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Sei kein Angeber!

Messmodelle

Hintergrund

Der heutige Gottesdienst geht von der ersten Lesung aus: Jesus Sirach 3,17-18, 20, 28-29: Drei Grundgedanken aus der Lesung könnten herausgearbeitet werden:
1. Sei bescheiden! Sei kein Angeber!
2. Sie nicht übermütig!
3. Ein Ohr, das auf die Weisheit hört, macht Freude. - Tue das, was du für gut findest!
Wir haben für diesen Gottesdienst mit Kindern den ersten Gedanken "Sei bescheiden! - Sei kein Angeber!" herausgegriffen, weil in ihm am ehesten ein Zusammenhang zum heutigen Evangelium gewährleistet ist.

Material

  • großes Plakat oder Transparent

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Verkündigung
  • Lesung
  • Zum Evangelium
  • Nach der Kommunion

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sir 3,17-18.20.28-29

Mein Sohn, bei all deinem Tun bleibe bescheiden, und du wirst mehr geliebt werden, als einer, der Gaben verteilt. Je größer du bist, umso mehr bescheide dich, dann wirst du Gnade finden bei Gott. Denn groß ist die Macht Gottes, und von den Demütigen wird er verherrlicht.
Für die Wunden des Übermütigen gibt es keine Heilung, denn ein giftiges Kraut hat in ihm seine Wurzeln. Ein weites Herz versteht die Sinnsprüche der Weisen, ein Ohr, das auf die Weisheit hört, macht Freude.

Evangelium: Lk 14,1.7-14

Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Hintergrund 1. Lesung:

Jesus Sirach


Das Buch Jesus Sirach wurde zu Beginn des 2. Jahrhunderts vor Christi Geburt von Jesus, dem Sohn Eleasars, dem Sohn Sirachs in Jerusalem verfaßt. Sein Enkel übersetzte es bald nach dem Jahr 132 vor Christi Geburt für die jüdische Diaspora in Ägypten ins Griechische. Das Buch Jesus Sirach ist ein Zeugnis der Zeit, der Krise, in die der überlieferte jüdische Glaube durch die Begegnung mit der hellenistischen Kultur geraten war. Die Grundfrage für Jesus Sirach ist, wie weit man hellenistische Bildung und Lebensform übernehmen und doch gläubiger Jude bleiben kann. Das Buch gehört zur spätisraelitischen Weisheitsliteratur und enthält zahlreiche Lebensregeln für das menschliche Zusammenleben, unterbrochen von Gebeten, Hymnen und Lehrgedichten. Das Buch Jesus Sirach ist ein Glaubens- und Lebensbuch. Seine Grundthese ist: Der Weise ist ein frommer Mensch, seine Grundhaltung ist die Gottesfurcht. Zwischen Mahnungen und Lehrreden an die bevorzugte Gruppe der Weisheitsschüler mischt Sirach eine nüchterne Glaubensmoral. Er sammelt diplomatische Anweisungen und Verhaltensregeln für junge Leute, die Beamte oder Verwaltungsangestellte werden wollen, Regeln für den Umgang mit Menschen, Ratschläge für Ehemänner und Familienväter, usw. Jesus Sirach kennt sich in der Geschichte seines Volkes aus und versteht sie als eine Geschichte der Weisheit, die Gott den Großen seines Volkes schenkt.

Bescheidenheit


Die heutige Lesung ist einem längeren Gedicht entnommen. Der einleitende Vers 17 enthält die Aufforderung zur Bescheidenheit, das heißt die Mahnung, sich in seine Umwelt einzuordnen. Nach der gebräuchlichen Anrede des Weisheitslehrers an seine Schüler und Hörer "Mein Sohn" müsste es eigentlich genau übersetzt heißen "trotz deines Reichtums halte dich bescheiden!" Der Verfasser benützt das Wort "Bescheidenheit" häufiger als das gesamte übrige Alte Testament und gibt ihm dabei einen ganz bestimmten Sinn. Für ihn ist Bescheidenheit eine Haltung, welche den ganzen Menschen zu betreffen hat. Vers 18 zeigt das sehr deutlich: Der Reiche wird aufgefordert, sein Begehren hintanzuhalten.
Bescheidenheit ist für Jesus Sirach also zum einen ein Maßhalten mit den eigenen Wünschen und zum anderen (gerade für den Vermögenden) bedeutet Bescheidenheit, notleidenden Mitmenschen die eigenen Mittel und Fähigkeiten zugutekommen zu lassen. Und Gott wird einem solchen Menschen in spürbarer Liebe entgegenkommen und ihm als Gott der Liebe erfahrbar werden.

Hochmut contra Weisheit


Die Verse 28 und 29 gehören zu dem Abschnitt, in welchem der Verfasser aufgrund der vorausgehenden Erkenntnisse zu rechtschaffenen, mitmenschlichen Verhalten aufruft: Es ist auch eine Form ungezügelter Gier, mit aller Gewalt in den persönlichen Bereich des Nächsten einzubrechen und das dort Erfahrene mehr oder weniger wahrheitsgetreu vor anderen auszuplappern. Der davon Betroffene kann dabei in einer Weise verletzt werden, dass die Wunde niemals (!) mehr heilen wird. Dem "Hochmütigen" gegenüber setzt Jesus Sirach und "ein Ohr, das auf die Weisheit hört", die Grundlage für Freude und Heil des Menschen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Verkündigung


Gottesdienstleiter/in:
Wir hören heute eine Lesung aus dem Alten Testament, aus dem Buch Jesus Sirach. Es ist dies ein Buch, in dem zahlreiche Lebensregeln für die Menschen niedergeschrieben sind. Einige solcher Lebensregeln finden sich auch in unserer heutigen Lesung. Passt auf und schaut, ob ihr eine Regel, einen Tip fürs Leben heraushört.

Lesung


Wer hat einen Tipp fürs Leben aus der Lesung herausgehört? -Kinder antworten. Einen dieser Tips wollen wir herausgreifen und uns besonders anschauen.
(Ein Transparent oder großes Plakat mit dem Text: "SEI BESCHEIDEN - SEI KEIN ANGEBER!" wird entrollt und im Kirchenraum gut sichtbar aufgehängt.)
Wir wollen jetzt einmal versuchen einen Angeber/in darzustellen bzw. vorzuspielen. Jedes Kind das will, kann zum Mikrophon kommen und einmal richtig angeben: z.B. "Ich bin das schönste Kind meiner Klasse!" Ich bin der/die beste Sportler/in, die es gibt!" "Ich bin sehr stark!" "Ich habe das hervorragende Zeugnis der Welt!" usw.
In der heutigen Lesung gibt uns der Verfasser des Textes aber den Tipp, dass wir bescheiden und keine Angeber sein sollen. Ich lese den Text zur Erinnerung noch einmal vor: "Mein Sohn/meine Tochter, bei all deinem Tun bleibe bescheiden und du wirst mehr geliebt werden als einer, der Gaben verteilt. Je größer du bist, umso mehr bescheide dich, dann wirst du Gnade finden bei Gott ...."
Das heißt: wir Christen, sollen keine Angeber sein. Um Angeber geht es auch im heutigen Evangelium. Passt genau auf, wer die Angeber sind:

Zum Evangelium


Die Angeber sind die, die glauben, sie müssen sich unbedingt auf die Ehrenplätze setzen. Jesus weist sie zurecht, weil sie sich selbst erhöhen. Jesus meint vielmehr, dass die zum Festmahl eingeladen werden sollten, die am Rande der Gesellschaft leben, die Außenseiter sind und daher keinen Grund zum Angeben haben. Das waren damals "Arme, Krüppel, Lahme und Blinde" - wie uns das heutige Evangelium erzählt.
Wir müssten uns überlegen, welche Gruppen heute am Rande unserer Gesellschaft stehen, wen wir zu unserem Festmahl einladen können.

Kinder werden uns jetzt (entweder spontan oder mit Texten vorbereitet) helfen hinzuweisen, welche Gruppen heute an unserem Festmahl teilnehmen können. Wir wollen für diese Menschen und für uns bitten, dass wir offen für ihre Anliegen und Sorgen sind:

1. Kind: Ich als Gastarbeiterkind, werden von den Österreichern oft abgelehnt. Ich möchte am Festmahl teilnehmen.
2. Kind: Meine Nachbarin ist alt, keiner kümmert sich um sie. Auch sie möchte am Gastmahl teilnehmen.
3. Kind: Ich bin ein Flüchtlingskind und habe kein Zuhause. Auch ich möchte am Festmahl teilnehmen.
4. Kind: Meine Eltern schlagen mich und ich bin oft allein. Auch ich möchte am Festmahl teilnehmen.
5. Kind: Ich lebe in Afrika und habe Hunger. Auch ich möchte am Gastmahl teilnehmen.
6. Kind: Mein Vater ist arbeitslos und fühlt sich oft unnütz. Auch er möchte am Festmahl teilnehmen.

Priester: Stärke uns in diesem Sinn, daß wir Christen, besonders unsere Gemeinde, offen sind für Randgruppen, für alle Menschen, denen es schlecht geht, die Hilfe brauchen. Durch Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

Nach der Kommunion


A: Du sagst uns in der heutigen Lesung, daß wir "bescheiden bleiben sollen".
B: Wir sind oft Blinde, die nicht sehen, wie wir durch unsere Angebereien andere Menschen verletzen.
C: Trotzdem lädst du uns an deinen Tisch.

Herr, du rufst uns zu deinem Mahl,
Sünder lädst du ein zum Tisch.

A: Du sagst uns in der heutigen Lesung, daß "ein Ohr, das auf die Weisheit hört, Freude macht".
B: Wir trauen uns oft nicht, das zu tun, was wir für gut und richtig halten.
C: Trotzdem lädst du uns an deinen Tisch.
Lied: Herr, du rufst uns .......
A: Du sagst uns im heutigen Evangelium, daß wir gerade die Menschen zu unserem Gastmahl einladen sollen, die am Rande stehen.
B: Wir haben Probleme und wissen oft nicht, wie wir damit fertig werden können.
C: Trotzdem lädst du uns an deinen Tisch.
Lied: Herr, du rufst uns ......

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 22. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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