele überlegen wir, welche Rechte, die wir genießen, die für uns selbstverständlich sind, für diese Menschen nicht gelten. Dann stellt sich jede Gruppe die Frage: "Worauf sollte jeder Mensch ein Recht haben?"

Die Ergebnisse werden auf Packpapierstreifen geschrieben. Dann kommen wieder alle zusammen und erzählen einander von ihren Beispielen und Ergebnissen.
Dann vergleichen wir unsere Ergebnisse mit einigen Artikeln aus der Erklärung der Menschenrechte. Dazu erhält jedes Kind einen Auszug aus der UNO-Menschenrechtsdeklaration. (Eine Kopiervorlage findest Du im Anschluss an die Gruppenstunde.)
Welche Grundrechte sind hier den Menschen zugesagt? Wo werden sie nicht eingehalten?

Dreikönigsaktion


Es gibt ein Wort, das man sehr oft sagt, und das ihr vielleicht auch schon gehört habt: Solidarität. Dieses wichtige Wort meint, dass wir für unsere Mitmenschen Interesse zeigen, unsere gegenseitige Verantwortung erkennen und überlegen, was wir tun können. Es bedeutet, dass wir uns für Menschen einsetzen, auch wenn wir sie nicht kennen oder lieben müssen, weil wir überzeugt sind, dass alle Menschen das Recht auf ein gutes, würdevolles Leben haben.

Die Dreikönigsaktion ist zum Beispiel ein Zeichen unserer Solidarität mit Menschen in anderen Erdteilen. Ebenso wichtig wie ein finanzieller Beitrag ist, dass wir um ihr Schicksal wissen und uns in allen Bereichen auch in unserem Land für ihre Rechte einsetzen und auf ihre Situation aufmerksam machen. Dabei vergessen wir auch nicht, diese Menschen durch unser Gebet zu unterstützen.

Gebet


Du gibst jedem Kind einen Gebetszettel und lädst alle ein, dieses Gebet besonders im Sinne jener Menschen zu beten, die unter Menschenrechtsverletzungen leiden.

Gott, unser Vater,
du hast uns die Erde anvertraut,
die große, weite Welt.
Sie soll ein Ort sein,
wo es den Menschen gutgeht,
wo alle zufrieden miteinander leben
Und es ist nicht alles schön und gut.
Gott, wir brauchen deinen Geist,
der uns beim Nachdenken hilft.
Mach unsere Herzen ganz weit
und komm mit uns auf den Weg.
Amen.

Menschenrechte


Am 10. Dezember 1948 genehmigte und verkündete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.
Den offiziellen Wortlaut findet man in den Texten der fünf Amtssprachen der Vereinten Nationen: Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch.

Auszug aus der Menschenrechtserklärung:


Artikel 1
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
Artikel 2
Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.
Artikel 3
Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
Artikel 5
Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.
Artikel 7
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz.
Artikel 9
Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.
Artikel 13
Jeder Mensch hat das Recht auf freie Wahl seines Wohnsitzes innerhalb eines Staates.
Artikel 16
Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne Beschränkung durch Rasse, Staatsbürgerschaft oder Religion das Recht, eine Ehe zu schließen und eine Familie zu gründen.
Artikel 17
Jeder Mensch hat allein oder in Gemeinschaft mit anderen Recht auf Eigentum.
Artikel 18
Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.
Artikel 19
Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung.
Artikel 20
Jeder Mensch hat das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit zu friedlichen Zwecken.
Artikel 23
Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene Arbeitsbedingungen sowie auf den Schutz gegen Arbeitslosigkeit.
Artikel 24
Jeder Mensch hat Anspruch auf Erholung und Freizeit sowie auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit.
Artikel 25
Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Lebenshaltung, die seine und seiner Familie Gesundheit und Wohlbefinden einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Betreuung und soziale Fürsorge gewährleistet.
Artikel 26
Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Der Unterricht muss wenigstens in den Grundschulen unentgeltlich sein.

Publikation: fremdsein

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Schlagwörter: AusländerInnen, Welt, Werte