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Er sah und glaubte

Messmodelle

Hintergrund

Die zusammengelegten Leinenbinden und das Schweißtuch Jesu waren für Petrus und Johannes Zeichen für die Auferstehung Jesu. Sie waren Grund zur Freude über das Leben. Anhand dieses Bildes denken wir bei diesem Gottesdienst darüber nach, worüber wir uns angesichts der Auferstehung freuen können.

Material

  • großes Tuch
  • kleines buntes Stück Stoff für jede/n
  • Stecknadeln oder Wäscheklammern

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Verkündigung
  • Gabenbereitung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Apg 10,34a.37-43

In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte: Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet. Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten. Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.

2. Lesung: 1 Kor 5,6b-8

Brüder und Schwestern! Ihr wisst, dass ein wenig Sauerteil den ganzen Teig durchsäuert. Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid. Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Pessachlamm ist Christus geopfert worden. Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern, nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit.

Evangelium: Joh 20,1-18

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste. Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen , wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er gesagt hatte.

Hintergrund Evangelium:

Maria Magdalena am Grab


Zur Zeit Jesu war es üblich, dass diejenigen Freund/innen eines Verstorbenen, die nicht zum Begräbnis kommen konnten, sein Grab in den nächsten Tagen besuchten. Wenn Maria aus Magdala zum Grab Jesu geht, um diesen nochmals einzubalsamieren, zeigt sich ihre besondere Zuneigung zu Jesus, war sie doch bei den Ereignissen am Kreuz dabei gewesen. Umso verständlicher ist ihre schnelle Reaktion, den Jüngern mitzuteilen, was sie sieht. Sie macht sich große Sorgen um ihren Freund. Sie wagt es nicht einmal, in das Grab zu schauen, so verstört ist sie. Aus ihrer Aussage "Wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat" können wir erkennen, dass sie nicht allein unterwegs war. Sie wurde also von anderen Frauen aus dem Freundeskreis Jesu begleitet.

Petrus und Johannes am Grab


Mit dem "Jünger, den Jesus liebte" ist hier wohl Johannes gemeint. Dieser ist schneller als Petrus und früher am Grab Jesu. Dennoch geht er nicht hinein. Er lässt Petrus den Vortritt, wahrscheinlich, weil dieser etwas mehr Autorität besitzt. Auffällig ist der Fortschritt in den Beobachtungen der Beteiligten. Maria sieht den weggewälzten Stein, der Lieblingsjünger die Leinenbinden und Petrus zusätzlich zu den Leinenbinden das Schweißtuch.

Leinenbinden und Schweißtuch


Bei den Leinenbinden handelt es sich um jenes Tuch oder jene Tücher, die um den Körper des Leichnams gewickelt sind. (Bei den Forschungen um das Turiner Grabtuch geht es somit um die Leinenbinden, die Johannes und Petrus sehen.) Das Schweißtuch wird dem Verstorbenen um den Kopf gewickelt bzw. auf das Gesicht gelegt. Seine gesonderte Erwähnung an dieser Stelle (es liegt eigenartigerweise an einer anderen Stelle als die Leinenbinden) könnte ein Hinweis und eine Erinnerung an die Auferweckung des Lazarus sein. Nach der Erweckung des Lazarus ließ Jesus dessen Schweißtuch als Zeichen des neuen Lebens im Grab zurück.

Johannes glaubt


Johannes hat hier, wie auch an anderen Stellen des Johannesevangeliums, eine besondere Position. Er wird als derjenige dargestellt, der als erster den vollen Glauben an den Auferstandenen erlangt. Diese Schilderung zeigt die Bedeutung, die der Lieblingsjünger für die Johannesgemeinde hatte. Ob Petrus zum Glauben kommt oder nicht, das bleibt unerwähnt. Doch springt uns hier ein Widerspruch ins Auge, als schließlich auch von dem "anderen Jünger" gesagt wird, "er verstand noch nicht", nachdem er gerade zum Glauben gekommen ist. Man kann diesen Widerspruch nur dadurch erklären, dass in einer älteren Form dieser Geschichte, die mit dem Unverständnis des Petrus und der Maria endete, die Gestalt des anderen Jüngers eingearbeitet worden ist.

Maria sieht zwei Engel


Im Neuen Testament werden die Engel als Diener Christi und seiner Jünger angesehen, sie fungieren als Boten an die Menschen im Auftrag Gottes. Wenn Maria von Magdala also zwei Engel sieht, bedeutet das, dass sie etwas Wesentliches erfahren soll. Durch die Anwesenheit der Engel soll sie verstehen, dass Gott da ist, dass etwas Göttliches, Außergewöhnliches geschehen ist. Trotzdem versteht sie noch nicht zur Gänze, was hier vor sich geht. Sie ist traurig und verstört; sie muss wohl erst wieder ihre Gedanken ordnen, um klar denken zu können. Es wird nicht erzählt, dass Maria zum Grab zurückkehrt, das wird vorausgesetzt. Nun steht sie vor dem Grab. Als sie Jesus sieht, erkennt sie ihn vorerst nicht. Das Nichterkennen des Auferweckten ist ein stereotypes Motiv in den Erscheinungsgeschichten. Der Auferweckte soll sich selbst offenbaren und dadurch zu erkennen geben, dass er tatsächlich mit dem Gekreuzigten identisch ist. Wesentlich ist, dass Maria Jesus daran erkennt, dass er sie beim Namen nennt. Das Erkennen Jesu an seiner Stimme erinnert an die Erzählung von den Schafen, die ihren Hirten an der Stimme erkennen, wenn er sie beim Namen ruft.

"Rühr mich nicht an!"


Der Satz "Halte mich nicht fest!" heißt wörtlich übersetzt: "Rühr mich nicht an!". Diese Worte zeigen, dass Maria eine besondere Beziehung zu Jesus gepflegt haben muss. Auch ist ihr Ausruf "Rabbuni" von vertrautem Klang. Das Berührungsverbot darf nicht so interpretiert werden, dass Jesus nicht in voller Leiblichkeit vor Maria steht. Vielmehr soll darauf hingewiesen werden, dass der Weg Jesu und auch der Marias noch nicht zu Ende gegangen ist. Jesus wird wieder zu seinem Vater gehen; Maria soll den anderen Freund/innen Jesu von dessen Auferstehung erzählen. Damit hat sie eine von Auszeichnung geprägte Sonderstellung, weil sie die Auferstehung verkünden soll. Sie, die Frau, soll den engsten Vertrauten Jesu dieses Ereignis mitteilen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Verkündigung


Wer gut zugehört hat, der weiß, woran die beiden Jünger gesehen haben, dass Jesus auferstanden ist. Kann sich noch jemand erinnern, was darüber im Evangelium zu hören war (zusammengefaltete Leinenbinden und Schweißtuch)? Warum die Jünger von den zusammengefalteten Leinenbinden überzeugt wurden, ist nur dann zu verstehen, wenn wir wissen, was vorher war. Damals wurde nämlich der Leichnam eines Menschen in Tücher gewickelt. Das ging ungefähr so:

Mit einem großen Tuch wird den Kindern vorgezeigt, wie ein Mensch eingewickelt wurde.

Wenn also die Tücher so schön daliegen, dann ist ganz klar, dass der Leichnam nicht gestohlen wurde. Welcher Dieb würde schon die Leinenbinden ordentlich zusammenfalten? Dasselbe gilt für das Schweißtuch. Dass es noch im Grab lag, war ein Zeichen für das Leben, ein Zeichen dafür, dass Jesus am Leben ist. Darum konnten sich die Jünger so sehr freuen, wenn sie auch noch nicht genau wussten, was da wirklich vor sich ging. Diese Tücher sind so auch Zeichen für die große Freude über Jesus geworden. So wollen auch wir uns jetzt überlegen, worüber wir uns gerade zu Ostern besonders freuen. Jede und jeder hat ein kleines buntes Tuch auf seinem Platz liegen. Das ist unser "Schweißtuch". Ein Schweißtuch erleichtert Menschen, wenn sie schwitzen.

Wir überlegen uns nun, was uns erleichtert und was uns freut. Weil es leichter ist, wenn nicht alle gleichzeitig über ihre Freude erzählen, plaudern wir ein bisschen mit unseren Nachbarn und Nachbarinnen darüber und erzählen ihnen von unseren Osterfreuden.

Dann erzählen die kleinen Gruppen den anderen davon. Jede Gruppe, die einer anderen Gruppe ihre Osterfreuden erzählt hat, kann ihre kleinen bunten Tücher in einem Muster auf dieses große Tuch (das Leinentuch, mit dem vorgezeigt wurde, wie ein Leichnam eingewickelt wurde) aufstecken (bei jüngeren Kindern sind dafür auch Wäscheklammern gut geeignet).

Gabenbereitung


Die Kinder decken den Altar für die Eucharistiefeier. Dabei wird das große Tuch, das nun mit vielen bunten Tüchern geschmückt ist, als Altartuch auf den Tisch gelegt.

Friedensgruß


Falls die Ostergrußkärtchen der Katholischen Jungschar noch nicht ausgeteilt wurden, können sie an dieser Stelle an die Gottesdienstteilnehmer/innen verteilt werden. Jede/r, der/die ein Kärtchen hat, kann dieses noch mit anderen austauschen und dabei seinen/ihren Nachbar/innen einen Wunsch sagen, wo und in welchen Situationen diese besonders spüren sollten, dass Jesus bei uns ist.

Publikation: effata

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Jahreskreis: Ostern

Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : Ostersonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

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