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Reis - das Brot der anderen

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: hoch

Hintergrund

In vielen asiatischen Sprachen ist der Begriff "essen" gleichbedeutend mit "Reis essen". Reis gilt als Nahrung schlechthin.Er gehört zu den wichtigsten Nutzpflanzen der Erde: Die Hälfte der Menschheit ernährt sich in erster Linie von Reis.

Ziel

In dieser Gruppenstunde sollen Kinder Reis als wichtigstes Nahrungsmittel für viele Menschen kennenlernen und über seine Bedeutung nachdenken. Dazu befassen wir uns mit einigen Aspekten dieses Nahrungsmittels.

Material

  • 6 Bögen Packpapier mit jeweils einem Bild beklebt, buntes Papier, Filzstifte, Malfarben, Klebstoff, Scheren, alte Zeitungen und Zeitschriften, 6 Zettel mit den Beschreibungen, Firmentafel, eventuell Geo-Dreiecke, Lineale, Zirkel, Schale mit Reiskörnern.

Aufbau

Die Kinder kommen in ein "Werbestudio". Dort erhalten sie den Auftrag, eine Reisausstellung anzufertigen. Die Kinder erarbeiten die Ausstellung und präsentieren sie ihrem Auftraggeber. Als Dank für die Arbeit werden sie zu einem Reisessen eingeladen.

 

Der Auftrag



An der Eingangstür zum Gruppenraum hängt ein Schild: "Wirb dich weg - Werbeagentur". Wenn die Kinder den Raum betreten, finden sie ihn als Werbestudio hergerichtet. Dazu liegen auf einem Tisch Zeichengeräte, Filzstifte, Malfarben, Scheren, weißes und buntes Papier, Zeitungen, Zeitschriften, und 6 Packpapierbögen.

Du stellst Dich den Kindern als Mitglied einer Organisation für Grundnahrungsmittelinformation vor und bedankst Dich bei den Werbefachleuten dafür, daß sie sich dazu bereiterklärt haben, die Menschen in Österreich über die Wichtigkeit von Reis als Nahrungsmittel zu informieren. Es hat sich nämlich bei einer Umfrage herausgestellt, daß nur die wenigsten Menschen wissen, daß sich die Hälfte der Weltbevölkerung (2,5 Milliarden Menschen) vor allem von Reis ernährt. Weiters haben auch viele Leute das Hauptanbaugebiet von Reis in Amerika und nicht in Asien vermutet.

Nun erläuterst Du den Auftrag genauer: Die Organisation für Grundnahrungsmittelinformation bittet die Werbeagentur, eine Plakatausstellung zum Thema: "Reis" herzustellen. Die Ausstellung soll 6 Plakate umfassen. Natürlich soll der Text mit Zeitungsphotos, gemalten Bildern, etc. gut gestaltet werden. Nun bittes Du die Werbefachleute, sich in zwei Gruppen zu teilen. Jede Gruppe erhält zuerst je einen Text. Du bittest die Gruppen den Text genau durchzulesen und danach den Packpapierbogen mit dem dazugehörigen Photo zu suchen. Falls hierbei oder bei der nachfolgenden Arbeit Probleme gibt, stehst Du natürlich mit Rat zur Seite. Nun gilt es, das Plakat mit Text und weiteren Bildern zu vervollständigen. Wenn eine Gruppe fertig ist, holt sie sich den nächsten Text und sucht den dazugehörigen Papierbogen, usw. Es ist dadurch auch möglich, daß eine Gruppe vier und die andere zwei Plakate herstellt.


Die Präsentation



Wenn zu allen Texten Plakate angefertigt wurden, bittest Du die Gruppen, ihre Plakate vorzustellen. Wenn dies passiert ist, zeigst Du Dich sehr zufrieden mit dem Hergestellten und schlägst vor,gleich beim nächsten Pfarrcafè die Ausstellung zu präsentieren.


Das Reisessen



Als Dankeschön für die Arbeit lädst Du die Kinder entweder gleich im Werbestudio zu einem Reisessen ein (Rezept 1), oder Du bittest sie für die nächste Gruppenstunde zu einem Reisessen zu Dir nach Hause (Rezepte 2 - 5 oder andere)


Text 1: Der Reis

Reis gehört zu den wichtigsten Nutzpflanzen der Erde: Die Hälfte der Menschheit ernährt sich von ihm. "Oryza sativa" lautet die botanische Bezeichnung des Getreidegrases, das zusammen mit drei anderen Getreidearten - Weizen, Mais und Hirse - zu den unverzichtbaren Grundnahrungsmitteln des Menschen zählt. Für 1,5 Milliarden Asiaten ist der Reis die Lebensgrundlage, das "tägliche Brot" und oftmals die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen.


Text 2: Woher kommt der Reis?

Die Chinesen und Inder wußten schon vor 7000 Jahren, wie man Reis anbaut. Die Art des Reisanbaues hat sich seit dieser Zeit in vielen Ländern nicht verändert. Kaufleute, Soldaten und Seefahrer haben in vor ungefähr 500 Jahren von Asien nach Afrika und Europa gebracht. Man erzählt sich die Legende,daß vor langer Zeit, vor über 350 Jahren, ein Schiff vor Madagaskar (an der Südostküste Afrikas) Schiffbruch erlitten habe. Der Kapitän beschenkte seine Retter, die auf dem Weg nach Amerika waren, mit Säcken voller Reis. So soll der Reis nach Amerika gelangt sein.
Neun von zehn aller Reissäcke auf der Erde werden in Asien geerntet, wo er das wichtigste Grundnahrungsmittel ist. Aber auch in den USA ist die Reisernte sehr groß, und die Amerikaner verkaufen sie in der ganzen Welt. In Österreich ist das Klima zu kühl, um Reis anzubauen.


Text 3: Reisanbau in Asien

Für den Reisanbau überfluten die Bauern die Reisfelder mit Wasser. In Kanälen wird Wasser von einem Fluß in die Felder geleitet. Kleine Dämme halten das Wasser auf den Feldern. Durch kleine Klappen, die sich aufheben lassen, kann man es auch wieder ablassen. Der schlammige Boden wird umgepflügt und durchgehackt, um die Erdklumpen zu zerkleinern; dann wird er mit einer Schleppe eingeebnet. Die Felder werden mit Büffeln oder Traktoren bearbeitet. Die Traktoren müssen spezielle Räder haben, damit sie nicht im Schlamm einsinken.
Die Reiskörner werden erst in besonderen Anzuchtbeeten ausgesät. Nach etwa einem Monat sind die kleinen Reispflanzen dann groß genug und werden herausgezogen. Sie werden gebündelt und zu den Reisfeldern gebracht. Mit den Füßen im Wasser und mit gebeugtem Rücken pflanzen Frauen den Reis wieder ein. Die Setzlinge werden mit genügend großem Abstand voneinander gepflanzt, damit sie gut wachsen können.
In den USA wird fast der ganze Vorgang von Maschinen durchgeführt.


Text 4: Die Ernte

Nach 3-6 Monaten ist die Reispflanze nun ganz gelb, die Rispen hängen voller Körner. Kurz vor der Ernte öffnen die Bauern die Klappen in den Dämmen. Das Wasser fließt wieder zurück in den Fluß, und das Reisfeld trocknet aus. Bei der Ernte schneiden die Reisbauern von der Morgendämmerung bis zum Einbruch der Dunkelheit die Halme mit Sicheln und binden sie dann zu Bündeln zusammen. Auf einem Karren oder auf dem Rücken wird die Ernte ins Dorf gebracht. Dort schlagen die Bauern die Halme gegen steinerne Walzen um die Körner abzulösen. Das Stroh wird zum Trocknen in große Haufen aufgeschichtet. Die Reiskörner werden ausgebreitet und mit den Füßen oder mit Rechen gewendet, damit sie in der Sonne gut trocknen.
Um die Körner von den Spelzen (das sind die Blatthülsen um das Reiskorn) zu trennen, wird der Reis in einen Behälter gegeben: In den Mörser. Mit einem Stampfer werden die Körner zusammengedrückt und reiben aneinander. Die Hüllen platzen auf und geben die Kerne frei.
Körner und Spreu aus dem Mörser werden auf Scheiben aus Bambusrohr geschüttet und gut durchgemischt. Die leichten Spelzen werden vom Wind davongeweht, die Körner bleiben auf den Scheiben.


Text 5: Verwertung

Nicht nur die Körner werden verwertet. Aus dem Reisstroh fertigt man Körbe, Matten und große spitze Hüte an, mit denen sich die Reisbauern vor der Sonne schützen. Die Spelzer verfüttert man an Tiere oder man verwendet sie als Dünger, damit die Felder noch bessere Ernten hervorbringen.
Die beschädigten Reiskörner werden zu Mehl zermahlen, aus dem man Kuchen und Nudeln herstellt. In Asien kennt man auch ganz besondere Getränke: Reisbier, Reisschnaps (Avvak) und Reiswein (Sake). Manche Frauen verwenden Reispuder. Wenn das Reiskom noch in seiner Schale steckt, nennt man den Reis "Paddy", das heißt: "Der ist braun". Der geschälte Reis heißt Vollreis und ist beige. Wenn man den Reis ganz weiß haben will, gibt man ihn in besondere Maschinen, die auch noch die letzte freie Schale entfernen. Dieser weiße Reis wird bei uns am häufigsten gegessen.


Text 6: Reisfeste

In Asien feiern die Bauern Feste, um von den Göttern und Geistern in den Reisfeldern gute Reisernte zu erbitten. In den Bergen der Insel Celebes singt und tanzt das Volk der Tovadja jedes Jahr eine ganze Nacht lang und ahmt dabei die Feldarbeiter nach. Jede Familie hat einen Reisspeicher neben ihren Haus stehen. Er ist auf Pfählen gebaut und hat ein gekrümmtes Dach, damit die Ernte vor Regen geschützt ist.
In einigen Teilen Europas und den USA ist es Brauch, Reiskörner auf ein Brautpaar zu werfen. Man wünscht ihm damit Glück und Wohlstand.


Reisgerichte



Rezept 1: Reispudding

Zutaten:
1 Liter Milch
150 g Rundkornreis
1 Ei
1 Päckchen Vanillepuddingpulver (zum Kochen)
Zucker nach Angabe auf der Puddingpackung

Zubereitung:
1. Reis kochen, dann den gewaschenen Reis in ½ l Milch schütten, salzen und ausquellen
2. Pudding kochen, Reis mit dem gekochten, heißen Pudding vermischen, erkalten lassen.


Rezept 2: Nasi Goreng - Gebratener Reis
(für 4 Personen)

Zutaten:
2 Teetassen Reis
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 Teelöffel Sambal Ulek
2 Messerspitzen Krabbenpaste
250 Gramm Rinderbraten
Sojasauce
50 Gramm Krabben
1 Ei
4 Eßlöffel Öl
50 Gramm Schinken
Salz

Zubereitung:
Den Reis - wie im Text beschrieben - kochen abkühlen lassen und eventuell mit einer Gabel lockern. In der Zwischenzeit die feingehackte Zwiebel und die Knoblauchzehem mit dem Sambal Ulek und der Krabbenpaste kurz braten. Das in kleine Scheiben geschnittene Fleisch hinzugeben, salzen und noch einige Minuten braten. Nach Belieben mit Sojasauce abschmecken. Auf kleinem Feuer die Krabben und den abgekühlten Reis untermischen und kurz weiterbraten. Das Ei mit etwas Salz schlagen, und in eimer mit Öl sparsam eingefetteten Pfanne Omeletts backen. Das Nasi goreng mit schmalen Schinkenstreifen und den feingeschnittenen Omeletts garniert servieren.

Varianten:

  • Statt Rinderbraten kann auch Kalb-, Schweine- oder Hühnerfleisch verwendet werden.
  • Die Krabben lassen sich auch getrennt in Butter braten.
  • Paprika- oder Sojasauce geben dem Gericht neben der spezifischen Geschmacksnoten eine rötliche beziehungsweise bräunliche Färbung. Für Gaumen die an scharfe Speisen gewöhnt sind, läßt sich diese Wirkung auch durch auch durch reichlich gemahlene Pfefferschoten erzielen.




Rezept 3: Nasi kuning - Gelber Reis
(für 6 Personen)

Zutaten:
3 Teetassen Reis
2 Teetassen Kokosmilch
1 kleine geviertelte Zwiebel
1 Teelöffel Gelbwurz
2 indonesische Lorbeerblätter
1 Stück Zitronenschale
Salz

für die Garnierung:
Omeletts
Zwiebeln
rote Pfefferschoten

Zubereitung:
Den gut gespülten Reis mit den übrigen Zutaten kochen, bis der Reis die gesamte Flüssigkeit aufgenommen hat. Im Reiskocher - wie im Text beschrieben - weitere 15 - 20 Minuten dämpfen.
In der Zwischenzeit die Garnierung vorbereiten: Die Omeletts backen und in feine Streifen schneiden, die Zwiebeln ebenfalls backen. Die Pfefferschoten entkernen und nur kurz in Öl backen, damit sie ihre rote Farbe behalten. Die Lorbeerblätter und die geviertelte Zwiebel aus dem Reis entfernen, auf einer Platte anrichten und garnieren.


Rezept 4: Nasi kebuli - Indischer Reis
(für 6 Personen)

Zutaten:
3 Teetassen Reis
1 Suppebhuhn
Öl zum Braten
4 Zwiebeln
2 feingehackte Knoblauchzehen
1 Liter kräftige Fleischbouillon
1 Messerspitze Muskatnuß
2 Gewürznelken
Salz

Zubereitung:
Das bereits zerteilte Huhn etwa 90 Minuten auf kleiner Flamme in der Fleischbrühe kochen. Die Teile herausnehmen, abtropfen lassen und in heißem Öl von allenSeiten braun braten. Zur Seite stellen.
ImBratfond eine feingeschnittene Zwiebel und den Knoblauch anbräunen. Den Reis hinzufügen und rühren, damit er nicht anbrennt. 4 bis 5 Tassen der Bouillon hinzugießen. Mit der Muskatnuß und den Gewürznellken würzen und vorsichtig mit Salz abschmecken, da die Fleischbrühe dem Gericht schon einen kräftigen Geschmack gibt. Den Reis auf kleinem Feuer halb gar kochen.
Die Hühnerteile unter den Reis mischen und gar kochen. In einer vorgewärmten Schüssel mit den übrigen, gebackenen Zwiebeln anrichten.


Rezept 5: Lemper ajam - Gefüllte Reisrollen
(für 6 Stück)

Zutaten:
250 Gramm Klebreis
1 Tasse Kokosmilch
Salz

für die Füllung:
1 Hühnerbrust
1 kleine, feingehackte Zwiebel
1 feingehackte Knoblauchzehe
1 Eßlöffel Öl
½ Teelöffel Koriander
½ Teelöffel Galangawurzel
¼ Teelöffel Kumin
2 Messerspitzen Gelbwurz
1 Fingerlänge Zitronengras
1 Messerspitze Zucker
1 Tasse Kokosmilch
Pfeffer, Salz

Zubereitung:
Den gut gespülten Klebreis in einen Reisbehälter geben und wie im Text beschrieben - im Wasserdampf gar dämpfen, dabei löffelweise die heiße Kokosmilch zufügen.
Iin der Zwischenzeit die Füllung vorbereiten: Die Hühnerbrust weich kochen und grob hacken. Die Zwiebel und den Knoblauch in dem Öl goldgelb dünsten. Die Hühnerbrust und alle Gewürze hinzugeben, nach Belieben mit Pfeffer und Salz würzen. Kurz von allen Seiten anbraten und mit Kokosmilch ablöschen. Unter ständigem Rühren - damit nichts anbrennt - trocken kochen. Abkühlen lassen, und das Zitronengras herausnehmen.
Die inzwischen abgekühlte Klebreismasse gleichmäßig auf 6 Stück Aluminiumfolie verteilen, die vorher mit Öl eingefettet wurden. Die Füllung ebenfalls gleichmäßig in der Mitte auf dem Klebreis verteilen. Die Folien zusammenrollen und an den Enden verschließen.

Varianten:

  • Statt des Zitronengrases läßt sich auch ein Stück Schale einer ungespritzten Zitrone verwenden, jedoch keine geriebene Schale.
  • Wenn möglich, sollte man die Aluminiumfolie durch Bananenblätter ersetzen; der Geschmack verändertsich so erheblich.
  • Die Reisrollen können kalt oder warm als Zwischenmahlzeit gegessen werden. Gut eingewickelt sind sie auch als Mahlzeit für unterwegs geeignet und lassen sich auf dem Grill oder über offenem Feuer erhitzen.

Autor/in: Marcel Kneuer

Publikation: KiK 85

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Schlagwörter: Welt, Wirtschaft, Essen