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Einsamkeit

Gruppenstunde | Alter: 13-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Einsamkeit ist nicht gleich Einsamkeit. Auf der einen Seite gibt es jene Einsamkeit, die man sich wünscht. In solchen Momenten will man alleine sein. Auf der anderen Seite gibt es aber Momente, in denen man nicht alleine sein möchte, also die unfreiwillige Einsamkeit, in die man hineinstolpert, und aus der man nicht so leicht herausfindet.
Leider fällt es uns oft sehr schwer, in der einen oder anderen Situation diejenigen zu verstehen, die unbedingt alleine sein wollen, und oft wissen wir nicht was wir tun sollen, wenn jemand in ungewollte Einsamkeit gestolpert ist.

Ziel

Den Gruppenmitgliedern soll es ermöglicht werden, an sich selbst festzustellen, wie sie behandelt werden wollen, wenn sie das Bedürfnis haben, alleine zu sein beziehungsweise nicht alleine zu sein. Mit diesem Wissen über sich selbst fällt es nämlich leichter, die Wünsche anderer Personen in solchen Situationen zu verstehen und zu respektieren, andererseits zu üben, was man selbst tun kann, um gewünschte Einsamkeit zu finden oder ungewollte zu beseitigen.

Material

  • Gemütliche Raumgestaltung, ein Schaumstoffball (oder Tuch), Packpapier für Plakate, rosa Wunschbehandlungsgedankenblasen, runde Zettel aus gelbem Papier, Schreibzeug

Aufbau

Wir sammeln Situationen: "Wann wollen wir alleine sein, wann nicht?
Austausch: "Warum ist das so?"
Wir überlegen, wie wir in diesen Situationen behandelt werden wollen
und was wir selber dazu tun können, um den gewünschten Zustand zu erreichen

 

Wann wollen wir alleine sein, wann nicht?



Am Beginn der Stunde bittest du die Kinder, zu dritt oder viert Kleingruppen zu bilden. Jede Kleingruppe erhält ein Plakat mit der Fragestellung: "Ich will alleine sein, wenn..." und ein Plakat: "Ich möchte nicht alleine sein, wenn...". Die (Klein-)Gruppenmitglieder sollen sich nun erzählen, in welchen Situationen sie gerne und in welchen Situationen sie nicht gerne alleine wären. Die Situationen werden auf die jeweiligen Plakate geschrieben.
Wenn alle Gruppen fertig sind, werden die Plakate der anderen Kleingruppen besichtigt. Die Gruppenmitglieder können nun ihre Meinung dazu äußern, indem sie auf die Plakate zu den verschiedenen Situationen bunte Zettelchen (rot = für mich ist das nicht so, grün = für mich ist das auch so) kleben.


Warum ist das so?



Ist diese Phase abgeschlossen, setzt Ihr Euch in einem Kreis zusammen und legt die Plakate in der Mitte auf oder hängt sie so auf, daß alle gut hinsehen können, und zwar alle "Ich will alleine sein, wenn..." zusammen, die anderen ebenso. Nun besteht die Möglichkeit zu erzählen, warum jemand in bestimmten Situationen gerne alleine ist oder auch nicht. Was ist daran schön, was ist daran unangenehm? Das macht Ihr solange, bis niemand mehr etwas sagen will.
Agiere Du als Diskussionsleiter und achte darauf, daß niemand gezwungen wird, etwas zu sagen, wenn er/sie das nicht möchte.


Wie wollen wir dann behandelt werden?



Jetzt überlegt Ihr Euch, wie ihr in den gesammelten Situationen von den Menschen Eurer Umgebung behandelt werden wollt. Du bittest die Gruppenmitglieder, zu je zweit oder dritt (wieviele dafür nötig sind) eine Situation auszusuchen und die in diesem Fall gewünschte Behandlung in einem Rollenspiel darzustellen.

Die Zuschauer erhalten rote und grüne Kärtchen, mit denen sie anschließend mitteilen, ob auch sie in der Situation so behandelt werden wollten oder nicht. Zweitere können ihre "Wunschbehandlung" dann erzählen oder auch vorspielen.

Du schreibst stichwortartig auf "Wunschbehandlungsgedankenblasen" mit, was die Kinder spielen oder sagen, und klebst sie zur entsprechenden Situation auf das Plakat. Natürlich kann es mehrere verschiedene Wünsche zu einer Situation geben.

Wenn niemand mehr eine Situation vorspielen will, leitest Du zum nächsten Schritt über:


Was kann man selber tun?



Leider ist es nicht immer so, daß genau das passiert, was man sich in einer Situation gerade wünscht. Dann hilft es nicht, darauf zu warten, daß ein Wunder geschieht, man muß auch selber etwas tun. Du fragst daher die Kinder, ob ihnen etwas einfällt, das sie selber tun können, um in den anfangs gesammelten Situationen Einsamkeit zu beseitigen oder um die Ruhe zu haben, die man gerne möchte. Hier kommt der Schaumstoffball ins Spiel: Jeder und jede, der/die etwas dazu sagen möchte, kann das tun. Wer den Ball hat, ist am Wort.
Die Ideen werden auf kreisrunden gelben Zetteln festgehalten und ebenfalls zur entsprechenden Situation auf das Plakat geklebt.
Achte darauf, daß jemand, der/die gerne etwas sagen will, den Ball auch bekommt, andererseits der Ball auch weitergegeben werden darf, ohne etwas zu sagen. Neigen die Gruppenmitglieder, sich mit dem Ball zu bewerfen, könntest Du statt dessen auch ein zusammengeknülltes Tuch verwenden.
Auch hier gilt: Solange es etwas zu sagen gilt, wird der Ball weitergegeben. Wichtig: Was jemand sagt, ist auf jeden Fall (für ihn/sie) richtig. Natürlich kann es auch verschiedene Vorschläge geben, dann ist aber keiner falsch. Achte darauf, daß unterschiedliche Ideen hier nebeneinander stehenbleiben, da es kein "richtig" und kein "falsch" gibt.

Am Ende der Stunde hängt Ihr das Plakat im Gruppenraum auf, damit auch die anderen Eure Ergebnisse sehen können.

Autor/in: Ursula Huber und Walter C. Huber

Publikation: KiK 81

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Schlagwörter: Gefühle, Ich und die anderen, Ich