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Alte und neue Erfahrung

Messmodelle

Hintergrund

In der heutigen Lesung erfahren wir, dass das Volk Israel ab dem Zeitpunkt, zu dem es Brot aus den Erträgen der eigenen Felder backen kann, kein Manna von Gott mehr bekommt. Sobald die Menschen sich um sich selbst kümmern können, sollen sie das also auch tun. Gott hilft, den Anfang zu machen. Auch wenn die alten Erfahrungen der Vergangenheit angehören, so können sie für die neuen Erfahrungen, die wir Menschen machen, von großer Bedeutung sein. Um diese alten Erfahrungen und das Wachsen und Reifen in neuen Erfahrungen geht es auch in diesem Gottesdienst.

Damit die Kinder die Fastenzeit als eine Einheit und die Fastensonntage als untereinander zusammenhängend erleben können, schlagen wir vor, ein in allen Gottesdiensten gemeinsames Gestaltungselement vorzusehen, das als durchgehendes Symbol die verschiedenen Inhalte der Fastensonntage miteinander verbindet.

Material

  • Stofftier
  • Zelt (siehe "Die Fastenzeit mit Kindern gestalten")
  • diverse Kleinkindersachen (z.B. verschiedenes Spielzeug, Schnuller, Windel, kleine Schuhe, eine Kindergartentasche, Trinkbecher, Kindertopf etc.)

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Spiel zu Beginn
  • vor der Lesung
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jos 5, 9a.10-12

In jenen Tagen sagte der Herr zu Josua: Heute habe ich die ägyptische Schande von euch abgewälzt.
Als die Israeliten in Gilgal ihr Lager hatten, feierten sie am Abend des vierzehnten Tages jenes Monats in den Steppen von Jericho das Pascha.
Am Tag nach dem Pascha, genau an diesem Tag, aßen sie ungesäuerte Brote und geröstetes Getreide aus den Erträgen des Landes. Vom folgenden Tag an, nachdem sie von den Erträgen des Landes gegessen hatten, blieb das Manna aus; von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr, denn sie aßen in jenem Jahr von der Ernte des Landes Kanaan.

Evangelium: Lk 15, 1-3.11-32

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mast Kalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mast Kalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.
Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mast Kalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Hintergrund 1. Lesung:

Josua


Unter der Leitung von Moses ist Kosua einer der nach Kanaan gesandten Kundschafter und Anführer einer Untergruppe. Als von allen Stämmen Israels anerkannter Nachfolger von Moses führt er das Volk über den Jordan, leitet die Aktionen der Landnahme und teilt Kanaan unter den Stämmen auf.

Buch Josua


Im Buch Josua äußert sich die Vorstellung von der Landnahme Kanaans als einem zügigen militärischen Unternehmen unter der Führung Josuas. Für diese Landnahme gibt es möglicherweise auch historische Belege, da die Archäologie im dortigen Gebiet Spuren von Zerstörungen im 13. Jhdt.v.Chr. nachweist. Größere Bedeutung hatte wahrscheinlich die friedliche Infiltration einzelner Gruppen. Den Kernbestand der Josua-Überlieferungen bilden Landnahme sagen, die in Gilgal gesammelt waren. Im Text der heutigen Lesung ist das Volk (oder ein Teil davon) über den Jordan gelangt und kann sich sesshaft machen.
Die erste Station im neuen Land ist also Gilgal, ein heute nicht mehr identifizierbares Heiligtum. Es lag wahrscheinlich ungefähr zwei Kilometer nordöstlich des alten Jericho. Gilgal bedeutet für Israel eine Wende und ist gekennzeichnet durch zwei Perspektiven: zum einen schaut das Volk zurück auf die Knechtschaft in Ägypten und auf die Befreiung; zum anderen wendet es seinen Blick nach vorne in das von Gott verheißene Land der Freiheit. In Gilgal beginnt eine neue Zeit.

Paschafest


In Gilgal feiert das Volk das Paschafest (sprich: Pascha; oder auch "Pessach" genannt). Ursprünglich war das Paschafest ein Fest der Nomaden, das wahrscheinlich zur Zeit des Weidewechsels begangen wurde. Durch das Opfern der Erstlinge der Lämmer erbat man den Segen Gottes, durch das Besprengen mit Blut wollte man alles verbannen, was Mensch und Tier gefährdete. Jetzt wurde es zu einem Fest, in dem das heilvolle Handeln Jahwes gefeiert wurde. Es erinnert noch einmal an den Fortgang aus Ägypten und steht am Eingang in eine neues Leben des Volkes Israel.

Selbstversorgung


Nun ist das Sklavenvolk zu Landbesitzern geworden. In der Wüste war es in Zeiten des Hungers auf das von Gott geschickte Manna angewiesen. Jetzt kann es selbst Land bebauen und von den eigenen Früchten essen. So erhält das ungesäuerte Brot, die sogenannten Mazzen, eine weitere Bedeutung. In Ägypten war es ja das "Brot der Hast" gewesen, denn in der Situation des Aufbruchs hatte man keine Zeit mehr, den Teig zu säuern. Jetzt aber wird es verzehrt als Speise der Freiheit, die erste Speise, die das Land gibt. Darum bleibt ab jenem Tag das Manna aus. Es war die Speise des Unterwegsseins, in der man von der Hand in den Mund lebt. Nun aber kann das Volk für sich selbst sorgen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kinden

Spiel zu Beginn


Der/die Gottesdienstleiter/in hat ein Stofftier mitgebracht. Er/sie erzählt, dass es einmal dem kleinen Fritz gehört hat. Er hat es immer zum Einschlafen gebraucht. Heute braucht er es nicht mehr. Wahrscheinlich gibt es vieles, das Fritz früher gebraucht hat, das er heute nicht mehr braucht oder das er schon selber machen kann (z.B. Hilfe beim Schuhe-anziehen, einen Schnuller, eine Gute-Nacht-Geschichte etc.). Solches soll bei diesem Spiel gesammelt werden. Der/die Gottesdienstleiter/in beginnt mit dem Satz: "Früher brauchte Fritz das Stofftier zum Einschlafen, heute kann er schon ohne Stofftier einschlafen." Dann wird das Stofftier jemandem anderen zugeschupft. Der/die nächste kann z.B. sagen: "Früher musste Fritz gefüttert werden, jetzt kann er schon selbst essen." Wer das Stofftier hat, kann entweder etwas über den Fritz sagen oder das Stofftier jemandem anderen geben. (Vorsicht: nicht den Namen eines anwesenden Kindes verwenden!)

Vor der Lesung


Vor der Lesung wenden wir uns wieder unserem Zelt zu. Da wir in der Lesung etwas vom Volk Israel hören werden, erinnern wir uns zuvor daran, wie es aus Ägypten auszog und durch die Wüste ging. Das spielen wir mit einfachen Gesten nach. Ein paar Kinder heben das Zelt so auf, daß sie es tragen können. Alle stellen sich in einer lockeren Reihe hinter die Zeltträger. Gemeinsam machen wir nun einen Gang durch die Kirche und stellen das, was erzählt wird, pantomimisch dar. Der/die Gottesdienstleiter/in erzählt:

"Das Volk Israel zog aus Ägypten aus."

Dabei setzt sich der Menschenzug in der Kirche in Bewegung.
"Als die Israeliten durch die Wüste kamen, war es untertags sehr heiß... in der Nacht aber froren sie .... Und sie mussten auch hungern ... Da riefen sie zu Gott, dass er ihnen helfen solle. ...Gott schenkte ihnen auf wunderbare Weise das Manna-Brot, das die Israeliten fortan aßen. Schließlich kamen sie in das von Gott verheißene Land. Sie freuten sich sehr. Erstmals konnten sie ihre eigenen Felder bebauen und die Früchte ernten."

Dann setzen sich alle wieder nieder und die Lesung wird vorgelesen.

Verkündigung


Nach dem Umzug hat der/die Gottesdienstleiter/in unter das Zelt, das ja noch keine Türöffnung hat, Sachen gelegt, von denen er/sie annimmt, dass sie viele Kinder, die den Gottesdienst besuchen, früher einmal brauchten (z.B. verschiedenes Spielzeug, Schnuller, Windel, kleine Schuhe, eine Kindergartentasche, Trinkbecher, Kindertopf etc.). Wenn von diesen Dingen schon beim ersten Spiel einiges genannt wurde, macht das gar nichts. Zu Beginn der Verkündigung wird kurz zusammengefasst:

"Solange die Israeliten hilflos in der Wüste herumgingen, versorgte sie Gott mit Manna, damit sie nicht hungern mussten. Als sie aber durch die Bebauung der eigenen Felder für sich selbst sorgen konnten, brauchten sie das Manna nicht mehr. Es gibt auch in unserem Leben vieles, das wir einmal brauchen, das später für uns aber nicht mehr wichtig ist. Darüber wollen wir jetzt nachdenken.
Als Zeichen dafür, dass auch wir etwas loslassen können, dass wir uns nicht mit alten Erfahrungen abschließen wollen, wird jetzt in die vierte Seite des Zeltes feierlich ein Eingang bzw. Ausgang geschnitten. Ein Kind kann nun in das Zelt schlüpfen, sich einen der darin liegenden Gegenstände aussuchen und den anderen erzählen, wann es einen solchen früher einmal gebraucht hat und warum er jetzt nicht mehr so wichtig ist (oder was man jetzt schon alleine machen kann). Wenn einem Kind etwas einfällt, für das kein Gegenstand vorhanden ist, kann es natürlich seine Erfahrung auch ohne diesem schildern. Auf diese Weise führen wir uns vor Augen, in welcher Hinsicht auch wir uns weiterentwickeln und in welchen Bereichen wir schon - so wie die Israeliten - "für uns selbst sorgen" können.

Fürbitten


Lieber Gott, wir können schon in vielen Bereichen auf uns achten. Dennoch brauchen wir oft deine Hilfe. Darum bitten wir dich jetzt:

Bitte hilf den Menschen, dass sie das erhalten, was sie zum Leben brauchen.

Bitte hilf uns erkennen, was wir schon selber tun können.

Bitte hilf uns erkennen, wo andere Menschen uns brauchen.

Bitte lass es uns verstehen, wenn wir manchmal von andren nicht mehr gebraucht werden.

Bitte hilf unseren Eltern, dass sie uns dort loslassen können, wo wir ihre Hilfe nicht mehr nötig haben.

Publikation: Effata

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Jahreskreis: Fastenzeit

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 4. Fastensonntag

Schlagwörter: Fastenzeit, Gottesdienst

 

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