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Kindersegen

Messmodelle

Hintergrund

In der heutigen Lesung aus dem Buch Samuel wird eine Geschichte erzählt, eine alte Geschichte, die noch immer spannend und schön anzuhören ist. Eine Geschichte aber auch, wo man einiges über die Lebensumstände und die zeitlichen Hintergründe wissen muß, um sie einigermaßen verstehen zu können.
Im heutigen Gottesdienstmodell soll versucht werden, diese Geschichte - eine der vielen Geschichten von Gott und den Menschen - für die Kinder lebendig werden zu lassen.

Material

  • Das Gebet der Hanna (siehe unten) auf kleinen Zettel für alle kopiert

Aufbau

Im Lektionar ist nur der Text zwischen den Schrägstrichen /20-22.24-28)/ enthalten. Sollen Kinder aber den Abschnitt verstehen, muss ihnen auch die Vorgeschichte erzählt werden, sonst bleiben nur Dank- und Opferriten als Aussage haften.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Beginn
  • Kyrie
  • Lesung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: 1 Sam 1, 1-3a.4-8;9-32, 24-28

In Ramatajim im Gebiet der Sippe Zuf im Bergland von Efraim lebte ein Mann namens Elakana. Sein Vater hieß Jeroham, sein Großvater Elihu und sein Urgroßvater Tohu; der war ein Sohn des Efraimiters Zuf. Elkana hatte zwei Frauen, Hanna und Peninna. Peninna hatte viele Kinder, Hanna war kinderlos.
Elkana ging einmal in jedem Jahr mit seiner Familie nach Schilo, um zum Herrn, dem Gott Israels, zu beten und ihm ein Opfer darzubringen. Beim Opfermahl gab Elkana jedem in seiner Familie einen Anteil vom Opferfleisch. Hanna aber bekam ein Extrastück. Er liebte sie mehr, obwohl der Herr ihr Kinder versagt hatte. Darauf begann Peninna regelmäßig zu sticheln und suchte Hanna wegen ihrer Kinderlosigkeit zu kränken. Sie trieb es so weit, dass Hanna weinte und nichts essen konnte. Elkana fragte sie dann: "Warum weinst Du? Warum isst du nichts? Was bedrückt dich? Hast du an mir nicht mehr als an zehn Söhnen?"

Wieder einmal war es so geschehen. Als man gegessen und getrunken hatte, stand Hanna auf und ging zum Eingang des Heiligtums. Neben der Tür saß der Priester Eli auf seinem Stuhl, Hanna war ganz verzweifelt. Unter Tränen betete sie: "Herr, Du Gott Israels, habe doch Erbarmen und nimm diese Schande von mir. Schenk mir einen Sohn! Ich verspreche dir, daß er dir gehören soll; sein Haar soll niemals geschnitten werden." Hanna betete lange, und Eli beobachtete sie. Er sah, wie sie die Lippen bewegte, aber weil sie still für sich betete, konnte er nichts hören. Darum hielt er sie für betrunken. "Wie lange willst du dich hier so aufführen?" fuhr er sie an. "Schlaf erst einmal deinen Rausch aus!"
"Nein, Herr, erwiderte Hanna, ich habe nicht getrunken; ich bin nur unglücklich und habe mein Herz vor dem Herrn ausgeschüttet. Danke nicht so schlecht von mir! Ich habe großen Kummer, ich bin ganz verzweifelt. Deshalb habe ich hier so lange gebetet."
"Geh in Frieden", sagte Eli zu ihr, "der Gott Israels wird deine Bitte erfüllen." Hanna verabschiedete sich und ging weg. Sie aß wieder und war nicht mehr traurig.
Am nächsten Morgen standen Elkana und seine Familie früh auf, beteten noch einmal im Heiligtum des Herrn und kehrten nach Rama zurück. Als Elkana das nächste mal mit Hanna schlief, erhörte der Herr ihr Gebet.

Sie (Hanna, die Frau Elkanas) wurde schwanger und gebar einen Sohn. Sie sagte: "Ich habe ihn vom Herrn erbeten", und nannte ihn deshalb Samuel.
Im nächsten Jahr ging Elkana wieder mit seiner Familie nach Schilo. Er wollte dem Herrn ein besonderes Opfer darbringen, das er ihm versprochen hatte. Hanna ging diesmal nicht mit. Sie sagte zu ihrem Mann: "Sobald der Junge alt genug ist und ich ihn nicht mehr nähren muss, bringe ich ihn in das Heiligtum des Herrn. Dann soll er für immer dort bleiben."
Elkana war damit einverstanden. "Warte ruhig solange", sagte er. "Möge der Herr dann auch wahrmachen, was er diesem Kind zugesagt hat!" So blieb Hanna zu Hause und betreute den kleinen Samuel.

Als Samuel ein paar Jahre alt war, brachte ihn seine Mutter zum Heiligtum des Herrn nach Schilo. Auch einen dreijährigen Stier, einen kleinen Sack Mehl und seinen Schlauch Wein nahm sie mit. Nachdem die Eltern den Stier geschlachtet hatten, brachten sie den Jungen zu Eli. "Erinnerst du dich, Herr?", fragte Hanna. Ich bin die Frau, die einmal an dieser Stelle stand und betete. Hier ist das Kind, um das ich damals Gott angefleht habe; er hat mein Gebet erhört. Auch ich will nun mein Versprechen erfüllen: Das Kind soll für sein ganzes Leben dem Herrn gehören." Und alle warfen sich zum Gebet vor dem Herrn nieder.

2. Lesung: 1 Sam 2, 1-2.4-5.8-9.11

Hanna betete:
"Herr, du hast mich fröhlich gemacht,
du hast mich wieder aufgerichtet und mich gestärkt.
Jetzt kann ich über meine Feinde lachen.
Ich bin voller Freude, weil du mir geholfen hast.
Der Herr allein ist heilig;
es gibt keinen Gott außer ihm.
Keiner kann schützen wie er.
Starken Männern zerbricht er die Waffen;
Schwachen und Entmutigten gibt er neue Kraft.
Reiche müssen ihr Brot mit eigener Hand verdienen;
Die Verachteten holt er aus ihrem Elend
und bringt sie zu Ehren,
er lässt sie aufsteigen in den Kreis der Angesehenen
und gibt ihnen einen Ehrenplatz.
Denn die ganze Erde gehört dem Herrn;
er hat sie errichtet auf Fundamenten, die nicht wanken.
Der Herr leitet und schütz alle, die ihm vertrauen;
aber seine Feinde enden in Finsternis.
Keiner, der sich auf eigene Kraft verlässt,
erringt den Sieg."
Elkana kehrte nach Rama zurück. Der junge Samuel blieb am Heiligtum in Schilo und wurde von Eli in den Priesterdienst eingeführt.

Evangelium: Lk 2, 41-52

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach.
Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.
Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten.
Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.
Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.

Hintergrund 1. Lesung:

Der Kontext der Samuel Bücher


Das 1. Buch Samuel gehört - im Zusammenhang gelesen - zum sogenannten deuteronomistischen Geschichtswerk. Ein Geschichtswerk, das ein zweites Mal (deutero) die Verkündigung, die Geschichte Israels und das Gesetz (nomos) erzählen will. Das geschieht rückblickend. Die Zeit in der die Verfasser des deuteronomistischen Geschichtswerks arbeiteten, liegt schon Jahrhunderte nach den Ereignissen, die erzählt werden. Die Geschehnisse der damaligen Zeit (ca. 7. U. 6. Jhd.v.Chr.) machten es notwendig, all die alten Texte, Geschichten, Listen und Gesetze neu zu überdenken und neu zu schreiben. So sind es immer wieder aktuelle Ereignisse, in deren Licht die damaligen Geschehnisse neu zu sehen und zu deuten sind. (Ein Prinzip übrigens, mit dem in der Geschichte sehr oft an die heiligen Texte herangegangen wurde, bis unsere heutige Bibel entstanden ist.)

Samuel


Samuel steht zwischen der Zeit der Richter und der Zeit der Könige. In schwierigen Zeiten hat Gott seinem Volk immer wieder geholfen, indem er charismatische Führer, die sogenannten Richter berufen hat. Auch Samuel ist ein solcher Berufener. Während seiner Zeit wendet sich das Bild in Israel. Statt der Richter gibt es nun Könige, die sich sogar zu einer Institution, zu einer dauerhaften Einrichtung, entwickeln. Das ging in weiterer Folge sogar soweit, dass das Königtum an Personen vererbt wurde, mit denen Gott gar nicht so einverstanden war. Im deuteronomistischen Geschichtswerk sind die Für und Wider des Streites um das Königtum, das sich schließlich recht deutlich durchsetzt, immer wieder zu finden. Samuel selbst ist die Person, der die beiden ersten Könige, Saul und David salbt.
Die heutige Lesung erzählt die Geschichte rund um Samuels Geburt.

Das Heiligtum


In der Zeit, in der die Geschichte spielt, gab es den Tempel in Jerusalem noch nicht. Dafür waren über das ganze Land Israel die verschiedensten Heiligtümer und Tempel verstreut, so auch das Heiligtum in Schilo.

Kinderlose Frau


Elkana, der einmal im Jahr nach Schilo zum Heiligtum des Herrn pilgerte, hatte - was für die damalige Zeit selbstverständlich war - zwei Frauen: Hanna und Peninna.
Wenn im Text so lapidar steht: "Peninna hatte viele Kinder, Hanna war kinderlos." (V2), so ist nicht leicht nachzuvollziehen, was das für die kinderlose Frau bedeutete: Schimpf und Schande; sie galt nichts in einer Gesellschaft, in der Frauen vor allem viele Söhne zur Welt zu bringen hatten.

Das Opfermahl


Die Opfer im Heiligtum gingen so vor sich, dass ein Teil zu Ehren Gottes verbrannt wurde, und die Reste gemeinsam beim Opfermahl verzehrt wurden.
Elkana muss ein sehr liebevoller und - für seine Zeit - außergewöhnlicher Ehemann gewesen sein. Genauso gut hätte er nämlich eine Frau, die ihm keine Kinder gebar, auch verstoßen können. Aber nein: "Er liebte sie mehr, obwohl der Herr ihr Kinder versagt hatte" (V5). Und er gab ihr sogar einen größeren Anteil vom Opferfleisch.

Der Herr versagt, der Herr gibt


Wenn eine Frau in der damaligen Zeit kinderlos blieb, dann wussten sich die Menschen dass nicht anders zu deuten, als dass eben der Herr ihr Kinder versagen würde. (Über die biologischen Grundlagen, Kinder bekommen zu können oder eben nicht, war damals noch recht wenig bekannt.) Es war also logisch, dass Hanna sich an den Herrn wandte, um "diese Schande" (V10) von ihr zu nehmen und ihr "einen Sohn(!)" (V10) zu schenken.

Hanna betet still


Damals war es offensichtlich normal, laut zu beten (Man las auch beispielsweise nie leise, sondern immer laut). Für den Priester Eli dürfte die Tatsache, dass da jemand sehr persönlich zu Gott - eben leise und für sich - betete, etwas außerordentliches gewesen sein - so außerordentlich, dass er Hanna für betrunken hielt. Er fuhr Hanna ziemlich scharf an ("Schlaf erst einmal deinen Rausch aus"), als er aber vom Grund ihres Gebetes und ihrer Traurigkeit erfuhr, sprach er ihr Mut zu.

Samuel wird in den Tempel gebracht


Damals wurden die Kinder zwischen drei und sieben Jahren lang gestillt. Hanna brachte Samuel also erst nach einigen Jahren (nachdem er entwöhnt war) zum Tempel, wo er "Priesterlehrling" wurde.
Bei ihrem Gebet zum Herrn hatte Hanna sogar noch etwas ganz besonderes versprochen: "Sein Haar soll niemals geschnitten werden".
Samuel sollte also "Nasiräer", ein ganz besonders dem Herrn Geweihter werden. (Vgl. Die Geschichte vom Simson (Richter 13-16): er bezog seine außergewöhnliche Stärke aus der Tatsache, dass er sich sein Haar nicht schneiden ließ....). Von nun an sollte der kleine Samuel also im Heiligtum bleiben, um für den Dienst am Herrn ausgebildet zu werden.

Dank Lied der Hanna


Im Anschluss an diese Begebenheit betet Hanna ein Gebet, das zum Vorbild für ein anderes, sehr wichtiges Gebet in der Bibel werden sollte: Das Magnifikat Marias im Lukasevangelium Lk 1,46-55.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Zu Beginn


Heute möchte ich euch gerne eine alte Geschichte vorlesen, die Geschichte der Hanna, der Frau des Elkana.

Aus der Bibel wird nun der erste Teil der Geschichte (1 Sam 1, 1-8) vorgelesen oder besser noch frei erzählt.
Dazu wird das Bild gezeigt.

In einem Gespräch können nun einige Fragen zum besseren Verständnis der Geschichte aufgegriffen werden, wenn sie nicht schon in der freien Erzählung erklärt wurden:

Vielleicht hat sich jetzt jemand gedacht: "Man darf doch nur mit einer Frau verheiratet sein! Und Familien mit vielen Kindern werden heute eher verspottet als geachtet. Es wird ihnen sogar unterstellt, dass sie schuld an der Armut sind.
In vielen Kulturen und in früheren Zeiten war Kinderreichtum wirklich ein Segen und keine Last. Denn viele Kinder bedeuteten eine gute Altersversorgung und verlässliche Arbeitskräfte. Deshalb wollte ein Mann auch mehr Frauen haben. Es war auch für die Frauen gut, denn damals starben viele Männer in Kriegen, bei der Jagd oder bei der Arbeit. Es gab daher viel mehr Frauen als Männer. Und unverheiratete Frauen hatten keinen ausreichenden Lebensunterhalt. Sie konnten weder Arbeit noch Wohnung bekommen.
Damals war es auch üblich, dass man viele Kinder hatte. Auch das hatte mehrere Gründe: Die Kinder hatten die Aufgabe, ihre Eltern, wenn sie alt geworden waren, zu versorgen und zu pflegen. Außerdem halfen die Kinder natürlich den Eltern bei der Arbeit.
Viele Kinder waren also wichtig. Hanna hatte aber keine Kinder, Peninna jedoch sehr viele. Weil Kinder damals eben wichtig waren, dachte Peninna wohl, daß sie Hanna jetzt verspotten könnte, weil sie keine Kinder hatte. Wir haben es in der Geschichte gehört: Peninna stichelte manchmal so lange, bis Hanna der Appetit verging und sie vor Traurigkeit nicht einmal mehr essen wollte. Da half es auch gar nicht, dass Elkana sie trösten wollte.
Hanna hatte keine Kinder. Das machte sie sehr traurig. Und dass Peninna sie deswegen stichelte, ärgerte und verspottete, das machte sie noch viel trauriger.
So etwas passiert ja heute auch noch: Nämlich, dass Menschen einander sticheln, hänseln und verspotten. Nicht gerade deswegen, weil man keine Kinder hat; aber da fallen uns oft tausend andere Gründe dazu ein.

Kyrie


Gott, du hast jeden von uns Menschen mit seiner Eigenart und Einzigartigkeit geschaffen. Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns vielfachen Fähigkeiten und unterschiedlichen Möglichkeiten ausgestattet und zu vielfältigen Lebensweisen berufen. Christus, erbarme dich unser.
Du willst, dass wir uns mit all unseren Stärken und Schwächen gern haben und mit unseren Verschiedenheiten und Vorlieben schätzen. Herr, erbarme dich unser.

Nach dem Tagesgebet wird weiter erzählt (1 Sam 1,9-23). Dazu wird die Zeichnung mit dem Zeltheiligtum gezeigt und folgendes erklärt:

Elkana, Hanna und Peninna waren also wieder einmal im Heiligtum von Schilo, und Peninna hatte Hanna wiederum verspottet. Hanna war traurig und sie ging ins Heiligtum um zu beten.
Ich weiß nicht, wie ihr euch vorstellt, dass so ein Heiligtum damals ausgesehen hat. Auf jeden Fall ganz anders als Kirchen oder Moscheen heute. Ganz genau weiß man natürlich auch heute nicht mehr, wie das Heiligtum in Schilo ausgesehen hat, aber ich habe hier eine Zeichnung, damit man sich so ungefähr vorstellen kann, wie das damals ausgesehen hat: Das Heiligtum war ein großes Zelt mit gemauertem Boden.
In dieses Heiligtum ging also Hanna hinein. Und dort tat sie etwas ganz Ungewöhnliches für die damalige Zeit: Sie betete leise; nur für sich. Damals verrichtete man Gebete - auch als einzelner - immer nur laut, so wie man auch beim Bücherlesen nie stumm war, sondern laut mitsprach. Der Priester Eli sah also nur, wie Hanna ihre Lippen bewegte - ohne zu sprechen -, weshalb er sie für betrunken hielt und aus dem Heiligtum hinausschicken wollte.
Dann aber erzählte ihm Hanna ihre Geschichte und ihr Leid und Eli machte ihr wieder Mut. Und wirklich - sie wurde schwanger. In der Sprache der Bibel heißt es dann: "Der Herr erhörte ihr Gebet." Da war Hanna sehr froh. Und als der kleine Samuel von seiner Mutter nicht mehr gestillt wurde - damals wurden die Kinder zwischen drei und sieben Jahren lang gestillt - brachte sie ihn nach Schilo ins Heiligtum zu Eli, wo der kleine Samuel fortan als "Priesterlehrling" leben sollte. Hören wir uns das Ende der Geschichte an:

Lesung


Nun wird 1 Sam 1,24-2,2.4.8-9.11 vorgelesen.
Hanna hat sich also riesig über ihr Kind gefreut. Und in ihrer Freude hat sie zum Herrn ein Gebet gesprochen - wir haben es jetzt am Ende der Lesung gehört. Als Erinnerung an die Geschichte der Hanna habe ich hier dieses Gebet auf kleine Zettel kopiert.

Das Gebet der Hanna

Herr du hast mich fröhlich gemacht,
du hast mich wieder aufgerichtet und gestärkt!
Jetzt kann ich über meine Feinde Lachen.
Ich bin voller Freude, weil du mir geholfen hast.
Der Herr allein ist heilig,
es gibt keinen Gott außer Ihm.
Keiner kann schützen wie er.
Starken Männern zerbricht er die Waffen,
Schwachen und Entmutigten gibt er neue Kraft.
Reiche müssen ihr Brot mit eigener Hand verdienen,
Arme brauchen nicht mehr zu klagen und können feiern.
Die Frau, die Kinderlos war, bringt sieben Kinder zur Welt,
doch die Kinderreiche behält nur eins.
Die Verachten holt er aus Ihren Elend und bringt sie zu Ehren,
er lässt sie aufsteigen in den Kreis der Angesehenen und gibt ihnen einen Ehrenplatz.
Denn die ganze Erde gehört dem Herrn,
er hat sie errichtet auf Fundamenten, die nicht wanken.
Der Herr leitet und schützt alle, die ihm vertrauen,
aber seine Feinde enden in Finsternis.
Keiner, der sich auf seine eigene Kraft verlässt, erringt den Sieg.


Diese Zettel könnten nun an alle Gottesdienstbesucher verteilt werden. Falls man den Gottesdienst gemeinsam mit einer Kindergruppe vorbereiten kann, wäre vielleicht folgendes möglich: Die Kinder könnten einzelne Szenen aus der Geschichte zeichnen. Diese Zeichnungen könnte man gemeinsam mit dem Gebet (vervielfältigt) an alle Gottesdienstbesucher verteilen.

Fürbitten


Hanna wurde von Peninna verspottet, aber Elkana hat zu ihr gehalten; gib auch uns allen immer wieder Menschen, die zu uns halten, wenn wir verspottet werden.
Hanna hat im Tempel geweint, aber Eli hat ihr wieder Mut gemacht; lass auch uns immer wieder Menschen treffen, die uns Mut machen, wenn wir traurig sind.
Hanna hat sich sehr über ihren Sohn Samuel gefreut als sie ihn bekommen hat; wir bitten dich für alle Kinder, dass sich die Eltern auch über sie freuen, wenn sie zur Welt kommen.
Hanna hat zu Gott gebetet und erlebt, dass sie ihm nicht egal war; lass uns immer daran glauben, dass Gott jeder Mensch willkommen ist.
Hanna wusste darum, dass Kinder ein Segen Gottes sind. Lass uns auch heute erkennen, dass Kinder nicht so sehr Belastung und Einschränkung, sondern Hoffnung und Zukunft für unsere Gesellschaft bedeuten.

Publikation: Effata

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Jahreskreis: Weihnachten

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : Fest der heiligen Familie

Schlagwörter: Gottesdienst, Advent/Weihnachten

 

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