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Weihnachten bei uns und anderswo

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Weihnachtszeit - Damit verbinden wohl viele österreichischen Kindern die gleichen Begriffe: Geschenke, Christbaum, Krippe, Festessen, Verwandte besuchen,.... Es gibt aber in der ganzen Welt Kinder, die Weihnachten anders feiern und die ganz andere Bräuche und Sitten haben!

Ziel

Wir denken darüber nach, wie wir in Österreich Weihnachten feiern und welche Gewohnheiten uns besonders wichtig sind und wollen auch neue Sitten und Gepflogenheiten kennenlernen.

Material

  • Smilies, Geschenkkartons (bunt verpackt und verschnürt) Puppen oder Papierfiguren (die jeweils ”nach Art des Landes” geschmückt oder bemalt sein könnten), Tonschale, Erde, Weizenkörner, Kerze, Alte Strümpfe (so viele wie Kinder), Kluppen, Wäscheleine, Papier, Stifte, Klebstoff, Zuckerln, ca. 40 Nüsse, Würfel, Liedtexte, ev. Gitarre, Casettenrecorder, Adventkranz, Zutaten für eine Weihnachtsjause

Aufbau

Spiel: In diesem Spiel kommen wir darauf, was uns zum Thema Weihnachten einfällt Anschließend lernen wir Kinder aus aller Welt kennen und erfahren, wie sie Weihnachten feiern.
Einige ihrer Bräuche und Gewohnheiten probieren wir gleich aus.
Bei einer gemütlichen Jause plaudern wir darüber, was uns wohl fehlen würde, wenn wir in einem fremden Land Weihnachten feiern.

 

Zu Beginn



Wenn die Kinder eintreffen, setzt ihr auch gemütlich auf einer Decke in der Mitte des Raumes zusammen. In drei Ecken des Raumes hängen jeweils drei große bunte Smilies.
Nun erklärst du den Kindern, daß es heute um Weihnachten geht, und daß du gerne wissen würdest,
was ihnen alles zum Thema Weihnachten einfällt. Ein Kind beginnt und ruft seinen ersten Einfall z.B. ”Geschenke”. Nun soll jedes Kind, je nachdem, wie toll oder weniger toll es eben
”Geschenke” findet, zum passenden Smilie laufen. Eventuell kann man dann auch zu dem Smilie, wo die meisten Kinder sind ein Zetterl mit dem Begriff ”Geschenke” hinkleben. Es wäre auch interessant, die Kinder kurz zu fragen, warum sie den jeweiligen Begriff toll oder weniger toll finden.


Wir bekommen Besuch



Jetzt holst du die 5 Figuren (Puppen, Kartonfiguren, passend bemalt und geschmückt) und plazierst sie verteilt im Raum, vor jede Figur stellst du außerdem das Namensschild und das Packerl.
Der Reihe nach werden nun die Packerln jedes Kindes (Figur) geöffnet und dazu erklärst du den Kindern: Diese Kinder kommen aus verschiedenen Ländern. Jedes Kind hat uns ein Weihnachtspackerl mitgebracht, in dem wir einen Brief und eine Aktionsidee finden werden.

Sehr schön wäre es wenn im Raum eine Weltkarte hängt, wo wir nachschauen können, wo dieses Kind her ist.


Mirco aus Serbien



Brief:
Ich gehöre zu den Christen der Ostkirche. Wir nennen uns Orthodoxe. Bei uns gibt es einige Weichnachtsbräuche, 40 Tage vor dem Weihnachtsfest wird gefastet. Mitten im Dezember pflanzen wir einer Schale mit Erde Weizenkörner an. Wenn sie bis Weihnachten gleichmäßig sprießen, bedeutet es Glück Für das ganze Jahr.

Weihnachten beginnt bei uns am 6. Jänner. Da fällt mein Vater den Weihnachtsbaum. Es ist ein Eichenbaum oder auch nur ein Zweig. Er wird ”Badnjak” genannt. Am Abend zünden wir Kerzen an, und der Baum wird ins Haus getragen. Wir beglückwünschen uns, und dann wird der Baum im Feuer verbrannt. Diese Feuer darf die ganze Nacht nicht verlöschen, denn es ist das ”Licht Für die Welt”.

Am 7. Jänner ist dann ”Bozic” das richtige Weihnachtsfest. Es gibt ein großes Festmahl und im ganzen Haus wird Stroh ausgestreut. Das erinnert uns, daß Jesus nach der Geburt in einer Krippe lag.

Weiters findet ihr im Packerl:
Schale, Erde, Weizenkörner, Kerze

Ihr könnet nun die Erde in die Schale füllen und Weizenkörner (Reformhaus) aussäen. In die Mitte steckst du die Kerze, die wir später entzünden. Dieses ”Ewige Licht” könnte auch am 24.12. in der Kirche für die Kinder gut sichtbar plaziert werden. Es erinnert uns an andere Kinder in der Welt, die sich mit uns über die Geburt Christi freuen.


Gianni aus Italien



Brief:
Bei uns gibt es zu Weihnachten auch Geschenke. Dazu erzählt mein Vater immer die Geschichte von der alten ”Befana”:
Befana saß einst in ihrem Haus an ihrem Webstuhl. Da klopften die Drei Weisen aus dem Morgenland an und baten sie, mit ihr nach Bethlehem zu gehen, um das Jesuskind zu suchen. Sie wollte aber erst ihren Stoff fertig weben, und als sie ihnen dann folgte, fand sie den Weg nicht.
Darum muß sie bis heute in der Welt herumirren. Wenn sie am 6. Jänner bei Häusern vorbeikommt, wo Kinder wohnen, die ihren Strumpf vor die Türe gehängt haben, dann stopft sie ihnen gute Sachen hinein.

Weiters im Packerl:
für jedes Kind ein Socken, eine Kluppe und eine Wäscheleine.

Jedes Kind hängt nun einen Socken mit der Kluppe an die Wäscheleine und ihr hängt diese dann vor den Gruppenraum.
Nun wäre es nett, wenn ein anderer Gruppenleiter (oder Mutter/Vater eines JS-Kindes), während ihr drinnen weitermacht, Zuckerln in die Socken stopft.


Rosalina aus Portugal



Brief:
Ich wohne in Lissabon. Bei uns ist es auch zu Weihnachten angenehm. Dafür habe ich noch nie Schnee gesehen!
”Natal”, so heißt Weihnachten auf Portugiesisch, beginnt 2 Tage vor dem 24. Dezember. Wir sammeln in den Wäldern Stechpalmenzweige, Moos und Pinienzapfen.

Mit den Zweigen schmücken wir unsere Häuser und das Moos brauchen wir für die Krippe.
Die Krippe ist für uns sehr wichtig, noch wichtiger als für euch der Christbaum. Am Weihnachtsabend gibt es viele köstliche Dinge zu essen.

Die Pinienzapfen werden zum Feuer gelegt und öffnen sich durch die Hitze. Die Nüsse, die herausfallen können wir essen. Noch lieber allerdings spielen wir damit!

Weiters in dem Packerl:
Pro Kind 2 Nüsse und 10 weitere Nüsse. 1 Würfel, den du folgendermaßen beklebt hast: 2 Seiten sind leer, auf je einer Seite kleben die Buchstaben ”R, D, T und F”
Sie bedeuten: R= rafa (alles), D=deixa (nichts), T= tira (1 nehmen), F=foe (1 geben)

Nun könnt ihr ein Nüssespiel probieren:
Jedes Kind erhält 2 Nüsse, die übrigen Nüsse werden in die Mitte gelegt. Nun wird reihum
gewürfelt, und jedes Kind muß den gewürfelten Befehl ausführen. Also entweder es bekommt alle 10 Nüsse (dann ist das Spiel zu Ende) oder gar keine oder es darf sich eine Nuß von der Mitte nehmen, oder es muß von seinen eine Nuß in die Mitte legen. Vielleicht fallen euch aber auch neue Spielregeln ein!.
Nach einiger Zeit können wir dann zählen, wer die meisten Nüsse hat.


Amal und Amali aus Sri Lanka



Brief:
Wir wohnen auf einer Insel im Indischen Ozean. Hier wohnen viele Menschen, die einen anderen Glauben haben, aber auch Christen.
Für uns Christen ist Weihnachten das größte Fest im Jahr. Die Feier beginnt mit einem Fackelzug, bei dem wir Kinder kleine Laternen tragen dürfen.

Am Hl. Abend geht unsere ganze Familie in die Kirche. Wir haben auch einen geschmückten Baum, aber keine Tanne oder Fichte, sondern bei uns wachsen Zypressen.
Anschließend feiern wir gemeinsam am Dorfplatz. Dabei kommen alle Menschen zusammen, auch die , die einen anderen Glauben haben.
Da wird gegessen, geplaudert, aber vor allem getanzt und musiziert.

Weters im Packerl:
Text und Melodie zu einem Lied (zu den Thematiken Frieden, Weihnachten, ...), evtl. Flöte ( wenn du das Lied auf der Flöte begleiten kannst).
Wenn deine Kinder gerne singen, könnt ihr nun ein Lied lernen. Ihr könnt auch dazu tanzen, indem ihr euch im Kreis aufstellt und euch um die Schultern faßt. Dann hüpft ihr im Takt des Liedes von einem Fuß auf den anderen oder ihr wiegt euch nur im Rhythmus dazu, oder ihr erfindet selber einen Tanz.
Wenn deine Gruppe nicht gerne singt oder tanzt, überleg dir für diese Station einen anderen "Packerlinhalt".


Peter aus Österreich



Das Packerl von Peter nehmen wir mit zu unserem schön gedeckten Tisch. Auf den Tisch stellen wir außerdem das ”Ewige Licht” von Mirco und holen auch den Adventkranz. Auch die Nüsse dürfen nicht fehlen.
Wir zünden die Kerzen an und löschen das Licht. Dann machen wir es uns gemütlich und hören die Geschichte von Peter, die wir in seinem Packerl finden.
Verwende eine Erzählung, die dir gut gefällt, als Geschichte von Peter oder erfinde eine.

Danach können wir bei Lebkuchen, den uns Peter in seinem Packerl gebracht hat, und ev. Tee darüber plaudern, was uns wohl fehlen würde, wenn wir in einem fremden Land Weihnachten feiern.

Zum Schluß schauen wir, ob vielleicht Befana schon da war und unsere Socken gefüllt hat.

Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr das Friedenslied wiederholen und das Nüssespiel spielen.


Sollten in deiner Jungscharstunde Kinder mitmachen, die einer anderen Religion angehören, so wäre es schön, wenn sie auch Gelegenheit bekommen, zu erzählen, welches Fest bei ihnen zu Hause groß gefeiert wird, und wie das geschieht. Wenn du gute Kontakte zu deren Eltern hast, könntest du sie auch bitten, ob sie vielleicht eine kleine Spezialität ihres Landes zum Naschen, ein Lied, eine Geschichte, oder ähnliches. besteuern können.


Weitere Möglichkeiten



Diese Gruppenstunde kannst du auch im Rahmen einer gemeinsamen Adventjause mit den Eltern, bei einer Jungscharweihnachtsfeier usw. verwenden. Aus verschiedenen Büchern kannst Du dir vorher weitere Lieder, Bräuche usw. heraussuchen, die ihr dann gemeinsam ausprobiert. Auch in diesem Fall lohnt es sich, Familien anderer Religionen einzubeziehen. Man könnte so eine Feier auch unter das Thema ”Friedensfest” stellen.

Autor/in: Angelika Herret_Rosenkranz

Publikation: KiK 78

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Jahreskreis: Weihnachten

Schlagwörter: Advent/Weihnachten, Welt, Religiöses