• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Gott wird ein Mensch

Gruppenstunde | Alter: 8-11 | Aufwand: hoch

Ziel

Die theologische Lehre von der Menschwerdung Gottes ist niemals ursprüngliche religiöse Erfahrung oder erfahrbare Lebensrealität für Kinder. Um so über Jesus zu sprechen, ist es notwendig, von der Erfahrung, daß Jesus vor ca. 2000 Jahren mit Menschen gemeinsam gelebt hat und ihnen offensichtlich irgendwie gutgetanhaben muß, theologisch zu abstrahieren. Das können Kinder nicht - und sie sollen es auch nicht tun.
Kinder wissen allerdings, was es heißt Mensch zu sein - sie sind Menschen: sie können denken, handeln und fühlen. Deshalb wollen wir mit den Kindern herausfinden, was alles zum Menschen gehört, was ihn/sie ausmacht, was Menschen alles können. In einem zweiten Schritt werden wir feststellen, daß auch Jesus ein Mensch war wie wir: auch er hat gedacht, gehandelt und gefühlt. Und von diesem Jesus sagen wir Christen, daß er der Sohn Gottes ist. Gott ist ein Mensch geworden. Deshalb feiern wir Weihnachten.

Material

  • rasche Musik
  • 4 Geschenkschachteln (Schuhschachteln, die Du mit Papier überklebst und mit einem Band verzierst)
  • 2 Packpapiersilhouetten (ein Mann, eine Frau) - weißes Packpapier
  • Darstellungskärtchen für die Pantomime
  • Uhu
  • Stifte
  • ”Jesuspuzzle”
  • Packpapierbögen (weiß) in der Zahl Deiner Kinder
  • Scheren
  • Zündholzschachteln, die Du so wie die Schuhschachteln in Geschenkpäckchen verwandelst
  • Brieferl ”was mir an Dir gefällt ...”

Aufbau

Ich habe einen Namen - Spiel
Ich habe einen Körper - Spiel
Wir sind Menschen - wir sind ”Geschenke Gottes”: wir öffnen ein Geschenkpaket und finden 2 menschliche Silhouetten
Wir finden heraus, was Menschen alles können - Spiel - wir füllen die beiden Silhouetten
Hoppla, da ist noch ein Geschenk - noch einer, der Jesus. Der ist ja auch ein Mensch. Jesuspuzzle
Ich bin auch ein Mensch - jeder bekommt seine eigene Silhouette
Was mir an Dir gefällt - Geschenke aneinander ”wo 2 oder 3 in meinem Namen beisammen sind”

 

Hintergrund:
Was feiern wir eigentlich, wenn wir jedes Jahr Weihnachten feiern? Es ist so einfach gesagt - wir feiern, daß Gott Mensch geworden ist.

Man möge sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen. Der allmächtige, ewige Gott, der unnahbare, unsichtbare, der verborgene, geheimnisvolle Gott ist uns seit dem Geburtstag Jesu unglaublich nahe. Dieser Gott wird einer von uns. Hier findet die lange Geschichte Gottes mit dem Menschen ihren unüberbietbaren Höhepunkt: Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild, als Mann und Frau schuf er sie, er begleitete sein auserwähltes Volk durch alles Leid und alle Not, er war immer bei ihnen. Er befreite sie aus der Gefangenschaft, er führte sie ins Gelobte Land, er schloß mit den Menschen einen Bund. Die ganze alttestamentarische Heilsgeschichte zeigt im Kern immer wieder, daß Gott einer ist, der den Menschen wohlgesonnen ist, der ihnen zugewandt ist und der sie liebt. Durch die vielen blutrünstigen Geschichten des Alten Testaments hindurch entfaltet sich wie ein roter Faden die Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch. Im Neuen Testament findet diese Geschichte ihren Höhepunkt:

Wer einen Menschen wirklich lieben will, der muß sich mit ihm auf eine Stufe stellen, der muß sich zu ihm, neben ihn, an seine Seite stellen. Der muß auf seine Macht über ihn verzichten, der muß ihm ein echtes Gegenüber werden. Das Christentum erzählt, daß das wirklich geschehen ist: Gott liebt die Menschen wirklich - und wird ein Mensch. Jesus ist der Menschensohn. Ein Gott zum Angreifen, einer zum Berühren - einer, mit dem man reden kann, mit dem man sich auseinandersetzen kann, einer, der Dich und mich wirklich verstehen kann, weil er Mensch ist wie wir. Einer, der am eigenen Leib erfährt, was Liebe, Leid, Glück, Unglück, Freude und Schmerz sind. Ein Gott, der uns ganz nahe kommt.

Ich möchte hier keinesfalls das Geheimnisvolle unseres Gottes in Abrede stellen - ich teile hier die Ansicht Thomas von Aquins, der sinngemäß meinte, daß wir über Gott eher nichts wissen, als daß wir etwas wissen. Deshalb finde ich es besser, wenn wir über die reden, die uns vertrauter sind - die Menschen (und wie fremd uns die, wie fremd wir uns selbst werden können, ist jedem von uns wohl ohnedies bekannt). Wie wichtig diese Menschen, wie wichtig wir sind, wird uns durch das Neue Tetsament immer wieder bestätigt: Jesus, der Mensch, ist der Christos, der Gesalbte, der Sohn Gottes. Dieser Jesus stellt den Menschen in die Mitte. Daran erinnert uns jedes Jahr das Weihnachtsfest.


Ich habe einen Namen



In der heutigen Gruppenstunde geht es um Menschen - um Dich und um mich und um andere Menschen. Um Menschen zu erkennen und unterscheiden zu können, ist es wichtig, daß sie einen Namen haben. Wenn ich wissen will, wer Du bist, muß ich Deinen Namen kennen. Um Dich rufen zu können, muß ich wissen, wie Du heißt. Und wenn ich Dich gut kennen will, muß ich auch wissen, was du gerne machst.

Ihr stellt Euch in einem Kreis auf. Jeder überlegt sich eine (für ihn/sie typische) Bewegung oder Tätigkeit, die er/sie gerne macht (schlafen, essen, laufen, tanzen ...) und die auch für die anderen angenehm nachzuahmen ist. Dann nennt ein Kind nach dem anderen seinen eigenen Vornamen und macht seine Bewegung dazu. Alle anderen Kinder machen diese Bewegung nach und wiederholen dabei den Namen des Kindes. In einer zweiten Runde könnte man seinen Namen in einem anderen Rhythmus sagen, in einer dritten Runde vielleicht singen, in einer vierten den Namen von hinten gelesen sagen (das solltest du Dir aber von jedem Namen deiner Kinder überlegt haben, sonst wird´s zu kompliziert). Dazu überlegt sich jede/r jeweils wieder eine Bewegung (kann natürlich auch diesselbe sein), alle anderen machen diese nach und wiederholen den Namen.


Ich habe einen Körper



Zu Musik laufen nun alle durch den Raum. Wenn die Musik aussetzt, rufst du einen Körperteil: ”Knie!”, ”rechte Schulter!”, ”Rücken!” .... Nun sollen die Kinder versuchen, möglichst viele andere Kinder an der genannten Körperstelle sanft zu berühren. Wenn die Musik wieder beginnt, laufen alle weiter. Du rufst einen neuen Körperteil. Wähle Körperteile, bei denen es nicht zu Brutalitäten kommen kann und wo es angenehm ist, berührt zu werden!

Menschen haben auch einen Körper - der sieht anders aus als bei Tieren. Menschen haben Arme, Beine, gehen aufrecht, haben Hände zum Greifen, Füße zum Gehen, Gelenke, die man biegen kann (vorzeigen) - ein richtiges Wunderwerk, das großartig funktioniert, wenn man gesund ist. Wenn man an Gott glaubt, nennt man die Menschen deshalb auch oft ”Geschenke Gottes” - weil sie so viel können, weil sie so wunderbar ”gemacht” sind, weil alles so gut zusammenpaßt.


Menschen sind Geschenke Gottes



Wir haben hier 2 Geschenkschachteln - die öffnen wir. In jeder Geschenkschachtel finden die Kinder eine große menschliche Silhouette aus Packpapier: einen Mann und eine Frau. Auf diesen beiden Figuren ist noch viel Platz frei.

Wir wollen uns nun überlegen, was diese beiden Menschen gut können.

Die Kinder teilen sich in 2 Gruppen und jede Gruppe bekommt unterschiedliche Kärtchen, auf denen Dinge stehen, die die beiden gut können und die man auch gut pantomimisch darstellen kann: bergsteigen, küssen, streiten, lachen, weinen, sich umarmen, malen, Bücher lesen, radfahren, Geburtstag feiern, tanzen gehen, Musik hören, traurig sein, zornig sein, enttäuscht sein, beleidigt sein, autofahren, kochen, miteinander reden, einander trösten, einander beschützen, Angst haben, allein sein, beten, ..... alles mögliche, was Menschen so tun.

Die Kärtchen sind als Hilfe gedacht - wenn den Kindern selbst etwas einfällt, was die beiden gut können, schreiben sie das auf leere Kärtchen.

Jede Gruppe überlegt sich, wie sie diese Begriffe darstellen kann. Wer einen Begriff darstellen möchte, ruft die andere Gruppe: Wir können etwas! Wir können etwas! Die anderen fragen: Wer seid ihr? Wer seid ihr? Antwort. Wir sind Menschen! Wir sind Menschen! Rückfrage der anderen: Was machen die? Was machen die? Dann zeigt die Gruppe ihren Begriff vor und die anderen versuchen zu erraten, was dargestellt wird. Die erratenen Begriffe werden von Dir auf die menschlichen Silhouetten geklebt (paß auf geschlechtsspezifische Tätigkeiten auf - also Fußball nicht unbedingt sofort zum Mann, Kochen nicht gleich zur Frau kleben!). Die beklebten Figuren werden dann gut sichtbar im Gruppenraum aufgehängt. Schön wäre es, wenn ihr den beiden zuvor noch Namen geben könntet (vielleicht geschlechtsneutrale wie ”Michi”, Chrissi”, um der Geschlechterdiskussion zu entkommen).


Hoppla, da ist noch ein Geschenk.



Wir finden eine dritte Geschenkpackung. Wir öffnen sie - da drin ist offensichtlich auch eine Silhouette eines Menschen, aber die müssen wir erst zusammensetzen.

In der Schachtel ist ein ”Jesuspuzzle”: Du hast auf eine Silhouette, die genauso aussieht wie die beiden anderen (Jesus ist auch Mensch!), Sätze über Jesus geschrieben und diese Silhouette dann in Teile zerschnitten. Schneide so, daß die Kinder auch die Texte lesen müssen, wenn sie das Puzzle richtig zusammensetzen wollen - also zerschneide die Sätze!

Die Kinder setzen diese Silhouette zusammen und kleben die einzelnen Teile auf ein Plakat - wer das ist, werden sie ohnedies bald merken.

Jesus ist also auch ein Mensch wie wir - er denkt nach, er handelt, er fühlt (siehe unsere Silhouette) - deshalb hängen wir ihn zu unseren beiden anderen Menschen dazu. Nun sind´s schon drei!


Ich bin auch ein Mensch - ich gehöre dazu!



Nun bekommt jedes Kind seine eigene Silhouette. Die Kinder gehen zu zweit zusammen. Einer legt sich auf ein großes Packpapier, der andere malt seinen Umriß, dann umgekehrt. Während der eine seine Silhouette ausschneidet, kann der andere Gesicht, Kleidung und seinen Namen auf den Umriß zeichnen. Dann umgekehrt. Die Umrisse werden dann zu den anderen 3 Menschen gehängt. Jesus ist nun mitten unter ihnen.


Wo 2 oder 3 in meinem Namen beisammen sind, bin ich mitten unter ihnen



Jesus ist zu Weihnachten ein Mensch wie wir geworden. Er hat gesagt, daß er mitten unter uns ist, wenn wir gemeinsam über ihn nachdenken, über ihn reden, uns mit ihm beschäftigen. Die Christen sagen, daß dieser Jesus der Sohn Gottes ist. Warum? Weil Jesus die Menschen sehr liebt - so wie auch Gott die Menschen liebt. Und das Besondere an Jesus ist, daß er Menschen immer gutgetan hat. Wir wollen einander auch guttun. Deshalb machen wir einander nun ein kleines Geschenk.

In einer vierten Geschenkschachtel finden sich viele kleine Zündholzschachteln, die Du mit Papier so überklebt hast, daß sie aussehen, wie kleine Geschenkpackerln. Darin ist ein kleines Stück Papier, auf dem steht: ”Was mir an Dir gefällt ...”. Jedes Kind bekommt so ein Zündholzschachterl und kann nun einem anderen Kind auf das Papier ein Brieferl schreiben. ”Was mir an Dir gefällt ...” Das kleine Geschenk schenken wir dannn einander und singen gemeinsam ein Lied, das uns allen gut gefällt. Schau, daß alle Kinder ein Zündholzschachterl bekommen - wem niemand schreibt, dem schreibst Du. Und hab ausreichend Zündholzchachterln da - wer 2 Kindern schreiben will, soll das auch können.
Achtung: Du mußt darauf achten, daß wirklich jeder ein Brieferl bekommt!!!




Jesuspuzzle



Er läßt sich von einer Frau streicheln.

Er lernt Hebräisch und liest Erwachsenen aus der Heiligen Schrift vor.

Er findet es mutig, daß eine Frau zu ihm kommt und ihn um Hilfe bittet.

Er lobt andere Menschen.

Er schimpft mit anderen Menschen.

Er streitet mit anderen Menschen.

DER IST JA AUCH EIN MENSCH!

Er weint wegen der Leute aus Kafarnaum.

Er ärgert sich über die Pharisäer.

Er wird zornig, als er die Händler im Tempel sieht.

Er hilft, wenn ihn jemand darum bittet.

Er ist müde, weil er so viel unterwegs ist.

Er schickt seine Verwandten weg.

Er erzählt Geschichten.

Er holt Kinder zu sich.

Er tanzt auf einer Hochzeit in Kaana.

Er berührt ein krankes Mädchen und ermutigt sie, aufzustehen.

Er lacht gern.

Er freut sich, als Bartimäus wieder sehen kann.

Er betet zu Gott.

In Gethsemane hat er Angst.

Er verzeiht.

Er versteht seine Freunde nicht.

Er feiert mit seinen Freunden.

Er ist manchmal sehr allein.

Er ist verzweifelt, weil ihn keiner versteht.

Er ist sehr sanft.

Er ist sehr stark.

Autor/in: Regina Ferschl

Publikation: KiK 85

Share |

 

Jahreskreis: Weihnachten

Schlagwörter: Ich und die anderen, Advent/Weihnachten, Religiöses