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Petrus

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Petrus ist die zentrale Apostelgestalt im Neuen Testament. Die vier Evangelien und die Apostelgeschichte, die den Namen Jesu 734 mal bringen, erwähnen Petrus 195 mal, während die übrigen Apostel bestenfalls einige dutzendmale genannt werden. Wir erfahren also überdurchschnittlich viel über Petrus, wobei zahlreiche Stellen das Bemühen der Autoren zeigen, in der Darstellung des Apostels seine Erwähnung zum ersten "Kirchenführer" (Mt 16.18f; Joh 1.42) zu motivieren. Er wird aber keineswegs zu reinen "Lichtgestalt" verklärt. Er flieht, als Jesus verhaftet wird, und verleugnet ihn kurz darauf aus Angst.

Ziel

Anhand einiger biblischer Stellen wollen wir uns mit Petrus auseinandersetzen.Verstehen wir sein Verhalten? Können wir uns in ihn hineinfühlen? Waren wir vielleicht schon einmal in einer ähnlichen Situation? In der Beschäftigung mit Petrus soll der ferne Heilige als Mensch mit Licht- und Schattenseiten, der auch mit unserem Leben etwas zu tun hat, entdeckt werden.

Material

  • Kartonfelsen (oder große Steine), Kartonfische, Packpapier, Kopien der Bibelstellen, Karte von Israel der Zeit Jesu, kleine Decke (oder ein Netz), Malfarben.

Aufbau

Felsen als Sinnbild für Petrus führen uns zum Thema der Stunde.
Verschiedene Bibelstellen geben Auskunft über Stationen im Leben Petrus. Du stellst Impulsfragen zu den Geschichten: Was findet ihr bemerkenswert? Was kommt Euch komisch vor? Was könnt Ihr nicht verstehen?
Die bei den Stationen gesammelten Geschichten werden abschließend einer persönlichen Wertung unterzogen und zu einer "Lebenskurve" des Petrus zusammengestellt.

 

Von wem ist die Rede?



Zu Beginn der Stunde zeigst Du den Kindern einen auf Packpapier angebrachten "Felsenhaufen". Die einzelnen Felsen des Haufens bestehen aus stärkerem Karton, den Du einseitig grau bemalt hast. Du befestigst sie mit doppelseitig klebenden Streifen (z.B. Fotokett). Du erklärst den Kindern, daß diese Felsen etwas mit dem heutigen Stundenthema zu tun haben. Um daraufzukommen, worum es heute geht, soll nun jedes Kind ein Felsstück vom Plakat nehmen. Es ist daher wichtig, daß die Felsteile nur leicht am Packpapier befestigt sind. Unter den Felsen verborgt sich ein Bibelzitat, das nun mehr abgedeckt wird. Wenn alle Felsstücke weggenommen sind, lest ihr: "Auf diesen Felsen elsen werde ich meine Kirche bauen." (mt 16,18) Wahrscheinlich weiß jetzt schon jemand, wer mit diesem Satz gemeint ist und um wen es daher in unser heutigen Stunde geht. Um Euch zu vergewissenrn, und um Euch die Situation, in diesen Satz gesagt wird, genauer anzuschauen, machst Du Deine Gruppe auf die Stellenangabe Mt 16,18 aufmerksam. Du erklärst, wie sie zu lesen ist, und ihr macht Euch in mehreren Bibel auf die Suche nach der Stelle, die ihr dann gemeinsam lest. Es geht heute also um Simon Petrus. Petrus kommt aus dem Griechischen und Lateinischen und bedeutet Stein, Fels. Petrus ursprünglicher Name ist Simon. Barjona heißt "Sohn des Jona".


Wer ist Simon Petrus?



Gemeinsam werdet ihr jetz etwas mehr über Simon Petrus herausfinden. Dazu sollen die Kinder einmal die Rückseite ihre Felsen anschauen, die dort mit verschiedenen Symbolen gekennzeichnet sind. (nämlich jenen, die zu den einzelnen Bibelstellen passen.)

Du machst nun die Kinder auf im Gruppenraum eingerichtete Stationen aufmerksam, die mehr oder weniger versteckt dieselben Symbole tragen. Jedes Kind soll nun seine Station suchen und wird dort eine Bibelstelle finden. Wenn alle Kinder fündig geworden sind und ihre Bibelstelle gelesen haben, macht Ihr gemeinsam einen Rundgang durch die Stationen.

Dabei erzählt jedes Kind kurz, worum es in seiner Geschichte geht. Wenn es damit fertig ist, klebt es den Text an seinen Felsen. Auf einer Karte von Israel schaut Ihr Euch dann noch an, wo diese Geschichte wahrscheinlich stattgefunden hat.

Die hier angeführten Stationen sind als Vorschläge zu verstehen. Sie können beliebig ergänzt oder ersetzt werden, wenn Dir andere Stellen im Zusammenhang mit Petrus besonders wichtig vorkommen. Du solltest allerdings darauf achten, daß es nicht zu viele werden.


Simon Petrus war also Fischer. Wie heute hat man also schon damals mit Netzen gefischt. Dabei war es wichtig, die Netze genau dort auszuwerfen, wo sich die Fischwärme befunden haben. In dem Spiel, das wir nun spielen, wollt auch Ihr Euch als Fischer versuchen. In verschiedenen Entfernungen sind im Gruppenraum Kartonfische aufgelegt, die ihr abwechselnd mit einem Netz zu fangen versucht, indem ihr von einem bestimmten Punkt aus das Netz über sie werft.

Jesus beruft vier Fischer zu Jüngern
Als Jesus am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, die von Beruf Fischer waren, Simon, der auch Petrus genannt wird, und Andreas. Sie warfen gerade ihre Netze aus. Jesus sagte zu Ihnen: "Geht mit mir! Ich mache Euch zu Menschenfischern." Sofort ließen sir ihre Netzte liegen und folgten ihm.


Das Herz bei dieser Station soll andeuten, daß Petrus aus Liebe zu Jesus dessen Zorn zuzieht. Ist Jesus hier nicht zu streng? Könnt Ihr verstehen, warum Petrus so handelt?

Die erste Todesankündigung
Danach erklärte Jesus seinen Jüngern zum erstenmal, was ihm bevorstand: "Ich muß nach Jerusalem gehen. Dort werde ich durch die Ratsältesten die führenden Priester und die Gesetzeslehrer vieles erleiden müssen. Man wird mich töten, doch am dritten Tag werde ich auferweckt werden."
Da nahm Petrus ihn beiseite und machte ihm Vorhaltungen: "Herr, das darf nicht sein, nie darf dir etwas zustoßen!" Aber Jesus sah ihn an und sagte: "Geh weg, du Satan, du willst mich von meinem Weg abbringen! Was du im Sinn hast, entspricht nicht Gottes Willen, sondern menschlichen Wünschen."


Obwohl sie sich bemühen wachzubleiben, schlafen Petrus und die beiden anderen Jünger immer wieder ein.
Im folgenden Spiel ist ein Kind der schlafende Petrus, der mit geschlossenen Augen und dem Rücken zu den übrigen Kindern am Boden sitzt. Diese sind Spione des Hohenpriesters und versuchen abwechselnd, sich nach links oder rechts an Petrus vorbeizuschleichen. Glaubt dieser aufgrund eines Geräusches zu wissen, welche Seite die Spione gewählt haben, zeigt er in die betreffende Richtung. Stimmt seine Vermutung, wird der Spion zum neuen Petrus, ist sie falsch, kann ein weiterer Spion sein Glück versuchen.

In Getsemani
Sie kamen an eine einsame Stelle, die Getsemani hieß. Dort sagte Jesus zu seinen Jüngern: "Bleibt hier sitzen, während ich beten gehe." Petrus, Jakobus und Johannes nahm er mit. Furcht und Zittern befiehlen ihn, und er sagte: "Auf mir liegt eine Last, die mich fast erdrückt. Bleibt hier und wacht!" Dann ging er noch ein paar Schritte weiter, warf sich auf die Erde und bat Gott, wenn es möglich wäre, ihm diese Leidensstunde zu ersparen. "Abba - lieber Vater" sagte er "du kannst alles! Laß diesen Leidenskelch an mir vorübergehen! Aber es soll geschehen, was du willst, nicht was ich will." Dann kehrte er zurück und sah, daß die drei eingeschlafen waren. Da sagte er zu Petrus: "Simon, schläfst du? Kannst du nicht einmal eine einzige Stunde wach bleiben?" Dann sagte er zu ihnen: "Bleibt wach und betet, damit ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt. Den guten Willen habt Ihr, aber ihr seid schwache Menschen." Noch einmal ging Jesus weg und betete mit den gleichen Worten. Als er zürückkam, schliefen sie wieder. Sie konnten die Augen nicht offenhalten und wußten nicht, was sie ihm antworten sollten. Als Jesus das dritte Mal zurückkam, schliefen sie wieder. Sie konnten die Augen nicht offenhalten und wußten nicht, was sie ihn antworten sollten. Als Jesus das dritte Mal zurückkam, sagte er zu ihnen: "Schlaft ihr denn immer noch und ruth euch aus? Genug, jetzt, es ist soweit; gleich wird der Menschensohn den Feinden ausgeliefert.


Petrus, der überzeugt war, Jesus auch in den Tod zu folgen, hat jetzt sogar vor einer Magd Angst. Ist er ein Angeber? Oder doch so kein guter Freund von Jesus?

Petrus verleugnet Jesus
Petrus war noch immer unten im Hof. Ein Dienerin des Oberen Priesters kam vorbei. Als sie Petrus am Feuer bemerkte, sah sie ihn scharf an und meinte: "Du warst doch auch mit dem Jesus aus Nazaret zusammen!" Petrus stritt es ab: "Ich habe keine Ahnung; ich weiß überhaupt nicht, wovon du redest!" Dann ging er hinaus in die Vorhalle. In diesem Augenblick krähte ein Hahn. Das Mädchen entdeckte Petrus dort und sagte zu den Umstehenenden. "Der gehört auch zu ihnen!" Aber er stritt es wieder ab. Kurz darauf fingen die Umstehenden noch einmal an: "Natürlich gehörst du zu ihnen, du bist doch aus Galiläa!" Aber Petrus schwor: "Gott soll mich strafen, wenn ich lüge! Ich kenne den Mann nicht, von dem ihr redet." Da krähte der Hahn zum zweiten Mal, und Petrus erinnerte sich daran, daß Jesus zu ihm gesagt hatte: "Bevor der Hahn zweimal kräht, wirst du dreimal behaupten, daß du mich nich kennst." Da fing er an zu weinen.


Bei der Verhaftung Jesu ist er geflohen. Doch jetzt tritt Petrus auf einmal mutig vor eine riesige Menge von Leuten und spricht zu ihnen. Welchen Grund gibt die Bibelstelle für diese Verhaltensänderungen an? Er ist auch im Symbol dieser Station angedeutet.

Der Geist Gottes kommt
Am jüdischen Pfingstfest waren wieder alle, die zu Jesu hielten, versammelt. Plötzlich hörte man ein mächtiges Rauschen, wie wenn ein Sturm vom Himmel herabweht. Dann sa man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder. Alle wurden vom Geist Gottes erfüllt und begannen in verrschiedenen Sprachen zu reden, jeder wie es ihm der Geist Gottes eingab. Nun lebten in Jerusalem fromme Juden aus aller Welt. Al sie das mächtige Rauschen hörten, strömten sie alle zusammen. Sie waren bestürzt, denn jeder hörte die versammelten Jünger in seiner Sprache reden. Außer sich vor Staunen riefen sie auf:" Die Leute, die da reden, sind doch alle aus Galiläa! Wie kommt es, daß wir sie in unserer Muttersprache reden hören? Unter uns sind Parther, Meder und Elamiter, Leute aus Mesopotamien und Kappodozien, aus Pontus und aus der Provinz Asien, aus Phyrgien und Pamphylien, aus Ägypten, dem lybischen Zyrene und aus Rom, aus Kreta und Arabien, Menschen jüdischer Herkunft und solche, die sich der jüdischen Gemeinde angeschlossen haben. Und trotzdem hört sie jeder in seiner eigenen Sprache die großen Taten Gottes verkünden. Erstaunt und verwirrt fragten sie einander, was das bedeute. Andere machten sich darüber lustig und meinten: "Die Leute sind doch betrunken!"

Die Pfingsfestpredigt des Apostels Petrus
Da standen Petrus und die elf anderen Apostel auf und Petrus rief laut: "Ihr Juden aus aller Welt und Bewohner Jerusalems! Hört mir zu und laßt euch erklären, was hier vorgeht. Diese Leute sind nicht betrunken."


Könnt Ihr Euch vorstellen, daß Petrus wirklich über das Wasser gegangen ist? Was wollte der Autor dieser Stelle damit ausdrücken? Petrus geht unter, als er das Vetrauen verliert. Es geht in dieser Geschichte also um die Wichtigkeit des Vertrauens zu Gott. Auch Ihr spielt jetzt ein Spiel, das mit Vetrauen zu tun hat. Die Kinder bilden Paare. Ein Kind schließt die Augen und wird vom anderen an den Händen herumgeführt, während die anderen sich als Hindernisse im Raum verteilen. Abschließend werden die Rollen gewechselt.

Jesus geht auf dem Wasser
Gegen Morgen kam Jesus auf dem Wasser zu ihnen. Als sie ihn auf dem Wasser gehen sahen, erschraken sie. Sie meinten, es sei ein Gespenst, und schrien vor Angst. Sofort sprach Jesus sie an: "Erschreckt nicht! Ich bins, habt keine Angst!"
Da sagte Petrus: Herr, wenn du es wirklich bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!" "Komm!" sagte Jesus. Petrus verließ das Boot und ging auf dem Wasser auf Jesus zu. Als er aber die hohen Wellen sah, bekam er Angst. Er begann zu sinken und schrie: "Hilf mir Herr!" Jesus streckte sofort seine Hand aus, faßte Petrus und sagte: "Du hast wenig vetrauen! Warum bist du so habherzig?"


Petrus hat sein Zuhause verlassen, hat seine Frau zurückgelassen und ist mit Jesus mitgezogen. Bei ihm fühlt er sich jetzt so daheim, daß er sich gar nicht vorstellen kann, Jesus zu verlassen.

Worte, die zum ewigen Leben führen
Als seine Anhänger das hörten, wandten sich viele von ihm ab und wollten nicht länger mit ihm gehen. Da fragte Jesus sein zwölf Jünger: "Und ihr, was habt ihr vor? Wollt ihr mich auch verlassen?" Simon Petrus antwortete ihm:" Herr zu wem sonst sollten wir gehen? Deine Worte bringen das ewie Leben. Wir glauben und wissen,daß du der Gesandte Gottes bist."


Auf und Ab



Abschließend schaut ihr euch noch einmal alle Felsstücke an, die nun alle mit einem Text versehen sind. Ih ordnet sie so, wie sie zeitlich stattgefunden haben könnten. Dann überlegt ihr, wie sich Petrus in den einzelnen Geschichten verhält. Gefällt euch sein Verhalten, so legt ihr den betreffenden Stein in den oberen Bereich eines Pauckpapierbogens mit der Aufschrift "Auf und Ab". Findet ihr sein Verhalten nicht so gut, kommt der Stein ein Stück weiter unten zu liegen. Macht Petrus eurer Meinung nach einen Blödsin, wandert der Stein an den unteren Rand. Wenn alle Steine am Plakat liegen, werden sie in einer Feinabstimmung noch einmal zurechtgerückt oder verändert. Sind alle damit zufrieden, werden sie festgeklebt und mit einer Lebenslinie verbunden, die das Auf und Ab im Leben Petrus symbolisieren.


Variante



Statt der Kartonfelsen könntest Du auch richtige Steine zu einem Steinberg aufhäufen. Tue das nur, wenn Du sicher bist, daß die dann nicht plötzlich durch den Gruppenraum fliegen. Die Steine werden anschließend genau wie vorher weggenommen, darunter befindet sich das Bibelzitat. Im zweiten Abschnitt werden die Texte nicht auf die Steine geklebt. Im dritten Abschnitt werden die Steine mit einem Wollfaden verbunden und ebenfalls verschoben. Ist die endgültige Position gefunden, zeichnet Ihr die Umrisse der Steine aufs Packpapier, klebt die Bibelstellen darunter und verbindet sie mit dem Lebensfaden.

Autor/in: Oliver Bruck

Publikation: KiK 87

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Schlagwörter: Bibel, Religiöses