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Christus lebt!

Messmodelle

Hintergrund

Am ersten Ostersonntag - damals vor schon fast 2000 Jahren - machten ein paar Menschen eine Erfahrung. Sie machten die Erfahrung, dass Jesus nicht mehr tot ist, sondern lebt. Von dieser Erfahrung mussten sie weitererzählen und sie taten das in den verschiedensten Geschichten. Lange Zeit in der Kirchengeschichte verwechselte man diese Auferstehungs-"Geschichten" mit Auferstehungs-"Berichten" - mit stenographierten Tatsachen, die sich genau so, wie sie in der Bibel stehen, auch abgespielt haben. Es war aber nie die Intention der Verfasser der Auferstehungserzählungen, detailgenaue Berichte und Protokolle zu verfassen, sondern ihre Erzählungen sind Versuche, Erfahrungen, die eigentlich nur schwer mitteil bar sind, anderen mitzuteilen. Und diese anderen an dieser Erfahrung teilhaben zu lassen.

Um solche Auferstehungs-"Erfahrungen" und den Versuch, diese für Kinder erlebbar zu gestalten, soll es auch beim heutigen Gottesdienst gehen.

Im heutigen Gottesdienstmodell sind mehrere Vorschläge angeboten. Der/die Leiter/in des Gottesdienstes möge bei der Auswahl der jeweiligen Vorschläge überlegen, welche der Geschichten oder aktivierenden Elemente für ihn/sie am Besten "Auferstehung" vermittelt. Denn um andere Menschen glaubwürdig an einer Erfahrung teilhaben zu lassen, ist der eigene Zugang zu dieser Erfahrung von höchster Bedeutung.

Material

  • anderes Material je nach Variante
  • Winter- Frühlingsbilder
  • ein Buch von einem/er Autor/in (der/die schon gestorben ist), das man besonders gern hat
  • ein Erinnerungsstück an einen Menschen, den man gerne hat/hatte
  • eine (blühende) Topfpflanze

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Einleitung
  • Frühlingsspuren-Suchaktion
  • Frühlings- und Winterbilder
  • Lebens-Symbole
  • Auferstehungs-Geschichte
  • Lesung
  • Fürbitten
  • Lied

 

Bibelstellen

2. Lesung: Kol 3, 1-4

Brüder und Schwestern! Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische! Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott. Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.

Evangelium: Joh 20, 1-9

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.
Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, daß er von den Toten auferstehen musste.

Hintergrund 2. Lesung:

Die Stadt und der Brief


Zu der Zeit, als der Brief an die Kolosser geschrieben wurde - ca. 70. n.Chr. - hatte die Stadt ihre Blütezeit schon längst hinter sich. Der Aufbau von anderen, konkurrierenden Städten, und nicht zuletzt Erdbeben, machten der Stadt schwer zu schaffen. Es war auch ein Erdbeben, das die Stadt in späterer Zeit endgültig zerstört hat.
Kolossä lag schon immer im Einzugsbereich von Mysterienkulten - eine Tatsache, der auch im Brief Rechnung getragen wird, der sich unter anderem gegen die "Irrlehrer" wendet.
Paulus selbst hat nicht in Kolossä gewirkt, sondern sein Mitarbeiter Epaphrat hat in der Stadt gearbeitet. Paulus ist auch nicht selbst Autor dieses Briefes: der Autor des Kolosserbriefes dürfte aber aus dem Kreis um Paulus stammen, und kannte die paulinische Theologie daher recht gut.

... mit Christus auferweckt


Der Beginn der heutigen Lesung bildet den Anfang des zweiten Teiles des Briefes. Im ersten Teil versuchte er den Lesern vor Augen zu führen, welche überragende Rolle Christus für sie alle spielte. Und dass deshalb eigentlich alle Gebote und Bedingungen überflüssig geworden sind. Allerdings muss der Autor nun auch eine Antwort auf das brennende Problem finden, wie man sich nun in der Zeit, bis Christus "endgültig offenbar geworden ist", , verhalten soll. Um ethische - also Verhaltensforderungen - kommt er dabei dann doch wieder nicht herum. Allerdings haben alle diese Forderungen eine Voraussetzung: Sie sind nur zu erheben und gültig, weil Christus sozusagen "mit gutem Beispiel vorangegangen ist", weil Christus gezeigt hat, dass sein Beispiel zur "Auferstehung" führt; oder - um es mit heutigen Begriffen zu formulieren - der Lebensentwurf von Jesus ist ein gelungener und man kann darauf so vertrauen, dass man seinem Beispiel folgen kann.

nach dem streben, was im Himmel ist


Das drückt der Autor gleich im ersten Absatz der heutigen Lesung aus. Die Christen sind "mit Christus auferweckt" (Vers 1), - das heißt, dass sie eigentlich das gleiche wie Jesus erwarten können. Das heißt aber nicht, dass es nicht mehr auf das eigene Handeln ankommt - man soll nach dem streben, was "im Himmel ist" (Vers 1) - sich also verhalten, wie Jesus der Auferstandene, es ihnen vorgelebt hat.

sitzen zur Rechten Gottes


Das Sitzen "zur Rechten Gottes" knüpft an die traditionellen Vorstellungen der damaligen Zeit an (insbesondere Psalm 110,1).

gestorben und auferstanden


Nun erklärt der Verfasser genauer, was er in diesem ersten Vers gemeint hat. Er sagt, dass die Christen "gestorben" sind. Damit sind sie also eigentlich nicht mehr an all das, was das Leben auf der Erde in seinen Werten und Maßstäben beinhaltet, gebunden, sondern sie sind frei für solche "Verrücktheiten", wie sie Jesus vorgelebt hat.
Unser "Leben ist verborgen in Gott" (Vers 3) - es gibt also eigentlich keinen "Beweis", sondern an die Auferstehung Jesu kann man nur glauben. Der Autor will seine Leser ermuntern und ihnen Hoffnung geben, ihr Leben nach Christus auszurichten. Auch wenn im Leben des Alltags vieles schief geht, nicht gelingt oder sehr kompliziert und mühsam ist, mit Christus ist man eigentlich schon auferstanden, kann sich darauf verlassen, dass - wenn man seinem Vorbild folgt - die Sache letztendlich gut ausgehen wird.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Für den heutigen Gottesdienst mit Kindern sind verschiedene Vorschläge angeboten, von denen man sich diejenigen aussuchen möge, die dem eigenen Geschmack und den Möglichkeiten der Gottesdienstgestaltung am ehesten entsprechen.

Einleitung


Der/die Gottesdienstleiter/in begrüßt heute die Kinder zu einem ganz besonders fröhlichen Fest, zum wichtigsten Fest der Kirche im Jahr: Zum Osterfest.

Heute, am Ostersonntag, freuen wir uns darüber, dass Jesus nicht mehr tot ist, sondern dass er auferstanden ist und lebt! In den letzten Tagen - am Gründonnerstag und Karfreitag - haben wir gehört, wie Jesus seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert hat und dann gefangengenommen wurde; wie ihm der Prozess gemacht wurde und man ihn zum Tod am Kreuz verurteilte. Wir haben gehört, wie Jesus am Kreuz gestorben ist und ins Grab gelegt wurde.
Aber damit ist die Geschichte nicht aus - sie ist weitergegangen und geht noch immer weiter. Jesus lebt!

Allerdings: Wir alle, die wir hier in der Kirche sind, haben Jesus selber noch nicht so gesehen, wie ich euch Kinder zum Beispiel da vor mir sitzen sehe. Wie können wir uns denn dann vorstellen, dass Jesus lebt? Dass er gestorben ist und auferstanden und bei uns ist.

Nun kann, je nach Möglichkeit und Vorliebe, eines der vorgeschlagenen Elemente verwendet werden:

Frühlingsspuren - Suchaktion


Ihr könnt euch sicher noch an den Winter erinnern und wie es da war?
(An dieser Stelle ist die Möglichkeit für alle Kinder, zu erzählen, was ihnen im Winter gut oder nicht gut gefallen hat.)

Ich habe den Winter eigentlich auch ganz gern; aber der Frühling ist mir jedenfalls lieber. Vor allem, wenn ich mich daran erinnere, wie lange es im Winter finster ist, wie kalt und feucht es oft ist und dass man tagelang die Sonne nicht sieht - da bin ich jedes Mal froh, wenn es wieder Frühling wird.

Ich möchte euch nun zu einem kleinen Spaziergang in den Garten einladen. Zu einer Frühlingsspuren-Suchaktion. Woran merken wir denn eigentlich, dass es nicht mehr Winter ist, sondern Frühling?

Nun werden gemeinsam die verschiedensten Dinge gesucht, die darauf hinweisen, dass der Winter aus ist, und der Frühling begonnen hat. (Blumen, tauender Schnee, die Sonne, die einem wärmt, Knospen, Blüten an den Bäumen ....)
Schon während des Suchens von Frühlingsspuren erzählen alle einander, was ihnen aufgefallen ist.
Auf dem Rückweg in die Kirche werden all die gefundenen Frühlingsspuren noch einmal zusammengefasst. Wieder in der Kirche versammelt, kann nun erklärt werden:

Bevor wir in den Garten zu unserer Frühlingsspuren-Suchaktion aufgebrochen sind, habe ich gefragt, wie es möglich ist, sich vorzustellen, dass Jesus auferstanden ist und lebt, ohne dass wir ihn sehen können.
Für mich ist das ein bisschen so wie mit dem Frühling. Im Winter kommt mir die Welt oft so tot und kalt vor. Aber im Frühling beginnt alles wieder zu leben. Da feiert die Natur auch Auferstehung. Und da kann ich mir dann auch immer wieder vorstellen, dass Jesus nicht mehr tot ist, sondern dass er lebt.

Frühlings- und Winterbilder


Wenn man nicht die Möglichkeit hat ins Freie zu gehen, dann kann man sich auch mit Winter- bzw. Frühlingsbildern behelfen. Nebeneinander werden in der Kirche ein Winter- und ein Frühlingsbild aufgestellt. Und gemeinsam werden nun die Unterschiede zwischen Winter und Frühling gesucht.

Woran kann man erkennen, dass es nicht mehr Winter, sondern Frühling geworden ist ....?
Die Analogie zwischen Winter, Frühling und Tod Auferstehung kann man dann in ähnlicher Weise wie oben herstellen.

Lebens-Symbole


Bei dieser Möglichkeit, Auferstehung erfahrbar zu machen, wird mit drei Symbolen gearbeitet. Auch hier gilt dasselbe wie schon oben erwähnt. Dieser Zugang sollte nur gewählt werden, wenn man selber zu den Symbolen und den dazugehörigen Geschichten einen Zugang hat. Man kann natürlich die vorgeschlagenen Symbole durch für einen selbst geeigneteren ersetzen.

Folgende drei Gegenstände werden benötigt:
Ein Buch von einem/er Autor/in, der/die schon gestorben ist, und das man besonders gern hat.
Ein Erinnerungsstück an einen Menschen, den man gerne hat/hatte.
Eine (blühende) Topfpflanze

Zum Buch:
Das hier ist eines meiner Lieblingsbücher. Der Mann/die Frau, die dieses Buch geschrieben hat, ist schon seit vielen Jahren tot.
Aber wenn ich dieses Buch lese, dann ist das für mich, als ob dieser Mensch, der das Buch geschrieben hat, noch leben und mit mir sprechen würde. Das ist dann für mich so ein bisschen wie Auferstehung.

Zum Erinnerungsstück:
Dieses "Ding" erinnert mich an einen Menschen, den ich sehr gern hatte. Der aber leider nicht mehr lebt. Aber wenn ich mir dieses "Ding" ansehe und daran denke, was wir damals alles gemeinsam gemacht haben, und wie das war, als ich das von ihm bekommen habe, dann ist das für mich, als ob dieser Mensch noch bei mir wäre. Und das ist dann für mich so ein bisschen wie Auferstehung.

Zur Topfpflanze:
Diese Pflanze steht bei mir im Zimmer. Sie blüht immer wieder, manchmal auch im Winter, wenn es draußen kalt, dunkel und finster ist. Und sie erinnert mich immer wieder daran, dass der Winter nicht ewig dauert, sondern dass irgendwann wieder einmal der Frühling kommt. Und das ist dann für mich immer so ein bisschen wie Auferstehung.
Die drei Gegenstände werden herumgereicht, sodass jedes Kind sie anschauen und angreifen kann.

Auferstehungs-Geschichte


Als wir noch Kinder waren, da haben wir immer im Hof Fußball gespielt. Eigentlich hat uns das Spiel nicht immer Spaß gemacht. Wir haben nämlich dabei meistens zu streiten begonnen. Wenn jemand unfair gespielt hat, oder die Mannschaftseinteilung ungerecht war, oder jemand nicht verlieren wollte ....Eines Tages haben wir Zuwachs bei unserer Partie im Hof bekommen. Ein Mädchen ist mit seinen Eltern in unseren Häuserblock zugezogen und das hat natürlich jetzt auch bei uns mitspielen wollen. Die hat gar nicht so schlecht Fußball spielen können; aber eines Tages hat sie gesagt: "Kennt ihr denn keine anderen Spiele außer Fußball?" Und dann hat sie uns auch ein paar gezeigt. Anfangs haben wir nicht so recht mitspielen wollen. Wahrscheinlich vor allem deshalb, weil wir die neuen Spiele noch nicht kannten und sie zuerst einmal kennenlernen mussten. Aber mit der Zeit haben sie uns immer mehr Spaß gemacht. Bis wir so weit waren, kaum mehr Fußball zu spielen. Interessanterweise stritten wir jetzt auch viel weniger miteinander. Ob das an dem Mädchen oder an den neuen Spielen lag - ich weiß es nicht so recht. Das ist auch letzten Endes nicht so wichtig. Jedenfalls sagte uns dieses Mädchen eines Tages, dass es nur mehr diese Woche bei uns sein würde. Seine Eltern hätten eine neue Wohnung gekauft. Und sie werde wieder wegziehen. Und dann hat sie uns alle zu einer großen Abschiedsparty eingeladen. Die war echt super. Und dann war das Mädchen nicht mehr da.
Wir haben uns natürlich noch weiterhin im Hof getroffen und miteinander gespielt. Und interessanterweise haben wir die Spiele, die wir durch das Mädchen kennengelernt haben, auch weiterhin gespielt. Und das war dann für uns alle so ein bisschen, als ob sie eigentlich nicht woandershin gezogen wäre, sondern immer noch mit uns mitspielen würde.
Diese Geschichte ist für mich ein bisschen so wie Auferstehung.

Zur Lesung


Jetzt haben wir ein paar Sachen miteinander gemacht und dabei ein bisschen über Auferstehung geredet und nachgedacht. Dass Jesus auferstanden ist, das wissen wir aus der Bibel. Wir hören jetzt zwei Texte, die uns davon erzählen, dass Jesus lebt.

Der erste Text ist aus dem Brief an die Kolosser, so nannte man die Menschen in der Stadt Kolossä, in der heutigen Türkei.

Die Lesung aus dem Kolosserbrief wird vorgelesen.

Es gibt auch noch viele andere Geschichten, die uns erzählen, daß Jesus lebt. Im Johannesevangelium steht folgendes:

Das Evangelium wird vorgelesen.

Fürbitten


Für alle Menschen, die traurig sind. Lass sie Menschen treffen, die sie wieder fröhlich machen.

Für alle Kinder, denen fad ist. Lass sie Menschen treffen, die gute und witzige Ideen haben und mit ihnen spielen.

Für alle Menschen, die einsam sind. Lass sie Menschen treffen, die Zeit für sie haben.

Lied


Manchmal feiern wir mitten im Tag

Publikation: Effata

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Jahreskreis: Ostern

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : Ostersonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...