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Jeder ist gern gesehen

Messmodelle

Hintergrund

Dieses Gottesdienstmodell ist für einen Gottesdienst am Lager gedacht. Im Laufe dieses Gottesdienstes soll den Kindern die Idee der "Völkerwallfahrt nach Zion" erlebbar gemacht werden. Gott ist ein barmherziger Gott, der uns unsere Sünden und Fehler verzeiht, der uns immer wieder einen Neubeginn machen lässt, und der sich nicht nur exklusiv ein paar Menschen zuwendet, sondern der alle Menschen liebt und zu sich zu seinem großen Fest einlädt.

Material

  • Zettel
  • Stifte
  • große Packpapierbögen oder Transparente
  • Verkleidungsmaterial z.B. Schminke, Tücher, Gewänder, Perücken, Hüte, ...
  • Karton
  • Stoff
  • Farbe
  • Musikisnstrumente oder Lebensmittel
  • Schachtel für ein Feuer

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Beginn
  • Kyrie
  • Völkerwallfahrt
  • Lied
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jes 66, 18-21

So spricht der Herr: Ich kenne die Taten und die Gedanken der Völker aller Sprachen und komme, um sie zusammenzurufen, und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen. Ich stelle bei ihnen ein Zeichen auf und schicke von ihnen einige, die entronnen sind, zu den übrigen Völkern und zu den fernen Inseln, die noch nichts von mir gehört und meine Herrlichkeit noch nicht gesehen haben.
Sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkünden. Sie werden aus allen Völkern eure Brüder als Opfergabe für den Herrn herbeiholen auf Rossen und Wagen, in Sänften, auf Maultieren und Dromedaren, her zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem, spricht der Herr, so wie die Söhne Israels ihre Opfer in reinen Gefäßen zum Haus der Herrn bringen. Und aus ihnen werde ich Männer als Priester und Leviten auswählen, spricht der Herr.

Evangelium: Lk 13, 22-30

In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?
Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid.
Dann werdet ihr sagen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt. Er aber wird erwidern: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan!
Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen, wenn ihr seht, daß Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid.
Und man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.

Hintergrund 1. Lesung:

Kontext


Das Jesaja - Buch schloss wohl einmal mit einer großartigen Heilszusage für alle Völker, jedoch blieb dies Prophetie nicht unwidersprochen - Einschübe (z.B. Vers 24 - zum Teil nicht mehr im heute gelesenen Lesungstext enthalten) entschärfen die Radikalität dieser Lesung.

Gottes Herrlichkeit


Im ersten Vers der Lesung wird geschildert, wie Gott alle Völker aller Sprachen zusammenruft. Nur wenige Zeilen vor dem heutigen Lesungstext (Vers 16) steht, dass "der Herr mit Feuer und Schwert ... Gericht über alle Sterblichen" hält. Aber das ist offensichtlich nur die eine Seite der Medaille - gleich anschließend daran folgt die Zuversicht und Hoffnung ausstrahlender Zusage zur Einladung aller Völker.

Völker aus alle Himmelsrichtungen


Im folgenden Vers werden einige Völker - stellvertretend für alle anderen - aufgezählt:
Tarschisch: entweder Teile von Südspanien oder das ganze Gebiet;
Pul: vielleicht ist Put gemeint, das mit Lybien gleichgesetzt werden könnte;
Rosch: ein kleinasiatisches Volk im Osten Israels, ansonsten unbekannt;
Tubal: ein kleines Volk in der Nähe Phrygiens, im westlichen Hochland Kleinasiens;
Jawan: in der Spätzeit eine Bezeichnung Griechenlands;
Die genannten Völkernamen zeigen: aus allen Himmelsrichtungen, ja sogar von den fernen, noch unbekannten Inseln, werden die Völker herbeigerufen.

Für die Juden


Der nächste Vers spricht speziell die Juden an. Bei ihm dürfte es sich auch um eine spätere Einfügung handeln. Der Zug der Völker wird dargestellt als die Völkerwallfahrt nach Jerusalem. Bei dieser Wallfahrt werden auch - ein altes und beliebtes Motiv, vor allem wichtig für konservative jüdische Kreise - alle im Ausland lebenden, exilierten Juden wieder mitgebracht. (Juden, die in der historischen Realität eigentlich gar kein so großes Interesse mehr hatten, nach Jerusalem zurückzukehren, da es ihnen im Ausland sehr gut ging.)

Auch Heiden werden Priester


Der nun folgende Vers bringt etwas für strenggläubige jüdische Ohren Unerhörtes: Eine Würde, die nicht einmal allen Juden zugeteilwerden konnte, sondern nur Männern mit der richtigen blutmäßigen Abstammung, sollte nun allen Völkern zugeteilwerden können: Die Würde, Gott als Priester oder Levit dienen zu dürfen.
Sogar die Schranken - deren Übertretung früher mit der Todesstrafe geahndet worden wäre - zwischen den Völkern fallen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Beginn


in drei Kleingruppen:
Der Anfang des Gottesdienstes findet heute in drei Kleingruppen statt. Diese treffen sich an dafür günstigem Ort und bereiten
die Völkerwallfahrt
das Kyrie und
den anschließenden Festgottesdienst vor.
Zu Beginn wird den Kindern erzählt, was sie in der heutigen Lesung hören werden: Gott wird alle Völker, alle Menschen zu einem großen Fest einladen. Dieses große Fest der Versöhnung und das gemeinsame Feiern sollen auch heute im Gottesdienst vorkommen und erfahren werden.

Kyrie


Vor einem Fest ist es nicht immer gut, sich zu überlegen, ob es da nicht Leute gibt, mit denen man sich zerstritten hat, sich aus irgendeinem Grund nicht mehr verträgt oder ihnen irgendetwas angetan hat, was einem jetzt eigentlich leid tut.
Die Kinder werden eingeladen, auf vorbereitete Zettel jeweils eine solche Begebenheit nur für sich selbst aufzuschreiben.
Habe ich anderen Menschen irgendetwas angetan, das mir jetzt leid tut?
Die Zettel mit den kurzen Begebenheiten oder Notizen werden zusammengefaltet und einstweilen noch aufgehoben.
Die Völkerwallfahrt und der anschließende Festgottesdienst:
Als erstes überlegen sich die Gruppen, warum den Gott eigentlich vorhaben könnte, alle Menschen zu sich einzuladen. Die Antworten könnten auf große Packpapierbögen oder auf Transparente geschrieben werden.
Als nächstes wird gesammelt, welche Menschen nun alle bei einer großen Völkerwallfahrt teilnehmen sollen. Von all den gesammelten Völkern sucht sich die Gruppe nun diejenigen aus, die sie darstellen will, und verkleidet sich nun entsprechend. Dafür sollten geeignete Utensilien wie z.B. Schminke, Tücher und Gewänder, evtl. Perücken und Hüte bereitliegen.
Mit recht einfachen Mitteln könnte man auch typische Reit- oder Lasttiere darstellen. Man braucht dafür nur etwas Karton, Farbe und Stoff:

Wenn es den Kindern Spaß macht und es die Zeit erlaubt, dann könnte jede Gruppe auch besondere Einlagen oder dgl. vorbereiten: Einen Tanz, ein Lied, typische Geschenke für die Gabenbereitung, ...

Völkerwallfahrt


Nun kommen die drei Gruppen in der Art eines Sternmarsches von den Orten, wo sie sich auf den Gottesdienst vorbereitet haben, zusammen. Dabei tragen sie die vorbereiteten Transparente oder Plakate mit sich; die "Lasttiere" könnten z.B. mit Musikinstrumenten oder Lebensmitteln beladen werden.

Kyrie


Am Ort der gemeinsamen Messe feier angekommen, werden nun alle Kinder eingeladen, die von ihnen in Kleingruppen beschriebenen kleinen Zettel herauszuholen.
Wir wollen heute gemeinsam ein Fest feiern. Wir alle wissen, dass wir immer wieder manches im Umgang mit anderen nicht besonders gut machen. Wir haben Situationen aufgeschrieben, in denen uns das passiert ist. Zum Zeichen dafür, dass uns das leid tut, dass wir einander verzeihen wollen und einander immer wieder eine Chance geben wollen, wollen wir jetzt diese Zettel gemeinsam verbrennen. Doch das sollte nicht alles sein, denn es wäre auch wichtig, auf die anderen, denen wir weh getan haben, zuzugehen, uns zu entschuldigen, sie anrufen, vielleicht einzuladen, gemeinsam zu spielen.
In einer großen Schachtel wird ein Feuer gemacht und jedes Kind kann seinen Zettel selber hinein werfen.

Lied


"Manchmal feiern wir mitten im Tag"

Je nachdem, was die einzelnen Gruppen vorbereitet haben, werden Lieder und Tänze an passender Stelle vorgetragen.

Verkündigung


Vor der Lesung kann ungefähr folgendes gesagt werden:
Gott liebt alle Menschen und lädt sie zu sich ein. Im alten Israel, wo das Jesaja - Buch entstanden ist, hat man sich das immer als große Wallfahrt nach Jerusalem vorgestellt. So ähnlich, wie wir es heute erleben.
Hören wir nun gemeinsam die Worte aus dem Jesaja - Buch, in denen alle Völker zu Gott eingeladen werden.

Fürbitten


Für alle Menschen, die unter Rassismus (eventuell erklären, was das heißt) leiden müssen: Lass uns erkennen, dass wir Menschen alle Geschwister sind, egal welche Hautfarbe wir haben.

Für alle Gastarbeiter: Lass sie Menschen kennenlernen, die ihnen den Aufenthalt fern von zu Hause erleichtern und die sich darüber freuen, Menschen aus anderen Ländern kennen zu lernen.

Für alle Menschen aller Religionen: Lass uns alle erkennen, dass wir nicht gegeneinander kämpfen sondern miteinander reden und zusammenarbeiten können.

Für alle Menschen, die sich schwer tun, wenn sie mit jemandem reden, der anderer Meinung ist: Lass uns alle geduldig aufeinander hören und miteinander reden

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 21. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...