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Abendessen bei Paula Perversa, ein etwas anderer Geschmackstest

Gruppenstunde | Alter: 12-15 | Aufwand: hoch

Ziel

Geschmäcker sind verschieden, und was für dich "gut" ist, kann für jemand anderen gar nicht gut schmecken. Die Bandbreite von (Geschmacks-)Empfindungen kann anhand "perverser" (= ungewohnter; von lat. "pervertere" — verdrehen, also eigentlich eine andere Sichtweise, etwas von der anderen Seite sehen) Speisenzusammenstellungen erlebt werden. In weiterer Folge kannst du mit deinen Jungscharkids überlegen, dass nicht alles, was für die/den eine/n ungewohnt oder abartig erscheint, auch für die Empfindung oder das Verhalten einer/s anderen gilt. Eine Möglichkeit mit Hilfe eines Geschmackstests Toleranz- und Akzeptanzgrenzen zu erweitern.

Material

  • Nahrungsmittel mit verschiedenen Geschmacksrichtungen
  • Fragebögen und Stifte
  • Schilder, Servietten
  • Lebensmittelfarben (Pulverfarben lösen sich leicht auf und sind in Drogerien erhältlich)
  • notwendige Küchengeräte, Teller und Gläser

Aufbau

Am Beginn steht die Sichtung der Speisen, aus denen dann ein "perverses" Menü erstellt werden soll. Danach wird das Büffet angerichtet und dekoriert. Es erfolgt der Geschmackstest mit einer anschließenden Reflexion mit Hilfe eines Fragebogens.

 

Paula Perversas Speisekarte


Am Beginn solltest du mit den Kindern alle Lebensmittel, die du gekauft hast, durchschauen, damit ihr beim anschließenden Erstellen des Menüplans eine Ahnung habt, was alles zur Verfügung steht. Dann könnt ihr mit den vorhandenen Lebensmitteln Speisen kreieren, die aus "abnormen" Kombinationen bestehen, welche man also auf einer herkömmlichen Speisekarte nicht finden würde. Bei der Zusammenstellung des Menüs sind eurer Phantasie kaum Grenzen gesetzt (einmal abgesehen von dem, was ihr selber nicht freiwillig essen würdet). Folgendes solltet ihr aber trotzdem beachten:
Keine Speise sollte so scheußlich schmecken, dass sie keine/r essen will. Das heißt, ihr solltet z.B. auf keinen Fall überdosieren (versalzen etc.).
Das Essen soll als Büffet hergerichtet werden. Achtet dabei aber darauf, dass ihr nicht zu viel herrichtet, den es geht nicht darum, sich satt zu essen, sondern eine Verkostung zu machen. Kleine Häppchen reichen!
Bedenkt, in welchem Rahmen ihr die Speisen vorbereiten könnt! Ist eine Küche vorhanden? Habt ihr die notwendigen Geräte? Achtet schon beim Einkaufen darauf, nur solche Lebensmittel zu kaufen, die ihr auch sicher zubereiten könnt.

Hier einige Vorschläge für Kostproben:


  • Streichwurstbrot mit Honig
  • Käsehäppchen mit Gummibärchen
  • Käsescheibe mit Marmelade
  • Wurst mit Schlagobers
  • Ei mit Nutella
  • Reis mit Ananas oder Rosinen
  • Pudding mit Schinkenwürfeln
  • Spezialhamburger mit mehreren Schichten (z.B. Schinken, Schokolade, Käse, Marmelade)
  • Schokoladekekse mit Aufstrich



Auch beim Trinken könnt ihr interessante neue Cocktails mixen:


  • Milch mit Kohlensäure (Mineralwasser)
  • Fruchtsäfte mit Cola
  • Milch mit Wasser und Tee



Um dem ganzen etwas noch "Perverseres" zu geben, könnt ihr auch Lebensmittelfarben einsetzen. Zum Büffet zählt natürlich nicht nur das Essen, sondern auch die Dekoration. Auch hier könnt ihr eurer Phantasie freien Lauf lassen: Servietten und Papier-Tischtücher bemalen, eingefärbte Blumen (mit Lebensmittelfarben oder Tinte). Außerdem könnt ihr den einzelnen Speisen noch witzige Namen geben und diese auf kleine Schilder schreiben, die ihr dazu legt.

Was schmeckt gut und was nicht?


Während der Verkostung werden die Kinder eingeladen, ihre Bewertung der Speisen in einem Fragebogen anzugeben. Nützt dazu den untenstehenden Fragebogen. Jeder Speise wird ein Farbstift zugewiesen und die Verkoster/innen notieren dann die Ergebnisse auf ihrem persönlichen Testbogen! So können aller Tester/innen auf ihrem Zettel die verschiedenen Speisen notieren. Anschließend könnt ihr euch noch gemeinsam über eure Geschmacksempfindungen austauschen.


Als Impulse für eine weiterführende Diskussion, wann und wodurch etwas als "normal" oder "pervers" bezeichnet wird (wenn keine Zeit mehr besteht, vielleicht in einer der nächsten Gruppenstunden) können die Fragen verwendet werden.

  • Wo waren die konkreten Unterschiede zu einem gewohnten Abendessen?
  • Bei den hier verkosteten Speisen, gibt es da Grenzen? Also Lebensmittelzusammenstellungen, die dir absolut nicht schmecken würden, bzw. die du dir auf keinen Fall vorstellen kannst und willst?
  • Kennst du aus anderen Kulturen "seltsame" Kombinationen?
  • Gibt es Speisen, die bei uns üblich sind, die dir aber trotzdem nicht schmecken?
  • Woher kommt es, dass etwas Geschmackssache wird/ist? Ist das mein persönlicher Geschmack oder der von vielen anderen auch?






Speise: _____________________________________________Farbe: ______________
Speise: _____________________________________________Farbe: ______________
Speise: _____________________________________________Farbe: ______________
Speise: _____________________________________________Farbe: ______________
Speise: _____________________________________________Farbe: ______________

Geschmacksrichtung (einringeln)

süß sauer bitter salzig scharf

Wie würdest du auf den folgenden Skalen die jeweilige Speise bewerten (setze ein Kreuz beim jeweiligen Kreis)?

Schmackhaft grauenhaft

1--------------2--------------3--------------4--------------5--------------6--------------7

interessant uninteressant

1--------------2--------------3--------------4--------------5--------------6--------------7

weiter zu empfehlen nicht weiter zu empfehlen

1--------------2--------------3--------------4--------------5--------------6--------------7

normal abnormal

1--------------2--------------3--------------4--------------5--------------6--------------7

Autor/in: Benjamin Metz und Bernhard Binder

Publikation: Kumquat_1/02

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Schlagwörter: Essen, Phantasie, Werte