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Women in the Bible

Gruppenstunde | Alter: 11-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Die Bibel ist ein sehr altes Buch, doch die Menschen und ihre Eigenschaften , Handlungen und Motive sind gestern wie heute gleich. "Sex and crime" gibt es hier genauso wie im heutigen TV. Kränkung, Freud, Leid, Hoffnung, Vertrauen bewegten die Menschen auch damals schon, und die Lebensweisheiten, die sie damals verkündeten, kommen uns auch heute noch vertraut vor. Selbstverständlich gab es in diesem männerdominierten Buch doch auch Frauen in Hauptrollen. Sie waren Hausfrauen, mutige Kriegerinnen, listige Betrügerinnen, Straßenmädchen, Königinnen, verantwortungsbewußte Mütter, brutale Mörderinnen, Richterinnen und Prophetinnen. Die Palette der Aufgaben, Berufungen und Tätigkeiten der Frauen war damals genauso breit wie heute, man darf allerdings nicht vergessen, dass die Emanzipation der Frauen zur Entstehungszeit bzw. Niederschrift der Bibel, etwas anderes bedeutete als heutzutage. Damals waren Frauen Besitz (was nicht hieß: Eigentum, sondern: von Gott gegeben, und daher mußte man auf dieses Geschenk aufpassen) ihres Vaters oder Ehemannes und als Alleinstehende höchst unanständig und verachtungswürdig.

Ziel

Mit dieser Gruppenstunde kannst Du Deinen Kids zeigen, daß es durchaus auch wichtige und mutige Frauen gab in der Bibel, und dass sie, vom Typ her, den heutigen Frauen um nichts nachstehen.

Material

  • Bilder von Frauen aus Illustrierten, oder Frauenbilder allgemein.
  • Menschliche Eigenschaften, auf A4-Zetteln geschrieben
  • Frauenbibelstellen eventuell auf buntes Papier kopiert und zu Kärtchen geschnitten
  • Uhu
  • Filzstifte
  • Einen großen Pappfernseher oder Bilderrahmen
  • ein (Kochlöffel-)mikrophon

Aufbau

Streitdialog von zwei Gruppenleiter/innen ( Einleitung)
Frauen in der Bibel, eine Vorstellrunde (Kärtchenmethode)
Frauen heute und Frauen damals (Bildergalerie)
Seitenblicke - Frauen aus der Bibel im TV (Interviewmethode)
Schaut her, Schaut her, die Frauen aus der Bibel (Spiel)

 

Lieber mit einem Löwen zusammenwohnen....
....oder was in der Bibel noch so über Frauen zu lesen ist.



Im Buch Jesus Sirach (AT) wendet sich der Autor vorallem an die Jugend und gibt für alle möglichen Lebenslagen Tips und Tricks. So auch für den Umgang mit dem anderen Geschlecht und der Ehe. Es gibt hier immer ein Für und Wider die Frau, sodass sich zwei Gruppenleiter/innen darüber unterhalten oder diskutieren können.
Im Raum hängen auf großen Zetteln menschliche Eigenschaften. Die Gruppenleiter/innen können sich während des Streits auf sie beziehen. Am Ende ihrer hitzigen Diskussion stellen sie dann auch das Thema der Gruppenstunde vor. Das kann in etwa so klingen: A:"Ja, und sage mir, Michi, woher weißt Du denn jetzt all die Dinge über Frauen?" M:"Machst Du Witze, Andi? Das steht doch alles in der Bibel! Hab ich selbst gelesen! Es gibt nämlich sehr viel Frauen in der Bibel!" A:"Jaja, die Maria und die,... die,... na? Heißt die nicht auch Maria?" M: "Gelt das ist gar nicht so leicht, aber ich hab ein paar herausgesucht, und die können wir jetzt anschauen."......Vorschläge für Stellen mit allerlei Sprichwörtern zum Thema Frauen findest Du im Anschluß an diese Gruppenstunde.


Wie waren denn die drauf?



12 Frauen aus der Bibel stellen sich vor. Hier sind 13 Frauen angegeben, damit Du auch noch eine tauschen kannst, die Dir vielleicht nicht gefällt.

Herodias
Frau des Herodes.
Weil sie Johannes den Täufer nicht leiden konnte, redete sie ihrer Tochter ein, sich vom König seinen Kopf zu wünschen.
(Mk 6,18)

Salome:
Tochter der Herodias.
Einmal war der König, als er sie beim Tanzen sah, so begeistert von ihr, daß er versprach, ihr jeden Wunsch zu erfüllen - und wenn es sein halbes Reich wäre. Da ihr nichts einfiel, fragte sie ihre Mutter und ließ sich einreden, sich den Kopf Johannes des Täufers auf einem Tablett servieren zu lassen.
(Mk 6,22)

Sara:
Frau des Abraham.
Als Gott ihr vorhersagte sie werde trotz ihres hohen Alters (Gen 18,11: Abraham und Sara waren schon alt; sie waren in die Jahre gekommen. Sara erging es längst nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt.) noch ein Kind bekommen, konnte sie nur lachen.
So wie auch ihr Mann lachen mußte als er es hörte: (Gen 17:17 Da fiel Abraham auf sein Gesicht nieder und lachte. Er dachte: Können einem Hundertjährigen noch Kinder geboren werden, und kann Sara als Neunzigjährige noch gebären?)

Debora:
War eine Richterin Israels.
Richter hatten wichtige, öffentliche Funktionen und Ämter inne, sowie verantwortungsvolle Leitungsaufgaben zu erfüllen, dazu gehörte vor allem die Rechtsprechung.
Zu Debora kamen viele Menschen und akzeptierten ihr Urteil.
(Richter 4,4)

Jael:
Der Heerführer Sisera, der die Israeliten lange Zeit grausam unterdrückt hatte, flüchtete sich in das Haus ihres Mannes. Ihr Mann war gegenüber Sisera nicht feindlich gesinnt. Trotzdem riskierte Jael ihr Leben, stellte sich auf die Seite der Israeliten und tötete den Heerführer, indem sie ihm einen Holzpflock durch den Schädel rammte.
(Richter 4,17)

Frau Potifar:
Frau des Chefs der Leibwache des Pharao.
Da Josef, der ein Sklave Potifars war, nicht mit ihr schlafen wollte, schwärzte sie ihn bei ihrem Mann an, sodaß Josef ins Gefängnis mußte,
(Gen 39,1)

Dirne 1: (Eine der Frauen, die vor Salomo um ihr Kind stritten)
Ihr Kind starb - sie hatte es in der Nacht erdrückt -, so nahm sie einfach das Kind ihrer Mitbewohnerin und sagte, es sei ihres. Sie war sogar bereit das Kind töten zu lassen (Um nicht als Lügnerin dazustehen ?) als König Salomo den Vorschlag machte, das Kind mit dem Schwert zu teilen.
(1Kön 3,17)

Dirne 2: (Eine der Frauen, die vor Salomo um ihr Kind stritten)
Um das Leben des Kindes zu retten, war sie bereit auf ihr Kind zu verzichten (und als schlechte Mutter dazustehen?), als König Salomo den Vorschlag machte, es mit dem Schwert zu teilen. Das Kind ihrer Mitbewohnerin war gestorben - diese hatte es in der Nacht erdrückt, einfach das andere Kind genommen und gesagt, es sei ihres.
(1Kön 3,17)

Judit:
Sie war eine fromme (junge, hübsche) Witwe.
Als die Hebräer von den Assyrern belagert wurden und keinen Ausweg mehr sahen, zog sie sich hübsch an und verschaffte sich mit einem Trick Zutritt zum Lager der Feinde. Dort beeindruckte sie deren Anführer so, daß er sie unbedingt "haben" wollte. Als die beiden in der Nacht alleine waren, war er aber schon so betrunken, daß er einschlief. Judit nahm ein Schwert und hackte ihm den Kopf ab. Diesen packte sie in ein Tuch und ging damit zurück in ihre Stadt. Als die Feinde den Tod ihres Anführers bemerkten, gerieten sie in Panik und liefen davon.
(Judit 9)

Maria:
Als sie sich bereit erklärte, Jesus zur Welt zu bringen, ging sie ein großes Risiko ein. Hätte Josef sie verlassen - weil sie offensichtlich von einem anderen Mann ein Kind erwartete - so hätte ihr Schlimmes passieren können. Die Entscheidung als alleinstehende Frau ein Kind großzuziehen war damals sicher noch schwieriger als heute.
(Lk 1,27)

Eine Sünderin:
Als sie hörte, daß Jesus in der Stadt war, kam sie zu ihm - in das Haus eines Pharisäers - und salbte ihm mit einem sehr teuren Öl die Füße. In diesem "anständigen" Haus ist man ihr sicherlich nicht wohlwollend und verständnisvoll gegenüber gestanden. (Alleine die Berührung durch einen Sünder machte - dem Gesetz nach - unrein). Wegen der Liebe, die ihm diese Frau entgegengebracht hatte, vergab ihr Jesus ihre Sünden.

Eva:
In der Hoffnung unentdeckt zu bleiben, riskierte sie den Rausschmiß aus dem Paradies indem sie Gottes Gebot übertrat. Die Schlange hatte ihr vorgeschwärmt, wie toll es wäre, vom verbotenen Baum zu essen, und sie ist darauf reingefallen. Vielleicht war ihr aber die Erkenntnis von Gut und lieber, als ständig im Paradies herumzukugeln.

Hanna
Frau des Tobit
Ihr Mann Tobit war ein gerechter Mann, der selbst unter Lebensgefahr jede Art von Barmherzigkeit erwies. Er verlor seinen ganzen Besitz und erblindete sogar. Statt Mitleid und Liebe bekam er aber von ihr nur Vorwürfe zu hören.


Du teilst jedem Kind ein Kärtchen mit den kurzen Vorstellungen der Bibelfrauen aus. Wenn Du mehr als zwölf Kinder hast, teile sie bitte in Kleingruppen ein. Auf jedem der Zettel steht eine kurze Beschreibung oder Lebensgeschichte der jeweiligen Frau..


He, die is ja genauso wie die....



Im Raum verteilt hängen ja immer noch die Zetteln mit den menschlichen Eigenschaften. Die Kinder können sich dann, an Hand der Kärtchen mit den Lebensgeschichten, überlegen, welche davon diese Frauen, auszeichnen: z.B.: mutig, sorglos, listig,...und diese Eigenschaften zu ihren Stellen dazuschreiben. Nun treten auch die Bilder aus den Illustrierten in die Gruppenstunde. Du legst sie auf einen Tisch, zusammen mit Filzstiften, und die Kinder können sich ein Bild aussuchen, das sie dann noch verzieren können, sodass die Frau aus der Bibel, die sie gewählt haben entsteht: z.B: kann ein Kind noch zu einer Frau einen Johanneskopf am Tablett hinzuzeichnen, was auf Salome schließen läßt. Vielleicht lassen sich auch noch einige Parallelen aufzeigen zu Frauen aus dem heutigen Leben.


Seitenblicke auf das Stück: Das alte Testament



Nun haben sich die Kids ja schon mit den einzelnen Frauen auseinandergesetzt, und so kann nun jeder seine Bildkomposition nehmen, um sie den anderen vorzustellen. Sie schlüpfen sozusagen in die Rolle von Bibelforscher/innen.

Ein großer Pappfernseher steht im Raum, dahinter kann schon der Gruppenleiter mit dem Mikrophon warten und den Anfang der Seitenblicke moderieren. Die Kinder nehmen davor Platz und dann kann der/die Gruppenleiter/in schon einen "Promi - Forscher" interviewen, in etwa so: "Ja, Frau Prof. Trudis, sie haben sich ja eingehend mit der Dame Frau Pontifar auseinandergesetzt, sagen Sie uns doch bitte, was hatte sie denn für eine Rolle in dem Stück: Das alte Testament?" "Ja, also diese war eine ganz üble...."
Wenn das Gruppenmitglied dann fertig ist, kann es das Mikrophon nehmen und eine/n neue/n "Forscher/in" vor die Kamera bitten, um über eine andere Frau zu berichten. Der vorherige "Reporter" zieht sich wieder vor den Fernseher zurück und setzt sich in den Zuschauerraum. Wenn alle durch sind, beschließt der/die Gruppenleiter/in wieder die Seitenblicke und bittet die Kinder, die Frauenbilder zur Seite zu legen.


Schaut her! Schaut her! Die Frauen aus der Bibel!



Zu guter letzt auch noch ein Ratespiel. Das bekannte "Schaut her! Schaut her!" aus der Spielemappe, jedoch bekommt jede Gruppe zusätzlich drei Kärtchen mit Namen von den in der Stunde bekanntgewordenen Frauen, die sie dann auch in ihrer Art oder Lebensweise darstellen können, wenn ihnen z.B. sonst nichts einfällt.
Die Kinder teilen sich in zwei oder mehr Gruppen. Jede Kleingruppe überlegt sich, woher sie kommt und was sie dort macht oder ist; z.B. aus der Schweiz der Käse, aus Wien das Riesenrad, aus dem Reich der Märchen die sieben Geißeln aus dem Reich der Märchen usw. Haben sie sich was ausgemacht, wie sie das darstellen wollen, stellt sich ausgemacht, wie sie das darstellen wollen, stellt sich jede Kleingruppe in einer Reihe auf. Die Gruppen stehen nun mit einiger Entfernung einander gegenüber. Eine Gruppe tritt nun zwei Schritte vor und sagt dabei: " Schaut her, schaut her", die zweite Gruppe kommt ihr zwei Schritte entgegen mit der frage: "Woher kommt Ihr?" Die erste Gruppe antwortet wieder zu zwei Schritten "Aus der Schweiz, aus der Schweiz", worauf die zweite Gruppe ebenfalls zwei Schritte vortretend fragt: "Was macht ihr dort, was macht ihr dort?" Das stellt die Gruppe nun pantomimisch dar, die zweite Gruppe versucht es zu erraten. Wenn sie es erraten hat, beginnt das Spiel von Neuem.


Die Kinder können "ihre Frauen" mit nach Hause mitnehmen.


Vorschläge für menschliche Eigenschaften:



unkritisch, abhängig, alt, unersättlich, unbarmherzig, abweisend, naiv, risikofreudig, forschend, selbstlos, vertrauend, liebend, mutig, stark, listig, brutal, beschützend, hinterhältig, diebisch, bezaubernd, verlogen, rachsüchtig, gemein, kaltherzig, blutrünstig, weise, gerecht, bekannt, hoch angesehen, lebenshungrig, realistisch, jung, unbekümmert ....


Vorschläge für Dialogeinwürfe zu Beginn der Gruppenstunde



Sprichwörter:
14,1 Frau Weisheit hat ihr Haus gebaut, die Torheit reißt es nieder mit
eigenen Händen.

18,22 Wer eine Frau gefunden, hat Glück gefunden und das Gefallen des
Herrn erlangt.

19,13 Ein Unglück für den Vater ist ein törichter Sohn und wie ein ständig
tropfendes Dach das Gezänk einer Frau.

19,14 Haus und Habe sind das Erbe der Väter, doch eine verständige Frau
kommt vom Herrn.

21,9 Besser in einer Ecke des Daches wohnen als eine zänkische Frau im gemeinsamen Haus


Kohelet:
7,26 Immer wieder finde ich die Ansicht, stärker als der Tod sei die
Frau. Denn: Sie ist ein Ring von Belagerungstürmen, und ihr Herz ist
ein Fangnetz, Fesseln sind ihre Arme. Wem Gott wohlwill, der kann
sich vor ihr retten, wessen Leben verfehlt ist, wird von ihr
eingefangen.

9,9 Mit einer Frau, die du liebst, genieß das Leben alle Tage deines
Lebens voll Windhauch, die er dir unter der Sonne geschenkt hat,
alle deine Tage voll Windhauch. Denn das ist dein Anteil am Leben
und an dem Besitz, für den du dich unter der Sonne anstrengst.


Jesus Sirach
7,19 Verachte nicht eine kluge Frau; liebenswürdige Güte ist mehr wert
als Perlen.

25,16 Lieber mit einem Löwen oder Drachen zusammenhausen, als bei einer
bösen Frau wohnen.

25,17 Die Schlechtigkeit einer Frau macht ihr Aussehen düster und
verfinstert ihr Gesicht wie das einer Bärin

25,20 Wie ein sandiger Aufstieg für die Füße eines Greises ist eine
zungenfertige Frau für einen stillen Mann.

25,21 Fall nicht herein auf die Schönheit einer Frau, begehre nicht, was
sie besitzt.

26,1 Eine gute Frau - wohl ihrem Mann! Die Zahl seiner Jahre verdoppelt
sich.

26,2 Eine tüchtige Frau pflegt ihren Mann; so vollendet er seine Jahre in
Frieden.

26,3 Eine gute Frau ist ein guter Besitz; er wird dem zuteil, der Gott
fürchtet;
("Besitz" hatte damals die Bedeutung : "Ich muß drauf aufpassen, denn es ist von Gott geschenkt" und nicht: "Ich kann damit machen was ich will")

26,13 Die Anmut der Frau entzückt ihren Mann, ihre Klugheit erfrischt
seine Glieder

36,27 Eine schöne Frau macht das Gesicht strahlend, sie übertrifft alle
Lust der Augen.

36,29 Wer eine Frau gewinnt, macht den besten Gewinn: eine Hilfe, die ihm
entspricht, eine stützende Säule.

36,30 Fehlt die Mauer, so wird der Weinberg verwüstet, fehlt die Frau, ist
einer rastlos und ruhelos.

40,23 Freund und Gefährte leiten zur rechten Zeit, doch mehr als beide
eine verständige Frau

Autor/in: Marlene Kirchner,Flo Berger,Walter Knizak,Karo Kob

Publikation: KiK 104

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