Film-Tipps

Bloody Footy – Blöder Fußball

Beim Danke-Kino für die Sternsinger/innen wurde heuer Kurzfilme aus aller Welt gezeigt und die Sternsinger/innen durften ihren Favoriten wählen, den wir euch somit hier vorstellen dürfen: Bei beiden Vorstellungen ging der australische Kurzfilm „Bloody Footy – Blöder Fußball“ als Gewinner hervor. Er erzählt von dem Jungen Mario, der, wie es in Australien, wo er mit seinen Eltern lebt, sehr populär ist, gerne Football spielen würde. Sein Vater, ein waschechter Italiener, will aber, dass sein Sohn, dem in Italien so heißgeliebten Fußball frönt. Bis Mario und sein Vater auf einen grünen Zweig kommen, muss erst Glas zu Bruch gehen, Ninjas eingreifen und sogar ein Wink „von oben“ kommen.
Der sehr lustige Kurzfilm ist zusammen mit 4 anderen auf der DVD „Ich wünsche mir… Kinderfilme aus aller Welt“ erhältlich. Du kannst ihn bei BAOBAB (www.baobab.at)  kaufen, oder im Jungscharbüro ausborgen.

Bock for President

„Man kann nur gut leben, wenn man weiß, dass es auch den anderen gut geht.“ (Ute Bock)

Der Verein „Flüchtlingsprojekt Ute Bock“ betreibt ein Wohnprojekt in Wien für Asylwerber/innen, bietet Beratung, Information, kostenlose Deutsch- und EDV-Kurse, sowie Familienbetreuung an. Menschen, die um Asyl ansuchen sowie Menschen, die über einen anerkannten Flüchtlingsstatus verfügen, soll durch diese Angebote nachhaltige Perspektiven eröffnet werden. Ein zentraler Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins ist der Einsatz für die Rechte von Asylwerber/innen und Flüchtlingen.
Der Film „Bock for President“ ist eine Dokumentation über das Engagement und die Arbeit der 67 jährigen Initiatorin des Vereins, Ute Bock. Zwei Filmemacher haben sie zwei Jahre bei ihrer Arbeit und privat mit der Kamera begleitet. Die daraus entstandenen Szenen geben neben einem Einblick in das Leben von Ute Bock auch einen Einblick in unterschiedliche Lebensrealitäten von Asylwerber/innen in Österreich.

„Bock for President“: (AUT 2009, 90 Min.), Regie: Houchang & Tom-Dariusch Allahyari (Moviemento)

Climate Crimes

Climate Crimes beleuchtet die Schattenseiten von Klimaschutz-Projekten. Nicht selten werden dabei Menschrechtsverletzungen begangen, in Ökosysteme eingegriffen und Landschaftsstriche zerstört. Mehr als zwei Jahre lang hat sich der Österreicher Ulrich Eichelmann und sein Team auf die Spuren von Klimaschutzprojekten und “grüner Energien” begeben. Er besuchte dazu die  Mesopotamischen Sümpfe im Irak, die Urwälder Amazoniens und Indonesiens, den Südosten der Türkei sowie Schutzgebiete in Deutschland.

Mit einer Länge von 54 Minuten kann der Film auch in der Jung­schar oder in einer Schulstunde als Diskussionsaufhänger genommen werden. Klimaschutz ist wichtig, aber noch wichtiger ist die Art und Weise wie vorgegangen wird.

Die Welt ist rund!

Haben deine Kinder Interesse am Thema Fußball? Willst du dich mit der Gruppenleiter/innen-Runde mal damit befassen? Oder interessierst du dich selber mehr für „globalen Fußball“? Dann borg dir im Jungscharbüro die DVD „Die Welt ist rund“ aus. Auf ihr findest du einen Kurzfilm und vier Dokumentarfilme (inkl. Begleitmaterialien) rund um Fussball auf der ganzen Welt.

Kinder des Himmels

Spielfilm, Iran 1997, Majid Majidi
90 Minuten, Farbe, Altersempfehlung ab 6
"Anrührend, spannend, mit phantastischen kleinen Schauspielern und ohne didaktischen Zeigefinger - Kinder des Himmels sind eine Einladung, gutes Kinderkino einer fremden Welt zu entdecken" (Dirk Jaspers Filmlexikon).

Lemon Tree

Der Konflikt in Israel/Palästina ist sehr dicht und für Außenstehende vielleicht schwer fassbar. Der Film Lemon Tree gibt einen Einblick in Themen des Konfliktes: Eine palästinensische Frau, Salma, bewirtschaftet an der so genannten grünen Linie im Westjordanland einen Zitronenhain, den sie von ihrem Vater geerbt hat. Als der israelische Verteidigungsminister ihr Nachbar wird, sollen die Bäume gefällt werden, um die Ministerfamilie zu schützen. Salma versucht sich gegen dieses Unrecht zur Wehr zu setzen.

„Monsieur Claude und seine Töchter“

Alle anders! Alle gleich! Alle Menschen haben gleiche Rechte, Vielfalt ist etwas Positives, Rassismus ist böse. Dass die Umsetzung dieser Werte im Alltag manchmal alles andere als leicht ist, erfährt der konservative Franzose Claude Verneuil im Film „Monsieur Claude und seine Töchter“ hautnah. Eigentlich verlangt er ja nicht viel: Seine vier erwachsenen Töchter sollen glückliche Ehen eingehen – mit wem sie sich das wünschen, aber am liebsten schon mit katholischen Franzosen. Doch seine Töchter gehen ihren eigenen Weg: Odile heiratet einen Juden, Isabelle einen Moslem mit algerischen Wurzeln und Ségolène einen Chinesen. Bleibt nur noch die jüngste Tochter Laure, auf der nun alle Hoffnungen des Vaters ruhen. Ihr Freund Charles ist dann Gott sei Dank Katholik, stammt aber zum Entsetzen der schon erleichtert aufatmenden Eltern von der Elfenbeinküste…

„Monsieur Claude und seine Töchter“ ist der beste Film, den ich seit langem gesehen habe. Die Komödie hält uns sehr charmant einen Spiegel vor, der Vorurteile und Alltagsrassismen sichtbar macht. Das tut er aber in einer Art und Weise, dass man an der Selbsterkenntnis unglaublich viel Spaß hat. Wir sind alle nicht vor Rassismus gefeit – auch nicht Juden und Jüdinnen, Araber/inne, Chines/innen und Afrikaner/innen. Wir denken alle oft vereinfacht und in Stereotypen. Dieser Film greift auf, was heute oft Tabuthema ist und zeigt uns sehr humorvoll, wie absurd Rassismus eigentlich ist – und das ohne dabei mit dem vorwurfsvollen und belehrenden Zeigefinger zu wackeln!

Plastic Planet

In dem österreichischen Dokumentarfilm „Plastic Planet“ (2009) macht sich der Regisseur Werner Boote auf die Spuren von Plastik und beleuchtet die Schattenseiten diese faszinierenden Material. Seine Recherchen zeigen, dass Plastik mittlerweile zu einer Bedrohung geworden ist, für Umwelt, aber auch für die Gesundheit von Menschen.
Mehr Infos und Materialien zum Film findest du unter http://www.wernerboote.com/cms/wernerboote/index.php?idcatside=85

Speed! Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

von Florian Opitz

Der deutsche Dokumentarfilmregisseur, Autor und Journalist Florian Opitz setzt sich in seinem Buch und dem Film zum Buch mit der Schnelllebigkeit, der Atemlosigkeit sowie der Hektik unserer modernen Zeit auseinander. Es ist eine Suche nach Möglichkeiten der Entschleunigung, nach mehr Zeit für das, was einem wichtig ist. Da dies kein seltenes Phänomen in unserer Zeit ist, schafft „Speed! Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zu berühren, und ist dabei witzig und der Autor voller Selbstironie.
Ausgehend von seinen eigenen Erfahrungen macht sich Oppitz auf die Suche nach der verlorenen Zeit. Denn es ist ihm ein Rätsel, wo all die Zeit geblieben ist, die er aufgrund von neuen Technologien und Effizienzmodellen eingespart hat. Oppitz besucht verschiedene Institutionen, Seminare und Therapeut/innen, die ihm bei der Suche helfen sollen. Dabei begegnet er unterschiedlichen Menschen, die ihm Ursachen und Auswirkungen der Zeitproblematik und alternative Möglichkeiten zur Tempoverringerung aufzeigen. Löblich ist, dass er diesen alternativen Möglichkeiten viel Raum bietet und hierbei verschiedenen Menschen das Wort lässt – von Aussteiger/innen, Bergbauern und -bäuerinnen und kommt auch in entferntere Flecke der Erde, z.B. zu Menschen aus Patagonien oder aus Bhutan. Ein sehenswerter und unterhaltsamer Film, nicht zuletzt, weil er spannende Reflexionsimpulse gibt.

Florian Oppitz: „Speed –Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Buch und Film erhältlich bei Südwind-Buchwelt (DVD, 95 Min., 24,90.-; Buch, 285 Seiten, 10,30.-)

Twinni

(jugendfrei)
Ein österreichischer Film aus dem Jahr 2003 erzählt die Geschichte eines Mädchens, das nach der Trennung seiner Eltern aufs Land zieht. Dort schließt sie neue Freundschaften, erlebt allerlei spannende Dinge und setzt sich unter anderem dafür ein, erste Ministrantin Österreichs werden zu können. Ulrike Schweiger skizziert in diesem Film auf wirklich nette, spannende Weise die Fragen des Älterwerdens und erzählt durch die Hauptfigur Jana, die sich durch ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihren Ideenreichtum auszeichnet, eine locker-flockig österreichische Geschichte mit Tiefgang.