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Begegnung am See

Messmodelle

Hintergrund

In diesem Gottesdienst wollen wir versuchen, das nachzuvollziehen, was die Jünger am See von Galiläa erlebten, als Jesus ihnen begegnete. Durchgehend begleitet uns dabei ein Netz, das schon zu Beginn des Gottesdienstes in den Altarraum getragen und dort aufgehängt wird.

Material

  • ein Netz
  • drei bunten Stoffbändern
  • Sätze oder Satzanfänge aufgenommen auf einer CD/einem Laptop
  • Papier

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, sollte wegen des inneren Zusammenhangs die Lesung aus der Apostelgeschichte gewählt werden.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Einzug und Einleitung
  • Kyrie
  • Tagesgebet
  • Evangelium
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Gabenbereitung

 

Bibelstellen

1. Lesung: Apg 2,14.22-33

Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Jesus, den Nazaräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst — ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde. David nämlich sagte über ihn: Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, und auch mein Leib wird in sicherer Hoffnung ruhen; denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis, noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen. Du zeigst mir die Wege zum Leben, du erfüllst mich mit Freude vor deinem Angesicht. Brüder und Schwestern, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben, und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm den Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen, sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gibt ihn nicht der Unterwelt preis, und sein Leib schaut die Verwesung nicht. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er durch die rechte Hand Gottes erhöht worden war und vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.

2. Lesung: 1 Petr 1,17-21

Brüder und Schwestern! Wenn ihr den Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht. Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er war schon vor der Erschaffung der Welt dazu ausersehen, und euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen. Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt.

Evangelium: Joh 21,1-14

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Er war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus — Zwilling —, NatanaeI aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot — sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen — und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Hintergrund Evangelium:

Nachtrag


Das 21. Kapitel des Johannesevangeliums stammt nicht mehr vom Erzähler der ersten 20 Kapitel, sondern von einer anderen Endredaktion aus der johanneischen Schule. Dennoch ist es so formuliert, dass man meinen könnte, es schließe lückenlos an die vorhergehenden Kapitel an. Die Unabhängigkeit dieses letzten Abschnitts zeigt sich aber darin, dass die in Kapitel 20 bereits erfolgte Sammlung der Jüngerschaft in Jerusalem der Zerstreuung der Jünger in Galiläa in Kapitel 21 gegenübersteht. Offensichtlich werden hier zwei Traditionen miteinander verwoben. Viele Parallelen sollen an Erzählungen früherer Kapitel, mitunter auch an Erzählungen anderer Evangelisten, erinnern. Besonders auffällig ist in den letzten beiden Versen der Übergang vom "Wir" zum "Ich". ("Wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist." bzw. "Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, ...") Vermutlich handelt es sich dabei um eine noch später angefügte Bemerkung.

Am See von Tiberias


Hier zeigt sich, wie viele Namen für einen See zur Zeit Jesu gebräuchlich waren. Der See von Tiberias ist identisch mit dem See von Genezareth, der oft auch See von Galiläa genannt wird. Jesus trifft dort seine Freunde. Bemerkenswert ist die Jüngerliste, bestehend aus fünf namentlich Gekennzeichneten und zwei Ungenannten. Das Johannesevangelium überliefert keine Zwölferliste. Die Siebenzahl hat wahrscheinlich symbolische Bedeutung, als Zahl der Fülle. Die Sieben steht dann gleichsam für die gesamte Jüngerschaft, die Jesus begleitete.Wir können uns vorstellen, dass die Jünger in einer eigenartigen Stimmung waren. Sie werden gezeigt als diejenigen, die den auferstandenen Jesus zwar gesehen hatten, denen aber ein weiterer Kontakt verwehrt geblieben war. Sie sitzen wieder am See zusammen, und Petrus macht den Vorschlag, fischen zu gehen.

Fischfang


Die Zeit des Fischens am See von Tiberias ist die Nacht. Tagsüber ruhen die Fische auf dem Grund. Doch in dieser Nacht fangen die Jünger nichts. Gegen Morgen sehen sie eine Gestalt am Ufer stehen. Es wird beschrieben, dass das Boot etwa 200 Ellen vom Land entfernt ist, das sind umgerechnet ungefähr 100 Meter. Das ist also eine Entfernung, aus der man einen Menschen zwar sehen kann, ihn aber nicht unbedingt erkennen muss. Die Jünger wissen zunächst nicht, wer dieser Mann am Ufer ist, doch dessen Anrede "meine Kinder" ist eine, die eine gewisse vertraute Beziehung ausdrückt. So folgen die Jünger dem Rat, das Netz auf der rechten Seite, der Glücksseite, auszuwerfen. Der Fang wird dann auch besonders reichhaltig. Die Zahl 153, weil keine runde Zahl, muss einen tieferen Sinn verbergen, der uns aber nicht zugänglich ist. Es könnte eine Anspielung auf die wahrscheinlich 153 Fischarten sein, die damals bekannt waren. Das wäre dann ein Zeichen für eine Gesamtheit, die trotz ihrer Größe das Netz nicht reißen lässt.

Fragen an Simon


Simon Petrus ist der herausragende Jünger in dieser Perikope. Das gilt, obwohl das Hauptinteresse des Textes auf den Lieblingsjünger gerichtet ist. Immer wieder wird die besondere Bedeutung des Lieblingsjüngers hervorgestrichen, wenn er auch nicht die Hauptperson der Geschehnisse ist. Das ist leicht verständlich, wenn wir bedenken, dass dieses Evangelium für die johanneische Gemeinde geschrieben wurde, der die Wichtigkeit des Apostels Johannes klargemacht werden soll. Es entwickelt sich zwischen Jesus und Petrus ein Zwiegespräch. Es ist gekennzeichnet von Fragen und Aufträgen. Die dreimalige Frage an Simon Petrus, ob er Jesus lieb habe, die am Ende den Jünger traurig stimmt, soll ihn an sein dreifaches Versagen in der Passion Jesu zurückerinnern.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Einzug und Einleitung


Beim Einzug wird von den Ministrant/innen über ihren Köpfen ein Netz getragen. Dieses befestigen sie im Altarraum, aber nicht vor dem Alter, da es dort erst bei der Gabenbereitung hinkommt. Bei den einleitenden Worten erwähnt der Priester bzw. ein/e Sprecher/in das Netz und erklärt, dass uns dieses Netz heute durch die ganze Messe begleiten wird.

Kyrie


Auf drei bunten Stoffbändern stehen die Kyrie-Sätze geschrieben. Sie werden jeweils von einem Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen vorgelesen und dann so in das Netz eingeflochten, dass die drei Bänder miteinander ein Dreieck bilden. Netz und Bänder sollen so groß sein, dass sie auch von hinten gut gesehen werden.

Zwischen den Sätzen wird jeweils ein Kyrie-Ruf gesungen.

Jesus, du hast als unser Bruder und als Sohn Gottes auf unserer Erde gelebt.

Jesus, du bist als unser Bruder und als Sohn Gottes am Kreuz gestorben.

Jesus, du bist als unser Bruder und als Sohn Gottes vom Tod auferstanden.

Tagesgebet


Guter Gott, Jesus ist den Jüngern am See Genezareth erschienen.
Er hat so mit ihnen gesprochen, dass sie ihn erkennen konnten.
Sie erinnerten sich an ihr Leben mit Jesus und dachten darüber nach.
Hilf auch uns, dass wir uns immer wieder an das Leben und an die Taten von Jesus erinnern, und hilf uns, dich als Vorbild zu haben.
Das bitten wir dich durch Jesus, unseren Bruder.
Amen.

Evangelium


Da das Evangelium heute sehr lang ist, ist es ratsam, es mit verteilten Rollen zu lesen. So wird es den Kindern erleichtert, den Ereignissen, die berichtet werden, zu folgen.

Verkündigung


Stellen wir uns das noch einmal vor, was die Jünger erlebt haben. Sie lagen da so am Ufer vom See von Galiläa, wahrscheinlich war es Abend. Petrus kommt auf die Idee, fischen zu gehen. Die Zeit des Fischens an diesem See ist die Nacht. Ein paar andere fanden die Idee von Petrus ganz gut und gingen mit. Leider fingen sie nichts. Vielleicht waren sie mit ihren Gedanken nicht richtig beim Fischen. Vielleicht haben sie noch an Jesus gedacht, den sie lange nicht mehr gesehen hatten. Plötzlich sehen sie eine Gestalt am Ufer, die ihnen etwas sagen will. Zuerst will er etwas zu essen, dann gibt er einen guten Ratschlag, wo sie das Netz auswerfen sollten. Und da geht ihnen ein Licht auf, sie erkennen Jesus nämlich an seiner Stimme und daran, was er zu ihnen sagt.
Dass man einen Menschen an seiner Stimme und an seinen Worten erkennt, ist leicht möglich. Besonders, wenn man ihn gut kennt. Das können wir auch einmal ausprobieren. Ich habe da auf einer Kassette einige Leute kurz aufgenommen. Vielleicht erraten wir, was für eine Person das sein könnte.

Auf einer CD/auf dem Laptop sind Sätze oder Satzanfänge aufgenommen von: einem/einer Nachrichtensprecher/in, einer/einem Fernsehansager/in, einem/einer Lehrer/in, der/die gerade die Klasse betritt, einem Predigtanfang, einer/einem Mutter/Vater, die die Kinder zum Essen ruft, einem/einer Verkäufer/in, ... Nach jeweils einer Aufnahme wird gemeinsam versucht, zu erraten, was für eine Person da gesprochen haben könnte.

Woran haben wir das erkannt? Warum wussten wir, dass da ein/e Ansager/in (bzw. ein/e Lehrer/in, ...) gesprochen hat? Jetzt können wir sicher leichter verstehen, dass die Jünger Jesus von der Ferne nicht gleich erkennen konnten, dass sie aber wussten, wer er ist, als er zu ihnen etwas sagte.
Wenn sich ein Mensch fragt: "Woher kenne ich diesen Menschen?", dann überlegt er verschiedene Situationen, in denen er mit ihr oder ihm zusammen gewesen sein könnte. Als die Jünger nachdachten, sind ihnen sicher auch viele Situationen und Erlebnisse eingefallen, in denen sie mit Jesus zusammen waren.

In kleinen Gruppen (Kinder und Erwachsene gemischt) wird jeweils eine Situation überlegt, an die sich die Jünger vielleicht erinnert haben. Jeder Kleingruppe steht ein Blatt Papier zur Verfügung. Darauf wird dann ein Gegenstand oder ein Symbol gezeichnet, das für diese Begebenheit stehen kann. Dieser Gegenstand kann auch aus dem Papier gerissen werden. Dann erzählt jede Gruppe, was für eine Situation ihr eingefallen ist, und hängt das Papier an das Netz; eventuell mit einer Sicherheitsnadel.

So, jetzt wissen wir schon ein bisschen besser, wie es den Jüngern ergangen ist, und was sie erlebt haben. Vielleicht gelingt es uns auch in nächster Zeit, uns hin und wieder an einige Erlebnisse von Jesus zu erinnern und daran zu denken, dass er uns aufgetragen hat, auch so zu handeln wie er es getan hat.

Fürbitten


Bei den Fürbitten wäre es gut, die Bitten, die formuliert werden, mit konkreten Beispielen aus den Geschichten und Erlebnissen der Jünger mit Jesus in Verbindung zu bringen.

Guter Gott!
Die Jünger haben Jesus erlebt, wie er sich Zeit genommen hat für andere Menschen. Lass auch uns Zeit finden, um sie mit anderen Kindern und Erwachsenen zu verbringen und so einander Gutes zu tun.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Guter Gott!
Die Jünger haben erlebt, dass Jesus sich dafür eingesetzt hat, dass es Gerechtigkeit unter den Menschen gibt. Hilf uns dabei, uns für die Schwächeren und diejenigen, die ungerecht behandelt werden, einzusetzen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Guter Gott!
Die Jünger haben erlebt, wie Jesus zu Gott, seinem Vater, gebetet hat. Hilf uns dabei, uns Zeiten der Stille zu gönnen, um ins Gespräch und ins Gebet mit dir zu kommen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Gabenbereitung


Zur Gabenbereitung wird das Netz von mehreren Kindern mit der Gabenprozession mitgetragen und an den Altar gehängt/vor den Altar gelegt. Es ist ein Zeichen dafür, dass das, was wir gerade miteinander besprochen haben, etwas zu tun hat mit dem, was wir nun feiern wollen. Das Wort, das wir gehört haben und über das wir nachgedacht haben, ist genauso wichtig wie das Brot, das wir miteinander teilen.

Publikation: effata

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Jahreskreis: Ostern

Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 3. Sonntag der Osterzeit

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...