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Das Fest der Faulenzer ist vorbei

Messmodelle

Hintergrund

Bei dem Titel "Das Fest der Faulenzer ist vorbei!" kommt wahrscheinlich so manchem der Gedanke, dass das eine gute Gelegenheit sei, aufgrund der Bibelstelle den Kindern zu sagen, dass sie doch nicht so faul, und in der Schule und zu Hause fleißiger sein sollten. Doch wollte man diesen Text aus dem Buch Amos als "Erziehungstext für Kinder" oder als eine Art "religiöser Struwwelpeter" verwenden, verfehlt man weit die Absicht des Propheten, ja man würde sie sogar missbrauchen. Amos spricht über Erwachsene, die sich in ihrem Luxus und ihrem Reichtum baden, den sie auf Kosten anderer erworben haben.
Auch Kinder erleben Luxus solcher Art, sei es im unmittelbaren Bekannten- oder Verwandtenkreis, sei es aus Berichten von Freunden oder aus Medien. In ihren Wünschen sind sie dann oft zerrissen. Einerseits träumen sie davon, auch in Reichtum zu leben und sich alles leisten zu können - die angebliche Süße dieses Lebens wird ihnen ja zur Genüge vor Augen geführt - andererseits haben Kinder einen Sinn für Gerechtigkeit und denken selten daran, tatsächlich in derartigem Luxus zu leben.
So wie sich Amos an die Erwachsenen wendet, so können sich die Kinder in oder nach diesem Gottesdienst an die Erwachsenen wenden. So wie Amos auf die großen Probleme seiner Zeit hingewiesen hat, so können auch die Kinder die Erwachsenen auf die großen Probleme unserer Zeit hinweisen.

Material

  • Kostüm für eine reiche, arogante Person/Luxusperson (er/sie riecht stark nach Parfum und hat eine Weinflasche in der Hand)
  • Packpapierstreifen
  • Filzstifte

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Zur Lesung
  • Fürbitten
  • Gebet

 

Bibelstellen

1. Lesung: Am 6, 1a.4-7

Ihr Müßiggänger auf dem Berg Zion! Ihr Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria! Ihr Vornehmen Israels, der ersten aller Völker, bei denen die Leute Rat und Hilfe suchen! Bildet euch nicht ein, dass ihr euch retten könnt.
Ihr räkelt euch auf euren elfenbeinverzierten Polsterbetten und esst das zarte Fleisch von Lämmern und Mastkälbern. Ihr grölt zur Harfe und bildet euch ein, ihr könntet Lieder machen wie David. Ihr trinkt den Wein kübelweise und verwendet die kostbarsten Parfums; aber dass eurer Land in den Untergang treibt, lässt euch kalt.
Deshalb sagt der Herr der ganzen Welt: Ihr müsst als erste in die Verbannung gehen. Das Fest der Faulenzer ist nun vorbei.

Evangelium: Lk 17,5-10

In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren.
Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer.
Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer unüberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.
Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Hintergrund 1. Lesung:

Amos


Amos heißt übersetzt "Lastenträger", Jahwe hat getragen. Der Prophet Amos lebte um 760 v.Chr. und predigte an verschiedenen Orten des Nordreichs Israel. Er war ein Schafzüchter und Feigenbauer aus Tekoa, einem Ort 17 km südlich von Jerusalem und 8 km südlich von Betlehem. Er führte ein eher raues Leben und hatte gute Beziehungen zu den Karawanen, denen er sein Wissen über die benachbarten Völker verdankte. Amos gehörte keiner Prophetenschule an, sondern predigte ab dem Zeitpunkt seiner Berufung, die durch viele Visionen gekennzeichnet war.
Den Luxus, in dem viele Leute in der Stadt lebten, verachtete er. Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass er in seinen Reden vor allem das soziale Unrecht anprangerte und das nahe Ende Israels ankündigte. Damit erschütterte er die Grundfesten des Erwählungsglaubens des Volkes Israel. Er wurde daraufhin auf Betreiben des Oberpriesters im Reichsheiligtum von Betel ausgewiesen.
Auffallend ist, dass Amos über sein religiöses Grundwissen hinaus über eine bemerkenswerte Bildung verfügte, die sowohl die Rechts- als auch die Weisheitsüberlieferungen seines Stammes umfasste.

Die Zeit


Zur Zeit des Amos regierte im Nordreich König Jerobeam III., dem es gelang, die Grenzen des Reiches zu stabilisieren. Man wiegt sich in Sicherheit, weil in jüngster Vergangenheit Siege Israels über andere Völker zu verzeichnen waren und Damaskus eingenommen wurde. Die Blüte des staatlichen und wirtschaftlichen Aufschwungs und die prächtigen Kultriten überdeckten die Armut im Land. Der Gegensatz zwischen dem Luxus der ausbeutenden Großgrundbesitzer und dem Elend der rechtlosen Pächter wurde immer schärfer. Die Armen wurden ärmer, die Reichen wurden reicher. Dies erschütterte die Sicherheit im Lande gewaltig, noch im selben Jahrhundert geht das Nordreich unter.

Wehe Ruf


Der Wehe Ruf hat die Funktion einer Anklage. Er spricht die Vornehmen des Landes an, die sich im falschen Erwählungsglauben an der Spitze der Menschheit wähnen und entsprechend groß tun. Um die Zielgruppe der Anklage noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen, als das Amos ursprünglich getan haben dürfte, wurde diese redaktionell konkretisiert, "Müßiggänger auf dem Berg Zion" und die "Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria" angerufen.

Anklagen


Amos wendet sich vor allem gegen den ausschweifenden Luxus, der zur Ausbeutung der Armen führt und davon lebt. Wer so lebt, der muß Gott verachten, da er seine Schöpfung verletzt. Wer sich an der Spitze der Menschheit wähnt, der wird dann an der Spitze der Verbannten stehen. Wer in seinem Leben selbst faul ist und die Armen und Rechtlosen ausnützt, wen es nicht sorgt, dass das Land in den Untergang getrieben wird, der soll aus Gottes Reich verbannt werden.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Zur Lesung


In der Lesung war von Menschen die Rede, die in großem Luxus leben und die Augen verschließen für die Probleme ihrer Mitmenschen.
Bei dieser Verkündigung kommt eine Person zu Gast, die ganz fein angezogen ist. Wenn es eine Frau ist, dann soll sie auch besonders aufwendig geschminkt sein. In der Hand hat sie eine Flasche eines edlen Weines, und der Duft von Parfum ist so stark, dass es die Kinder riechen können. Die Person wird vom Gottesdienstleiter begrüßt und gefragt, was sie hier will. Die "Luxusperson" könnte dann im Gespräch mit dem Gottesdienstleiter etwa folgendes sagen: (mit hochnäsiger Stimme)

"Ach, ich mache gerade meinen Sonntagsspaziergang. Mein Schoßhündchen habe ich heute zu Hause gelassen. Es sitzt noch auf meinem feinen Bett. Oh, mein Bett ist einfach himmlisch! Die feinsten Federn und Überzüge aus Seide! Etwas Billigeres will ich mir gar nicht zulegen, dafür bin ich mir zu gut.
Und mein Frühstück heute! Einfach herrlich! Wissen sie, ich esse nämlich nur den feinsten Schinken, auf den Preis brauche ich ja nicht zu achten. Wissen sie, ich habe einen empfindlichen Magen, da muss ich schon das Beste vom Besten essen. Am Sonntag mache ich mich immer besonders schön. Obwohl die Morgentoilette schon viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber das ist halt nötig, wenn man schön sein will. Na gut, das Schönsein fällt mir nicht so schwer - im Vergleich zu anderen Menschen. Man muss schon ein bisschen auf sein Äußeres schauen.
Sehen Sie - ich habe auch den edelsten Wein mitgenommen. Wenn ich Bekannte treffe oder wenn ich einen netten Mann (eine nette Frau) kennenlernen will, dann lade ich ihn (sie) sofort auf ein Gläschen Wein ein. Da merkt man dann wenigstens gleich, dass ich aus gutem Hause bin. Man will ja etwas Besseres sein ....."
Der Gottesdienstleiter schüttelt den Kopf und sagt zu den Kindern, dass er es ziemlich schlimm findet, wenn sich jemand so aufspielt. Er fragt dann die "Luxusperson", woher sie denn das Geld hat, dass sie sich so einen Lebensstil leisten kann. Diese antwortet, dass sie viele Leute hat, die für sie um einen niedrigen Lohn arbeiten. "Wenn man weiß wie, kann man ja zu viel Geld kommen, ohne viel zu arbeiten. Man lässt einfach die anderen für sich arbeiten." Wenn sich der Gottesdienstleiter mit den Kindern einigen kann, dass diese Lebensauffassung den anderen Menschen gegenüber recht unfair ist, können die Kinder die " Luxusperson" mit ihren Meinungen konfrontieren. Vielleicht gelingt es den Kindern, einige überzeugende Argumente zu bringen. Die "Luxusperson" sollte dabei auf das Gesagte von den Kindern eingehen, kann wohl auch gegenargumentieren, ist aber zu Ende des Gesprächs zumindest nachdenklich geworden.

Nachdem sich die "Luxusperson" wieder zurückgezogen hat, bezieht sich der Gottesdienstleiter wieder auf die Rede von dem Propheten Amos. Er erklärt den Kindern, dass Amos in seinen Reden darauf hingewiesen hat, was er für die größten Probleme seiner Zeit hielt. Auch heute ist es noch ein großes Problem, dass wenige Menschen in Luxus und Reichtum leben und darum andere immer ärmer werden. Den Kindern werden aber sicher noch andere Problemfelder der heutigen Zeit einfallen. Die Kinder haben selber kaum Möglichkeiten, so Grundlegendes zu verändern, dass die Probleme tatsächlich gemildert werden. Sie können aber die Erwachsenen darauf hinweisen und auffordern, sich gegen die Ungerechtigkeiten auf dieser Erde einzusetzen. Dazu stehen nun den Kindern Packpapierstreifen und Filzstifte zur Verfügung. Gemeinsam wird nun überlegt, welche besonders großen Probleme es auf unserer Welt gibt und wo Menschen ungerecht zueinander sind.
Sobald etwas von den Kindern gefunden wurde, wird gemeinsam eine Schlagzeile formuliert, die das Anliegen der Kinder zum Ausdruck bringt. Diese Schlagzeile wird dann auf einen Packpapierstreifen geschrieben. So entstehen viele Spruchbänder, die dann den Erwachsenen vorgelesen werden mit der Aufforderung, sich gegen dieses Unrecht einzusetzen.

Fürbitten


Wir haben heute schon viel über unsere Welt und die Probleme, die Menschen haben können, nachgedacht. Vieles könnten die Menschen schon ändern, wenn sie es wollten. Und doch brauchen wir und andere immer wieder die Hilfe Gottes, damit das Zusammenleben gut werden kann. Darum wollen wir nun dem lieben Gott sagen, für wen wir um welche Hilfe von ihm bitten.
Was wünschen wir uns denn vom lieben Gott für jene Menschen, die nur darauf schauen, dass sie in Reichtum und Luxus leben und die sich nicht um die anderen kümmern, die nicht so viel zum Leben haben?

Die Kinder sagen nun ihre Wünsche. Nach jedem Wunsch sagen alle "Wir bitten dich erhöre uns."

Was wünschen wir uns vom lieben Gott für jene Menschen, die von anderen ausgenützt werden?

Was wünschen wir uns für jene Menschen, die nur auf ihren eigenen Vorteil schauen?

Was wünschen wir uns für jene Menschen, die trotz harter Arbeit nur wenig zum Leben haben?

Was bitten wir für uns selber, wobei soll uns denn der liebe Gott helfen?

Gebet


Guter Gott, du hörst unsere Bitten. Wir haben für andere Menschen und für uns selbst gebeten. Hilf uns zu erkennen, wo wir selbst anfangen können, etwas auf unserer Welt zu verändern und gib uns bitte den Mut und die Energie, uns für das einzusetzen, was wir für das gute Zusammenleben der Menschen für wichtig halten. Amen

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 26. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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